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Stadtradiosendung

BZ Tante Emma: Initialisierung einer gesamtstädtischen GWA in Cuxhaven

Ansprechpartner
Sven Wersien
Organisation Christus Centrum Cuxhaven Flüchtlingshilfe/ IG Sozialwerk
Funktion 1.Vorsitzender
HEIMAT Tante Emma... ein Platz für ALLE.
Projektbeschreibung
Nach dem Motto: „Nicht reden...machen!“ begann 2014 unsere Möbelhilfe für Geflüchtete, die Vereinsgründung erfolgte 2017. Die Zielgruppe wurde daraufhin auf alle Einwohner*innen (EW) erweitert. Durch die Verknüpfung von Ehren- und Hauptamt wurde zudem eine Basis für eine erste „zarte“ Gemeinwesenarbeit (GWA) im Innenstadtbereich gelegt. Durch die Kontakte in den Wohnungen der EW entstanden vertrauensvolle Beziehungen. Daraus ergaben sich Kenntnisse von weiteren Bedarfen u. Nöten auch anderer EW. Es wurden Angebote etabliert oder zu anderen Beratungsstellen weitervermittelt. Was neben der aufsuchenden Geh-Struktur aber fehlte, war ein Ort, wohin die EW dann auch kommen konnten. 2020 haben wir mit der Eröffnung des Begegnungszentrums (BZ) Tante Emma eine konkrete Anlaufstelle (Komm-Struktur) im Innenstadtbereich erschaffen. Dessen 5 Bereiche KAUF-, WERK-, FREI- und DIGITAL-Raum sowie unser Stadtteilbüro erfüllen jeweils eigene Funktionen, sind aber unmittelbar voneinander abhängig. (s.A.) Wohlbekannt in Cux bietet unser BZ soz. Angebote sowie eine erweiterte GWA für ALLE EW. Multiple Grundpfeiler der GWA wurden errichtet und gefestigt wie z.B. HEIMAT für Begegnung, Austausch, Teilhabe u. Bildung in off. Atmosphäre (s.A.), interagierende Nachbarschaft, hohe EA-Struktur, eine Anlaufstelle mit attrakt. Außenpräsentation, ein gut vernetzter hauptamtl. GWA´ler, ein barrierefreies Stadtteilbüro, multiple Veranstaltungen sowie eine sehr hohe öff. Aufmerksamkeit. Eingebunden in die lok. Ökonomie unseres Stadtteils (s. LoI Punkt Nachhaltigkeit) und durch unseren Handelsort: „KAUF-Raum“ sowie der Vermietung von Teilflächen u. Co-Working Spaces werden knapp 60 % unserer Kosten selber getragen. Dsbzgl. erhielten wir sehr viele Anfragen anderer Projekte. Es wurde also viel erreicht, dennoch haben wir 3 Hauptziele in den nächsten 3 Jahren. Wir werden: 1. unsere vorh. GWA ausbauen, mit dem Ziel ein interkult. HEIMAT-Zentrum zu werden und dabei gleichzeitig die Jugend mit ins Boot zu holen. (GWA) 2. der Motor einer gesamtstädt. GWA sein. Wir vereinen unser Netzwerk zum Wohle aller Stadteile. Somit entsteht keine Konkurrenz unter den untersch. GWA-Projekten, wenn es z.B. um den Aufbau gesamtstädt. Koordination u. die Verteilung komm. Finanzen geht. Das Bündnis wird uns alle stärken! (Resilienz). (komm. GWA) 3. noch mehr fin. Unabhängigkeit durch die Erprobung neuer monetärer Quellen erzielen, die immer eine pos. Wirkung für alle Beteiligten hat. (intellig. Finanzierung)
Laufzeit
2024-08-01 00:00:00
Ausgangslage
Sehnsucht nach Heimat (Geborgenheit, Vertrautheit, Zugehörigkeit) ist eine innere Kraft, die mit unerbittlichem Verlangen an unseren Herzen zieht. Aufgrund dieses Verlangens besteht unser BZ im Herzen Cuxhavens. Wir sind HEIMAT. Durch akt. erhöhten Zuzug von Geflüchteten ins Quartier (ukr./afrik. Hintergrund), haben die unverzichtbare Notwendigkeit der interkulturellen Arbeit und damit verbundene Suche nach neuer Heimat eine neue Dimension erfahren. All das kommt „on top“ der schon vorh. priv. Verschuldung bei 19% der Erwachsenen im Quartier (BRD Ø 10 % / Armutsbericht LK), einem anony. Nebeneinander sowie heterog. Umfeld. Durch unsere Netzwerkarbeit mit den anderen Stadtteilen sehen wir, dass o.g. Erscheinungen auch dort existieren, und dass benötigte Finanzen oft selber generiert werden müssen (Landes- Bundes- EU-Förderungen / Sozialkaufhäuser). Selten trägt diese die Kommune. Teilw. konkurrieren die Projekte sogar bei der Verteilung von kommunalen Geldern. Der soz. Schieflage (z.B. Gentrifizierung, Armut, Einsamkeit) wird die Kommune nicht alleine Herr. Nur durch QM/GWA und deren multiplen-kreativen Tools sowie ehren- und hauptamtlichen MA kann dieser in Teilen entgegentreten werden. Cuxhaven hat eine hervorragende Willkommenskultur. Allerdings ist der Idealismus stärker als der Pragmatismus. Dies ist sicher auch der starken Verschuldung der Stadt geschuldet. Wir sehen den Menschen an 1. Stelle, in den „investiert“ soll. Daher muss ein neuer, starker GWA-Verbund der Verwaltung und lok. Politik aufzeigen, dass Willkommenskultur und Erschaffung neuer Heimat auch aufgrund auslaufender Förderungen nur mit finanzieller und organis. Hilfe der Kommune möglich sind.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Cuxhaven Innenstadt "Alt-Cuxhaven"
