GWA findet Stadt.Teile
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Rudolf Mattern
| Funktion | Fachbereichsleitung Soziales |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Adaption von Beteiligungsstrukturen in einen neuen Stadtteil, Aufbau einer begleitenden Fachstelle GWA sowie eines gesamtstädtischen Beirats GWA.
Projektbeschreibung
GWA hat in Delmenhorst eine jahrzehntelange Tradition und immer wieder seine positive Wirkungsweise als demokratiefördernde bürgerschaftliche Beteiligungsform unter Beweis gestellt. Deshalb wurde bereits an einer gesamtstädtischen Konzeption gearbeitet und im Stadtteil Hasport exemplarisch die intensive Kooperation mit den Fachbereichen der Stadt erprobt.
Damit GWA als bürgerschaftliche Beteiligungsform in allen Quartieren gefördert und strukturell verankert werden kann, bedarf es nunmehr weiterer Maßnahmen, damit die strukturelle Verankerung unabhängig von handelnden Akteur*innen nachhaltig und effektiv gesichert ist und sie auf alle Delmenhorster Quartiere ausgedehnt werden kann.
Die Projektleitung wird gemeinsam mit der bereits bestehenden Koordinierung die neue Fachstelle GWA bilden. Die Fachstelle wird zunächst im neuen Stadtteil Mitte mit den Bewohner*innen Beteiligungsstrukturen aufbauen und hierzu die unterschiedlichen Beteiligungsformen der etablierten GWA-Standorte mit hauptamtlichen Mitarbeitenden auswerten. Es werden sowohl Schlüsselpersonen als auch Ressourcen identifiziert, um eine Beteiligung von engagierten Bewohner*innen vor Ort zu ermöglichen. Die Bewohner*innen erleben ihre Selbstwirksamkeit u.a. durch die Unterstützung bei der Umsetzung eigener Projektideen. Hierzu wird auch am neuen Standort ein Quartiersfonds aufgelegt, der durch die Fachstelle GWA verwaltet wird.
Im weiteren Verlauf wird dieses Vorgehen auf weitere Stadtteile Delmenhorsts übertragen. Hierbei unterstützen Bewohner*innen und Hauptamtliche der bestehenden GWA-Standorte als Mentoren.
Um die bürgerschaftliche Beteiligung der Bewohner*innen für ihr Quartier und ihre Stadt zu sichern, wird ein GWA-Beirat für die Stadt Delmenhorst geschaffen. Hier werden quartiersübergreifende Ideen und Problemanzeigen aus den Stadtteilen aufgegriffen und in die gesamtstädtische Planung eingebunden. Deshalb sind neben den Akteur*innen aus den Quartieren auch Verwaltung und Politik am GWA-Beirat beteiligt. Die Fachstelle GWA übernimmt die Geschäftsführung des GWA-Beirats.
Die gemeinsame Stadtentwicklung mit Bewohner*innen-Beteiligung stärkt die Demokratie und fördert die Identifikation als Delmenhorster*in.
Durch die verzahnte Struktur von Fachstelle und neuem GWA Beirat sowie Stadtteilgremien wird GWA in Delmenhorst in Zukunft gesamtstädtisch gedacht und nachhaltig verankert.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
GWA hat in Delmenhorst Tradition, seit 21 Jahren arbeiten wir partnerschaftlich mit freien Trägern zusammen. Gemeinsame Erfolge sind oft auf „Macher*innen“ und langjährig gewachsene Beziehungen zurückzuführen. Schlüsselpersonen werden jedoch in absehbarer Zeit gehen und es gilt, gelebte Praxis strukturell zu verankern.
2019/2020 haben wir über vielfältige stadtweite Projekte erfahren, dass Bürger*innen mehr Beteiligung und GWA in ihren Stadtteilen wünschen. Eine Ausweitung der hauptamtlichen GWA, wie von Einwohner*innen gewünscht, ist derzeit nicht darstellbar. Der Ausbau und die Stärkung von „Sprachrohren“ in den Stadtteilen, langfristig durch eine Fachstelle GWA begleitet, sowie der Aufbau eines „Ohres“, sprich Beirats GWA, ist jedoch ein gangbarer und folgerichtiger Schritt, um die demokratischen Prozesse in Delmenhorst zu stärken und für aktuelle und zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein. Vertreter*innen in den politischen Ausschüssen sorgen dafür, dass Gehörtes in Taten verwandelt wird.
Die Erfahrungen mit 3 Quartiersfonds führen dazu, dieses Instrument auch in weiteren Stadtteilen zu etablieren, um aktive Bewohnergruppen und Selbstwirksamkeit zu stärken. Eine verlässliche, qualifizierte Begleitung durch die Fachstelle GWA sichert hier Kontinuität in dynamischen und langfristigen Gruppenprozessen, die bestenfalls in starken Stadtteilvereinen münden.
Stadtteilforen (ob informell/als Verein), eine begleitende Fachstelle (für Gebiete mit/ohne hauptamtl. GWA) in Kombination mit einem politisch akkreditierten Beirat fördert das vielfältige Engagement und die Identifikation der Einwohner*innen mit ihrer Stadt und ermöglicht starke Bündnisse zum Wohle aller.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Delmenhorst Mitte
Beschreibung
In Absprache mit Herrn Isensee von der Servicestelle GWA stellen wir zunächst ein neues Projektgebiet vor, in dem wir Beteiligungsstrukturen und Quartiersfonds etablieren wollen. Dies soll in einem weiteren Schritt dann auf weitere Stadtteile übertragen werden.
Das Gebiet Mitte (Statistischer Bezirk 1: Berufsbildende Schule I (195), Ludwig-Kaufmann-Straße (196), Lange Straße (197), Güterbahnhof Süd (198), Wiekhorn (199) ) liegt in der Innenstadt von Delmenhorst. Im Gebiet liegt nördlich der Hauptbahnhof, die grüne Lunge der Stadt – die Graft im Süden sowie die Delmenhorster Linoleumwerke im Westen. Im Osten und Nordwesten liegen die Wohngebiete. Gebiete mit hauptamtlicher GWA grenzen an: im Nordwesten liegt das Gebiet Wollepark, im Südwesten das Gebiet Düsternort.
Die südliche Stadtmitte wird maßgeblich von der Innenstadt mit Fußgängerzone geprägt. Dieser älteste Teil der Stadt Delmenhorst hält eine Vielzahl unterschiedlicher Wohnangebote vor. Insbesondere im Süden befinden sich am Delmegraben, an der Bismarck- und Scheunebergstraße sehr gut erhaltene Einfamilienhäuser aus der Vorkriegszeit. Östlich sind überwiegend Ein- und Mehrfamilienhäuser der 50er- bis 70er-Jahre zu finden, zum Beispiel rund um die Lilienstraße.
Die Gebäudestrukturen sind in diesem Bereich sehr unterschiedlich. Es gibt sowohl Einfamilienhäuser verschiedener Epochen als auch ältere und moderne Mehrfamilienhäuser. Vermehrt wird auch entlang der Fußgängerzone Wohnraum geschaffen. Hier ist zudem ein vielfältiges Angebot an Gastronomie, Gesundheitsversorgung und Einkaufsmöglichkeiten zu finden. Es gibt eine sehr gute ÖPNV-Anbindung und die Nähe zur Parkanlage "Graft".
Die nördliche Stadtmitte wird geprägt vom Gewerbegebiet nördlich des Bahnhofs sowie der Berufsbildenden Schule.
Einwohnerzahl
8900
Quelle / Anmerkungen
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst, Herr Mehrtens
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Innerhalb dieses Gebietes wurden bereits Mittel zur Städtebauförderung in der Vergangenheit verwandt. Es findet dort allerdings bisher KEINE GWA statt.
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
26
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.delmenhorst.de/medien/bindata/leben/unsere-stadt/statistiken/stat_Bev.3.03.pdf
Projektgebiet in Prozent
18
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
28
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
statistische_bezirke-1.pdf
(704.57 KB)
strassennamen_ub_195bis199.pdf
(23.99 KB)
Gebiet-Name
Delmenhorst Hasport
Beschreibung
Plangebietsgröße ca. 8,25 ha, gegliederte Zeilenhausbebauung ohne Blockrand, Geschoßwohnungsbau 3-9-geschossig, Baujahr 70er Jahre Beschreibung der städtebaulichen Situation - Gegliederte Zeilenhausbebauung mit Teilraumbildung (Helgolandstrasse) - Garagenhöfe - Punkthochhaus 9 – geschossig (Seestrasse) - überdimensionierte Verkehrsflächen Das Quartier Helgolandstraße liegt im südöstlichen Stadtteil Hasport, Luftlinie ca. 3000 m vom Rathaus entfernt. Es ist gut an das örtliche und überörtliche Straßennetz angebunden. Das Quartier wird von einer Buslinie tangiert. Die Geh- und Radwegeeinbindungen in das sonstige Stadtgebiet und in Naherholungsräume sind gut. In unmittelbarer Nähe ist durch einen Lebensmittelvollsortimenter, Apotheke, ein Drogerie- und ein Elektrofachmarkt die wohnortnahe Versorgung gewährleistet. Bewertung Raumbildung - Unklare Raumbildung Typischer Bestandteil dieser Großwohnanlage ist die Stellung der Baukörper auf der Freifläche ohne städtebauliche Festlegung der halböffentlichen und privaten Räume. Beim Eintreten in das Quartier ist die Grundorientierung gestört: Wie finde ich mein Ziel? Welcher Raum darf/ soll betreten werden? Wie gelange ich zu den Eingängen? Wo sind schützenswerte Teilräume? Wo findet welche Interaktion auf der Freifläche statt? - Sicherheit und Sicherheitsgefühl Zum Sicherheitsgefühl gehört beim Aufenthalt im Freien die ‚Bedeckung‘. Frei im Raum stehend kommen Gefühle der Unsicherheit auf. Die hier gegebene städtebauliche Ausprägung stellt die bewußte Abkehr von der Raumabfolge öffentlich-halböffentlich-privat dar. Die Gebäude sollten in einer Parkanlage stehen; daraus entstanden sind unklare Distanzflächen. Die Konsequenzen der unklaren Raumbildung sind auch Verunsicherung und Desorientierung. Beide Reaktionsmuster mindern Wohlbehagen und Sicherheitsgefühle. Im städtischen Raum ist eine klare Orientierung in Verbindung mit ausgeprägten Sicherheitsgefühlen eine Grundbedingung für die erfolgreiche Aneignung des Wohnumfeldes.
Einwohnerzahl
2984
Quelle / Anmerkungen
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
32
Gesamtstadt in Prozent
28
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.delmenhorst.de/medien/bindata/leben/unsere-stadt/statistiken/stat_Bev.2.06.pdf
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Projektgebiet in Prozent
12
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Steuerungsunterstützung -Statistikstelle- Stadt Delmenhorst Herr Mehrtens
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
kartenausschnitthasport.jpg
(523.56 KB)
strassenname_ub_897.pdf
(10.19 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Ein großer Schwerpunkt des Projektes wird in einem Stadtteil (Mitte) ohne hauptamtliche GWA liegen. Ein/e Mitarbeiter*in der Fachstelle GWA nimmt mittels Aufrufen (Auftakt Markthalle, Einleger in Zeitung), über Einrichtungen in den Stadtteilen (Schlüsselpersonen) Kontakt zu möglichst vielen Bewohner*innen auf. Parallel dazu schaut sie gemeinsam mit Akteur*innen nach einem geeigneten Raum für Treffen im Stadtteil. Basierend auf den Erfahrungen der Evaluation bestehender Beteiligungsgremien an den Standorten mit hauptamtlicher GWA sowie im Zusammenspiel mit den Interessierten vor Ort werden im Projektzeitraum geeignete Strukturen entwickelt, an die der Quartiersfonds angedockt werden kann. Die Mitarbeitenden der bisherigen Standorte unterstützen die Bewohner*innen, sich auch im neuen GWA-Beirat einzubringen. Bewohner*innen werden durch die GWA-Mitarbeitenden oder durch die Fachstelle begleitet oder in der Anfangsphase Anliegen gemeinschaftlich vertreten. Fachstelle und Beirat sind Elemente der Stadt, die Inhalte werden jedoch durch die Bedarfe der Bewohner*innen, die auch gesamtstädtisch von Belang sind, eingebracht (Bottom-Up-Prozess). Dies führt zur weiteren Verzahnung von Verwaltung der Stadt und Bewohner*innen. Beteiligungsgremien müssen von der Fachstelle GWA so gesteuert werden, dass strukturelle Veränderungsbedarfe in den Stadtteilen aber auch Veränderungsnotwendigkeiten durch die Stadtverwaltung im GWA-Beirat diskutiert werden. Dies dient der Demokratiestärkung.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
„Local Leader“ in den Stadtteilen wurden identifiziert und gestärkt. Räume für Treffen stehen zur Verfügung. Quartierssfonds (QF) wurden aufgebaut. Bewohner*innen wurden dabei unterstützt, Bürgerorganisationen aufzubauen.
Kriterium
Beschreibung
In den Stadtteilen wurden passgenaue Formate für aktuelle Themen / QF-Mittelvergabe entwickelt. Bewohner*innen bringen sich aktiv im Stadtteil ein, sei es beim QF, dem Beteiligungsgremium oder als Vertreter*in im gesamtstädtischen Beirat.
Beschreibung
Der GWA Beirat ist als gesamtstädtische Plattform vom Rat beschlossen. Vertreter*innen aus den Stadtteilen sind aktiv eingebunden. Der Beirat bringt Themen in Ausschüsse und Diskurse. 2023 wird die Struktur des GWA Beirat evaluiert und ggf. angepasst.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Die Gebiete Düsternort, Hasport und Deichhorst sind mit jeweils 1,5 Stellen Sozialarbeit und 0,5 Stellen Verwaltung ausgestattet. Es werden Räumlichkeiten (ehem. Wohnung, Autobahnmeisterei, ehem. Ladenlokal) für die Projekte vorgehalten, es gibt u.a. jeweils einen Raum, der für Treffen mit bis zu 25 Menschen genutzt werden kann (In Hasport bis zu 50). In Düsternort werden Räume auch von der gemeinwesenorientierten Integrationsarbeit genutzt. Der vierte Standort im Wollepark ist mit 0,66 Stellen Sozialarbeit und anteilig Verwaltung ausgestattet. Hier ist im Rahmen von Sozialer Stadt zudem 1,33 Stellen Quartiersmanagement und anteilig Verwaltung vor Ort. Dies Nachbarschaftszentrum hat u.a. einem Saal für bis zu 70 Personen. Das Familienzentrum Wolle ist mit 0,5 Stellen in Trägerpartnerschaft dabei. Träger in Düsternort, Hasport und Wollepark ist die Diakonie, in Deichhorst die AWO. Zurzeit sind an den vier Standorten über 60 Ehrenamtliche aktiv. In Hasport ist zudem die Mietergemeinschaft Hasport e.V. Partner vor Ort, in Deichhorst gibt es erste Kontakte zum ehrenamtlich organisierten Treff Deichhorst. Düsternort begann 1999, Wollepark 2000, Hasport und Deichhorst starteten 2018. Alle Standorte arbeiten im Bereich GWA. 2018 wurde eine Koordinierungsstelle GWA (1 Stelle Sozialarbeit, sowie 0,5 Stellen Verwaltung) eingerichtet, die ab 2020 ebenfalls verstetigt werden soll.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Gremien: Integrationsbeirat, Behindertenbeirat, Seniorenbeirat, Kinder- und Jugendparlament, Kommunaler Präventionsrat, BürgerIdeenBörse
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Delmenhorster Turnverein, DLRG, Feuerwehr, DelTurka (Türkische Folklore-Tänze)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Städtische Galerie - Haus Coburg, Theater Kleines Haus, Bücherei, Musikschule
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
2024 ist der Beirat GWA etabliert und sorgt für die kommunale Vernetzung von Stadtteilen, Politik und Verwaltung. Die Fachstelle GWA sowie Quartiersfonds sollen 2024 fortgeführt werden. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen gehen wir davon aus, dass die dann politisch verantwortlichen Stellen ein positives Votum abgeben. Die Koordination der GWA ist ab 2021 verstetigt und stellt die Beratung und Vernetzung der vier hauptamtlichen GWA Standorte auch über den Förderzeitraum hinaus sicher.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Frauen(t)räume
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Heike Stürmeyer
| Funktion | Pädagogische Leitung |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Begegnungsort für Frauen- selbstwirksam integrierende Orte gestalten
Projektbeschreibung
Im Mai 2018 hat die Celler Zuwanderungsagentur in einem Quartier im Stadtteil Vorwerk- in dem viele Flüchtlingsfamilien Wohnungen gefunden hatten- das Begegnungszentrum "Frauen(t)räume- Räume für Frauen" eröffnet. Dieses Projekt hat sich im Quartier gut etabliert. Es gibt ein Selbstverwaltungsteam von ehrenamtlich tätigen Frauen mit einem abwechslungsreichen wöchentlichen Programm und Einzelveranstaltungen.
