MOSAIK ist FIT und EDEL
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Jenny Reissig
| Funktion | 1. Vorsitzende |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Friedliches Zusammenleben auf dem Lande, egal welchen Alters, Geschlecht o. Herkunft, ist Ziel des Fördervereirns. Dafür braucht es verstetigte Vernetzungsstrukturen auch überregional. Bürger/Ehrenamt dürfen nicht ausgebrannt werden.
Projektbeschreibung
In 10 Jahren hat der Förderverein ein breites Spektrum der Vereinsarbeit aufgebaut. Die Tätigkeiten für den Sozialraum Ost im Flächenlandkreis Gifhorn gehen inzwischen Weit über das Maß einer ehrenamtlichen Vereinsarbeit hinaus Der Zeit vorausschauend haben Bürger erkannt, dass ältere Menschen auf dem Land vereinsamen (große Häuser 1--2 Bürgern). Infrastruktur o..OPNV ist nicht ausreichend. Die Menschen brauchen Unterstützung, Hilfe zur Teilhabe am öffentlichen Leben. Zeitgleich gibt es einen hohen Anteil an Flüchtlingen im Ort. Ehrenamtspools u. Netzwerke wurden aufgebaut. Nun geht es an die nachhaltige Verstetigung der Struktur sowie Erweiterung eines Netzwerkes u. mehr Verantwortung der umliegenden Kommunen. Gerade der östliche Bereich des Landkreises würde hier partizipieren. Ehrenamt sollte weiterhin mit agieren, aber es ist an seine Grenzen gekommen. Die Akteure, die bisher super vernetzt sind, sind alle über 70 Jahre. Die sozialen Netzwerke und vorhandenen Kontakte gilt es zu erhalten und nachhaltig zu festigen. Im ländlichen Raum ist die Schaffung einer Gemeinwesenarbeit-Stelle genau der richtige Weg die vorhandenen Strukturen nachhaltig zu festigen und auszubauen. Oft ist man der Frage nachgegangen "braucht Hauptamt Ehrenamt oder umgekehrt?" Ja, auf jeden Fall. Beide Seiten können nur davon profitieren. Gemeinsam werden das KnowHow der ehrenamtlichen Akteure die durch ihre langjährige Vernetzungsarbeit Türen öffnen können und andererseits fachliches Wissen gebündelt. Genau diese Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Hauptamt kann ein guter Weg in zukünftige Gemeinwesenarbeit im ländlichen Raum sein. Und dass der Verein mit seiner bisherigen Arbeit eine gut vorbereitete Plattform geschaffen hat, zeigen die Auszeichnungen vom Bündnis für Demokratie und Tolerant, Verleihung des Bundesverdienstkreuzes, Niedersächsischen Integrationspreis und Verleihung des Deutschen Nachbarschaftspreises für den Bereich Niedersachsen. Die Auszeichnungen machen deutlich, dass durch den bisherigen ehrenamtlichen Einsatz, die sozialpolitischen kritischen Themen erkannt u. vorbildlich agiert wurde. Anerkennung des Ehrenamtes ist richtig und wichtig, reicht hier aber nicht mehr aus. In den nächsten 3 Jahren gilt es, regional zu sensibilisieren, Bedarfsanalysen zu erstellen u. gemeinsam mit den Bürgern, Vereinen u. Gemeinde Strategien zu Verstetigung zu entwickeln. Auch muss die heimische Wirtschaft (Volkswagenkonzern) in die soziale Verantwortung mit einbezogen werden!
