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Stärken-/Schwächenanalyse

WIR sind Quartier – Strukturen für ein gelingendes Miteinander in Salzgitter (WIQu)

Ansprechpartner
Katharina Wunderling
Funktion Fachdienstleiterin
WIR sind Quartier – Strukturen für ein gelingendes Miteinander in Salzgitter (WIQu)
Projektbeschreibung
Die Stadt Salzgitter ist vielfältig und bunt. Über 100.000 Menschen aus über 120 Nationen haben hier ein Zuhause gefunden. Zuzüge unterschiedlicher Art haben die Stadtgesellschaft seit Gründung geprägt. Durch den Zuzug von Flüchtlingen ab 2015, sowie dem aktuell Zuzug von EU-Osteuropäern ist der Druck auf die bestehenden Strukturen und die Nachbarschaftsbeziehungen der Bewohner in Salzgitter massiv angestiegen. Diese Vielfalt an Kulturen, Lebensstilen, Religionen und Sprachen bietet auf der einen Seite die Chance des gegenseitigen Profitierens und voneinander Lernens, auf der anderen Seite steigen die Herausforderungen im Miteinander der Menschen. Vergleichsweise preiswerter Wohnraum in einigen Quartieren begünstigt den Zuzug von Menschen mit Unterstützungsbedarf und oft multiplen Problemlagen. Als Antwort auf die quartierbezogenen Herausforderungen ist vielfältige GWA oft durch freie Träger, Institutionen, Verbände und Vereine entstanden. Mit dem Projekt WIQu soll eine stadtweit vergleichbare, moderierte, quartiersbezogene Beteiligungs- und Kooperationsstruktur etabliert werden, die ausgehend von der Beteiligung der Bewohnerschaft auch die handelnden Akteure zusammenführen soll. Zukünftig soll WIQu auf weitere Quartiere übertragbar sein. Salzgitter etabliert in problembelasteten Quartieren Kontorsarbeit, um mit den Bewohnenden und Akteuren und der Kommune zu arbeiten. Die Stadtteilkontore bilden eine Brücke zwischen den in der GWA bereits tätigen Personen und den neu zu etablierenden Strukturen in den jeweiligen Quartieren. Schulungen für alles Beteiligten erfolgen durch die Ostfalia Hochschule. Die Interessen, Wünsche und Bedürfnisse aller Bewohner in den Quartieren stehen hierbei im Vordergrund. Ziel ist die Gestaltung eines „inklusiven Stadtteils“ durch Informieren, Koordinieren, Vernetzen und Evaluieren. Das Konzept der GWA soll in die kommunalen Strukturen implementiert werden. Stadteinheitliche Strukturen schafft Transparenz und fördert Beteiligung der Menschen. Die drei ausgewählten Quartiere zeigen neben benachteiligten Wohngebieten (Ankunftsorte für Flüchtlinge und EU-Bürger) und dem demografischen Wandel auch eine deutliche Gefährdung des Zusammenhaltes im Gemeinwesen bzw. der Teilhabe im Gemeinwesen auf. Die bestehende soziale Infrastruktur entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen, Nachbarschaften schauen zunehmend distanziert und ablehnend aufeinander. Die Wohnungswirtschaft wird in die Lösungsprozesse eingebunden.