Besonders an diesem Projekt ist, dass Frauen mit Fluchthintergrund selber diesen Ort gestalten. Durch die Partizipation erleben sie sich als selbstwirksam, es wird direkt bei den Bedarfen der Adressatinnen angesetzt. Die Rolle der Hilfesuchenden wird verlassen hin zu einer gestaltenden Funktion.
Mit der nächsten Förderperiode soll das Projekt sich noch weiter im Stadtgebiet vernetzen. Durch Erkunden der Angebote im Stadtgebiet wie Kulturangebote, Sport- und Freizeitangebote soll eine größere Öffnung entstehen. Es soll ein Mehr an gesellschaftlicher Teilhabe erreicht werden.
Bisher wurde das Projekt durch die Celler Zuwanderungsagentur durchgeführt. Nun soll ein Trägerwechsel zur Caritas stattfinden. Die Caritas greift auf ein Netzwerk von Ehrenamtlichen zurück, so dass noch einmal neue Impulse gesetzt werden können. Weiterhin ist sie gut vernetzt im Stadtgebiet und ist bereits in der Flüchtlingssozialarbeit aktiv u.a. in der Migrationsberatung, wodurch noch einmal wechselseitig niederschwellige Zugänge geschaffen werden können.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Quartier Himmelsberg- Talweg- Nordfeld liegt abgegrenzt am Rande des Stadtteils Vorwerk. Dort sind viele Häuserblocks, die schon immer Leerstände und eine hohe Fluktuation bei den Mietern hatten. Ab 2015 bestand dort so die Möglichkeit Wohnraum für Geflüchtete anzumieten. Inzwischen lebt in dem Quartier eine Vielzahl von Frauen und Mädchen mit Fluchthintergrund. Die Stadt Celle ist seit 2015 in die Betreuung von Geflüchteten gut aufgestellt. So haben viele integrative Maßnahmen dafür gesorgt, dass es zu keinen großen Verwerfungen und Problemen im Zusammenleben von Menschen mit kulturellen Hintergrund kam. Dennoch erstarken immer wieder Ressentiments bei Teilen der Bevölkerung ohne und mit länger zurückliegendem Migrationshintergrund. Zudem birgt die Situation/ Bevölkerungszusammensetzung im Quartier das Risiko einer Ghettoisierung. Daher ist es nach wie vor angezeigt, Menschen zusammenzubringen, ihnen die Möglichkeit des Kennslernens und des Abbaus von Vorurteilen zu geben, damit aus Fremden Bekannte und im besten Fall Freundinnen werden. Die erste Phase des Ankommens ist gut gelungen. Für eine Integration und nachhaltige gesellschaftliche Teilhabe ist jedoch noch viel zu tun.
Der Begegnungsort eröffnet diese Möglichkeit speziell für Frauen. Die bisherige Arbeit hat gezeigt, dass der Entschluss sich ausschließlich an Frauen zu wenden, richtig ist. Die Frauen sind erfolgreich in der gegenseitigen Stärkung und Ermutigung. Dies betrifft sowohl das Feld privater Beziehungen als auch die Annäherung an das Feld der Erwerbsarbeit und die Positionierung im öffentlichen Raum.
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Celle Stadtteil Vorwerk Quartier Talweg- Himmelsberg- Nordfeld
Beschreibung
Straßenzüge Talweg, Himmelsberg, Nordfeld
Einwohnerzahl
1000
Quelle / Anmerkungen
Statistik Stadt Celle
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
22
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
12
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
13
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
5
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
31
Sonstige in Prozent
22
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
39
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
17
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Projektgebiet in Prozent
52
Gesamtstadt in Prozent
18
Sonstige in Prozent
29
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
24
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk
Für das Projektgebiet gibt es aufgrund der Gliederungstiefe aus Datenschutzgründen keine Daten
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
12
Anmerkung
Erhebung Stadt Celle Sonstige= Stadtteil Vorwerk Für das Projektgebiet gibt es aufgrund der Gliederungstiefe aus Datenschutzgründen keine Daten
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
quartier_talweg-himmelsberg-nordfeld_0_0.jpg
(943.54 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die Ressourcen vor Ort sollen genutzt werden, um die Frauen vor Ort weiter zu stärken und zu befähigen. Die sozialräumlichen Angebote sind bekannt. Es bestehen Kooperationen oder werden weiter aufgebaut. Verschiedene Akteure vor Ort werden zusammengebracht, um Win- Win- Situationen zu schaffen. Bspw. suchen Betriebe geeignete Arbeitskräfte; die Frauen wollen Erwerbsarbeit aufnehmen. Menschen suchen sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeiten; die Frauen benötigen bestimmte Kenntnisse, die Ehrenamtliche ihnen geben können. Neben dieser Aktivierung wird mit den Frauen in Einzelgesprächen oder in Gruppensettings gearbeitet, um das Ziel von Mehr an gesellschaftlicher Teilhabe zu erreichen.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
die Bedarfe der Bewohnerinnen werden wahrgenommen und es wird gemeinsam daraus Angebote entwickelt
Kriterium
Beschreibung
das Selbstverwaltungsgremium weiter selbständig arbeitet
Kriterium
Beschreibung
es finden gemeinsame Veranstaltungen der unterschiedlichen Akteure im Stadtteil statt, die Adressaten erleben niederschwellige Zugänge
Kriterium
Beschreibung
es finden gemeinsame Veranstaltungen statt, die gemeinsamen Gremien verfolgen gemeinsame Ziele und es findet auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Angeboten statt
Kriterium
Beschreibung
in den gemeinsamen Gremien werden gemeinsam Ziele formuliert und daraus Strategien und Veranstaltungen geplant
Beschreibung
es finden Frauen mit verschiedenen Alter, Herkunft und Religion zusammen und engagieren sich gemeinsam für ein gelingendes Zusammenleben im Quartier
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadt Celle- Fachdienst Sport und Jugend, Zuwanderungsagentur/ Zentrale Anlaufstelle
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Familienbildungsstätte, Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE), Kinderschutzbund
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Jobcenter im Landkreis Celle, Psychosoziale Beratungsstelle
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev.- luth. Matthäus Kirchengemeinde, Kath. Kirche St. Johannes
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kooperationen mit verschiedenen Betrieben bzgl. Besichtigung, Hospitation, Praktika
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Cellesche Zeitung, Celler Kurier, Celle Heute, Celler Presse
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Nachbarinnen aus dem Quartier und Stadtteil, interessierte Frauen aus ganz Celle
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Das bereits bestehende Selbstverwaltungsgremium soll in einen eigenständigen Verein überführt werden, der die Grundidee des Projekts fortführt.
Die Caritas hat im Stadtgebiet seit 15 Jahren 2 sozialräumlich arbeitende Begegnungsorte mit verschiedenen Schwerpunkten. Dabei haben die sich immer wieder nach den Bedarfen der Adressaten verändert. Auch dieser Begegnungsort in einem "schwierigen" Quartier hat das Potential sich mit den verändernden Bedarfen weiterzuentwickeln.
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
304XX - Nachbarschaft Nachhaltig (304XX NaNa )
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Dominika Vogs
| Funktion | Projektmitarbeiterin |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Gemeinsam aus der Nachbarschaft
Projektbeschreibung
Als gemeinnütziger Verein bringen wir Menschen ins Gespräch über zukunftsfähige Gesellschaft, vernetzen und begleiten sie bei der Umsetzung ihrer Ideen. In Linden Süd greifen wir auf gute Kontakte im Quartiersmanagement und Organisationen zurück und können unsere Kompetenz als Netzwerk-Organisation einsetzen. "304XX NaNa" ist eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung zu dem bisherigen Angeboten im Stadtteil, die auf enger Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement und fest etablierten Organisationen fußt.
Ausgerichtet darauf, was die Menschen im Stadtteil brauchen und wie sie es mit Unterstützung nachhaltig umsetzen können, verbinden wir mit "304XX NaNa" die bestehenden Strukturen im Stadtteil miteinander, die es bereits gibt um den Aspekt Nachhaltigkeit in allen vier Dimensionen.. Dafür setzen wir in den Lebenswelten der Bevölkerung an und stellen die Fragen: Erstens, Was brauchen die Menschen vor Ort und welche nachhaltigen Lösungsideen gibt es? Und zweitens, wie kann der Austausch zwischen den Organisationen zusätzlich gestärkt werden ?Wir sind davon überzeugt, dass die im Stadtteil ansässigen Menschen und Akteur*innen die notwendigen Kompetenzen für Lösungen mitbringen und es darum geht, diese noch mehr zu verbinden und zu unterstützen.
Im 1. Jahr ermitteln wir die Bedarfe der in Linden Süd lebenden Menschen und Akteur*innen und unterstützen dabei, nachhaltige Lösungen zu entwickeln (z.B. der Wunsch nach neuer Kleidung -> Kleidertausch organisieren). Hierfür nutzen wir die aktivierende Befragung inklusive mobiler Methoden und kreativer Formate wie z.B. das BikeMic, erstellen ein Mapping der verorteten Organisationen inkl. Bedarfen und Potenzialen, organisieren Gruppendiskussionen mit den Organisationen vor Ort und sind Ansprechpartner bei Fragen rund um die Organisation von kreativen Formaten.
Im 2. Jahr begleiten wir weiterhin, legen aber stärker den Fokus auf Methoden der Selbstorganisation mit der Frage nach Verstetigungsmöglichkeiten: z.B. das Community Building nach Scott Peck als mögliche regelmäßige Methode und durch konkrete Unterstützung/Beratung bei Aktionen/Workshops aus dem Stadtteil für den Stadtteil (wer kann hier was?).
Das dritte Jahr soll dem Lösen aus dem Stadtteil, Wertschätzung der Ideen und der Evaluation mit der Frage wie die Ergebnisse auf andere Stadtteile übertragbar sind, dienen.
Hierfür wird eine wissenschaftliche Kooperation angestrebt, die mit einem bürgerwissenschaftlichen Nachfolgeprojekt anschließen soll.
Laufzeit
2021-03-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Linden Süd ist ein für Hannover recht junger Stadtteil, dessen Bewohner*innen überdurchschnittlich finanziell gefordert sind; Arbeitslosigkeit, Hoher Anteil an Tranferleistungsempfänger*innen, Zuwanderung sowie alleinerziehend Erlernschaft sind Merkmale, die prägend für den Stadtteil sind. Dies wird auch im Quartiersmanagement unter dem Leitspruch "Wir leben Vielfalt" aufgegriffen - Mit Blick auf Ressourcen der einzelnen und der Leitlinie Teilhabe+ Teilgabe.
Es gibt neben dem Quartiersmanagement etablierte Organisationen (z.B. das Café Allerlei, Picobello, NIL, Stadtteilkultur), die einen wichtigen Beitrag leisten oder eben Projekte wie das Stadtteilfest "Lust auf Linden Süd", die ein breites Publikumssprektrum erreichen. Trotz dieser vorhandenen Strukturen zeigt sich eine erhebliche Herausforderung nachhaltige Themen in die Fläche zu bringen, Menschen zu erreichen, die noch nicht mit nachhaltigen Lebensstilen vertraut sind (eben weil diese gemäß der Maßlowschen Bedürfnispyramide Prioritäten woanders setzen müssen) .
Hier wollen wir ansetzen. Wir wollen nachhaltige Themen "breiter unters Volk" bringen, indem wir die bestehenden Strukturen, die bereits im Stadtteil sind, weiter stärken, schärfen und unterstützen. Wir verstehen uns als Bündnispartner des Quartiersmanagements, der mit den Mitteln der Gemeinwesenarbeit unter besonderer Berücksichtigung der Lebenswelten und Bedürfnisse der Bewohner*innen und Akteur*innen agieren kann, mit der Frage wie wir die Menschen in ihrem Alltag abholen können.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Hannover Linden Süd
Beschreibung
Wir fokussieren uns auf den Stadtteil Linden Süd, angrenzend an Linden Mitte mit der IGS Linden, Straße am Lindener Berge, inmitten durch Von-Alten-Garten, Straße von Alten Allee, die Ihme runter (Haltestelle Stadionbrücke vorbei, ca. bis zur DHJ Jugendherberge, an den Bahnschienen vom Linden Fischerhof, Ihpol, bis hin zum Stadtfriedhof am Lindener Berge)
Einwohnerzahl
10150
Quelle / Anmerkungen
https://www.citypopulation.de/de/germany/hannover/admin/linden_limmer/H035__linden_s%C3%BCd/
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Hrsg: Stadt Hannover: STATISTISCHE BERICHTE der Landeshauptstadt Hannover. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2019.
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
15
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Hrsg: Stadt Hannover: STATISTISCHE BERICHTE der Landeshauptstadt Hannover. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
25
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Hrsg: Stadt Hannover: STATISTISCHE BERICHTE der Landeshauptstadt Hannover. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
6
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Hrsg: Stadt Hannover: STATISTISCHE BERICHTE der Landeshauptstadt Hannover. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020.
Projektgebiet in Prozent
5
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Hrsg: Stadt Hannover: STATISTISCHE BERICHTE der Landeshauptstadt Hannover. Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke 2020.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte_linden_sued-1.jpg
(326.04 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Ein wichtiger Teil unseres Projektes ist es, die Bürger*innen zu aktivieren, sich selbst für eine Verbesserung ihres nachbarschaftlichen Lebens einzusetzen und sie so zu Beteiligten zu machen. Mit dem Projekt "304XX Nana" strebt der Wissenschaftsladen Hannover umwelt-, klima- und soziale nachhaltige Verbesserungen im Stadtteil an. Im Rahmen dieser Zielsetzung nehmen die Projektmitarbeiter*innen eine begleitenden Rolle im Nachbarschaftsdialog ein. Dabei stehen die Fragen im Mittelpunkt, wie durch nachhaltige Angebote das Leben der Bewohner*innen verbessert werden kann und wie sie diese selbst umsetzen können (mit dem Ziel der Selbstbefähigung und demokratisierenden Wirkung).
