Skip to main content

Phase Null

Durch Gemeinschaft ins Leben

Ansprechpartner
Martin Leupold
Funktion Rektor
Der Gemeinschaft des Dorfes soll Gelegenheit gegeben werden, die ortsansässige Grundschule und deren Umfeld mitzugestalten, damit diese nicht nur als Bildungsort für Kinder, sondern gleichzeitig auch noch als Ort der Begegnung für Jedermann dienen kann.
Projektbeschreibung
Wendisch Evern ist ein Ort wie viele im Einzugsbereich großer Städte: Man findet alte Ortsstrukturen und Traditionen, weit verwurzelt in der Geschichte. Diese allerdings stehen im Widerspruch zu modernen Lebensweisen. Der Ort wandelt sich: Alte Menschen vereinsamen, Familienstrukturen gehen verloren, die örtliche Infrastruktur geht zurück, die Verbundenheit mit dem Ort und die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl einzusetzen, schwinden. Daraus resultiert die Auflösung der Gesamtgemeinschaft. Die Vereine beschreiben den Verfall der Vereinsstrukturen bereits und kämpfen um Nachwuchs. „Projekte“, in denen weite Teile der Bevölkerung mit Hand anlegen, um ein „Gemeinschaftsprodukt“ zu erstellen, werden seltener. Nur ältere Dorfbewohner können noch den gemeinschaftlichen Bau der Mehrzweckhalle erinnern. Die Grundschule Wendisch Evern hat deshalb bereits vor mehreren Jahren erkannt, welche Verantwortung sie für den Ort und für dessen Gemeinschaft hat, welche Chancen sich ihr aber auch bieten: In Bildungsprojekten bringt sie Alte und Junge zusammen und diese lernen voneinander. Die Kinder der Schule profitieren beispielsweise vom Wissen eines ortsansässigen Hühnerzüchters, während dieser eine Erfüllung in der Weitergabe seines Wissens empfindet. Das Klassenzimmer wird in das umliegende Quartier erweitert. Auch engagiert sich die Schule in einer Bürger-Arbeitsgemeinschaft, die beispielsweise die preisgekrönte "SAUschlau-Tour" organisiert, bei der Jeder sein Wissen weitergeben kann. Ziel ist es nun, diese ersten Schritte weiterzugehen und das Schulgebäude an die pädagogische Grundhaltung anzupassen. Das aber mit der gesamten Dorfgemeinschaft, allen Vereinen sowie der Politik gemeinsam. Alle Interessierten sollen an einer Ideensammlung beteiligt werden. In einem Verständigungsprozess, einer Phase 0, sollen Vorschläge gesammelt werden, wie das Quartier baulich für die Schule erschlossen werden kann. Zeitgleich sollen die Dorfbewohner die Möglichkeit erhalten, die Schule für sich zu gestalten. Am Ende des Planungsprozesses wünschen wir uns, dass die Schule offener für die Bedürfnisse des Ortes ist und andersherum die Bürger der Schule noch mehr Bildungsangebote ermöglichen. Langfristig führt ein gemeinsam geplantes und später sogar realisiertes Gebäude zu einem Zusammenwachsen Aller. Die Schule gestaltet und entwickelt es weiter, weil sie damit ihrem Bildungsauftrag gerecht wird, während die Bürger es für sich nutzen, weil es sie als Dorfzentrum zusammenbringt.
Laufzeit
2020-11-01 00:00:00
Ausgangslage