Beschreibung
Unser Begegnungszentrum Tante Emma befindet sich im Stadtteil Alt-Cuxhaven, dem eigentlichen Stadtkern von Cuxhaven (s. Karte im Anhang). Einige Teile des Gebietes sind keine unmittelbaren Brennpunkte, aber hier haben sich lokale und überregionale Vermieter eine große Menge an Schlichtbauwohnungen gesichert, die nur in geringem Maße saniert wurden. Dadurch sind sie Zuzugsgebiet für Sozialbenachteiligte geworden. Viele der Menschen kommen nur hier an günstigen Wohnraum. Allerdings werden auch einige der Altbauten luxussaniert, und dadurch siedeln sich zudem viele finanzstarke Menschen, oft im Alter über 60 Jahre, in unserem Gebiet an. Dadurch entsteht in einigen Straßenzügen ein Gentrifizierungskonflikt.
Einwohnerzahl
13961
Quelle / Anmerkungen
Bevölkerungsstatistik Einwohnermeldeamt (EMA) Stadt Cuxhaven Stand: 31.12.2021
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
9
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Bevölkerungsstatistik Einwohnermeldeamt (EMA) Stadt Cuxhaven - Stand: 31.12.2021
Projektgebiet in Prozent
11
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Bevölkerungsstatistik Einwohnermeldeamt (EMA) Stadt Cuxhaven - Stand: 31.12.2021
Projektgebiet in Prozent
39
Gesamtstadt in Prozent
42
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Bevölkerungsstatistik Einwohnermeldeamt (EMA) Stadt Cuxhaven - Stand: 31.12.2021
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
6
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzung Gesamtstadt: statistik.arbeitsagentur.de_ Stand Februar 2024
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Schätzung
Projektgebiet in Prozent
17
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzung Gesamtstadt: Landesamt für Statistik Niedersachsen, 2024
Projektgebiet in Prozent
35
Gesamtstadt in Prozent
21
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzung Gesamtstadt: Landesamt für Statistik Niedersachsen, 2024
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzung Gesamtstadt: statistik.arbeitsagentur.de_Stand Februar 2024
Unterlagen zum Gebiet
GWA/QM-Ansatz
Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen immer die Einwohner*innen unseres Stadtteiles sowie viele Menschen aus Cuxhaven, die unser Angebot nutzen und daran teilhaben. Unsere Hauptziele sind es, deren immateriellen sowie die infrastrukturellen Bedingungen (z.B. Beziehungen untereinander, Partizipation, Kultur, Grünflächen, Einkaufsmöglichkeiten) mit ihnen zusammen zu verbessern. Es sind immer Ihre Themen und Bedarfe, die für uns handlungsbestimmend sind. Dabei sehen wir sie mit ihren Fähigkeiten und Talenten als aktive Player in der Verbesserung ihrer Lebensumstände. Alter, Herkunft, Bildung, Geschlecht, sozialer Status sind für uns nachrangig. Sie bieten vielmehr belebende und bereichernde Potentiale für das ganzheitliche und nachhaltige Miteinander in unserem innerstädtischen Gebiet. So können sich Initiativen um neu entdeckte Gemeinsamkeiten finden und aktiv werden. Wir verfolgen in unserem Projekt den Ansatz einer aufsuchenden Arbeit. Mittels der aufsuchenden und aktivierenden Befragung kommen wir mit EW in Kontakt und bauen Beziehungen auf. Da sie die Expert*innen für ihre Lebensrealität und ihr Umfeld sind, wollen wir sie für die aktive Gestaltung und zur Partizipation bei Gestaltungsprozessen gewinnen. Auf Dauer möchten wir uns als GWAler in unserer Aktivität zurücknehmen und zunehmend die Einwohner*innen zur Selbstorganisation führen (So viel Aktivität von GWA-Seite wie nötig, aber so wenig wie möglich!).