Folgende Schritte werden hierbei verfolgt:
1. Schritt: Vernetzung der Organisationen verstärken und bereits vorhandenes Wissen zu Strukturen und Bedarfen im Stadtteil zusammenführen (auf Basis einer engen Kooperation mit Quartiersmanagement)
2. Schritt: Eine Übersetzung der Bedarfe in konkrete, niedrigschwellige Angebote
3. Erste Aktivierung der Menschen durch Befragung en und Aktionen
4. Die Einbindung in Projekte und Begleitung zur Umsetzung eigener Ideen
4. stetige Rückkoppelung ans Quartiersmanagement
Diese Schritte sind nicht unbedingt zeitlich hintereinander abfolgend, sondern können auch nebeneinander stehen.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
die im 2. und 3. Jahr umgesetzen Projekte aus dem Stadtteil entstehen und auf den Stärken der Anwohner*innen und Akteur*innen aufbaut. Neue Ressourcen wurden so ersichtlich, aktiviert und weiterentwickelt und die Akteur*innen vor Ort gestärkt..
Kriterium
Beschreibung
durch die regelmäßigen Treffen, Aktionen und Gespräche ist Vertrauen in neue Kooperationnsmöglichkeiten entstanden, auf denen weiter aufgebaut werden kann.
Kriterium
Beschreibung
Neudazugewonnene Mitstreiter*innen aus dem Stadtteil nehmen am Ende des Projektes entscheidende Rollen ein in der Umsetzung eigener Projekte.
Kriterium
Beschreibung
Nachdem im ersten Jahr eine ausgiebige Beschäftigung mit der Frage "Was brauchen die Menschen vor Ort" stattgefunden hat, bauten die nachhaltigen Lösungsideen auf diesem Startpunkt auf.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Normal in Linden
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Ziel ist es, mit der Methode des Community Buildings eine gute Methode zur Selbstorganisation einzuführen, die dann mit regelmäßigen Abständen wieder aufgefrischt werden kann, diese Zieleinbarungen sollten mit den Kooperatoinspartner*innen nach Ende des 2. Jahres beschlossen werden. An das dritte Jahr ist ein Kooperationsprojekt im bürgerwissenschaftlichen Format mit der Leibniz Universität Hannover für eine ausführliche Evaluation erstrebenswert.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Seniorenquartier Alte Schmiede Ottenstein - eine "Quartierskraft" für die Gemeinschaft auf der Höhe
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Manfred Weiner
| Funktion | Gemeindedirektor |
|---|
2. Kurzbeschreibung
"Gemeinsam auf der Höhe" - Gute Nachbarschaft im Seniorenquartier Alte Schmiede.
Projektbeschreibung
Mitten im Ortskern von Ottenstein entsteht auf dem Areal der Alten Schmiede derzeit ein „Seniorenquartier“ mit umfangreichen Angeboten für eine älterwerdende aktive ländliche Bevölkerung. Ziel ist es, die Herausforderungen des demografischen Wandels auf einer abgelegenen Hochebene im südlichen Niedersachsen positiv zu gestalten und den alten Menschen hier eine Perspektive zu geben.
Eingeleitet wurde die Quartiersentwicklung bereits in 2013 durch eine aufsuchende Befragung der Menschen über 50 Jahre zu ihren Vorstellungen des Älterwerdens. Wichtigste Erkenntnis: 84 % hielten eine „Seniorenwohnanlage“ auf der Hochebene für wichtig. Seit 2015 wird an der baulichen Umsetzung einer bedarfsgerechten Lösung für die jetzigen und angehenden Alten gearbeitet. Eine Tagespflegeeinrichtung für ca. 15 bis 20 hilfebedürftige Gäste und ein Mehrfunktionshaus (MFH) mit Bibliothek, Kiosk und Café, Therapie- und Vereinsräumen und Friseur sowie Treffpunkt und Sitz einer Anlauf- und Vernetzungsstelle für das Quartier, sind im Bau. Zehn altengerechte Appartements in einer Hausgemeinschaft sowie Ein- und Zweipersonenhäuser komplettieren das Seniorenquartier, das auch im Freiraum Barrierefreiheit und hohe gestalterische Ansprüche verfolgt. Mindestens sechzig Menschen werden in dem neuen Quartier leben und arbeiten.
Jetzt sollen, aufbauend auf den vielen guten Ideen im Dorf, konkrete Angebote und damit die Belebung des Quartiers angestoßen werden. Allein schaffen Bürgerverein und Gemeinde es nicht dieses für den ländlichen Raum völlig neue Lebensmodell zu organisieren und mit der traditionellen Dorfgemeinschaft zu vernetzen. Als Verstärkung soll eine „Quartierskraft“ im MFH angesiedelt werden, die durch persönliche Ansprache an die Befragung anknüpfen und die Menschen mit ihrer sozialen Arbeit verknüpfen kann. Denn: Neue Themen kommen auf das Dorf zu. Hilfebedürftige Menschen und ihre Angehörigen stehen dabei im Fokus. Sie probieren neue Wege der Gemeinschaft und brauchen Lösungen für ihre zu groß gewordenen Häuser. - Neue Hilfestrukturen entstehen: Ambulante Betreuung, Nachbarschaftshilfe und Mittagstisch sollen im Quartier Fuß fassen. - Neue Beteiligungsmöglichkeiten werden angeboten: Aufbauend auf den positiven Erfahrungen der letzten Jahre werden die Menschen in ihrem Alltag abgeholt; über Kirche, Landfrauen und Vereine sowie zu Hause werden die Menschen angesprochen und ins Quartier eingeladen, um Angebote zu nutzen oder zu entwickeln, und sich selbst dort zu engagieren.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Ottensteins isolierte Lage auf der Hochebene und der starke Rückgang der Landwirtschaft als wichtigster Arbeitgeber führte bereits zu Beginn der 2000er Jahre zu extrem negativen Bevölkerungsprognosen von -35 % bis 2030. Mittlerweile zeigen Ottensteins Anstrengungen zur Imageverbesserung sowohl im Dorfbild als auch im Vereinsleben Erfolge gegen den Negativtrend, die Alterung der Bevölkerung und die damit häufig verbundene Hilfebedürftigkeit und Vereinsamung der Menschen ist aber trotzdem nicht aufzuhalten.
Damit die Menschen im Alter bleiben und ihre Wohnsituation bedarfsgerecht anpassen können, hat Ottenstein mit Unterstützung durch Land und EU den Schwerpunkt seiner baulichen Dorfentwicklung in den letzten Jahren auf die altengerechten Einrichtungen auf dem Gelände der Alten Schmiede gelegt. Der parallel dazu gestartete Informations- und Beteiligungsprozess hat durch Zelt- und Saalveranstaltungen einen großen Kreis an Interessierten erreicht und kritische wie begeisterte Meinungen erzeugt. Jetzt geht es darum die Menschen wieder individuell einzubeziehen - sei es als Helfende oder Nutznießende. Der 2018 vor diesem Hintergrund gegründete Verein Bürger für Bürger auf der Höhe e.V. steht geschlossen hinter dem Seniorenquartier und hat großen Zulauf. Er will sich als „verlängerter Arm“ der Quartierskraft umfassend im Rahmen der Nachbarschaftshilfe engagieren und die Menschen verbinden. Jedoch fehlen die Ressourcen und Kompetenzen, um den Prozess zu leiten und das Quartier zu managen. Hier setzt die Quartierskraft an und greift vorhandene Strukturen auf, um sie bedarfsgerecht zu verbessern. Eine Chance für gute Nachbarschaft 2020 zur Stärkung der Gemeinschaft auf der Höhe.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Flecken Ottenstein (Ottensteiner Hochebene)
Beschreibung
Das Projektgebiet liegt durch die räumliche Abgrenzung des Seniorenquartiers und das Büro im dortigen Multifunktionshaus (Amtstraße 14-16) vorrangig im Flecken Ottenstein, dem Ankerort auf der Ottensteiner Hochebene. Veranstaltungen und Angebote werden sich hier konzentrieren. Darüber hinaus sollen aber auch umliegende Dörfer auf der Hochebene in den Blick genommen werden (insg. 3.500 Menschen). Aufgrund der Höhenlage sind die teils sehr kleinen Dörfer oft auf sich allein gestellt.
Einwohnerzahl
1160
Quelle / Anmerkungen
gemäß LSN-online, Stand 30.09.2020
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
32
Gesamtstadt in Prozent
35
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Alterung der Bevölkerung im südlichen Niedersachsen und damit auch im Projektgebiet ist eine der größten Herausforderungen der Gemeinden. Die Altersstruktur der Bevölkerung im Flecken Ottenstein zeigt mit 31,6% Einwohner*innen über 60 Jahre wovon allein 8,9% über 80-Jährige sind (LSN-online, Stand: 31.12.2019) den deutlichen Bedarf an Einrichtungen der Seniorenversorgung. Der Anteil der über 60- Jährigen auf der Hochebene dürfte bei über 25% liegen, der Anteil der über 80-Jährigen bei über 12% (Schätzung). Die neuen Angebote im Seniorenquartier sollen diesen Bedarf decken, die Koordination und Organisation des Quartiers ist dafür unbedingt erforderlich. Die Zahlen der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle (=Gesamtstadt) verdeutlichen eine ähnliche Situation. Vorhandene Alteneinrichtungen sind entsprechend ausgelastet.
Projektgebiet in Prozent
7
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Zahl der in den Gemeinden gemeldeten ausländischen Einwohner*innen hat sich ausgehend von den Jahren 2013/2014 bis 2018 lt. Statistischem Landesamt im Durchschnitt verdoppelt. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung lag 2013 bei 3,0 bis 3,5% und 2018 bei 7,0 bis 7,5%. Die unerwartet große Zahl neu Hinzugezogener hat die Dörfer vor die unterschiedlichsten Herausforderungen und Probleme gestellt. Der Flecken Ottenstein hat die damit verbundenen Chancen ergriffen und versucht die Menschen auf Dauer in die Dorfgemeinschaft zu integrieren und damit u.a. seine Daseinsvorsorgeeinrichtungen zu stärken. Der Fortbestand von Kindergarten und Grundschule wird somit derzeit nicht in Frage gestellt. Insbesondere durch die gefestigten ehrenamtlichen Strukturen konnten die anfänglichen Schwierigkeiten aufgefangen werden. Heute wäre professionelle Hilfe wichtig, um bürokratische Hürden bei der Arbeitssuche und in den weiterführenden Schulen zu unterstützen, aber auch um die endgültige Integration in die Dorfgemeinschaft zu vollziehen. Gebäude und Arbeitsplätze wären vorhanden.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
gwq-ott_tk25_uebersicht_a4.pdf
(2.05 MB)
gwq-ott_tk25_mit_ak_projektgebiet_a4.pdf
(1.05 MB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die Gemeinwesenarbeit in Ottenstein wird durch das Management einer Quartierskraft im Seniorenquartier für die Gemeinschaft auf der Höhe aufgewertet und ausgeweitet. Dabei stehen einerseits die Bedürfnisse der Bewohner*innen des Quartiers und andererseits die Interessen der Dorfbevölkerung an einer guten Nachbarschaft im Fokus. Eine Anlauf- und Vernetzungsstelle wird, für alle gut erreichbar, vor Ort mit neuen Räumlichkeiten im Mehrfunktionshaus geschaffen und hält Kommunikationsräume bereit.
Die Quartierskraft baut auf den bestehenden Ressourcen des Gemeinwesens auf, indem die vorhandenen sozialen Beziehungen und Netzwerke genutzt werden, um die neue soziale und bauliche Infrastruktur im Seniorenquartier zu etablieren. Neue Kommunikationsanlässe und Beratungsangebote erfordern ressortübergreifendes Handeln, da die Themen und Aufgaben bedarfsgerecht angepasst werden sollen. Wichtige Themen werden altersgerechtes Wohnen, Gesundheitsvorsorge einschl. Hilfe- bis hin zum Pflegebedarf sowie Digitalisierung und Kultur im ländlichen Raum sein. Es wird zu einer Qualitätssteigerung der sozialen Beziehungen und der organisierten Nachbarschaft kommen sowie innovative Angebote der Daseinsvorsorge hervorbringen. Das Altwerden in Gemeinschaft mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe kann sich durch professionelles Management und Moderation etablieren. Der Einsatz einer Quartierskraft kann als modellhaft für abgelegene ländliche Räume gelten, um die Lebensqualität im Alter zu steigern.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Interessen der Bewohner*innen sind handlungsleitend für die Arbeit der Quartierskraft. Der Austausch zum Thema Altwerden auf der Hochebene wird positiv wahrgenommen. Die Menschen nehmen teil und bringen sich mit eigenen Ideen und Hilfeangeboten ein.
Kriterium
Beschreibung
Die Fähigkeiten der vor Ort lebenden Menschen werden in die Quartiersarbeit integriert. Kommunikationsanlässe im Seniorenquartier werden von den Menschen auf der Hochebene gut angenommen. Die Wohn- und Aufenthaltsangebote werden gern genutzt.
Kriterium
Beschreibung
Die Zusammenarbeit der Betreiber von Angeboten im Seniorenquartier verläuft reibungslos. Neue Kooperationen haben sich dabei entwickelt. Entstanden sind bedarfsgerechte Angebote, die von den Menschen im Seniorenquartier gebraucht werden.
Kriterium
Beschreibung
Ehrenamtliche fühlen sich von der Quartierskraft unterstützt. Nachbarschaftshilfe hat sich weiter professionalisiert und wird in Anspruch genommen. Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen ist klar geregelt.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Arbeiter-Samariter-Bund ASB Hannover Land
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürger für Bürger auf der Höhe e.V., Landfrauenverein Ottenstein, Sportverein, Jugend- und Sportausschuss
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Praxis für Allgemeinmedizin, Amt-Apotheke Ottenstein
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Grundschule Ottenstein, Kinderhaus Ottenstein, Bücherei
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev. Kirchengemeinde Ottenstein
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Physiotherapie, Logopädie, Kioskbetreiber/in, Cafébetreiber/in
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Hausgemeinschaft des altengerechten Wohnhauses, Bewohner*innen der Einzelhäuser
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Das Seniorenquartier in Ottenstein wird sich zusammen mit der Quartierskraft etablieren. Die angestoßene Hilfe zur Selbsthilfe wird einen Teil der Arbeiten entbehrlich machen oder durch Ehrenamtliche ausfüllen. Damit würde sich der Umfang der Quartiersarbeit verringern, eine kommunale Finanzierung ohne Förderung wäre gesichert. Parallel ist geplant, ein Sanierungsgebiet um den Marktplatz von Ottenstein zu entwickeln, wodurch ein Quartiersmanagement neue Aufgaben und eine Finanzierung bekäme.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Familien im Zentrum: Teilhabe in der Altstadt von Northeim stärken
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Hansjörg Gutberger
| Funktion | Sozialwissenschaftler |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Begegnungen ermöglichen, Netzwerke ausbauen, sozialen Zusammenhalt stärken
Projektbeschreibung
Gemeinwesenarbeit lässt sich im Zentrum Northeims nach der bisher durchgeführten Sozialraumanalyse (den zahlreichen Bewohner*innenbefragungen, der Beteiligung am "Kinderstadtplan", der genauen Beobachtung der öffentlichen Berichterstattung über Aktivitäten in der Innenstadt, der geleisteten Kontaktaufnahme zur soziokulturellen Szene Northeims u.a.) besser etablieren, wenn die gesamte Altstadt zum Projektgebiet wird. Wir werden darum in dem Folge-Projekt sukzessive die gesamte Northeimer Altstadt miteinbeziehen. Die Bestandsaufnahmen werden für das erweiterte Gebiet fortgeführt. Die Wahl eines größeren Projektgebiets dient auch der besseren Abstimmung mit parallel laufenden Stadtentwicklungsplanungen der Stadt Northeim, weil diese die gesamte Altstadt betrachten (Integriertes Entwicklungskonzept).