Das hiesige Dorfleben wird durch drei Probleme bedroht: Die potenzielle Schließung der Grundschule, die fehlende Nahversorgung und die sinkende Bereitschaft, sich für den Ort zu engagieren. Mit nur 79 Schülern ist die Grundschule einer der gefährdetsten Standorte des Landkreises Lüneburg. Der Schulträger fördert den Standort jedoch massiv und investiert damit auch in die Zukunft des Ortes! Nachdem sämtliche Nahversorgungsangebote verschwanden, gab es mehrere Bemühungen, diese erneut zu installieren. Leider sind sie allerdings alle gescheitert. Insbesondere ältere Menschen sind deswegen auf Unterstützung Jüngerer angewiesen, die jedoch nicht jeder unmittelbar bekommt. Besonderen Einfluss darauf hat die stetig sinkende Bereitschaft, sich für den Ort oder die Mitmenschen zu engagieren. Es wird immer schwieriger, Ehrenamtliche zu gewinnen. Die Verantwortung für Tätigkeiten und bestehende Freizeitangebote für die Dorfbewohner lasten auf immer weniger Schultern. Obwohl ein Kreis aus Bürgern (AG „Durch Gemeinschaft ins Leben“) das Gesamtwohl des Ortes in den Fokus nimmt, fehlt es in jedem Verein an tatkräftiger, zukunftssicherer Unterstützung. Ebenso fehlt eine gemeinsame, alle verbindende Dorfvision, die das Miteinander und die Identifikationsmöglichkeit für die Vielen bietet und damit ein Zusammenwirken und Engagement für das Dorfleben fördert. Ausgehend von der Schule soll der gesamte Freiraum des Ortes in den Fokus gerückt werden, um den Ort als Ganzes zukunftsfit zu machen und die generationenübergreifende Dorfgemeinschaft zu stärken und wiederzubeleben. Wenn diese auch in Zukunft fehlt, wird ein vitales Dorfleben über Kurz oder Lang vollständig zum Erliegen kommen!
GWA/QM-Ansatz
Das von der Samtgemeinde Ostheide angestrebte Beteiligungsverfahren ermöglicht es allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, ihre Gemeinde mitzugestalten, für sich und die Dorfgemeinschaft eine gemeinsame Vision und einen gemeinsamen Dorfmittelpunkt zu schaffen. Darüber hinaus können alle Bürgerinnen und Bürger Ideen vorbringen, die auch außerhalb des Dorfgemeinschaftsplatzes auf die Entwicklung des Dorfes wirken. Konkret wird dafür eine sogenannte Phase 0 gewählt. Sie ist ein Arbeitsprozess , der sich aus mehreren vorher festgelegten Schritten zusammensetzt. Das Ziel einer Phase 0 ist immer ein Einigungsprozess, bei dem die Beteiligten sich letztlich auf einen Vorschlag einigen, der die im Erarbeitungsprozess angesprochenen vielfältigen Ansprüche bestmöglich abbildet. Bestandteil sind Workshops, Fragen- und Interviewrunden, Besichtigungen, Auseinandersetzung mit pädagogischen und architektonischen Umsetzungsbeispielen oder andere prozessförderliche Elemente. Entscheidend ist, dass sich die Interessierten in einem gemeinsamen und transparenten Prozess miteinander und mit ihren Bedarfen auseinandersetzen. Durch die Auseinandersetzung mit den Interessen und Bedarfen der anderen Prozessbeteiligten wird nicht nur das Verständnis füreinander gefördert, durch den Einigungsprozess, der immer auch Bestandteil der Phase 0 ist, entsteht auch ein Ganzes, das von allen getragen wird. Das stützt den Gemeinsinn und fördert den Zusammenhalt.
Nachhaltigkeit
Ausgangspunkt ist zunächst die Grundschule. Die Samtgemeinde Ostheide gibt mit Umsetzung der Phase 0 auch ein deutliches Signal für den Erhalt des Schulstandortes. In der Zukunft werden die im Rahmen des Prozesses erarbeiteten und umgesetzten Ideen durch die Schule und den Schulträger weiterhin getragen werden. Der Schulstandort Wendisch Evern bedeutet gleichzeitig die Sicherheit für das Gesamtprojekt.
Galerie
durchgemeinschaftinsleben2
durchgemeinschaftinsleben5
durchgemeinschaftinsleben3
durchgemeinschaftinsleben4
durchgemeinschaftinsleben6
durchgemeinschaftinsleben7
Videos