Ausgangslage
Die Stadt Salzgitter hat sich frühzeitig konzeptionell auf die Aufnahme von Flüchtlingen vorbereitet. Insbesondere aufgrund des hohen Wohnungsleerstandes im Billigsegment und einer bereits bestehenden syrischen Community war jedoch ein rasanter Zuzug zu verzeichnen, dessen Quantität alle Strukturen und Einrichtungen extrem überfordert hat. Besonders belastete Quartiere mit hohem Migrationsniveau und hohem Wohnungsleerstand im Billigsegment verzeichneten einen rasanten Zuzug, der die Quantität aller Strukturen und Einrichtung extrem überforderte. Die von der Stadtverwaltung erstellte integrierte Sozialstrukturplanung ist in der Lage, sich anhand diverser Indikatoren ein differenziertes Bild über die Sozialstruktur und deren Veränderungen zu machen. Der Zuzug konzentriert sich u.a. auf den Norden von Salzgitter, der seit vielen Jahren als Brennpunkt eingestuft ist. Der Leerstand ist derzeit noch hoch und wird auf stadtweit ungefähr 3.000 Wohnungen geschätzt. Die ausgewählten Quartiere sind für dieses Projekt bewusst fokussiert worden. In den drei Quartieren wurden bereits Umstrukturierungen durch die Bundesprojekte „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“ implementiert. Diese Strukturierung ist in den letzten vier Jahren stark aufgebrochen und bedarf der Neuorientierung. Die Unterschiedlichkeit der Quartiere in den bisherigen Unterstützungssystemen entspricht bewusst dem modellhaften Ansatz des Förderprojekts. Besonders auffällig und im Regelsystem kaum greifbar, sind die Zielgruppen Frauen und Jugendliche/junge Erwachsene. Mit diesem Projekt sollen sowohl individuelle, bedarfsgerechte Angebote vor Ort als auch stadtweit geltende Strukturmodelle entwickelt werden.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Salzgitter Nord mit den Quartieren Fredenberg, Seeviertel und Steterburg
Beschreibung
Das Projektgebiet besteht aus drei Quartieren (Seeviertel, Fredenberg und Steterburg), die im Norden bzw. Nordosten von Salzgitter liegen. Das „Seeviertel“ besteht aus 4 statistischen Bezirken, die in Salzgitter-Lebenstedt am Salzgittersee bzw. in unmittelbarer Nähe liegen. Das Quartier dehnt sich bis zum zentral gelegenen Rathaus aus. Der Fredenberg gehört auch zu Salzgitter-Lebenstedt und ist ein (großer und bevölkerungsstarker) statistischer Bezirk. Fredenberg grenzt südöstlich an den Salzgittersee. Steterburg befindet sich im Nordosten der Stadt Salzgitter, im Stadtteil Salzgitter-Thiede und ist dort ein statistischer Bezirk im westlichen Teil.
Einwohnerzahl
24921
Quelle / Anmerkungen
Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Mit Abschluss des Projektes Soziale Stadt am Fredenberg konnte eine Stabilisierung der sozioökonomischen Struktur verzeichnet werden. Aufgebaute Netzwerke blieben erhalten. Den Herausforderungen der Zuzüge von Flüchtlingen und EU-Osteuropäern waren den Strukturen nicht gewachsen. Zur Anpassung der Strukturen an die Interessen der Zugewanderten ist die Erarbeitung eines gemeinsamen Konzeptes mit Akteuren, Bewohnenden und der Stadt Projektziel. Aufgrund dieser Erfahrung ist für das soziale Stadtgebiet Steterburg die frühzeitige Aktivierung der Bewohnenden durch Gemeinwesenarbeit und der parallele Aufbau Quartiersmanagement zum baulichen Quartiersmanagement geplant.
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
17
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 16,7 % Gesamtstadt: 14,3 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
(15 - einschl. 26 Jahre) Projektgebiet: 14,2 % Gesamtstadt: 13,8 % (0 - einschl. 26 Jahre) Projektgebiet: 30,9 % Gesamtstadt: 28,1 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
27
Gesamtstadt in Prozent
29
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 27,2 % Gesamtstadt: 28,8 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
9
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 8,9 % Gesamtstadt: 7,7 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
5
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
(Arbeitslose bis 24 Jahre) Projektgebiet: 5,0 % Gesamtstadt: 4,8 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 23,2 % Gesamtstadt: 23,0 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017; Kosis HHGen
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
17
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 24,6 % Gesamtstadt: 17,2 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
57
Gesamtstadt in Prozent
39
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 56,8 % Gesamtstadt: 38,7 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: 19,2 % Gesamtstadt: 15,7 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017; Statistik der Bundesagentur für Arbeit; eigene Statistiken des Fachdienstes Soziales und Senioren
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
28
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
(Kinder unter 15 Jahren im SGB II-Bezug (Kinderarmut)) Projektgebiet: 36,1 % Gesamtstadt: 27,8 % Stadt Salzgitter/Einwohnermeldewesen 31.12.2017; Statistik der Bundesagentur für Arbeit
GWA/QM-Ansatz
Der Stadt Salzgitter liegt am Herzen, dass sich die Bewohner wohlfühlen und mit ihrem Wohnumfeld, dem Sozialraum, zufrieden sind. Wir legen großen Wert darauf, eine Kinder- und lernfreundliche Stadt zu sein – wobei sich lernfreundlich nicht allein auf die klassische Schulbildung bezieht. Wir als Kommune wollen zusammen den Sozialleistungsträgern und den Bewohner langfristig lernen, planen, entwickeln und handeln. Die beinhaltet u.a. viel Dialogarbeit, unterschiedlichste Aktionsformen und Projekte, die besonders durch Empowerment und Ressourcennutzung der Menschen vor Ort den Sozialraum zum Leben erwecken. Zeitgleich erarbeiten Haupt- und Ehrenamtliche eine Kooperations- und Koordinationsstruktur, welche als Basis für die GWA in Salzgitter dienen soll und dennoch Individualität fördert. Dahinter steckt der Verbesserungswunsch für materielle, immaterielle und infrastrukturelle Bedingungen (Stövesand/Stoik 2013). Wir sehen diesen Prozess als langfristiges Projekt. Wir wollen Begegnungen auf interdisziplinärer Ebene ermöglichen. Wir arbeiten transparent. Wir verwerfen Altes der strukturieren es um. Wir entwickeln Neues. Wir lernen. WIR sind Quartier.