Das GWA-Projekt soll Teil des Stadtentwicklunsgeschehens werden und gerade bisher weniger beteiligte Bewohner*innen veranlassen, sich für die Gestaltung des öffentlichen Raums einzusetzen. Dazu werden wir den begonnenen Prozess der Selbstorganisation der Bewohner*innen weiter unterstützen. Der spezifische Fokus unserer GWA richtet sich dabei auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien.
Aber auch unsere Bemühungen um eine Bewusstmachung der besonderen Stärke der Northeimer Altstadt werden wir ausbauen (u.a. mit einer Fortführung der 3 Formate Quartiersgeschichten, Quartiersspaziergänge und Kolleg*innensuppe). Unsere besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die weitere Ansprache der Fachkräfte vor Ort. Sie könnten noch intensiver mit Blick auf die künftige Stadtentwicklung kooperieren.
Wir wollen deshalb bestehende Netzwerke sozialer Einrichtungen im Quartier besser erkennen und den Prozess ihrer weiteren Vernetzung mit Blick auf die Innenstadtentwicklung durch Anregungen aus der Gemeinwesenarbeit unsererseits unterstützen.
Wir werden viele Begegnungen ermöglichen: Der Bewohner*innen untereinander, aber auch der Fachkräfte, Passanten und sonstigen Nutzer*innen des Quartiers. Unser Familientreff (Einrichtung des Kinderschutzbundes) hat seit dem 2. Quartal 2020 weitere Räume und Personal erhalten und damit seine Kapazitäten deutlich erhöht. Seit dem August 2020 entsteht veranlasst durch das laufende GWA-Projekt ein Außengelände des Kinderschutzbundes in der Mitte des Quartiers Harztor. Dieses bietet durch seine zentrale Lage langfristig Entwicklungsmöglichkeiten. Für das Frühjahr 2021 ist an seine Eröffnung gedacht.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Altstadt Northeims ist durch viel Leerstand von Geschäftsräumen und durch eine vergleichsweise hohe Fluktuation der Bewohner*innen von preiswertem Wohnraum geprägt. Die Altstadt ist sozial durchmischt, aber gerade marginalisierte Familien wohnen bisher nur über kurze Zeiträume in der Altstadt. Das Wohnumfeld ist für Familien offenbar insgesamt nicht sehr attraktiv. Mit dem nun stark erweiterten Begegnungsort Familientreff und dem in Gründung befindlichen Außengelände des Kinderschutzbundes am Entenmarkt (ca. 250 qm Grünfläche) werden wir zukünftig noch mehr Erwachsene, Kinder und Jugendliche erreichen. Durch aktivierende Befragungen, regelmäßige Sozialraumbegehungen, die Anfertigung von Sozialraumkarten u.a. Methoden erfassen wir die Wünsche der Bewohner*innen hinsichtlich Veränderungen in ihrem Quartier. Der Verlauf des im Sommer 2019 gestarteten Projekts zeigt, dass wir seitdem mehr Bewohner*innen für die Angebote des Familientreffs haben gewinnen können (vor Corona). Wertvolle Beziehungen zu wichtigen Akteuren im Viertel (Gewährsleute, Fachkräfte) und zu politischen Entscheidungsträgern der zukünftigen Altstadtentwicklung in Northeim konnten aufgebaut werden (erster und zweiter Bürgermeister, Abteilungsleiter aus der Verwaltung, Vertreter der Parteien und der Beiräte des Stadtparlaments u.a.). Ein umfangreicher Pressespiegel über die Altstadtstadtentwicklung, über sozialkulturelle Angebote und das bürgerschaftliche Engagement für den öffentlichen Raum wurde angelegt. Das GWA-Projekt verfügt über Zugänge zu Familien, die im Zuge der Entwicklung der Altstadt an Bedeutung gewinnen. Wir wurden von Bewohner*innen ermutigt, unsere Arbeit längerfristig fortzusetzen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Northeim - Altstadt mit Wallanlagen (Grüngürtel)
Beschreibung
Die historische Altstadt Northeims wird durch die sie umgegebenden Wallanlagen auch räumlich von der übrigen Innenstadt abgegrenzt. Die Northeimer Altstadt zeigt eine typische Verteilung an Gewerbe- und Wohnflächen
und einen für ein derart dicht bebautes Gebiet sehr hohen Anteil an Grünflächen (Parks, Plätze). Die Wallanlagen sind mögliche Entwicklungsflächen für familienfreundliche Angebote. In der Altstadt finden sich zahlreiche Anbieter zentraler (sozialer) Funktionen für die Gesamtstadt Northeim (s. Karten) sowie die ausgedehnte Fußgängerzone. Das Gebiet zeichnet sich durch eine Tendenz zur Überalterung aus. Mittlere Altersgruppen (35 bis 45 Jahre) sind im Vergleich unterdurchschnittlich vertreten. Im Vergleich zur Gesamtstadt ist der Anteil der älteren Mitbürger*nnen aber nicht ungewöhnlich hoch.
Unseren Beobachtungen nach bietet der Wohnungsmarkt in der Altstadt auch Wohnungen für Geringverdienende/Sozialleistungsempfänger*innen, aber die Verbleibdauer der Mieter*innen ist gering, weil die Qualität dieser Wohnungen nicht hoch ist. In der Altstadt wohnen Arme und Reiche räumlich dicht beieinander, weil viele in Eigentümerhand befindliche Häuser in den letzten Jahren aufwendig restauriert wurden. Es ist ein Projektgebiet vergleichsweise großer sozialer Heterogenität mit der Tendenz zur Ausbildung voneinander abgrenzbarer Mini-Quartiere (etwa das Viertel um die Mühlen-/Mauerstr; das Viertel um die St. Sixti-Kirche). Die Bevölkerungsdichte ist in den Arealen um das City-Center (westliche Altstadt) und in den Wohngebieten rund um den Entenmarkt (östliche Altstadt) am höchsten. In einigen (wenigen) Wohnblöcken leben überproportional viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Bei jungen Familien sind Familien mit Zuwanderungsgeschichte überproportional vertreten. Im Projektgebiet leben damit viele ältere Deutsche (besonders Frauen über 80 Jahre) neben jungen migrantischen Familien. Sollte sich diese demographische Entwicklung zukünftig verstärken, könnten soziale Konflikte entstehen. Der Familientreff wirkt hier mit seinen Angeboten präventiv und bietet Räume der Begegnung.
Nachdem wir mit dem "Quartier Harztor" in den Jahren 2019/20 zunächst nur weite Teile der östlichen Altstadt fokussiert haben, wollen wir mit dem dort modellhaft erprobten Ansatz (Sozialraumanalyse; Befragung der Bewohner*innen; Vernetzung von Akteur*innen der Stadtentwicklung; interkulturelle Begegnungen usw.) zukünftig in der gesamten Altstadt arbeiten.
Einwohnerzahl
2029
Quelle / Anmerkungen
Daten aus dem Melderegister der Stadt Northeim (Abteilung Informations- und Kommunikationsmanagement, Stand August 2020)
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
6
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die 6% Arbeitslosenquote für die Gesamtstadt Northeim sind eine Schätzung, die sich auf das Frühjahr 2020 bezieht.
Daten für das Projektgebiet liegen uns nicht vor; Daten für die Gesamtstadt Northeim nur in absoluter Häufigkeit (2019) = 1065 Personen. (Jahresdurchschnitte) (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Northeim Stadt, Gebietsstand im Jahr 2019).
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Daten liegen uns in absoluter Häufigkeit nur für die Gesamtstadt Northeim vor:
Von den o.g. 1065 sind 134 Personen unter 25 Jahre. D. h., 12,6 % der Arbeitslosen in der Gesamtstadt sind unter 25 Jahre. (Jahrdurchschnitte 2019)
(Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Northeim Stadt, Gebietsstand im Jahr 2019)
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
33
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
In absoluter Häufigkeit für das Projektgebiet: 560 Personen.
(Quelle: Melderegister der Stadt Northeim, Abteilung 1.5
Informations- und Kommunikationsmanagement, Stand: August 2020)
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
11
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
In absoluter Häufigkeit für das Projektgebiet: 224 Kinder bis einschließlich 14 Jahre. Unter ihnen gibt es einen hohen Anteil an unter 6Jährigen Kindern.
(Quelle: Melderegister der Stadt Northeim, Abteilung 1.5
Informations- und Kommunikationsmanagement, Stand: August 2020)
Projektgebiet in Prozent
17
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
(Quelle: Daten des Melderegisters der Stadt Northeim, Abteilung 1.5
Informations- und Kommunikationsmanagement, Stand: August 2020)
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Es besteht keine Möglichkeit dazu Daten zu bekommen.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Keine aktuellen Daten vorliegend.
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Schätzung für das Projektgebiet auf der Basis der Daten über Herkunftsregionen aus dem Northeimer Melderegister. Ein vergleichsweise hoher Anteil der Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte entstammt dem vorderasiatischen - und südasiatischen Raum. Es gibt im Projektgebiet drei Baublöcke mit auffällig hohen Anteilen an Menschen mit Geburtsregion Vorderasien/Südasien. Daten für die Gesamtstadt liegen uns nicht vor. (Quelle: Daten des Melderegisters der Stadt Northeim, Abteilung 1.5 Informations- und Kommunikationsmanagement, Stand: August 2020)
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Daten liegen uns nur für die Gesamtstadt Northeim, in absoluter Häufigkeit und nur für das Jahresende 2018 vor: Empfänger*innen sozialer Mindestsicherung (ALG II, Sozialgeld, HzL, Grundsicherung) waren 3579 Personen (31.12.2018). Dazu kamen Bezieher*innen von Regelleistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz (218 Personen). (Quelle: LSN-Online, Regionaldatenbank des Statistischen Landesamts Niedersachsen)
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Keine Daten vorliegend.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte1_projektgebiet_altstadt.pdf
(834.69 KB)
karte2_projektgebiet_altstadt.pdf
(4.16 MB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt zeichnet sich durch einen Mix aus Bewohner*innen-Aktivierung und Verstetigung der Kooperationen zwischen soziokulturellen Einrichtungen vor Ort aus. Wir sehen uns in der Rolle einer initiierenden und moderierenden Kraft für familiengerechte Maßnahmen der Altstadtentwicklung. Besonders die Anliegen von Kindern wollen wir im Gemeinwesen und in der Stadtentwicklung sichtbar werden lassen. Das schließt auch Legislaturperioden überdauernde Anliegen der jungen Generation mit ein.
Dazu sammeln wir Wünsche und Vorstellungen der Bewohner*innen / Kinder / sozialen Institutionen zur Quartiersentwicklung und vermitteln sie an Entscheider und in Gremien weiter (z.B. dem Sanierungsbeirat, Jugendbeirat, Runder Tisch Integration, Behindertenbeirat, Migrationsrat, Bündnis gegen rechts u.a.). Da Kinder im Fokus unserer GWA stehen, versuchen wir nachhaltig wirksame Maßnahmen mit zu initiieren, d.h. eine zukunftsgerechte Wohnumgebung anzustreben, die Klimaschutz, Kinderfreundlichkeit und Inklusion gleichermaßen umfasst. Voraussetzung dafür ist auch, dass sich mehr Bürgerinnen und Bürger für die zukunftsgerechte Entwicklung in der Altstadt einsetzen. Wir zielen auf ihre Aktivierung und auf die Erhöhung des Anteils der Ehrenamtlichen, die sich im Rahmen des Familientreffs schon jetzt engagieren.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Dokumentationen weiterer Bewohner*innenbefragungen liegen vor. Bedarfe/Wünsche wurden ermittelt. Macht-schwächere Gruppen werden erreicht und aktiviert. Vertrauen zum Familientreff verstetigt sich weiter. Interessen der Bewohner*innen werden kommuniziert.
Kriterium
Beschreibung
Durch Bewohner*innen mitgetragene Angebote sind verstetigt: interkultureller Austausch, öffentliche Frühstücke, Gestaltung eines Außengeländes des DKSB. Eigene Gestaltungsmöglichkeiten bzgl. des öffentlichen Raums sind den Anwohner*innen transparent(er).
Kriterium
Beschreibung
Stärken des eigenen Quartiers (u.a. die soziokulturelle Infrastruktur) sind den Anwohner*innen bewusst(er). Die Identifikation mit dem Wohngebiet Altstadt und dem öffentlichen Raum im Quartier ist gestiegen. Das Image des Quartiers ist gebessert.
Kriterium
Beschreibung
Teilnehmer*innen an Aktionen sind nach sozialer und kultureller Herkunft/Milieu, Gesundheit, nach Lebensalter und Bildungsstand divers zusammengesetzt. Gegenseitige Kontakte werden gepflegt und das Verständnis füreinander wächst. Inklusion ist ‚normaler‘.
Beschreibung
Bei stakeholdern (aus Politik/Verwaltung, Fachkräfte im Quartier u.a.) wird durch die neue GWA dieser Effekt gefördert und verstetigt sich; ressortübergreifende Vereinbarungen werden geschlossen, z.B. zwischen Kultur- und Sozialbereich, Wohnungswirtschaft
Beschreibung
Gemeinsame Projekte für die GWA werden jährlich angestrebt (durch Akteure der Stadtentwicklung; der soziokulturellen Einrichtungen vor Ort) und vereinbart. Die GWA unterstützt diesen Prozess; sie erreicht v.a. Familien und vernetzt diese untereinander.
Kriterium
Beschreibung
Der Familientreff ist ein Anlaufpunkt für nicht-migrantische und migrantische Familien. Gemeinsam werden Aktionen initiiert und durchgeführt. Im gesamten Quartier werden entsprechende Begegnungen durch GWA gefördert. Teilhabe und Engagement steigt.
Beschreibung
Die Bedarfe der Familien im Quartier sind transparent(er) und die GWA des Familientreffs vermittelt auch ggf. an Fachstellen weiter. Begegnungsräume wurden geschaffen und mehr Bürgerbeteiligung wurde ermöglicht, die das soziale Miteinander stärkt.