Laufzeit
2026-09-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Der Förderverein hat sich im Mai 2015 gegründet. Bürger sind an die Gemeinde herangetreten, hatten Ideen, wollten sich mit u. für Bürger einsetzen. Es wurde festgestellt, viele ältere Menschen leben allein o. zu zweit in großen Häusern, beteiligen sich nicht an der Dorfgemeinschaft. ÖPNV ist unzureichend u. Infrastruktur wie Nahversorger, Fachärzte, Apotheke, Bank o. Fleischerei gibt es nicht. Die Älteren scheinen sozial abgehängt, zu vereinsamen. Zusätzlich kam die ersten Flüchtlingswelle 2015 nach Ehra-Lessien. Die ehemalige Kaserne Lessien wurde als Notunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet, 800 Flüchtlinge untergebracht. Ehra hatte damals ca.1600 EW u. Lessien ca. 450 EW. Es war u. ist eine große Herausforderung für die Dorfgemeinschaft. In den letzten 10 Jahren hat der Verein festgestellt, dass sich alle umliegenden Kommunen, wenn es um Aktivitäten in der Flüchtlingswohnanlage geht o Integrationsbemühungen, zurücklehnen. Es läuft ja in Ehra-Lessien, ist die allgemeine Meinung. Doch Ehrenamt stößt an seine Grenzen. Die Akteure werden auch nicht jünger! Die Coronazeit forderte den jungen Menschen viel ab. Vereine, Verbände, Gemeinde mussten neu denken. Soziale Netzwerke wurden aufgebaut. Soziale digitale u. analoge Vernetzungsmedien wurden neu definiert. 2020 wurden wir für ein E-Lastenfahrrad von LAG gefördert. Bewerbung beim Förderprogramm "start social" hatte Erfolg. Der Verein wurde Pilotprojekte "engagiertes Land" der Deutschen Stiftung für Ehrenamt u. Engagement bis 2025. Ein Vereinshaus wurde bezogen, Bürgerbüro eingerichtet, Vereinsbus angeschafft. In den letzten Jahren wurden Vernetzungsstrukturen aufgebaut, die es nun gilt zu verstetigen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Ehra-Lessien
Beschreibung
Die 56 qkm große Gemeinde Ehra-Lessien liegt 20 Km nördlich von Wolfsburg und 20 Km östlich von Gifhorn am Rand der Samtgemeinde Brome.
Einwohnerzahl
2000
Quelle / Anmerkungen
Gemeinde
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
9
Anmerkung
von den 2000 Menschen, die in Ehra-Lessien leben, sind 14 % Flüchtlinge. Aktuelle Zahlen bekommen wir regelmäßig vom Landkreis Ausländerbehörde. Der Bevölkerungsanteil im Landkreis Gifhorn ist 9,51 %, in Ehra-Lessien sind es 14 % Anteil. In den umliegenden Kommunen SG Brome, SB Boldecker Land und Stadt Wittingen sind es 8% und in Einheitsgemeinde Sassenburg 7%. Die Zahlen (2024)sind aus der aktuellen LK Broschüre
Projektgebiet in Prozent
37
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Davon sind 37% Kinder im Alter von 0-18 Jahre alt. Zahlen sind von der Weihnachtspäckchenaktion 2025
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
37
Anmerkung
Von 2000 Bürgern sind ca. 28 % älter als 60 Jahre alt, davon leben Personen in Ehra 429 Personen,
in Lessien 125 Personen. Daten wurden von der Samtgemeinde Brome über die Gemeinde Ehra-Lessien bereitgestellt.
Im Landkreis sind 37,5 % Bürger älter als 50 Jahre. Erkenntnis kommen aus der Broschüre des Landkreises (2014)
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
12
Anmerkung
Kinder und Jugendliche von 0 - 18 Jahre
Von 2000 Bürgern sind ca. 28 % Kinder und Jugendliche, davon leben in Ehra 237,
in Lessien 205 (100 davon in der Sammelunterkunft in Lessien) Kinder und Jugendliche. Daten wurden von der Samtgemeinde Brome über die Gemeinde Ehra-Lessien bereitgestellt.