Qualitätskriterien
Beschreibung
Die Bewohnenden werden aktiv eingebunden und nehmen nicht nur an bestehenden Angeboten teil sondern gestalten neue passgenaue Aktivitäten mit. Sie werden fester und wesentlicher Teil der neuen Quartiersstruktur und bringen ihre Fähigkeiten direkt ein.
Beschreibung
Die Menschen sind im Gemeinwesen in der Lage, Beiträge bei Quartierstreffen und Veranstaltungen einzubringen. Sie können Angebote (auch begleitet) selbst schaffen und umsetzen.
Beschreibung
Die Arbeit im Quartier wird von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen belebt und gestaltet. Gemeinsamkeiten werden entdeckt und Verbindungen zwischen den Menschen geschaffen. Es gibt zahlreiche Kontaktmöglichkeiten.
Beschreibung
Zum Aufbau einer funktionierenden Gemeinschaft werden die Ressourcen der Einzelnen und der Akteure genutzt und gefördert. Das aktive Bürgerengagement wird unterstützt.
Beschreibung
Durch die wissenschaftliche Begleitung und den Aufbau stadtweit einheitlicher Strukturen werden die bestehenden Netzwerke den aktuellen Herausforderungen angepasst und verlässlich implementiert. Die Zusammenarbeit aller findet „auf Augenhöhe“ statt.
Vorhandene Strukturen
In den ausgewählten Quartieren sind bereits Stadtteiltreffpunkte als Kristallisationsorte für Bürgerbeteiligung, GWA und Bewohnerthemen eingerichtet. Wohlfahrtsverbände bzw. ein Bürgerverein (Steterburg) betreuen die Treffs. Wichtige Beziehungsarbeit mit der Bewohnerschaft und den Akteuren wurde bereits geleistet. Das Bürgerengagement hat hier teilweise einen festen Platz und benötigt weiterhin Unterstützung und Stärkung. Neben dem vorhandenen hauptamtlichen QM sind qualifizierte Unterstützungskräfte (Stadtteilmütter/-väter, Maßnahmeteilnehmer des Jobcenters, Ehrenamtliche) in den Treffpunkten eingesetzt. Bereits jetzt werden unterschiedliche Zielgruppen erreicht. Insbesondere die Stadtteilmütter/-väter gehen auf Gruppen gezielt zu, die bisher die Angebote nicht genutzten. Strukturen zur Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und niedrigeschwelligen Bildungsangeboten für Bewohnende in Kooperation mit dem Jobcenter und Bildungsträgern sind vereinzelt aufgebaut. Eines der Projektziele ist die Implementierung der „guten Erfahrungen“ einzelner Treffs in den anderen Quartieren. Durch die geplanten neuen Strukturen können vorhandenen Quartierserfahrungen zielgerichtet transferiert werden. Die Bewohner stehen dabei mit ihren Wünschen und Bedürfnissen im Fokus und bilden die Basis des Strukturmodells. Gerade selbst organisierte Bürgerprojekte und Bewohnerstrukturen sollen eingebunden und die schon aufgebauten Netzwerke im Quartier können stärkend integriert werden.
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Fachdienst Kultur der Stadt Salzgitter
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Die Wohlfahrtsverbände im Stadtgebiet
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Interessengemeinschaft der Schulleiter
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Van der Horst Wohnen GmbH, TAG Wohnen & Service GmbH
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Bürgerverein Steterburg und andere
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Herrn Özcan Irkan, Vertreter der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Salzgitter-Lebenstedt (DITIB)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Städtische Pressestelle
Typ
Stadtteil
Galerie
schaubild wiqu
netzwerkstruktur im sozialraum
Zustimmung Veröffentlichung
On

Das "Nette"-Quartier in Osnabrück – generationengerechter Stadtteil für Alle!

Ansprechpartner
Ulrich Freisel
Funktion Sachgebietsleitung Bürgerbeteiligung, Freiwilligenengagement und Senioren
Akteure vernetzen – Generationen verbinden – Beteiligung stärken in Dodesheide-Haste-Sonnenhügel!