Kriterium
Beschreibung
Die GWA in der Innenstadt steht im Austausch mit GWA-Projekten in Northeimer Stadtteilen und stimmt ihr Vorgehen darauf ab. Stadtentwicklung und GWA sieht sie im Kontext der Gesamtstadt. Sie nutzt auch (stadtteil)-externe Ressourcen für das Quartier.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Die Stadt ist über die Ziele, Entwicklung und Aktivitäten im Projekt informiert; das Vorgehen erfolgt abgestimmt. Beteiligung an Sitzungen des Beirats für Menschen mit Behinderungen, dem Jugendbeirat, dem Migrationsrat u.ä. geplant.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kinder- und Jugendkulturzentrum "Alte Brauerei", Theater der Nacht, Kino Neue Schauburg, Stadthalle Northeim; Stadtführungen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Oase (Diakonie), AWO, Caritas, Evangelische Jugend, Pro Inklusion, Unabh. Teilhabeberatung (EUTB), Ev. Jugendhilfe, Bahn-Sozialwerk, Flexible ambulante Hilfen (FLEX), Kooperation Werk-Statt-Schule (Südstadt) zum Austausch über Vorgehen und Ansatz GWA
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Senioren heute e.V. (Seniorenbegegnungsstätte Alte Wache) , Deutsch für alle e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Krippen, Kindergärten, Martin-Luther-Schule, Gymnasium Corvinianum
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchengemeinde St. Sixti, Evangelische Jugend, katholische Kirchengemeinde St. Marien, evang. Superindentur (Entenmarkt), CVJM
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kiosk Breite Str., Friseure; Bäckereien, Buchhandlungen, Standortgemeinschaft (gewerb. Interessenver.), Architektenbüro Lange/Puche, Kaufland Northeim, Sportschule Mark Haubold, Hotel Schere; Thai-Massagen u.a.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wohnungsgenossenschaft: Wohnen in Northeim GmbH
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Lokale Presse (Hallo, HNA, Northeim News)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
DJH Jugendherberge Northeim, Medienzentrum
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgermeister Simon Hartmann; MdL Frauke Heiligenstadt
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wissenschaft und Forschung (Prof.Dr. Peter-Ulrich Wendt, Hochschule Magdeburg-Stendal); NABU Northeim, Interkultureller Garten Northeim, Internationale Gärten e.V. Göttingen, Demokratie leben ! Externe Fach- und Koordinierungsstelle der Stadt Northeim,
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Das GWA-Projekt will die begonnene Zusammenarbeit mit der Stadt Northeim (Stand Juli 2020: drei Arbeitstreffen mit Behördenleitern aus dem Bereich der Stadtentwicklung) und mehrere Treffen mit dem ersten bzw. zweiten Bürgermeister der Stadt Northeim, mit einem Planungs- und Architekturbüro, mit Akteuren des sog. Fachwerk-Fünfecks und der Wohnen in Northeim GmbH fortsetzen. Ein längerfristig gültiger Nutzungsvertrag für das Außengelände vor der Geschäftsstelle des DKSB liegt vor.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Auf gute Nachbarschaft! - Gemeinwesenarbeit auf der Straße - Gemeinsam Zukunft gestalten im Quartier
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Stephan Hartmann
| Organisation | Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Schaumburg e.V. |
|---|---|
| Funktion | Leiter AWO Fachbereich Integration |
2. Kurzbeschreibung
Nachbarschaft stärken - Demokratie leben - Nachhaltigkeit erreichen
Projektbeschreibung
Das Begegnungszentrum Mittelpunkt Hüttenstraße (BMH) in der Weststadt von Stadthagen ist im Projektzeitraum 2017/2018 an den Start gegangen. Die permanent ansteigenden Besucherzahlen der vergangenen Jahre, die Durchmischung aller Bewohnergruppen und das breitgefächerte Kurs- und Gruppenangebot zeigen, dass die bisherigen Konzepte bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie einen hohen Wirkungsgrad entfalten konnten. Die zentrale Aufgabe für die nun beantragte dreijährige GWA-Förderung ist die Weiterentwicklung des Quartiers unter konsequentem Streetwork mit einer starken und permanent sichtbaren Präsenz in den Straßen. Ansteigende Arbeitslosenzahl, erkennbar zunehmende Perspektivlosigkeit und gestiegenem Aggressionspotential unter jungen Menschen machen diese aufsuchende Arbeit besonders notwendig. Diese kann, wird und muss Bindung zu den Menschen herstellen, denn nur so kann Sozialarbeit ziel- und lösungsorientiert wirken und Veränderungen herbeiführen. Als Vertrauensperson, Türöffner, Problemversteher und Beratunggebender soll Gemeinwesenarbeit auf der Straße Menschen zusammenführen und nachhaltig Gewaltfreiheit bei Konflikten einfordern. Der proaktive Ansatz soll die Menschen dazu befähigen, gemeinsam und aktiv für ihre Belange einzutreten. Gleichfalls soll das Verständnis unter den Zielgruppen durch Begegnung, Kommunikation und gemeinsame Aktivitäten geweckt und gefördert werden. Daraus resultierende niederschwellige (Gruppen)-Angebote werden im BMH als Basis, Ort der Begegnung und Vernetzung umgesetzt. Im Sinne einer permanenten Weiterentwicklung und Verstetigung des BMH konnten wir die Stadt überzeugen ab 1.8.2020 parallel zum lfd. Projektzeitraum (verl. bis 31.12.2020) das zweijährige, darauf aufbauendes Projekt „BMH+“, zu finanzieren (Integrationsfonds). Zusätzlich ist für ein BAMF-Projekt (Frauen und Digitalisierung) ab 1.1.2021 ein Antrag eingereicht. Das Beteiligungsverfahren der Stadt Stadthagen (Integrationsbeauftragte und Stadtjugendpflege) ist zur zukünftigen Entwicklung des Quartiers von zentraler Bedeutung und wird gemeinsam umgesetzt. Dabei wird von der hervorragenden Vernetzung der beteiligten Institutionen und der Bewohner-Arbeitsgruppe partizipiert. Ziel ist u.a. die Neugestaltung des Spielplatzes und die konkrete Realisierung eines Soccer-Parks für Jugendliche unter der Beteiligung der Bewohner - gemeinsame Aktivitäten bieten immer die Möglichkeit zur Kommunikation und Entwicklung gegenseitigem Verständnis.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Bevölkerung im Quartier verändert sich (Stand 31.7.2020: -95 Ew., -159 Deutsche, +64 Ausländer). Das BMH wird immer stärker frequentiert (über 2.600 Menschen in 2019). Diese sehr positive Entwicklung führte wiederum zu neuen Gruppen- und Beratungsangeboten, die bedarfsorientiert geschaffen wurden. Die Beratung zur Integration in den Arbeitsmarkt entwickelte sich zu einem markanten Schwerpunkt. Die Randlage, die fehlende Infrastruktur und wenige Freizeitmöglichkeiten verschärfen weiterhin die Situation in der Weststadt. Deshalb hat die Stadt gemeinsam mit dem BMH das bürgerschaftliche Beteiligungsverfahren initiiert, um der prekären Situation im Quartier entgegenzuwirken. Neue Migrantenvereine gründeten sich mit Hilfe des BMH und engagieren sich nun auch aktiv im Quartier. Der Austausch mit Bewohnern, Vereinen und Institutionen ist auf dem richtigen Weg. Quartiersbewohner der sog. „Mittelschicht“ nutzen das Angebot verstärkt. Nun gilt es, verstärkt Konflikte hinsichtlich verschiedener Gruppen, Kulturen und Generationen zu bewältigen. Neben Nachbarschaftsproblemen stehen insbesondere auffallende junge Menschen mit Migrationshintergrund im Fokus von Polizei, Politik und Lokalpresse. Gefragt ist hier nun ein proaktiver Streetwork-Einsatz. Weil diese vielfältigen zunehmenden Aufgaben im Quartier nicht mehr nur von einer „Quartiersmanagerin“ bewältigt und erledigt werden können, wurde finanziert durch den Integrationsfonds das ergänzende Projekt „BMH+“ (Arbeitsmarktintegration und Ausbau der Angebote) gestartet.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Stadthagen Weststadt, Hüttenstraßen-Quartier
Beschreibung
Das Quartier liegt im Nordwesten von Stadthagen. Im Süden bildet die Enzer-Straße, im Osten an die Breslauer Straße, im Norden die Bahnlinie Minden-Hannover und im Westen das Industriegebiet an der Gubener Straße die Grenzen des Gebietes.
Einwohnerzahl
4493
Quelle / Anmerkungen
Stadt Stadthagen
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
16
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
37
Anmerkung
Quelle: Stadt Stadthagen - Unter "Sonstiges" ist der Ausländeranteil des Merkmals im Quartier angegeben.
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
33
Anmerkung
Quelle: Stadt Stadthagen - Unter "Sonstiges" ist der Ausländeranteil des Merkmals im Quartier angegeben.
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
31
Sonstige in Prozent
16
Anmerkung
Quelle: Stadt Stadthagen - Unter "Sonstiges" ist der Ausländeranteil des Merkmals im Quartier angegeben.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
20
Gesamtstadt in Prozent
6
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Arbeitslosenzahlen zum Quartier werden statistisch nicht erfasst und können nur vorsichtig geschätzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sie wesentlich höher sind als der Anteil in der Gesamtstadt, da insbesondere Flüchtlinge einen eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Im LK Schaumburg liegt die Arbeitslosenquote am 31.07.2020 bei 6,1 Prozent. Quelle: Bundesagentur für Arbeit. Durch die Corona-Situation und die Schließung der Firma Faurecia wird die Zahl in absehbarer Zeit wohl weiter zunehmen. Viele der Menschen leben im Quartier.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
32
Gesamtstadt in Prozent
17
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund liegt erheblich höher, wird aber statistisch auswertbar von der Stadt nicht erfasst. Stadthagen liegt an 8. Stelle in Niedersachsen und wird deshalb beim Integrationsfonds finanziell berücksichtigt. Quelle: Stadt Stadthagen
Projektgebiet in Prozent
55
Gesamtstadt in Prozent
30
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Der Migrationshintergrund wird als Merkmal von der Stadt Stadthagen statistisch nicht erfasst. In Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeirat Stadthagen, haben wir eine vorsichtige Schätzung im Quartier vorgenommen. In der Gesamtstadt lag er 2011 bei der Volkszählung bei 24,8 Prozent. Zurzeit liegt er wohl bei über 30 Prozent.
Projektgebiet in Prozent
70
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Es liegen keine statistischen Zahlen für die Gesamtstadt vor. Nach vorsichtigen Schätzungen liegt er in Teilbereichen rund um die Hüttenstraße bei rund 70 bis 80 Prozent.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte-des-quartiers-huettenstrasse.pdf
(485.51 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Wir wollen die Gemeinwesenarbeit als prozessorientiertes, partizipatives und interdisziplinäres Arbeitsprinzip nutzen, um bei den Menschen im Quartier dauerhafte Verbesserungen ihrer Lebenssituationen zu erreichen. Dabei orientieren wir uns an deren Bedürfnissen und Interessen und fördern die Teilhabe am ökonomischen, politischen, sozialen und kulturellen Leben. Wir werden dabei insbesondere die Selbstorganisationen und vorhandene Selbsthilfekräfte in den Fokus der sozialen Arbeit nehmen. So wollen wir durch konsequente Streetwork die Menschen deeskalierend dazu anregen, selbst aktiv zu werden, um ihre Bedürfnisse und Interessen im demokratischen Verfahren einzubringen. Dabei werden wir zielgruppen- und ressortübergreifend arbeiten (Wohnen, Gesundheit, Arbeit, Freizeit, Bildung, Kultur etc.), um die komplexen Aufgabenstellungen für eine gelungene Integration bewältigen zu können. Wir sehen das Projekt als Bindeglied zwischen den Interessen und Aktivitäten der Menschen und den Ressourcen der Stadt und wollen Aushandlungsprozesse zwischen Entscheidungsträgern aus Verwaltung und Politik einerseits und den Bewohnern andererseits gestalten. Dabei steht die Vernetzung und Kooperation aller Akteure im Vordergrund. Hier sollen Stärken herausgearbeitet und vorhandene Ressourcen und Potenziale im Stadtteil aktiviert und miteinander verknüpft werden, um ein dauerhaft funktionierendes soziales Netzwerk mit einer guten Nachbarschaft zu schaffen und Rahmenbedingungen zu verbessern.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Streetwork erfolgreich ist und die gemeinsamen Projekte zur Verbesserung des Zusammenlebens angenommen werden und bedarfsorientierte Angebote initiiert und durchgeführt wurden.
Kriterium
Beschreibung
die Bewohner / Vereine selbst ihre Ideen, Angebote und Veranstaltungen umsetzen.
Kriterium
Beschreibung
die beteiligten Akteure sich regelmäßig gemeinsam austauschen und externe Kooperationspartner Veranstaltungen durchführen.
Kriterium
Beschreibung
durch Streetwork erreichte Menschen das "BMH" annehmen und nutzen, das Wohnumfeld und die Infrastruktur sich positiv verändert haben und Aggressionspotential abgebaut ist
Vorhandene Strukturen
In der ersten Förderperiode wurde eine Quartiersmanagerin eingestellt, die sich seitdem etabliert hat und im Stadtteil anerkannt ist. Sie kümmert sich um die Vernetzung und die Beratungsanliegen der Bewohner des Quartiers im Begegnungszentrum (Ansprechpartnerin, Sprechstunden). Es werden Freizeit- und Bildungsangebote in Kooperation mit Ehrenamtlichen und Vereinen initiiert und koordiniert. Es gibt aber aktuell keine permanente aufsuchende Sozialarbeit (Streetwork) im Quartier. Der Afrikanische Verein in Schaumburg, der Somalische Verein und der Afghanische Verein (Migrantenselbsthilfeorganisationen) werden seit der Gründung unterstützt und nutzen das BMH für Beratungszeiten und Vereinstreffen. Die Integrations- und Migrationssozialarbeit im Quartier (ehemals Flüchtlingssozialarbeit) hat ebenfalls ihren Sitz im BMH und unterstützt die Vernetzung / Zusammenarbeit der Akteure im Quartier. Des Weiteren gibt es Austauschtreffen der Netzwerkpartner und Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche und eine enge Vernetzung mit dem Integrationsbeirat der Integrationsbeauftragten und der Jugendpflege der Stadt Stadthagen.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadt Stadthagen: Integrationsbeauftragte, Stadtplanung, Stadtjugendpflege
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Afrikanischer Verein, Somalischer Verein, Afghanischer Verein, Alevitischer Verein, Jesidische Gemeinschaften, DITIP-Moschee, Kulturzentrum Alte Polizei, Schaumburger Landschaft
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
JobCenter, Bundesagentur für Arbeit, Sozialamt, Gesundheitsamt, Jugendamt, Ausländerbehörde, Familienzentrum, Sozialpsychiatrischer Dienst
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
AWO Kreisverband Schaumburg (Migrationsberatung, MBE, Rückkehrberatung, Flüchtlingssozialarbeit, Jugendberufshilfe PACE, Schwangerenberatung, Frauenhaus)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Diakonisches Werk, Caritasverband, DRK (Tafel und Kleiderkammer), Projekt Probsthagen (SHG-Treff), S.I.G.A.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Volkshochschule Schaumburg, Oberschule am Schlosspark, Grundschule am Sonnenbrink, IGS Schaumburg, BBS, Gymnasium, Kindergärten Regenbogenhaus und Fasanenweg, DAA, SBH, ESTA, Donner
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Evangelische Kirche, Katholische Kirchengemeinde, Freikirche, Baptisten
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Geschäfte und Firmen vor Ort, Stadtmarketing Stadthagen, IHK
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wohnbau (LK Schaumburg), Immobilenverwaltungsgesellschaften
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Schaumburger Nachrichten, Schaumburger Wochenblatt, Schaumburger Zeitung,
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Ratsfraktionen (SPD, CDU, Grüne, FDP, WIR, Linke), Sozialausschuss (LK Schaumburg)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Koordinierungsstelle "Frau und Wirtschaft" (LK Schaumburg)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Koordinierungsstelle "Migration und Teilhabe" (LK Schaumburg)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kooperative Migrationsarbeit Niedersachsen (KMN) Regionalverbund Weserbergland
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Die Stadt Stadthagen konnte überzeugt werden, den Ausbau des BMH aus Mitteln des Integrationsfonds zu übernehmen. Darüber hinaus ist ein weiterer Antrag für 2021 beim BAMF gestellt. Die AWO und die Stadt werden in der Förderperiode alle nötigen Schritte einleiten, um weitere Fördermittel / Finanzierungsmöglichkeiten zu akquirieren. Dadurch soll der Standort sich kontinuierlich weiterentwickeln und jeweils auf neue Bedarfe und Herausforderungen reagieren.