Im Landkreis Gifhorn sind die Zahlen laut Broschüre (Stand 2024) wie folgt: 0-5 Jahre 6%, 6-17 Jahre 12 %
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
karte_ehra-lessien.pdf
(507.02 KB)
karte_ehra-lessien2.pdf
(762.62 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Für Städte o. größere Kommunen ist soziale Gemeinwesenarbeit inzwischen selbstverständlich. Auf dem Land ist das noch lange nicht so. Der LK Gifhorn ist ein landwirtschaftlich geprägter Flächenlandkreis. Im Süden grenzt er an Braunschweig, ist städtisch orientiert. Der Ostkreis ist durch die innerdeutsche Grenze geprägt, war Zonenrandgebiet. Knappe Kassen in Gemeinden führten zu Investitionsstau. Nach der Stadtflucht setzte die Landflucht ein. Schon 2001 wurde sich über mehr Bürgernähe Gedanken gemacht. Es gibt regelmäßige Treffen der Vereine. Jahrestermine werden abgesprochen (keine Konterveranstaltungen). Man hilft sich gegenseitig (jeder muss nicht alles haben), Vereinsheime stehen allen Vereinen kostenfrei zur Verfügung. Dorffeste werden gemeinsam geplant. Die Arbeit mit den Vereinen wurde in AG EDEL (Engagiertes Dorf Ehra-Lessien) "ausgeweitet. Dorfwerkstätten durchgeführt. Mit "Landinventur" vom Thüneninstitut wurden Bestandanalysen ermittelt, für den Nahversorger "Tante Enso" gekämpft. Ziel erreicht, Gemeinde baut z.Z. größeres Ladengeschäft. Die Bürger kommen zum Feiern, aber nicht zu den Dorfwerkstätten. Beteiligung ist wichtig, damit Bedarf erkannt u. Lösungsvorschläge entwickelt werden können. Hier stoßen die Ehrenamtlichen an ihre Grenzen. Wenige stellen sich gegen Fremdenfeindlichkeit, kümmern sich um Senioren u.v.m. Kommunen lehnen sich zurück. Gesellschaft, Kommunen, Wirtschaft sind in soziale Verantwortung zu nehmen. Dafür braucht es dieses Förderprogramm.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Gemeinsame Entwicklung bei Infrastruktur und Angeboten ist ein Garant dafürt, dass ein erfülltes Leben auf dem Land, egal welches Alter, Herkunft oder Geschlecht, möglich ist. Von Café Kinderwagen bis Seniorenwohnanlage.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Samtgemeinde Brome Bürgermeister Wieland Bartels
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
LK GF Fachbereiche Jugend, Soziales, FB 4+5, Dezernent Rolf Amelsberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
LK GF Stabstelle Integration, Leitung Josefin zum Felde
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gemeinde Ehra-Lessien, Bürgermeister Jörg Böse
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Volkswagen Konzern Flüchtlingshilfe, Leitung Oliver Braun
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Landeskinderschutzbund, Anja Peschutter
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
TuS Sportverein Ehra-Lessien, Vorsitzender Marco Misiti
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
SoVD Ortsverband Ehra-Lessien, Vorsitzende Ute Scheer
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
FFW Ehra-Lessien, Ortsbandmeister Markus Daasch
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
FFW Samtgemeinde Brome, Gemeindebrandmeister Frank Mosel
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchengemeinde Ehra-Lessien - Boitzenhagen, Pastor Helmut Kramer
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Diakonie, Jugendwerkstatt Gifhorn, Leitung Daniela Schilling
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kreisjugendring, Vorsitzender Dominik Ruder
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Queeres Netzwerk Gifhorn, Dominik Ruder
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
DRK LK Gifhorn, Geschäftsführer Sandro Pietrantroni
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Carl und Marisa Hahn Stiftung, Vorstand Frank Tenneberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Sparkasse Celle Gifhorn Wolfsburg, Vorstand Tim Faß
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Volksbank Braunschweig Wolfsburg Stiftung, Vorstand Thomas Fast
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Flüchtlingsrat Niedersachsen, Geschäftsführer Kai Weber
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Förderverein Windpark Ost Ehra-Lessien, Vorsitzende Hannelore Sattler
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Volksbank e.G., Leitung Carola Böhm
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Genossenschaft Windpark Ost Ehra, Vorstand Axel Jordan
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
LK GF, Flüchtlingssammelunterkünfte, Leitung Matthias Juretzki
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Seniorenzentrum Ehra-Lessien, Leitung Hilda Rüdiger
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Naturschuztzbund Bromer Land, stellv. Vorsitzende Martin Heeschen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Behinderten Beirat LK Gifhorn, Vorsitzender Hajo Hoffmann
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Regionalverband Großraum Braunschweig, Verbandsvorsitzender Detlef Tanke
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Regionalverband Großraum Braunschweig, Verwaltungsdirektor Ralf Sygusch
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Nahversorger 7/24 Tante Enso, Regionalleiter Danny Erdmann
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Mitglied in Bundeszusammenschluss "Allianz der GestalterInnen"
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Freiwilligen Akademie Niedersacsen, FAN, Ausbildung Dorfmoderation
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Ziel ist es innerhalb der 3 Jahre mit der Stelle der Gemeinwesenarbeit deutlich zu machen, dass auch im ländlichen Raum Gemeinwesenarbeit in der heutigen Zeit wichtig ist. Hier ist nicht nur die Zivilgesellschaft in der Verantwortung. Kommunen und Wirtschaft sollen ihren Beitrag dazu leisten. Gespräche sind zu führen und Verträge für eine langfristige Sozialarbeiterstelle abzuschließen. Nur so wird auch in Zukunft für alle Menschen Leben auf dem Lande möglich sein.