Qualitätskriterien
Beschreibung
EinwohnerInnen die Interessen und Themen der Aktivitäten bestimmen und sie zum Erreichen ihrer Ziele Unterstützung und Hilfestellungen erhalten.
Beschreibung
BewohnerInnen eine zunehmende Selbstständigkeit in der Organisation und Durchführungen von Gruppentreffen entwickeln und sie sich ggf. die benötigte Unterstützung bei dem hauptamtlichen GWAler einfordern.
Beschreibung
die Stärken von EinwohnerInnen erforscht, aktiviert und weiterentwickelt wurden und dadurch deren Selbstwertgefühl und die Innere Stärke gewachsen sind. Vorhandene soziale und räumliche Ressourcen wurden erarbeitet und als Ressourcen genutzt.
Beschreibung
Eine starkes Bündnis aller Cuxhavener GWA Projekte entstanden ist, dass die Kraft besitzt, die komm. Verwaltung, lokale Politik und Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass deren Arbeit unverzichtbar ist und aufgrund dessen kommunal gefördert wird.
Vorhandene Strukturen
Unser hauptamtlicher GWAler ist einerseits Ansprechpartner für Stadt, Kommune und viele Netzwerkpartner*innen. Unterstützt wird er hier durch einen sehr aktiven Vereinsvorstand. Anderseits ist er mittlerweile das Gesicht unserer GWA und Vertrauensperson für die Einwohner*innen sowie unsere engagierten Ehrenamtlichen. Unsere multikulturellen Ehrenamtlichen sind um verschiedene Themen (z.B. Beratung, Begleitung, praktische Hilfen, Teilnahmeangebote, FREI-Raum sozial-digital, praktische Aufgaben wie z.B. Verteilen von Flyern oder Handwerkertätigkeiten im und am Gebäude) gruppiert und haben jeweils verbindliche Ansprechpartner. Hier werden die Aufgaben besprochen und der Rahmen für die Aktivitäten gesetzt. Gleichzeitig besteht auf dieser Ebene die Möglichkeit zu kollegialem Austausch. Die jeweiligen Ansprechpartner*innen stehen im Kontakt mit dem Hauptamtlichen, um die Ergebnisse zu sichern und weitere Fragestellungen zu klären oder Schulungsbedarf zu benennen. Regelmäßig finden größere Treffen statt, um die erreichten Ergebnisse festzuhalten und diese Erfolge wertzuschätzen. Gleichzeitig wird miteinander beraten, welche neuen Aufgaben und Herausforderungen sich zeigen. Auch hier werden die Ehrenamtlichen als Expert*innen ihrer Lebensumstände wertgeschätzt und wahrgenommen. Ihre Impulse und ihre Ausrichtung im Engagement sind für unsere Gesamtstrategie essentiell. Zum Erreichen der unterschiedlichen Gruppen/Menschen setzen wir auf den persönl. Kontakt aber auch auf dig. Formate.