Projektbeschreibung
Der Fluss „Nette“ verbindet die Stadtteile Dodesheide, Haste und Sonnenhügel und symbolisiert die Projektidee der Vernetzung von Jung und Alt. Bisher hat sich die kommunale Quartiersarbeit auf die Zielgruppen Kinder, Jugend und Familien sowie Menschen mit Migrationshintergrund und den Ansatz „Jugend stärken im Quartier“ fokussiert. Im Projektgebiet soll nun erstmalig modellhaft der integrative Ansatz „Quartier für Alle!“ umgesetzt werden. Die Fachbereiche „Kinder, Jugendliche und Familien“ und „Integration, Soziales und Bürgerengagement“ arbeiten dabei ressortübergreifend zusammen, um perspektivisch ein gesamtstädtisches Konzept der sozialraum- und beteiligungsorientierten, aktivierenden Quartiersentwicklung zu erarbeiten. Der integrative Quartiersansatz erweitert die Arbeit der Akteure um den Aspekt „Ältere im Quartier“. Nur durch die Implementierung dieses Ansatzes wird das Potential des Quartiers für die lokale Entwicklung erschlossen. Für den Schritt vom Austausch zum koordinierten Handeln ist ein/e Projektkoordinator*in erforderlich, der die bestehenden Strukturen (Akteure, Stadtteilzeitung etc.) und Vernetzungen (Runde Tische) aufgreift und alle Zielgruppen generationen- und nationalitätenverbindend in den Blick nimmt. Dabei soll insbesondere das Engagementpotential im Projektgebiet für Partizipation, nachbarschaftliche Unterstützungsangebote (Deutschkurse, Hausaufgabenhilfe, Leselernhilfen, Großelternpatenschaften, Taschengeldbörse, Besuchs- und Begleitdienste, Demenzbetreuung etc.), aber auch für Freizeit- und Stadtteilkulturangebote erschlossen werden. Durch einen Prozess der Quartiersentwicklung soll der soziale Zusammenhalt aller Bewohnergruppen gefördert, die soziale Teilhabe aller ermöglicht und die soziale Infrastruktur insgesamt verbessert werden. Die Stadt übernimmt gemeinsam mit einem Quartiersbeirat die koordinierende Rolle.
Ausgangslage
Die Bevölkerungsstruktur im Projektgebiet verändert sich: • Der Anteil der Gruppen 60 und 80Plus steigt, in Haste leben insbesondere viele einkommensschwache ältere russischstämmige Aussiedler ohne familiäre Unterstützung. Es entstehen Herausforderungen der Versorgungssicherheit im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge. Diese Alterung der Bevölkerung macht eine altersgerechte Anpassung der Lebensbedingungen und Unterstützungsstrukturen erforderlich. • Der Zuzug benachteiligter Bewohner sowie von Geflüchteten und Zuwanderern in ein angrenzendes Konversionsgebiet bewirkt im Projektgebiet einen hohen Integrationsbedarf in Schulen und Kitas. Der Zuzug von benachteiligten Menschen mit Migrationshintergrund führt zu Ängsten und verändert das Image des Projektgebietes. • Der seit 20 Jahren bestehende Nachbarschaftshilfeverein (NHV) mit seinen Unterstützungsangeboten bricht durch Überalterung der Mitglieder weg. • Engagement- und Selbstorganisationspotentiale bieten a) die aktive ältere Babyboomergeneration und b) die vorwiegend jungen Familien, die mit der Konversion der Britischen Streitkräfte am Sonnenhügel zugezogen sind. Darunter auch ein gemeinschaftliches Wohnprojekt mit 29 Wohneinheiten. Die genannten Bewohnergruppen (Alteingesessene, Neubürger*innen und Migrantengruppen) leben relativ unverbunden in unterschiedlichen Subkulturen. Bisher arbeiten die Einzelakteure im Gebiet mit einzelnen Zielgruppen (meist Kinder, Jugendliche und Familien), sie tauschen sich aus, arbeiten aber nicht integrativ an den genannten Herausforderungen und Problemen zusammen.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Osnabrück Dodesheide - Haste - Sonnenhügel
Beschreibung
Bei dem Projektgebiet handelt es sich um Teile der Osnabrücker Nordstadt, um das „Einzugsgebiet“ der Hauptakteure der sozialen Stadtteilarbeit, d.h. das Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße, der Friedensgarten e. V., die Kulturinitiative Sommerbühne an der Lerchenstraße, das Mehrgenerationenhaus Haste, die Nachbarschaftshilfe „Dodesheide-Haste-Sonnenhügel“ und die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden. Die drei Stadtteile sind ebenfalls in einem Bürgerforum der Stadt gemeinsam organisiert. Das als Projektgebiet herausgehobene Teilgebiet beheimatet verschiedene, für die GWA relevante Zielgruppen, mit entsprechenden