11. Medien
Videos
vid-20230901-wa0006.mp4
(13.6 MB)
20240608_181942.jpg
(1.15 MB)
organigramm_3.jpg
(129.74 KB)
4_5_card_1.png
(107.82 KB)
stele_und_scheck-20211204.jpg
(198.41 KB)
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Koop Kiez - Der Aufbau eines Kooperativen Quartiers
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Benjamin Gruzinski
| Funktion | Geschäftsführung Verein |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Koop Kiez - Der Aufbau eines Kooperativen Quartiers.
Projektbeschreibung
Das Quartier rund um die Hüttenstraße ist durch eine heterogene Struktur geprägt – von Wohnhäusern bis zu ehemaligen Gewerbehallen. Es finden diverse informelle Nutzungen der wenigen Freiflächen statt, oft durch marginalisierte Gruppen.
Durch die Ansiedlung des Kulturzentrums Initiative Hüttenstraße, Gleis D, und den Erwerb des MUZE-Geländes durch die Stadt Hannover entsteht eine neue Dynamik. Diese Akteure formen einen gemeinnützigen Verbund, der partizipative Stadtentwicklung vorantreibt. Die Initiative Hüttenstraße übernimmt eine Schlüsselrolle und entwickelt mit einem interdisziplinären Team ein kooperatives Quartier.
Das Projekt gliedert sich in drei zentrale Bereiche:
A) Bürgerforum Hüttenstraße
Ein Forum wird aufgebaut, das über herkömmliche Stadtteilgrenzen hinausgeht und eine direkte Beteiligung der Anwohnenden ermöglicht. Es begleitet die Entwicklung der Freiflächen (ca. 5.000 m²) und berät die Verwaltung sowie Stadtplanungsprozesse. Die Initiative Hüttenstraße initiiert, moderiert und koordiniert dieses Forum.
B) Kooperative Raumentwicklung
Das Gelände von Gleis D und der Initiative Hüttenstraße wird als Modellprojekt für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung genutzt. Anwohner:innen können eigene Räume gestalten und nutzen. Vorbilder sind u. a. das Institut for X (Aarhus) und die NDSM-Werft (Amsterdam), die vormals ungenutzte Flächen durch kreative, selbstverwaltete und kooperative Strukturen in lebendige, offene Quartiere mit kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Nutzungen verwandelt haben. Nach diesem Prinzip entscheiden auch hier die Beteiligten über die gemeinsam entwickelten öffentlichen Flächen mit. Dabei entsteht ein neuer Typus von öffentlichem Raum, teils städtischer Stadtpark, teils zivilgesellschaftlich verwaltete Fläche. Die Prinzipien von Selbstermächtigung und Selbswirksamkeit treten dabei stark hervor, Menschen werden zu Teilhabenden, entwickeln eigene Projekte, vernetzen sich.
C) Nachbarschaftsangebote
Es entsteht ein dezentrales Netzwerk für nachbarschaftliche Projekte. Neben günstigen Raumnutzungen, Netzwerkarbeit und Beratung wird in den eigenen Räumen ein betreutes Nachbarschaftscafé als Treffpunkt eingerichtet.
Menschen, Initiativen, Vereine und auch soziale Unternehmen mit niederschwelligen Angeboten für das Quartier können in den bestehenden Gebäuden sowie in eigens konzipierten kleinen Neubauten eigene Angebote schaffen und erhalten dafür Raumförderung und Unterstützung bei der Umsetzung.