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Büro des Oberbürgermeisters /// Stadt Cuxhaven (Dezernat III Soziales, Bildung und Kultur) /// Büro des 1.Kreisrates Friedhelm Ottens /// Landkreis Cuxhaven (Amt Strategische Sozialplanung / Koordinierungsstelle Migration und Teilhabe)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Christus Centrum Cuxhaven e.V._ die Hafenkirche /// Freie ev. Gemeinde Cuxhaven /// EKG Altenwalde/Offenes Herz Altenwalde /// Büro der ev. Innenstadtgemeinden /// Landessuperintendent Brandy
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Neue Arbeit Lüneburg /// Diakonie Cuxhaven /// Caritas Cuxhaven-Bremerhaven /// Der Paritätische /// Hospizverein /// Blaues Kreuz /// Lions /// Rotarier
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
IG Lotsenviertel /// Fa. Nutrilo /// Fa. Machulez /// TWG Cuxhaven /// Wirtschaftsförderung Cuxhaven /// Mayerhof Consulting /// EWE
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
LK Cuxhaven - Gesundheitsamt MiMi Projekt /// Diakoniestation Cuxhaven /// Familienhebammen des Landkreises
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
LAG Soziale Brennpunkte Nds /// 1. FC Eintracht Cuxhaven e.V. /// Baskets Cuxhaven /// Rundherum e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
MdL Oliver Ebken (SPD) /// MdL Eva Viehoff (B90/Grüne) /// Oberbürgermeister Uwe Santjer (SPD) /// SPD Ortsverein
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Mitglied und Initiator: "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde" (85 Mitgliedsvereine-und Verbände) /// Initiator one4one (Corona Nachbarschaftshilfe)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Mitglied der interkulturellen Woche /// Mitglied "Ein Tisch" Angebote für Geflüchtete /// Mitglied Demokratiekonferenz
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
GWA Bündnis: Ritzebüttel aktiv, Wir in Süderwisch, Offenes Herz Altenwalde, Begegnungszentrum Tante Emma
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Soziales Herz Cuxhaven: Bündnis von Tierheim Cuxhaven, Kinderhospiz Cuxhaven, Anita Hanel Seniorenstiftung, BZ Tante Emma
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Oberschule Cuxhaven - Mitte /// VHS im LK Cuxhaven /// Berufsbildene Schulen (BBS)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Haus der Jugend /// Mehrgenerationenhaus /// Musikschule Cuxhaven
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Cuxhavener Nachrichten /// Elbe Weser Kurier /// Lotsenkompass
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
JOBCENTER Cuxhaven
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Polizei Cuxhaven - Kontaktbeamte
Typ
Stadtteil
Nachhaltigkeit
Die Verstetigung und Etabl. der gesamtstädt. GWA u. die Findung neuer Finanzquellen sind Kern unseres Antrages. Kooperation, Leitbildentwicklung, fin. kom. Beteilligung und sowie ein Rahmenkonzept und Qualitätshandbuch für die gesamtstädt. GWA (GWA Projekte/Verwaltung/Politik) u. Projekte wie 7-Level-Integration, TE-Konzeptionsworkshops und die Zusammenarbeit mit der lok. Ökonomie (DEICHBAND-Projekt) werden uns eine nachh. Einbindung in komm. Strukturen und langfristige Finanzierung sichern.