Herausforderungen und Potentialen. Im Teilgebiet Haste kann von einer Spaltung der gut situierten Eigenheimbewohnerschaft und der benachteiligten, teils russischstämmigen Bewohnerschaft der Hochhäuser gesprochen werden. Im Westen umgrenzt das Projektgebiet die Konversionsfläche Sonnenhügel mit zugezogenen Neubürgern. Östlich vom Haster Weg ist die relativ gut situierte, aber stark alternde Bevölkerung angesiedelt (Hof Hanesch und „Höfe“ zwischen Haster Weg, Eller Straße und In der Dodesheide). Das Wohngebiet Dodesheide-Ost (östlich der Eller Straße) mit stark benachteiligter Bevölkerung wurde nicht dem Kern-Projektgebiet zugeordnet, da dort ein separates Unterstützungsprojekt „Jugend stärken im Quartier“ mit Anlaufstelle für die Quartiersbewohner*innen angesiedelt ist. Die Bewohner*innen berühren das Projekt jedoch als Nutzer*innen der Infrastruktur, Schulen, Kitas und der Migrations- und Flüchtlingsberatung (Kooperationsprojekt von Ev. Familien-Bildungsstätte und ev. Kirchengemeinde) des Projektgebietes. Sie werden außerdem durch die Freiwilligenprojekte des Projektgebietes (Hausaufgabenhilfe, Deutschkurse, Lesepaten) erreicht. In der Mitte liegt das Naherholungsbebiet „Nettetal“ mit dem Fluss „Nette“, das von allen Quartiersbewohner*innen genutzt wird und dem Projekt seinen Namen gibt.
Einwohnerzahl
9918
Quelle / Anmerkungen
Melderegister der Stadt Osnabrück
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
13
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermelderegister
Projektgebiet in Prozent
26
Gesamtstadt in Prozent
31
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermelderegister
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
24
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermelderegister
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
30
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermelderegister
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Bundesagentur für Arbeit, (nur SGB II)
GWA/QM-Ansatz
Die Quartierskoordination verbindet Elemente des GWA mit QM. Im Rahmen von GWA initiiert sie die horizontale Vernetzung der Akteure im Gebiet u. orientiert deren Zusammenarbeit auf den integrativen Ansatz „Quartier für Alle“. Strategien der Aktivierung ermitteln Interessen, Bedarfe, Fähigkeiten aller Bewohnergruppen, die für die Quartiersgestaltung handlungsleitend sind. GWA unterstützt die Bewohner, Verantwortung für ihre Belange zu übernehmen und gemeinsam mit den lokalen sozialen Akteuren Angebote zu entwickeln, die die Teilhabe aller im Quartier verbessern, nachbarschaftliche Netze u. soziale Aktivitäten stärken. Durch Befähigung zur Teilhabe und Schaffung von Begegnung zwischen den Submilieus wird soziale Segregation im Projektgebiet verhindert und Versorgungs-/ Unterstützungssicherheit verbessert. Wichtige Partner sind dabei das Gemeinschaftszentrum, das Mehrgenerationenhaus und der NHV, die bereits mit allen Zielgruppen arbeiten. Neue Initiativen (Friedensgarten, Kulturinitiative, Gem. Wohnprojekt) bilden das Entwicklungspotential des Quartiers. Im Rahmen von QM werden Maßnahmen und Handlungsfelder koordiniert, der Kommunikationsprozess der Akteure moderiert und ein Akteursdialog initiiert, der langfristig in ein gesamtstädtisches Rahmenkonzept „Quartiersentwicklung“ mündet. Es erfolgt also Prozesssteuerung bezogen auf die Projektziele und den Wissenstransfer an der Schnittstelle zwischen Praxisprojekt und Verwaltung, die eine Organisationsstruktur hierfür aufgebaut
Qualitätskriterien
Beschreibung
Die Projektkoordination hat (auch vermittelt über lokale Einrichtungen und Organisationen) Kontakt zu den verschiedenen Zielgruppen/Initiativen im Quartier; deren Interessen, Bedarfe und Potentiale sind bekannt und dokumentiert.
Beschreibung
Bewohnergruppen kennen/nutzen für sie wichtige Ansprechstellen/Angebote im Quartier. Bewohner organisieren (selbständig oder begleitet) Aktivitäten, bringen sich als Unterstützer/ Freiwillige ein, sind untereinander vernetzt, werden qualifiziert.
Beschreibung
Ressourcen des Quartiers, der Bewohner und Bewohnergruppen sind bekannt und dokumentiert. Stärken-Schwächen-Analyse (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität). Ressourcen werden genutzt u. im Stadtteilnetzwerk weiterentwickelt.