11. Medien
Aufsteller
aufsteller_-_bmh_plakat_2020.jpg
(1.7 MB)
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Quartiersentwicklung der Rotenburger Werke gGmbH
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Silke Sackmann
| Organisation | Rotenburger Werke |
|---|---|
| Funktion | Team Quartiersentwicklung |
2. Kurzbeschreibung
Innovationsquartier in der "Alten Anstalt"
Projektbeschreibung
Die Rotenburger Werke gGmbH (RW) planen ihr 1880 als „Asyl zur Pflege Epileptischer und Idioten" gegründetes historisches Kerngelände, auf dem Menschen mit Behinderungen noch heute in einer Sonderwelt leben, zu öffnen. Vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels soll sich hier ein lebendiges, inklusives Quartier entwickeln können, das allen Menschen offensteht. Zentrale Entwicklungsziele sind die Schaffung neuen Wohnraums und ggf. die Modernisierung der vorhandenen zum Teil denkmalgeschützten Bausubstanz (z.B. für Gemeinschaftswohnprojekte oder Startup-Unternehmen). Die Stadt Rotenburg plant die Aufnahme des Quartiers in das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept. Es soll in enger Abstimmung mit der Stadt eine Attraktivitätssteigerung für die ganze Stadtgesellschaft erreicht werden.
Eine Tandemlösung aus Stadt- und Sozialplanung soll eine sensible, passgenaue, zeitnahe Umsetzung des Vorhabens gewährleisten. Eckpunkte: Vergabe der Projektsteuerung Anfang 2021 an ein Stadtplanungsbüro (voraussichtlich „plan zwei“, Kosten für 3 Jahre: 90 T€); das Büro stellt das direkte Bindeglied zur Geschäftsführung der RW und damit zur Gesellschafterversammlung dar. Es gehört dem zentralen Steuerungsteam an. Intern liegt die Projektverantwortung bei der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit. Zur Unterstützung des Projekts wird zusätzlich eine E9-Stelle (TVDN) mit einem Umfang von 65% geschaffen (Kosten für drei Jahre: 126 T€). Ein laufender Austausch findet in Teambesprechungen statt, dem – im Kern – die Stadtplaner, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und der/die neue Projektmitarbeiter*in angehören. Das Innovationsjahr 2021 dient mit seinem umfangreichen Beteiligungsprozess der Sammlung von Ideen und der Aufwertung des Gebietsimages. Parallel werden Leitlinien für den unternehmensseitigen Bedarf (Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen u.a.) entwickelt und auch rechtliche, planerische, finanzielle und zeitliche Vorklärungen getroffen. Der Beteiligungsprozess bezieht alle relevanten Gruppen wie Gesellschafter, Beschäftigte, Bewohnerinnen, Stadtgesellschaft, Stadtpolitik und –verwaltung mit ein. Nach der Ableitung von Szenarien für die zukünftige Entwicklung aus der Ideensammlung werden Zielsetzungen und Strategien für die Umsetzung in thematischen Workshops erarbeitet. Ein Masterplan wird die Grundlage für die Umsetzung und für die Kommunikation mit potentiellen Partner*innen bilden. Ein Zuschuss über 180.000€ stellt dieses Herangehen sicher.
Laufzeit
2021-03-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Rotenburger Werke befinden sich seit rund zehn Jahren in einem von der Aktion Mensch begleiteten "Konversionsprozess": Am Kernstandort werden Wohnplätze abgebaut, die in der Region neu entstehen. Dahinter stehende UN-Ziele: Inklusive Nachbarschaften, Wahlfreiheit, Wohnortnähe. Dies führt zu sinkenden Bewohnerzahlen im Quartier. Zu dieser Entwicklung trägt auch das hohe Alter der derzeit 197 BewohnerInnen bei. Auch von der baulichen Seite her entstehen Freiräume: Längerfristig genügen die Gebäude im Quartier den Wünschen der BewohnerInnen nicht mehr; die Anforderungen von Seiten des Brandschutzes und der Energetik stellen eine zunehmende Herausforderung dar. Ein erstes großes Wohngebäude wurde abgerissen; der Abriss einer alten Wäscherei steht unmittelbar bevor.
Dieser Situation steht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Rotenburg und Umgebung gegenüber. Wir (1.900 MA) erleben in unserem eigenen Netzwerk, zu dem auch das benachbarte Diakonieklinikum mit 2.500 Mitarbeiter*innen zählt, die z.T. verzweifelte Suche nach Wohnraum. In den RW arbeiten heute Menschen aus 32 Nationen; Menschen mit Migrationshintergrund haben es diesbzgl. besonders schwer. Auch fehlen Angebote für Jüngere (Auszubildende, Freiwilligendienstleistende) und Arbeitnehmer*innen mit geringem Einkommen. Ebenso fehlen Angebote für meist ältere Angehörige von Menschen mit Behinderungen, die in der Nähe ihrer Kinder leben möchten. Dieser Situation auf dem Wohnungsmarkt möchten die RW mit der Entwicklung eines Quartiers begegnen, das ganz unterschiedliche Menschen anzieht. Es wird eine behutsame Nutzungsmischung angestrebt, die offen ist für innovative Ideen und Nutzungen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Historisches Kerngelände der Rotenburger Werke
Beschreibung
Das Gebiet befindet sich zwischen Lindenstraße und Soltauer Straße in der Innenstadt von Rotenburg (Wümme), 20.597 EW. Es wird durch die historische Bausubstanz im Norden (Stammhaus und Alte Kapelle) und dem denkmalgeschützten Gebäude-Straßenzug im Süden als Einheit wahrgenommen. An den seitlichen Rändern befindet sich Grünland mit Gärten, der städtische Friedhof und kleinere Wohn- und Gewerbebebauung.
Einwohnerzahl
197
Quelle / Anmerkungen
Geschäftsfeld Wohnen der Rotenburger Werke / z.Z. leben ausschließlich Menschen mit Behinderungen im Quartier
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Altersstatistik der Rotenburger Werke; Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg.
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Altersstatistik der Rotenburger Werke; Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg.
Projektgebiet in Prozent
49
Gesamtstadt in Prozent
30
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Altersstatistik der Rotenburger Werke; Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Geschäftsfeld Wohnen der Rotenburger Werke; Ausländerbehörde der Stadt Rotenburg.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Zahlen werden nach Auskunft des Landkreises Rotenburg nicht mehr erhoben. Bekannt ist allein die Anzahl der ausländischen Bewohner*innen.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
2
Anmerkung
Menschen, die in den Rotenburger Werken leben, erhalten tagesstrukturierende Angebote (Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätte (TFS) oder heiminterne Tagesstruktur (TS). Welches Angebot die Person erhält, richtet sich nach den jeweiligen Kompetenzen und dem Hilfebedarf. Sie sind daher nicht arbeitslos im Sinne von SGB II oder III.
Die Arbeitslosenquote des Landkreises Rotenburg (Wümme) beträgt laut Auskunft der Jobcenters Rotenburg 2,1 % im Rechtskreis SGB II (Juli 2020). Die Quote für SGB II und III zusammen beträgt sie 4,2 %. Zahlen für die Stadt Rotenburg werden nicht veröffentlicht.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Quelle: Presseveröffentlichung Zahlen Jobcenter Juli 2020. Die Zahl bezieht sich auf den Altkreis Rotenburg, Arbeitslose nach SGB II.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
20
Anmerkung
Rotenburger Werke; Landesamt für Statistik.
Die Zahl bezieht sich auf den Landkreis Rotenburg und stammt aus einer Hochrechnung einer 1%igen Stichprobe (25.000 Familien, davon 5.000 Alleinerziehende); eine Angabe für das Stadtgebiet Rotenburg wurde nicht gemacht.
Projektgebiet in Prozent
100
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
4
Anmerkung
Menschen mit Behinderungen, die im Quartier leben, erhalten Grundsicherung bei Erwerbsminderung bzw. im Alter. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB II-Bezug im Verhältnis zur Einwohnerzahl (15-65-Jährige) beträgt laut Auskunft des Landkreises Rotenburg 4,2% im Landkreis und 8,2% in der Stadt Rotenburg. (Juli 2020)
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Im Landkreis Rotenburg beträgt die Quote der Arbeitslosen im Alter zwischen 15 bis unter 26 (SGB II; Juli 2020);
0,3 %. (Ermittlung aus Landkreisstatistik)
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
4_quartiersentwicklung_rw_1.jpg
(334.1 KB)
2_quartiersentwicklung_rw_2.jpg
(114.8 KB)
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Es wird eine "Tandemlösung" aus sozialplanerischem und städtebaulichem Quartiersmanagement angestrebt.
Mit Unterstützung durch ein Team aus sozialplanerischem und städtebaulichen Quartiersmanagement soll in einem partizipativen Prozess die Entwicklung eines lebendigen, inklusiven Stadtquartiers und der Aufbau von stabilen Nachbarschaftsstrukturen unterstützt werden. Im Sinne eines präventiven Ansatzes soll die soziale und städebauliche Integration und Verknüpfung des bislang geschlossenen Anstaltbereiches mit dem umgebenden Stadtgebiet gefördert werden. Ziel des kooperativen Dialogprozesses ist es
• Legitimation und Akzeptanz für die Quartiersentwicklung zu sichern
• Lokale Potenziale zu nutzen, um die Qualität von Planung und Umsetzung zu verbessern
• Identifikation mit den öffentlichen Räumen im Quartier und Engagement zu stärken
• Kooperationen zu initiieren
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Die Menschen im Quartier leben gerne dort und identifizieren sich mit ihrem Umfeld.
Kriterium
Beschreibung
Es sind Kooperationspartner*innen gefunden, die gemeinsam mit den Rotenburger Werken ein lebendiges, vielfältiges Quartier und Gemeinwesen gestalten.
Kriterium
Beschreibung
Ein lebendiges Gemeinwesen und stabile Nachbarschaften sind entstanden.
Beschreibung
Neuer Wohnraum in der Innenentwicklung wurde geschaffen, das Quartier ist in die Stadtstruktur eingebunden und trägt zu deren Stärkung bei.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgermeister Andreas Weber; Amt für Planung, Entwicklung und Bauen, Clemens Bumann
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgermeister Andreas Weber; weitere noch nicht benannte Mitglieder der lokalen Politik
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bildnerische Werkstatt der Rotenburger Werke, Martin Vosswinkel; Soziokulturelles Zentrum (im Aufbau), Ole Asmussen; Kulturinitiative Rotenburg, Bernd Braumüller; Volkshochschule Rotenburg, Michael Burgwald
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchengemeinde Zum Guten Hirten, Stephan Orth; Kirchenkreis Rotenburg, Superintendent Michael Blömer; Stadtkirchengemeinde Rotenburg, Hilmer Drögemüller
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Rotenburger Wirtschaftsforum, Heiko Kehrstephan, als Schnittstelle zu den Unternehmen der Stadt und Region; Sparkasse Rotenburg Osterholz, Stephan Kalt; Volksbank Wümme Wieste, Matthias Dittrich
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bauwesen der Rotenburger Werke, Architektin Tatjana Ladda; Energiemanagement der Rotenburger Werke, Uwe Hollmann; Immobilienmanagement der Rotenburger Werke, Birgit Schöner-Funck
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bewohnervertretung der Rotenburger Werke, Sascha Jansen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg, Detlef Brünger; Ev.-luth. Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg, Matthias Richter
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Spaß-BuS Rotenburg e.V., Peter Schlake; Förderverein Cohn-Scheune e.V., Prof. Dr. Inge Hansen-Schaberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Diakonie-Sozialstation Rotenburg/Sottrum gGmbH, Inga Hoops
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Diakonisches Werk des ev.-luth. Kirchenkreises Rotenburg, Angela Hesse
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Berufsbildende Schulen Rotenburg, OStD Wolf Hertz-Kleptow; Ratsgymnasium Rotenburg, OStd Iris Rehder; Lindenschule für Geistige Entwicklung; Karsten Beernink-Kastenschmidt
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Berufsbildende Schulen der Rotenburger Werke (Heilerziehungspflegeausbildung), Regina Koithan; Evangelische Elise-Averdieck-Schulen (Berufsbildende Schulen am Diakonissen Mutterhaus), Matthias Richter
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Rotenburger Kreiszeitung, Michael Krüger; Rotenburger Rundschau, Dennis Bartz
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Werkstattrat der Rotenburger Werke, Susanne Falkenstein; Angehörigenvertretung der Rotenburger Werke, Martin Petzold; Behindertenbeirat der Stadt Rotenburg, Gisela Flake
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Ziel ist es zum einen durch die Akquise weiterer Finanzierungsbausteine (Fördermittel, Finanzierungsbeiträge von Kooperationspartnern, Eigenmittel) die personelle Fortführung eines Quartiersmanagements, wenn auch ggf. mit geringerem Stundenkontingent, nach Auslaufen der Förderung zu gewährleisten. Zum anderen ist es das Ziel, in den ersten drei Jahren tragfähige Netzwerk- und Nachbarschaftsstrukturen aufzubauen, die die Arbeit an der sozialen Quartiersentwicklung mittragen und fortsetzen.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Nordertor ist Ehrensache
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Klaus Lüdeke
| Funktion | Geschäftsführung / Projektleitung |
|---|
2. Kurzbeschreibung
JuNG - Jugend und Nachbarschaft Gemeinsam
Projektbeschreibung
Im Rahmen von Nordertor ist Ehrensache konnten wir in der Vergangenheit bereits einen Bewohnertreff eröffnen und Bewohner*innen zu einem Engagement für ihren Stadtteil aktivieren. So ist z.B. eine Müllsammelgruppe, mit durchschnittlich 10 Beteiligten, entstanden, die einmal im Monat Spielplätze und Gebüsche von Unrat befreit. Handwerker*innen haben im Rahmen der Nachbarschaftshilfe Unterstützungen bei Fahrrad- und Möbelreparaturen, Gartenarbeiten und Einkaufshilfe gegeben. Viele der ehrenamtlichen Helfer*innen und der Teilnehmer*innen unserer Angebote wie der Sitzgymnastik sind aber schon älter. Im neuen Projetzeitraum wollen wir nicht nur das ehrenamtliche Engagement vertiefen, sondern verstärkt auf die Jugendlichen im Stadtteil blicken. Durch spezielle Angebote nur für Jugendliche, wie z.B. ein Graffiti-Projekt und Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche werden Jugendliche direkt angesprochen. Als vorläufiger Treffpunkt und um den Kontakt zu den Jugendlichen aufzubauen, wird ein Basketballfeld in der Nähe des Bewohnertreffs (BT) eingerichtet. Zusätzlich bekommen sie einen Raum als vorläufigen Treffpunkt. Da der Bewohnertreff in einer nur ca. 60m² Wohnung eingerichtet ist, rechnen wir mittelfristig aber auch mit Nutzungskonflikten mit anderen Gruppen im Bewohnertreff. Darum suchen wir im nächsten Schritt gemeinsam mit den Jugendlichen im Stadtteil nach einem Ort, wo sich junge Menschen treffen können und den sie sich selber gestalten können. Regelmäßige Treffen zw. Jugendlichen, Anwohner*innen, Projektmitarbeiter*innen finden statt, um das Projekt weiter zu planen und umzusetzen. Während der Beteiligungstreffen werden Ideen, Fragen und Probleme zu einem Jugendtreffpunkt erarbeitet. Wenn ein Grundstück gefunden ist und feststeht, ob nun Bauwagen, Holzhütte oder Container soll im 3. Schritt die Umsetzung erfolgen und ein neuer Jugendtreffpunkt im Nordertor entstehen. Dieser wird durch Mitglieder des Vereins und in Kooperationen mit dem Jugendhaus Nienburg, dem Stadteilhaus Nordertor und der Schulsozialarbeit betreut und für Jugendprojekte genutzt. Langfristig soll im Nordertor ein neues Stadtteilhaus entstehen, bei dessen Planung Jugendliche beteiligt werden, um ihre Bedarfe einzubringen.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Der 2018 gegründete Verein Unser Nordertor ist ein Stadtteilverein und mit zwei Standorten im Nordertor vertreten - der Geschäftsstelle UNo und dem Bewohnertreff in der Ernsting-Siedlung. Dieser wurde im Januar 2020 eröffnet und musste wg. Corona von März bis Ende Mai geschlossen werden.