Laufzeit
2025-10-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Quartier rund um die Hüttenstraße ist durch eine heterogene Struktur geprägt – von Wohn- und Gewerbebauten bis hin zu ungenutzten Freiflächen. Trotz der hohen Bevölkerungsdichte (Vahrenwald: 87 P/ha; LHH: 27,2 P/ha) gibt es wenige öffentliche Räume, wodurch sich soziale Fragmentierungen verstärken. Besonders betroffen sind marginalisierte Gruppen, die informelle Flächen nutzen, da sie sonst kaum Orte für Begegnung haben. Zudem zeigen soziale Daten, dass Arbeitslosigkeit (8,7 % in Vahrenwald, 11,8 % in Hainholz), hoher Migrationsanteil (Hainholz: 65 %) und überdurchschnittliche Transferleistungsquote (Hainholz: 27,6 %) Herausforderungen für das Quartier darstellen.
Die Initiative Hüttenstraße e.V. setzt hier an: Mit 150 Mitgliedern und 16 kooperierenden Vereinen entsteht ein großes soziokulturelles Zentrum, das Räume für kulturelle Teilhabe, Stadtentwicklung, Nachbarschaftshilfe und kreative Nutzung bietet. Als Testlauf wird aktuell ein 800 m² großer kooperativer Stadtplatz gemeinsam mit der Nachbarschaft entwickelt – ein erster Schritt hin zu einem nachhaltigen, kooperativen und gemeinschaftlichen Quartier.
Das Projekt versteht sich als Modell für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung. Organisiert durch eine holokratische Struktur mit einem Kernteam von 30 Engagierten und 80 Unterstützenden, kombiniert es selbstorganisierte Prozesse mit gezielter Kooperation mit der Verwaltung.
Durch die Anmietung einer weiteren Halle durch unsere Initiative und die Zusammenarbeit mit Gleis D und dem MUZE-Gelände entsteht eine neue quartiersübergreifende Mitte, die soziale und räumliche Barrieren aufbricht und den Grundstein für eine kooperative Quartiersentwicklung legt.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt setzt auf einen prozesshaften und kooperativen Ansatz, um neue Formen partizipativer Stadtentwicklung zu erproben, bei dem die Anwohnenden das Herz des Projektes sind. Dabei werden strukturelle Rahmenbedingungen geschaffen, die nicht nur unmittelbare Beteiligung ermöglichen, sondern langfristige Mitgestaltungsperspektiven für die Nachbarschaft eröffnen.
Durch dialogorientierte Formate wird ein Aushandlungsraum etabliert, in dem unterschiedliche Akteur:innen Verantwortung für die Gestaltung ihres Quartiers übernehmen können. Hierbei wird besonderer Wert auf den Abbau bürokratischer Hürden sowie die Schaffung rechtssicherer, niedrigschwelliger Zugänge zu öffentlichen und gemeinschaftlich nutzbaren Flächen gelegt.
Die räumliche Entwicklung des Quartiers folgt dabei einem experimentellen, adaptiven Prinzip, bei dem die Bewohner:innen des Quartiers im Zentrum stehen: Durch die Verbindung aus informellen Nutzungen und planungsrechtlicher Absicherung entsteht ein dynamisches Modell für gemeinwohlorientierte Stadtgestaltung. Flankierend wird eine nachhaltige Kommunikations- und Vernetzungsstruktur aufgebaut, die das Quartier als sozialen und kulturellen Möglichkeitsraum stärkt.
Auf diese Weise wird nicht nur eine integrative Quartiersentwicklung angestoßen, sondern ein übertragbares Modell für kooperative Stadtgestaltung erprobt, das sich in bestehende Verwaltungs- und Planungsstrukturen einfügt, ohne die lokale Eigeninitiative zu beschränken.
Methoden
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Unser Projekt wird durch Kooperationen mit der Stadt Hannover und lokalen Akteur:innen langfristig in kommunale Strukturen eingebunden. Dazu gehören formalisierte Vereinbarungen zur Mitgestaltung öffentlicher Flächen und die Verankerung des Bürgerforums als beratendes Gremium. Die Finanzierung basiert auf einem Mix aus selbsttragenden Nutzungsmodellen, öffentlichen Fördermitteln, und kommunaler Unterstützung, um eine nachhaltige, gemeinwohlorientierte Nutzung zu sichern.