Galerie
a3 flyer gwa tante emma front
a4 flyer gwa tante emma back
a10 tante emma  artikel cuxjournal 230420
a12 tante emma weihnachtsstrasse plakat a3
Zustimmung Veröffentlichung
On

Welcome Kralenriede

Ansprechpartner
Ilka Binnewies
Funktion Einrichtungsleitung / Sozialarbeiterin
Kralenriede wächst zusammen
Projektbeschreibung
In Kralenriede am Stadtrand von Braunschweig ist seit 1983 eine Erstaufnahmeeinrichtung angesiedelt. Noch vor ihrer Ansiedlung wurde von der lokalen CDU Wahlkampf dagegen gemacht. Außer der EA gibt es in Kralenriede zwei Wohngebiete und zwei Gewerbegebiete. Der Ort selbst wurde 1915 für Arbeiter einer Munitionsfabrik gegründet. Bis 2015 gab es außer den Einkaufsläden, den Buslinien (und einem engagierten Sportverein, in dessen Fusballgruppe ein paar Geflüchtete aktiv sind) keinerlei strukturelle Begegnungsmöglichkeiten zwischen Geflüchteten und Alteingesessenen. 2015 gründete sich der Verein TRIVT, und konnte 2016 einen Kiosk als Nachbarschaftliche Begegnungsstelle und Anlaufstelle für Geflüchtete in Betrieb nehmen sowie seit 2017 Personalmittel des Landes gewinnen. Hier findet in kleinem Rahmen echter Kontakt zwischen Geflüchteten und Alteingesessenen statt. Die LAB und die Geflüchteten werden weitgehend als Fremdkörper von den Alteingesessenen wahrgenommen, und die Geflüchteten fühlen sich fremd im Quartier. 2015/16 gab es eine dramatische Überbelegung der LAB, sie erreichte zeitweise eine Belegung weit höher als die EinwohnerInnenzahl Kralenriedes. Über Belästigungen der Alteingesessenen durch Geflüchtete und Straftaten wurde teilweise nicht angemessen berichtet, was zu einem Verstummen über das Thema führte. Wir wollen das Thema aufgreifen, die Fremdheit im Quartier (möglicherweise nicht nur zwischen den beiden Gruppen) vermindern und die Traumata auf allen Seiten soweit möglich bearbeiten, damit alle Menschen sich wieder als Menschen in Kralenriede begegnen können, ohne Vorbehalte, und dadurch die Lebensqualität in Kralenriede steigern. Dies wird sich u.E. auch auf Braunschweig und Niedersachsen auswirken, wenn sozial angekommene statt sozial abgelehnte Geflüchtete in die Kommunen verteilt werden. Braunschweig wird besonders profitieren, da schon jetzt viele Angehörige vulnerabler Gruppen (Traumatisierte, Schwangere, Kranke) eine Verteilung nach BS erreichen.
Ausgangslage
2015/16 war die LAB in Kralenriede bis zu zehnfach überbelegt (es gibt 900 Betten, von denen aber wegen der Belegbarkeit der Zimmer und fortlaufender Renovierungsarbeiten normalerweise ständig nur 600 belegt sind). Damit gab es vorübergehend fast zweimal soviele Geflüchtete wie Alteingesessene. Die große Anzahl fremder Neuankömmlinge in dem eher ruhigen Quartier (die Durchgangsstraße und die Läden waren plötzlich voll) und etliche kriminelle Taten (Einbrüche, gewalttätige Auseinandersetzungen, Belästigungen) führten bei Teilen der Alteingesessenen zu starker Verunsicherung, Traumatisierungen und zur Verfestigung von ablehnenden Haltungen. (Schon vor der Ansiedlung der LAB war von der lokalen CDU Wahlkampf dagegen gemacht worden.) Eine individuelle Integration von Geflüchteten in das Quartier ist unmöglich, weil es dort keinen Wohnstandort gibt. Alle Geflüchteten, die kommen, gehen auch wieder. Langfristige persönliche Beziehungen können im Quartier selbst nicht aufgebaut werden. Einigen Angehörigen vulnerabler Gruppen (Traumatisierte, Schwangere, Kranke) gelingt es, eine Verteilung ins Braunschweiger Stadtgebiet zu bekommen - diese Menschen besuchen das Welcome House auch nach ihrer Verteilung weiter; da sind also grundsätzlich längerfristige persönliche Bindungen möglich. Ziel ist, verbindliche kurz - oder langfristige Kontakte und Informationen zu ermöglichen, die zu einem Abbau der Fremdheit auf beiden Seiten führen. Dies soll auch im Rahmen der Bearbeitung von Traumata bei Geflüchteten und Alteingesessenen geschehen, um dieses gemeinsame Schicksal möglichst effektiv in eine Ressource für das Klima im Quartier, für Braunschweig und für das Land zu verwandeln.