Die Ernsting Siedlung wurde 1959 errichtet und besteht aus 33 Mehrfamilien- und 22 Reihenhäusern mit insg. 144 Wohnungen. In den letzten 20 Jahren hat sich die Siedlung in eine Sozialsiedlung verwandelt. Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität prägten diese. Nach einem Eigentümerwechsel werden nun alle Wohnungen nach und nach saniert. Nicht alle der „alten“ Mieter bekommen eine neue Wohnung in der Siedlung. Neue Mieter kommen aus der Mittelschicht der Gesellschaft. Dadurch entsteht nicht nur eine neue Nachbarschaft, sondern auch Anonymität in der Siedlung.
Die Jugendlichen aus prekären Verhältnissen treffen sich meist am Bahnhof, auf Spielplätzen oder an Straßenkreuzungen. Andere wiederum sehnen sich nach Wärme, Hilfe und suchen Ansprechpartner oder einfach einen Ort um sich mit Freunden zu treffen. Jugendliche treffen sich um zu reden, Musik zu hören und sich die Zeit zu vertreiben. Diese und weitere jugendtypische Aktivitäten im öffentlichen Raum stoßen bei Erwachsenen häufig auf Ablehnung, führen zu Konflikten und Beschwerden. Bew. stören sich an Lärm, Müll und Vandalismus oder sie fühlen sich verunsichert, wenn sie jugendlichen Gruppen auf der Straße begegnen. Auch der Konsum von Alkohol und Drogen sowie verschiedene Formen von Gewalt unter Jugendlichen sind Ausdruck von Konflikten im öffentlichen Raum. Ein Grund dafür sind fehlende gezielte Angebote für Jugendliche.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Nienburg/Weser Nordertor
Beschreibung
Im Norden ist die Grenze bei der Holtorfer Straße/Wilhelm-Busch-Str. zu ziehen. Westlich bildet die Große Drakenburger Str. die Grenze des Stadtteils. Südlich verläuft die Grenze Verdener Landstr./Dr.-Franck-Str. Östlich verläuft die Grenze an der Straße Grefengrund, Platanenstr., B6/2124 und Celler Str. bis zur Holtorfer Straße.
Einwohnerzahl
4776
Quelle / Anmerkungen
Keck-Atlas Nienburg
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Das Programmgebiet der Sozialen Stadt ist nur ein Teilgebiet des Nordertors (siehe Karte 1). Ein Möglicher Standort für einen Jugendtreff könnte im Sanierungsgebiet liegen. Der Schwerpunkt des Projektes liegt nicht bei der baulichen Herstellung eines Jugendtreffs sondern bei der Aktivierung für gem. Projekte und Schaffung von nachhaltigen Beteiligungsstrukturen.
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
13
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Nienburg/Weser
Projektgebiet in Prozent
11
Gesamtstadt in Prozent
11
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Nienburg/Weser
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
31
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Nienburg/Weser
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Nienburg/Weser
Projektgebiet in Prozent
40
Gesamtstadt in Prozent
33
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Nienburg/Weser
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Regionalstelle der Bundesagentur für Arbeit
Projektgebiet in Prozent
50
Gesamtstadt in Prozent
37
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Regionalstelle der Bundesagentur für Arbeit
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte_1.jpg
(1.1 MB)
karte_2.jpg
(1.06 MB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Gleichzeitig mit der Sanierung der Ernsting-Siedlung und der damit entstehenden neuen Hausgemeinschaften soll sich der Bewohnertreff als Anlaufstelle für Gemeinwesenarbeit etablieren. Durch die GWA werden bestehende und neu entstehende Bedarfe abgedeckt. Im Zentrum stehen die Bewohner*innen. „Was habt ihr für Interessen?“ „Was wünscht ihr euch für „eure“ Siedlung?“. Mit Unterstützung der GWAler*innen sollen Angebote mit allen Altersgruppen entstehen, die zur Verbesserung der eigenen Situation führen. Ein gemeinsam organisiertes Siedlungsfest oder ein Flohmarkt sollen die Nachbarschaft stärken und den Kontakt zw. Jung und Alt fördern. Gegenseitige Unterstützung bei der Kindebetreuung oder der Hilfe für Ältere soll entstehen. „Local Leader“ mobilisieren die Bewohner*innen zu gemeinsamen Aktivitäten und Projekten und motivieren sie, ihre eigenen Ideen zu verwirklichen und neue Wege zu erproben. Es soll erreicht werden, gegenseitiges Verständnis und Solidarität unter allen Bewohner*innen, generationen-, milieu- und nationalitätsübergreifend zu entwickeln. Um nachhaltige Verbesserungen für die Menschen in der Siedlung aber auch im Stadtteil zu erreichen, werden weitere Akteure der GWA mit einbezogen. Es werden vorhandene Ressourcen und Potentiale im Stadtteil aktiviert, verknüpft und soziale Netzwerke geschaffen bzw. gestärkt. Erreichen wollen wir das durch aufsuchende persönliche Gespräche und durch stark beteiligungsorientierte Angebote.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Die Angebote werden von den Bewohner*innen selbst angeregt und umgesetzt
Kriterium
Beschreibung
Angebote werden generations- milieu- und nationalitätsübergreifend angenommen.
Beschreibung
Bewohner*innen unterstützen sich gegenseit z.B. bei der Kinderbetreuung oder bei haushaltsnahen Hilfen.
Beschreibung
Selbstorganisierte Angebote werden von Bewohner*innen in Eigenregie durchgeführt
Kriterium
Beschreibung
Regelmäßiger Austausch der Akteure über bedarfsgerechte Angebote. Kooperation und Zusammenarbeit bei der Durchführung von Projekten. Gemeinsame Evaluation
Kriterium
Beschreibung
Leitbild der Stadt Nienburg ist Grundlage der Vereinsarbeit. Insbesondere Maßnahmen zum Empowerment der Bewohner*innen zur Förderung der Identifikation mit dem Stadtteil.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Seit 09/2015 sind eine Sozialarbeiterin der Stadt Nienburg und, seit 03/2017, zusätzlich ein Quartiersmanager für den Aufbau der GWA im Sanierungsgebiet "Soziale Stadt -Nordertor" tätig. Unser Stadtteilverein Unser Nordertor e.V. kam 09/2018 hinzu. Es bestehen stabile Kooperationen zu hauptamtlichen Akteuren der sozialen Infrastruktur und zu Netzwerken der Integration, Jugendhilfe, Bildungseinrichtungen und zu Betrieben im Stadtteil. Es bestehen ehrenamtliche Strukturen im Sanierungsgebiet wie den Stadtteilbeirat und Arbeitsgruppen die sich den Themen Wohnumfeld, Verkehr, Stadtteilzeitung, Stadtteilfond und Soziales widmen. Im Stadtteilverein, der über das Sanierungsgebiet hinaus agiert, engagieren sich Mitglieder wie auch Nichtmitglieder beispielsweise in einer Müllsammelgruppe oder im Bereich der Nachbarschaftshilfe und beim Bewohnercafé.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
CJD - Christliches Jugenddorf, Jugendmigrationsdienst, Vater/Mutter - Kind Wohnen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadtteilhaus Nordertor mit GWA und QM
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Schulen Rahn gemeinnützige Schulgesellschaft mbH
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchengemeinde St. Michael
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Nienburg / Weser
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Diverse Groß- (Industrie-) Unternehmen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Diverse Klein- und Einzelhandelsunternehmen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
lokale Medien: Die Harke, Blickpunkt, Radio Mittelweser, TV2020
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Arbeitsgruppen: Verkehr, Wohnumfeld, Soziales, Stadtteilfond, Jugend und Stadtteilzeitung
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wirtschaftsförderung der Stadt Nienburg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Freiwilligenagentur der Stadt Nienburg
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Nach Projektablauf wird der Verein den Bewohnertreff und den Jugendtreff weiter betreiben. Die Zusage zur finanziellen Unterstützung der Vereinarbeit durch die Stadt Nienburg liegt bereits vor. Jugendliche werden z.B. in Form einer Arbeitsgruppe in die weitere Gebietsentwicklung einbezogen. In der Partizipation sieht die kommunale Verwaltung auch eine Komplettierung der GWA im Nordertor.
11. Medien
Galerie
Aufsteller
bt_kopf.jpg
(192.76 KB)
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
WIR in Baddeckenstedt
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Melanie Ahmann
| Funktion | Sachbearbeiterin für Soziales und Geflüchtete |
|---|
2. Kurzbeschreibung
WIR - Wertschätzend, Integrierend, Regional
Projektbeschreibung
In dem Projekt „WIR in Baddeckenstedt“ erhalten unsere Bewohner*innen das Wort und entwickeln und realisieren mit Unterstützung eigene Ideen und Schwerpunkte für ein gutes Leben in der Gemeinde. Ausschlaggebend für diesen Prozess sind verschiedene Entwicklungen vor Ort. So existiert seit fünf Jahren die „Sprachschule Baddeckenstedt“ in den von der Haupt- und Realschule im Innerstetal zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten. Die Sprachschule hat sich neben der Sprachvermittlung als Bildungsort und sozialer Treffpunkt für Neuzugewanderte und Ehrenamtliche etabliert. Neuzugewanderte in der Gemeinde formulieren vielfach den Wunsch auch über die Sprachschule hinaus stärker in Kontakt mit Einheimischen zu treten. Der neu gegründete Verein Vielfalt Innerste e.V. oder auch die Flüchtlingsvertretung zeugen hierbei von einem hohen Engagement. Weitere aktive Zusammenhänge, wie Nähgruppen, Chöre und LandFrauen, sind ferner mit spezifischen Bedarfslagen in der ländlichen Gemeinde konfrontiert. In diesem Zusammenhang fand im März 2020 ein Kick-Off Workshop mit Anwohner*innen, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Multiplikator*innen statt. Teilnehmende sprachen sich für einen Treffpunkt aus, „um sozialer Isolation entgegenzuwirken, individuelle Potentiale, aber auch Bedarfe sichtbar und nutzbar zu machen und Baddeckenstedt langfristig attraktiv zu halten.“ „Regelmäßige Treffpunkte schützen vor Vereinsamung und aktivieren das Dorfleben. Man muss nicht in die Stadt fahren.“ Es solle „eine Anlaufstelle für alle Belange: Kontakte, Hilfesuche, gegenseitige Unterstützung, Vernetzung, Anwendung von Sprachkenntnissen“ aufgebaut werden (Ergebnisse Kick-Off Workshop).
In dem vorliegenden Projekt stellen die Anliegen und Bedarfslagen von Bewohner*innen und deren eigenverantwortliche Bearbeitung die Basis weiteren Handelns dar. Als tatkräftige und professionelle Begleitung agiert die Koordinations- und Ansprechperson, die Zugänge zu den vielfältigen Adressatengruppen herstellt. Sie kann die Menschen in der Gemeinde bei der Generierung und Umsetzung von Projektideen unterstützen. Als wichtige Ressource steht hierfür ein Trakt der Schule im Innerste Tal bereit. Bewohner*innen können hier Möglichkeits- und Partizipationsräume gestalten und nutzen oder auch einfach in den Kontakt mit ihren Nachbar*innen treten. Mit diesen Schritten können wir gemeinsam zu einem guten und zukunftsfähigen Leben in der Gemeinde Baddeckenstedt beitragen.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Gemeinde Baddeckenstedt umfasst das Zentrum und den Verwaltungssitz in der gleichnamigen Samtgemeinde. Diese ist stark ländlich geprägt und weist als Exklave des Landkreises Wolfenbüttel eine einzigartige geographische Stellung auf. Die daraus resultierende Entfernung zur Kreisstadt mit den relevanten Infrastrukturen sowie die hürdenreiche Erreichbarkeit mittels des öffentlichen Personennahverkehrs schmälern die Teilhabemöglichkeiten (vgl. Thünen Report 53, Braunschweig, November 2017, S. 19). Dies gilt insbesondere für sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, die mit sozialer Isolation in der Gemeinde konfrontiert sind. Soziale und inklusive Treffpunkte für Bewohnergruppen sind in Baddeckenstedt indes nur rudimentär existent. Erschwerend wirkt sich das Fehlen zielgruppenspezifischer Angebote vor Ort, beispielsweise für Jugendliche oder junge Familien, auch vor dem Hintergrund der im Kreisvergleich überproportionalen Inanspruchnahme von Jugendhilfe- und Transferleistungen in familiären Kontexten aus (vgl. Betrachtung der Sozialräume im Landkreis Wolfenbüttel aus Sicht der Jugendhilfe 2017).
Angesichts eines zu erwartenden Bevölkerungsrückgangs in der Samtgemeinde bis 2032 um circa 20 Prozent bei gleichzeitiger Alterung steht auch Baddeckenstedt perspektivisch vor großen Herausforderungen (vgl. Kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung für den Landkreis Wolfenbüttel 2016-2032, Niedersächsische Landgesellschaft 2019). Dies berücksichtigend möchte das Projekt mit den Bewohner*innen der Gemeinde zeitnah Problem- und Bedarfslagen ermitteln und nachhaltig bearbeiten.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Gemeinde Baddeckenstedt
Beschreibung
Die Gemeinde Baddeckenstedt ist eine von sechs Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Baddeckenstedt und beherbergt die Samtgemeindeverwaltung. Sie ist damit Teil eines sehr ländlich geprägten Planungsbereiches zwischen den Höhenzügen Vorholz und Lichtenberg (ein Teil des Salzgitter-Höhenzuges). Sie grenzt nordwestlich an den Landkreis Hildesheim und östlich an die kreisfreie Stadt Salzgitter sowie weitere Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde.
Einwohnerzahl
3082
Quelle / Anmerkungen
Quelle: Statistik des Bürgerbüros der Samtgemeinde Baddeckenstedt, August 2020.