Beschreibung
Soziale Akteure und Bewohnergruppen sind für das Leitbild „Quartier für Alle“ sensibilisiert. Netzwerke, Aktivitäten und Angebote werden generationen- und zielgruppenübergreifend angelegt.
Beschreibung
Die Zusammenarbeit der Akteure hat sich vom Austausch über das je einzelne Vorgehen zum abgestimmten Handeln im Hinblick auf einen „sozialen Stadtteil“ weiterentwickelt. Daraus entstehen zielgruppenübergreifende Projekte und Unterstützungsstrukturen.
Beschreibung
Engagementpotentiale für bestehende/neue (Unterstützungs-) Angebote wurden erschlossen (insbes. 60+ und Migranten). Qualifizierung „Freiwillige Nachbarschaftshilfe“ wurde durchgeführt. Zugewanderte/Ältere werden von Angeboten erreicht.
Beschreibung
Die Verwaltung hat begonnen eine Struktur zu schaffen, innerhalb derer sich die Ressorts „Kinder, Jugendliche und Familien“, "Städtebau" und „Integration, Soziales (Senioren) und Bürgerengagement“ austauschen und ihre (Stadtteil-) Arbeit abstimmen.
Beschreibung
Aus den Projekterfahrungen entwickelt die Verwaltung perspektivisch in Kooperation mit den Akteuren der GWA ein gesamtstädtisches Rahmenkonzept „Quartiersentwicklung“. Der Abstimmungsprozess über Leitbild, Prinzipien, Ziele und Standards wurde begonnen.
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Nachbarschaftshilfe Dodesheide-Haste-Sonnenhügel e. V. (Hausaufgaben-/Leselernhilfe, Großelternpatenschaften, Begleit-/Einkaufs-/Heimwerkerdienst, Betreuung Demenzkranker, Gruppen für Freizeit und Geselligkeit, Ausflugsfahrten, Kochgruppe-Männer)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Friedensgarten Osnabrück e. V. (Bürgerprojekt zur gemeinsamen Bewirtschaftung einer Fläche im Stadtquartier, Zusamenführung von Generationen und Ethnien)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kulturinitiative Sommerbühne an der Lerchenstraße e. V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgerverein Haste e. V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgerverein Nord-Ost der Stadt Osnabrück e. V. (Dodesheide, Sonnenhügel)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Sportvereine TuS Haste / Osnabrück 01e. V. und SSC Dodesheide e. V., Behindertensportverein St. Elisabeth Pflege
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gemeinschaftliches Wohnprojekt Sonne I und II Sonnenhügel
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Landsmannschft der Deutschen aus Russland e. V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Residenz Ambiente Osnabrück Haste (Pflegeheim und Betreutes Wohnen)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
St. Franziskus - St. Elisabeth Pflege (Ambulanter Caritas Pflegedienst, Tagespflege St. Angela, stationäre Pflege, Seniorenwohnungen)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Pflegedienst Westerfeld
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Haste
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Dodesheide / Sonnenhügel
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev.-luth. Matthäusgemeinde (Sonnenhügel)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev.-luth. Thomasgemeinde (Dodesheide) mit Familientreff Thomas und Flüchtlingsprojekt in Kooperation mit der Ev. Familienbildungsstätte
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev.-luth. Paul-Gerhardt-Gemeinde (Haste)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kath. Pfarrei Christus König (Christus-König (Haste), Heilig Geist (Sonnenhügel), St. Franziskus (Dodesheide))
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Caritas in der Christus-König-Pfarrei
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Rum-orthodoxe Gemeinde, Lerchenstraße
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße, FB Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Osnabrück (Angebote auch für Erwachsene und Senior*innen)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Regionaler Dienst Nord, städt. Jugendhilfe Stadt Osnabrück, Standort Haste
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Stadtteitreff Haste, Kath. Familien-Bildungsstätte e. V., (Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Mehrgenerationenhaus Haste, Kath. Familien-Bildungsstätte e. V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Lega S. Jugendhilfe gemeinnützige GmbH/ Nackte Mühle
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Sozialverband Deutschland, Ortsverband Osnabrück-Haste-Dodesheide
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Reparaturcafé Haste, Freiwilligenprojekt in der Nackten Mühle mit Unterstützung des NHV Dodesheide-Haste-Sonnenhügel
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Klöncafé im Café Lohmann, Freiwilligenprojekt des Seniorenstützpunktes der Stadt Osnabrück
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Haste, Trägervernetzung vorwiegend im Bereich Jugendhilfe