Willkommen in Oldenburg

Ansprechpartner
Wiebke Schneidewind
Funktion Geschäftsführerin
Vermittlung von Werten und Kultur über ein Medienprojekt für alle Stadtteilbewohner
Projektbeschreibung
Der gemeinnützige Verein Lokalsender Oldenburg e.V. ist der Trägerverein für den Lokalsender Oldenburg Eins. Ein nichtkommerzieller Radio- und Fernsehsender für Stadt und Region Oldenburg. Lokale Berichterstattung, zugangsoffene Programmgestaltung und Förderung von Medienkompetenz sind die Kernaufgaben. Mit dem oben genannten Integrationsprojekt möchte der Lokalsender Oldenburg Eins die Vermittlung und Reflexion von Werten, Strukturen und gesellschaftlichen Mechanismen in den Mittelpunkt stellen. Zentral in dem geplanten Integrationsprojekt ist die Kommunikation zwischen Bevölkerungsgruppen. Die Integration und das Verständnis für die Kulturen soll durch einen steten Informationsfluss (Videos/Radiobeiträge) verbessert werden. Das kann über den Lokalsender mit seinem TV und Hörfunkangebot sowie die Sozialen Medien geschehen. Weiterbildungsträger wie die VHS oder Berufsbildungsträger sollen mit einbezogen werden. Der Lokalsender Oldenburg Eins hat in diesem Bereich mit dem bundesweit bekannten Projekt „Radio Globale“ (endet August 2019) viele Erfahrungen sammeln können und bereits ein starkes Netzwerk aufgebaut. Wie in den meisten größeren Städten und Gemeinden gibt es auch in Oldenburg einen Stadtteil in dem der Zuzug durch Migrantengruppen besonders stark war. In Oldenburg handelt es sich um den Stadtteil Kreyenbrück. Das Medienprojekt soll die Kommunikation verbessern und das Verständnis füreinander stärken. Viele der Migranten haben mitlerweile ein B1 Sprachniveau erreicht und stehen jetzt vor der Aufgabe in der deutschen Gesellschaft anzukommen und auch entsprechend auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden. Sprachkenntnisse und eine oberflächliche Erklärung der Geschellschaftsstrukturen reichen dazu nicht aus. Mit dem Projekt "Willkommen in Oldenburg" wollen wir zusammen mit den Stadtteilzentren und Bildungsträgern die Migrantengruppen stärker in der Gesellschaft verankern indem wir die Kommunikation noch weiter vertiefen und gerade in dem Stadtteil Kreyenbrück mit Medienprojekten (TV/Hörfunk/Soziale Medien) verstärken. Migranten sollen explizit an der Berichterstattung mitwirken und somit ihre Sprachkompetenzen erweitern und sich selbst mit Themen auseinandersetzen. Bürger der anderen Stadtteile sollen mehr über den Stadtteil erfahren und Vorurteile abbauen. Das Image des Stadtteils soll verbessert werden.
Ausgangslage
Oldenburg ist eine heterogene Stadt und setzt sich aus knapp 170.000 Einwohner*innen zusammen. 40% sind "einheimische" Oldenburg*innen (ca. 65.000 Menschen). Durch den Zuzug ist Oldenburg internationaler geworden. Ca. 10,5 % sind Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit aus etwas 140 Ländern. Mit der "Flüchtlingskrise" 2015 kamen 3000 Schutzsuchende hinzu. Der Stadtteil Kreyenbrück und umliegende Stadtteile (in der Statistik gesamt als S9 bezeichnet) ist traditionell in Oldenburg stark durch Migrantengruppen aus sehr unterschiedlichen Kulturräumen geprägt. Die Gruppen sind in verschiedenen Wellen zugezogen und bis zu einem bestimmten Grad "unter sich geblieben". Das zeigt sich zum Teil auch im politischen Wahlverhalten. Die Schwierigkeiten von und mit Migranten*innen und deren Integration sollen dabei weder tabuisiert noch skandalisiert werden. Die neu zugezogenen Schutzsuchenden sollen garnicht erst in die Verkapselung geraten. Mit einem guten Verständnis der Migranten*innen für die neue Gesellschaft und auch für andere Migranten*innengruppen sollen Strukturen aufgebrochen werden und das Verständnis füreinander gefördert werden. Das Image des Stadtteils soll insgesamt verbessert werden.
GWA/QM-Ansatz
Es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der GWA, da mit dem Ansatz alle Bevölkerungsgruppen angesprochen werden sollen. Das Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen kann mit dem Projekt verbessert und gefördert werden. Durch Kommunikation, Transparenz und gegenseitige Anerkennung soll die Akzeptanz füreinander gestärkt und die Abkapselung von Bevölkerungsgruppen aufgebrochen werden. Mit der Berichterstattung finden die Gruppen einersteits Akzeptanz andererseits findet ein Austausch auf Augenhöhe statt. Die Wertschätzung für die jeweils andere Kultur wird gesteigert.