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stand 2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt, Daten aus der Gemeinde Baddeckenstedt liegen nicht vor. Quelle: Betrachtung der Sozialräume im Landkreis Wolfenbüttel aus Sicht der Jugendhilfe, Oktober 2017.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Stand 2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt, Daten der Gemeinde Baddeckenstedt liegen nicht vor. Quelle: Betrachtung der Sozialräume im Landkreis Wolfenbüttel aus Sicht der Jugendhilfe, Oktober 2017.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
33
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Quelle: Statistik des Bürgerbüros der Samtgemeinde Baddeckenstedt, August 2020.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
5
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
SGB II-Beziehende Stand 2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt, Daten aus der Gemeinde Baddeckenstedt liegen nicht vor. Quelle: Betrachtung der Sozialräume im Landkreis Wolfenbüttel aus Sicht der Jugendhilfe, Oktober 2017.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
SGB II beziehende Kinder 0 bis 18 Jahre Stand 2016 in der Samtgemeinde Baddeckenstedt, Daten aus der Gemeinde Baddeckenstedt liegen nicht vor. Quelle: Betrachtung der Sozialräume im Landkreis Wolfenbüttel aus Sicht der Jugendhilfe, Oktober 2017.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
5
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
183 ausländische Bewohner. Quelle: Statistik des Bürgerbüros der Samtgemeinde Baddeckenstedt, August 2020.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
2
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
53 arbeitslose Menschen sind im Juli 2020 in der Gemeinde Baddeckenstedt gemeldet. Quelle: Statistik Service Nordost der Agentur für Arbeit.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
6 arbeitslose Menschen unter 25 Jahren sind im Juli 2020 in der Gemeinde Baddeckenstedt gemeldet. Quelle: Statistik Service Nordost der Agentur für Arbeit.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
wir_in_baddeckenstedt_kartenausschnitt1.jpg
(505.58 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Mit dem im Kick-Off Workshop von neuen und alteingesessenen Bewohner*innen in der Gemeinde artikulierten Bedarf und Wunsch nach Intensivierung von sozialen Beziehungen und dem Kennenlernen von Nachbar*innen in einem Treffpunkt in nächster Nähe ist eine wesentliche Voraussetzung von gemeinwesenorientierter Arbeit erfüllt. Das Projekt „WIR in Baddeckenstedt“ führt diese und weitere zu identifizierende Anliegen gezielt mit dem vorliegenden Engagement und Potenzialen zusammen. Bewohner*innen werden als Betroffene, Gestalter*innen ihres Umfeldes und Expert*innen wahrgenommen, angesprochen und aktiv eingebunden. Personelle Ressourcen einer koordinierenden und begleitenden Ansprechperson sind hierfür zentral. Hier laufen die Fäden zusammen, werden Workshops zur Ideenfindung moderiert und wird Schnittstellen- und Netzwerkarbeit mit Bewohner*innen, (Samt)Gemeinde, Politik sowie lokal tätigen Verbänden und Zivilgesellschaft geleistet. Aus der Bewohnerschaft heraus entwickelte und von Kooperationspartner*innen flankierend unterstützte Angebote können in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten der Schule im Innerste Tal eingebettet sein. Hier soll bereits und potentiell Engagierten ein Raum zur Artikulation geboten werden, welcher als Treffpunkt fungieren kann und von den Beteiligten gemeinschaftlich ausgestaltet wird.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Bewohner*innen werden zu ihren Anliegen befragt, treten in Ideenfindungsprozesse ein und gestalten entsprechend ihren Interessen maßgeblich die Angebote und den Treffpunkt (Start mit Kick-Off Workshop 04. März 2020).
Kriterium
Beschreibung
Durchführung von Qualifizierungs-/Empowerment-Kursen (z.B. Flüchtlingsvertretung)/Bewohner*innen nutzen bereitgestellte Räume und setzen eigene Projekte um/ Local leaders und Brückenbauer in Communities sind eingebunden.
Kriterium
Beschreibung
Nutzung der hohen Motivation, Potenziale und Expertisen von Bewohner*innen (z.B. Fahrdienste, Reparaturen, Kinderbetreuung, Kuchenbacken, Übersetzungen), die sich bei der Befragung und in informellen/niedrigschwelligen Anlässen herauskristallisieren.
Kriterium
Beschreibung
Neu aufzubauendes Netzwerk zur Kooperation tagt regelmäßig mit Bewohner*innen sowie Ehrenamtsvertretung, Entscheidungsträgern, Kooperationspartnern (wie (Samt)Gemeinde, Schule, DRK-Ortsverband, Caritas, Landkreis) zur Gemeinwesenarbeit vor Ort.
Kriterium
Beschreibung
Die in der Befragung und in Workshops/Werkstätten geäußerten Anliegen zu einem guten, nachbarschaftlichen Leben werden im Rahmen ihrer Machbarkeit angebahnt und von Bewohner*innen mit hauptamtlicher Unterstützung umgesetzt.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Caritasverband für Stadt und Landkreis Wolfenbüttel e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Wolfenbüttel e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Evangelische Familienbildungsstätte/MigrantenElternNetzwerk
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Flüchtlingsvertretung Samtgemeinde Baddeckenstedt
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Evangelische und Katholische Kirchengemeinde
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Freiwillige Feuerwehren Baddeckenstedt, Oelber, Rhene und Wartjenstedt
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Das Projekt schafft langfristige Strukturen, die auch über den Projektzeitraum verfügbar bleiben. Die Samtgemeinde plant, sich langfristig in diesem Bereich durch Bündelung verschiedener Aufgaben im Sozialbereich unter dem Themenschwerpunkt "Familien- und Sozialservice" zu engagieren. Ferner stellt der Landkreis Wolfenbüttel den Schultrakt nachhaltig als Möglichkeits- und Partizipationsraum zur Verfügung und unterstützt diesen als sozialräumlichen Treffpunkt in Baddeckenstedt.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Engagement ermöglichen - Gemeinwesen stärken / Kreativ und Aktiv in Lehre
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Oliver Ding
| Funktion | Projektleiter |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Ein Poetry-Slam "Lehrsche für Lehrsche": Engagement ermöglichen - kreativ das Gemeinwesen stärken!
Projektbeschreibung
Das Gemeinwesen in Lehre, zwischen Braunschweig und Wolfsburg wird durch das Engagement der Gemeindemitglieder gestärkt: Durch einen Poetry-Slam und vorherigen Schreibwerkstätten für Jung und Alt. Ziel ist es, dass sich sowohl die Menschen in den Gemeindeorten mehr für- und miteinander engagieren und dabei sowohl die Menschen der verschiedenen Orte, als auch der (etwas abseits gelegene, von vielen Geflüchteten bewohnte) soziale Brennpunkt "Kampstüh“ eingebunden werden.
Das wird im ersten Jahr mit Schreibwerkstätten und einem Poetry-Slam umgesetzt. Dieser wird als Wettbewerb durchgeführt und hat zum Inhalt: „Lehrsche für Lehrsche: Wir engagieren uns in unserer Gemeinde“. Der Vorschlag kam von Schülern und Eltern der Oberschule, die gern Geschichten über Lehre von jung und alt zusammentragen möchten. Sie haben Poetry-Slams u.a. in Braunschweig gesehen und regen an, das auch in und für Lehre zu machen.
Die Freiwilligenagentur hat Kontakte zu Dozenten, Poeten, Literaten und weiteren Künstlern, die sich daran beteiligen würden. Die Teilnehmer*innen lernen in interaktiven Schreibwerkstätten wie man Texte schreiben und präsentieren kann. Diese kann jede*r besuchen - alle Generationen und Kulturen können mitmachen! Die Werbung läuft via Internet, Presse, Flyer und Kulturveranstaltungen. Geflüchtete im Brennpunkt "Kampstüh" werden über den Verein "Willkommen in Lehre" gewonnen und einbezogen.
Die Ergebnisse der Inhalte (das heißt hierbei entstehende Ideen und Vorschläge der Teilnehmer*innen zur Verbesserung des Gemeinwesens) des/der Poetry-Slams werden gesammelt, sortiert und präsentiert.
Mit weiteren moderierten Kreativ-Workshops unter der Anwendung entsprechender Techniken wird mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde ausgearbeitet, welche in den Poetry-Slams gewonnenen Ideen sich wie einsetzen und umsetzen lassen. Diese werden im zweiten Jahr der Politik nahegebracht und gemeinsam umgesetzt. Hiermit wird das Engagement in der Gemeinde gestärkt.
Das Ergebnis: Die Menschen der Gemeinde werden motiviert sich für ihre Belange gemeinsam einzusetzen. Die im Poetry-Slam gewonnenen Ideen kommen aus der Bürgerschaft und werden gemeinsam umgesetzt. Das bedingt eine hohe Identifikation und Motivation zum persönlichen Engagement. Es agieren Menschen, die bisher eher nebeneinander als miteinander leben. Die Ortsteile werden belebt und das Engagement in der gesamten Gemeinde wird gestärkt.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Freiwilligenagentur ist in Lehre aktiv und setzt Projekte kultureller Art um. Sie kooperiert mit der Gemeinde, Vereinen und engagierten Bürger*innen. Der Freiwilligenagentur liegt eine Anfrage nach einem Poetry-Slam aus der Oberschule vor. Diese Anfrage soll Basis des Projektes sein.
Die Probleme sind:
1. Es gibt unseres Wissens wenig Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung für junge Menschen – vor allem zu kulturellen Themen. Resultat: Die Jugendlichen und jungen Familien unternehmen weniger in der Gemeinde, fahren nach Braunschweig oder Wolfsburg, die jungen Menschen der verschiedenen Orte / Ortsteile unternehmen selten etwas zusammen. Das könnte die Identifikation mit der Gemeinde vermindern.
2. Die Gemeinde besteht aus acht verschiedenen kleinen Ortschaften, die wenig miteinander vernetzt sind.
3. Der soziale Brennpunkt ist der Bereich in Lehre am Ortsausgang in Richtung „Kampstüh“: In dem etwa 1 km östlich des Ortskerns (abseits) von Lehre gelegenen Anwesen, das im 2. Weltkrieg als Waffenlager diente, ist ein großer Teil der Geflüchteten der Gemeinde zu Hause. Am Ortsausgang wohnen dagegen u.a. Familien, die dem Thema „Einwanderung und Flüchtlinge“ skeptisch gegenüberstehen. Das birgt Konfliktpotential.
4. Es ist für unser Vorhaben notwenig mehr über die Menschen in der Gemeinde zu erfahren und Wege zu finden, mehr Verständnis für einander zu entwickeln sowie das gemeinsame Engagement zu fördern.
Es fehlen Angebote, bei denen sich kreativ und niederschwellig mit den Wünschen und Sorgen der Bürger*innen vertraut gemacht wird und die Lösungsvorschläge an die Politik der Gemeinde richten.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Gemeinde Lehre
Beschreibung
Die Gemeinde Lehre gehört seit der Gebietsreform 1972 Jahren mit seinen 8 Orten zum LK Helmstedt. Da sie aber räumlich weit weg von Helmstedt liegt (ca. 40 km), gab es immer wieder Streit um die Zugehörigkeit der Gemeinde. Einige wünschen eine Angliederung an Braunschweig, andere wollen von dem starken Wirtschaftsstandort Wolfsburg profitieren. Beide Städte liegen räumlich näher an Lehre als die Stadt Helmstedt - derzeit ruht dieser Streit.
Einwohnerzahl
12135
Quelle / Anmerkungen
Quellen: Wikipedia / Rathaus Lehre
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Es gibt immer mal Konflikte mit den Bewohnern des Kampstüh (Flüchtlinge), da es in der ländlichen Region einige konservative Mitbürger mit rechten Tendenzen gibt. Zur Gewalt hat es bislang zum Glück noch nicht geführt. Die meisten Geflüchteten der Gemeinde wohnen im Kampstüh.
Quelle: Persönliche Befragung von Mitbürgern und Mitarbeiter*innen im Rathaus / Wegweiser Kommune
Projektgebiet in Prozent
32
Gesamtstadt in Prozent
32
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Es gibt nur eine Oberschule, andere weiterführende Schulen, wie z.B. ein Gymnasium und Ausbildungsmöglichkeiten fehlen in der Gemeinde. Es herrscht schon bei jungen Leuten der Zwang zum Pendeln. Folge: Viele Jugendliche und junge Familien orientieren sich nach Braunschweig oder Wolfsburg - unternehmen dadurch wenig für und in der Gemeinde. es könnte dabei auch zu einer "Überalterung" der Bevölkerung in der Gemeinde kommen.
Quelle: Persönliche Befragung von Mitbürgern und Mitarbeiter*innen im Rathaus / Wegweiser Kommune
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
luftbild_lehre_und_kampstueh.pdf
(3.15 MB)
gemeinde_lehre.pdf
(361.31 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Durch das Projekt werden die Kommunikation, Selbstorganisation und die gemeinsame Handlungsfähigkeit der Bevölkerung in der Gemeinde gestärkt. Damit dient es dem Empowerment der Menschen in der Gemeinde. Die Workshops (be)stärken die teilnehmenden Menschen darin, ihre Interessen zu formulieren. Die Poetry Slams als öffentliche Veranstaltung sowie die Sammlung und Aufbereitung der Ergebnisse helfen dabei, diese Interessen an verantwortliche Stellen (Politik und Verwaltung) zu transportieren.
Die Freiwilligenagentur wird ihre Stärken vor Ort nutzen: Im bestehenden Kulturprojekt mit der Gemeinde verfügt sie über Zugänge zu Multiplikatoren. Sie nutzt eine Ausstellung zum Thema "Demokratie", das von einem Projekt aus Braunschweig begleitet wird, um auf den Poetry-Slam aufmerksam zu machen. Sie gewinnt Ehrenamtliche aus verschiedenen Themenfeldern (außer Kultur z.B. auch Sport) und nutzt bestehende Kooperationen zu Vereinen und Initiativen. Die Bewohnerinnen werden durch diese Netzwerke und Aktionen aktiviert und motiviert am Poetry-Slam teilzunehmen. Vorhandene Strukturen z.B. zu Theatergruppen werden genutzt.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Das Erfolgsrezept: Die Menschen nehmen an den Workshops und dem Poetry Slam teil. Hierbei können sie niederschwellig und mit Spaß an der Erarbeitung und Vorführung ihre Wünsche an die Gemeinde vermitteln.
Kriterium
Beschreibung
Ein Erfolg ist, wenn die Nachbarschaften (Orte) mehr zusammenrücken und gemeinsam etwas veranstalten (hier: den Poetry Slam als Wettbewerb in den Orten) und wenn Bewohner des "Kampstüh" eingebunden werden (z.B. Geflüchtete)
Beschreibung
Von einem Erfolg sprechen wir, wenn Teilnehmer*innen und Teilnehmer aus den verschiedenen Orten und vor allem dem "Kampstüh" mitmachen und lernen sich (künstlerisch / niederigschwellig) zu Wort melden.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Ober-Schule Lehre (einzige weiterführende Schule) in der Gemeinde
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchen der Gemeinde: Pfarramt der Gemeinde Lehre, St. Johannes-Gemeinde in Essenrode
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Lokale Presse (Helmstedt Nachrichten / Helmstedter Anzeiger / Lehrscher Bote) / Internet- und Social Media-Präsenz Gemeinde Lehre und Freiwilligenagentur
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Zur Sicherung und Fortsetzung des Projektes ist es notwendig, dass eine hauptamtliche Ansprechperson (mit mind. einer Halbtagsstelle) vor Ort bleibt. Die Freiwilligenagentur wird, mit Hilfe der Kommune und / oder mit Multiplikatoren des Projektes, die Mittel dafür auftreiben. Diese können über lokale Ressourcen (z.B. Firmen oder Sponsoren im Projektgebiet, z.B. VW oder Zulieferer) bzw. über regionale Stiftungen (z.B. Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz) eingeworben werden.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On