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Sonnenhügel/ Dodesheide (Trägervernetzung vorwiegend aus dem Bereich Jugendhilfe)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Siedlergemeinschaft Waaghegge
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Städtische Kindertagesstätte Haste
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kindertagesstätte ev.-luth. Matthäusgemeinde (Sonnenhügel)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kindertagesstätten der ev.-luth. Thomasgemeinde und Thomaskita am Limberg (Dodesheide)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kindertagesstätte St. Antonius (Haste)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kath. Kindertagesstätte Rasselbande (Haste)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kath. Kindergarten Heilig Geist (Sonnenhügel)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kath. Kindergarten St. Franziskus (Dodesheide)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Grundschule in der Dodesheide
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Albert-Schweitzer-Grundschule
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Grundschule Haste
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Grundschule Heilig-Geist
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Thomas-Morus-Schule (Haupt- und Realschule)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Angelaschule Osnabrück (Gymnasium)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Hermann-Nohl-Schule, Förderschule emotionale und soziale Entwicklung
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Berufsbildende Schulen des Landkreises Osnabrück in Haste
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Hochschule Osnabrück, Gartenbau / Landschaftspflege (nähe Projektgebiet)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Stadtwerke Osnabrück AG - Nettebad (Sport, Wellness, Kurse)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
SPD Ortsverein Osnabrück Nord
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
CDU Ortsverband Haste-Dodesheide-Sonnenhügel
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
KAOS e.V., Kultur für Alle Osnabrück
Typ
Stadtteil
Zustimmung Veröffentlichung
On

PInsel

Ansprechpartner
Stephanie Thiering
Organisation EJF gemeinnützige AG
Funktion Bereichsleitung
niedrigschwellige Projektarbeit als Motor für Integration
Projektbeschreibung
Über das Projekt P(roduktions)Insel sollen junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren mit Vermittlungshemmnissen über einen niedrigschwelligen Einstieg durch gemeinsame handwerkliche Tätigkeiten ihre sozialen Fähigkeiten in einer Gruppe sowie ihre fachlichen Fähigkeiten bei der Planung und Durchführung von verschiedenen Arbeiten erweitern. Ziel ist es, in den Arbeitsbereichen "Back- und Kochstraße" und "Bauen und Basteln" den Quakenbrücker Stadtteil Neustadt sowie die vier Jugendtreffs in der Samtgemeinde Artland mit kulinarischen Köstlichkeiten zum Selbstkostenpreis zu versorgen. Zudem sollen viel genutzte Plätze z.B. mit selbstgebauten Blumenkästen verschönert und brachliegende Flächen wieder der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. So erfolgt bei den Teilnehmern eine Identifikation mit ihrer Gemeinde, es wird stärker auf die Instandhaltung geachtet und die Wertigkeit durch das Einbringen der eigenen Arbeitskraft erhöht sich. Da vor allem in der Quakenbrücker Neustadt viele Jugendliche ohne Schulabschluss und Aussicht auf eine Arbeitsstelle wohnen, soll mit diesem Projekt zunächst das Bewusstsein entstehen, dass jeder sich durch die eigenen Hände und somit durch die eigene Tätigkeit die nach außen sichtbar Wohnqualität verbessern kann und Spaß an handwerklicher Arbeit findet. Die Wichtigkeit eines Schulabschlusses und damit verbunden eine abgeschlossene Ausbildung wird mit dem Sozialpädagogen erarbeitet. Diese Erkenntnis, mit dem eigenen Handeln etwas für sich und andere bewirken zu können ist der erste Schritt, um die Integration in das Gemeinwesen und in eine langfristig orientierte Erwerbstätigkeit erfolgreich zu schaffen. In diesem Prozess werden die Teilnehmer eng von Sozialpädagogen und Anleitern mit fachspezifischem handwerklichen Hintergrund in den unterschiedlichen Prozessstufen begleitet und in ihrer Entwicklung gefördert. In monatlichen Gespräche mit der MaßArbeit kAöR (SGB II) werden die Fortschritte miteinander besprochen. Bei guten Erfolgen in der Projektarbeit erfolgt eine Vermittlung der Teilnehmer in eine Ausbildung, eine Einstiegsqualifizierung oder eine Arbeitsstelle. Um die Erfolgschancen des Teilnehmer auf Dauer zu sichern, wird dieser weiterhin regelmäßig von dem Sozialpädagogen im Betrieb besucht. Zudem sollen Gespräche mit dem Firmenchef ein Abbrechen der Arbeit verhindern. Die Reintegrationsphase ist abgeschlossen, wenn der Teilnehmer ohne weitere Unterstützung einer Ausbildung oder Arbeit nachgeht bzw. nachgehen kann.
Ausgangslage
In der Samtgemeinde Artland, insbesondere in Quakenbrück, gibt es eine große Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei denen eine gute Schulbildung sowie das Erlernen eines Berufes oder das Ergreifen einer Arbeitsstelle eine geringe Bedeutung haben. Die angezeigten Schulpflichtverletzungen sind relativ hoch, so dass es für die Samtgemeinde Artland zwei Projekte zum Abbau von Sozialstunden gibt. Die Hürde, den Schulbesuch wieder regelmäßig aufzunehmen, sind bei einigen Jugendlichen aufgrund ihrer kulturellen Prägung und dem Miteinander in der Peer-Group relativ hoch. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bekommen von den älteren Personen ihres Kulturkreises zumeist das Bild vermittelt, dass Schulbildung und Arbeit eine geringe Rolle für das weitere Leben spielen. Es fehlt ihnen an Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen, die Motivation, morgens aufzustehen und für die Erfüllung ihrer Wünsche und Träume etwas zu leisten. Für die Mädchen ist häufig eine frühe Heirat verbunden mit einer frühen Schwangerschaft das wichtigste in ihrem jungen Leben. Da sich die Probleme im Jugendalter manifestieren, gibt es genügend Erwachsene zwischen 28 und 55 Jahren, die weder einer geregelten Arbeit nachgehen, noch eine abgeschlossene Ausbildung haben. Um diese kulturellen Einflüsse und eingefahrenen Verhaltensmuster aufzuweichen wird angestrebt, dass sich die jungen Menschen gemeinsam mit den Erwachsenen für ihre jeweilige Gemeinde engagieren und in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen voneinander und miteinander lernen.
GWA/QM-Ansatz
Die Gemeinwesenarbeit stellt einen Ansatz der Sozialen Arbeit dar, bei dem gemeinsam mit den Teilnehmern versucht wird, die Lebensqualität in ihrem Wohnquartier zu steigern. Zudem sollen Problemlagen, die das Miteinander im Quartier beeinträchtigen aufgegriffen und durch gezielte Handlungsansätze langfristig gelöst werden. Gemeinsam mit dem Sozialpädagogen und den Anleitern für die Arbeitsbereiche "Bauen und Basteln" und "Back- und Kochstraße" sollen mit den Teilnehmern Ideen entstehen und umgesetzt werden, die ein gemeinsames Miteinander der unterschiedlichen Generationen, Kulturen und Migrationsgeschichten ermöglichen. Der Sozialpädagoge und die Anleiter bringen sich dabei aktiv in das Geschehen ein und helfen, Hürden des Miteinanders zu verringern und abzubauen. Zudem soll über die Integration in das Arbeitsleben eine Möglichkeit geschaffen werden, das Selbstwertgefühl des Einzelnen zu stärken und Kompetenzen zu erlernen, die auf unterschiedliche Arten wieder dem Gemeinwesen zu gute kommen.
Vorhandene Strukturen
Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG betreibt in der Quakenbrücker Neustadt ein Mehrgenerationenhaus, in dem unterschiedliche Angebote für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Erwachsene und Senioren für einen geringen Kostenbeitrag angeboten werden. Ehrenamtliche begleiten einen Seniorenmittagstisch oder engagieren sich als Lesepaten. Über das Projekt "Jugend stärken im Quartier" sollen durch den Jugendcoach und den Berufsstarter Jugendlichen ohne institutionelle Anbindung aufgesucht und an bestehende Angebote in der Stadt oder der Samtgemeinde Artland angebunden werden. Mit ihnen wird an ihren persönlichen Entwicklungshemmnissen gearbeitet, so dass sie im besten Fall einen Hauptschulabschluss erwerben und in eine Einstiegsqualifizierung, eine Ausbildung oder in Arbeit weitervermittelt werden können. In dem Projekt "Deine Chance" bauen Schulverweigerer die vom Gericht auferlegten Sozialstunden am Nachmittag in gemeinnützigen Einrichtungen ab. Aufgrund der langjährigen Aktivitäten im Gebiet verfügt das EJF über ein gut ausgebautes Netzwerk an Kooperationspartner in der Samtgemeinde Artland. Zudem sind die Sozialarbeiter im Gebiet bekannt und werden bei Problemen auch direkt von den Jugendlichen oder ihren Eltern angesprochen und um Rat gefragt. Zudem gibt es in allen Gemeinden einen guten Zugang zu den jeweiligen Bürgermeistern und den Ratsmitgliedern, so dass die Umsetzung einzelner Maßnahmen durch geringen Aufwand realisiert werden können.
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