Vielfalt verbindet – Inklusion und Teilhabe in Lüchow
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Sebastian Leierseder
2. Kurzbeschreibung
Lüchow gehört allen – wir machen es möglich
Projektbeschreibung
Das Projekt „Vielfalt verbindet – Inklusion und Teilhabe in Lüchow" des EinsWeiter e.V. baut auf einer gewachsenen Gemeinwesenarbeit auf und entwickelt sie systematisch weiter. Über drei Jahre werden vorhandene Kräfte im Sozialraum miteinander verbunden, gemeinsam erprobt und schließlich in eigenverantwortliche Strukturen überführt.
Herzstück ist ein niedrigschwelliges Kümmerer-Büro – eine Anlaufstelle mitten im Ort, die Begegnung ermöglicht, Anliegen aufnimmt und Prozesse begleitet. Das senkt Zugangshürden besonders für Menschen mit Diskriminierungs- oder Ausgrenzungserfahrungen. Von hier aus werden Bewohner:innen aller sozialen Gruppen angesprochen, besonders jene, die durch klassische Beteiligungsformate nicht erreicht werden.
Ein zentrales Anliegen ist das Thema solidarisches Altern: Ältere Menschen – darunter viele mit Wurzeln in sozialen Bewegungen – und Jüngere werden in einen echten Austausch gebracht. Gegenseitige Unterstützung im Alltag wächst nicht aus Fürsorge von oben, sondern aus Begegnung auf Augenhöhe. Daraus entsteht schrittweise eine selbstorganisierte Nachbarschaftshilfe, die ohne projektliche Begleitung trägt.
Parallel wird ein Netzwerk lokal Engagierter aufgebaut und gefestigt, das Inklusion als gemeinsame Haltung begreift und sich gegenseitig unterstützt und berät. Neue, informelle Formate ersetzen dabei etablierte Codes – „machen statt reden" ist das Prinzip. Das Netzwerk wird zunehmend eigenständig und bindet neue Bürger:innen aktiv ein.
Im Themenfeld Barrierefreiheit und Antidiskriminierung werden Barrieren zunächst gemeinsam mit Betroffenen sichtbar gemacht – im öffentlichen Raum ebenso wie in der Arbeitswelt. In einem zweiten Schritt wird der Dialog mit Kommune und Betrieben gesucht, um konkrete Veränderungen anzustoßen. Am Ende des Projektzeitraums vertreten Betroffene ihre Interessen selbst in lokalen Gremien.
Die drei Handlungsfelder – Care, Engagement und Barriereabbau – werden dabei nicht parallel nebeneinander bearbeitet, sondern als zusammenhängendes Ganzes begriffen und unterstützen sich zunehmend wechselseitig: Ein inklusiveres Lüchow entsteht, wenn Menschen füreinander eintreten, Strukturen sich öffnen und Teilhabe zur gelebten Selbstverständlichkeit wird.
Laufzeit
2027-04-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Lüchow ist eine Kleinstadt im Wendland und fungiert als Mittelzentrum im ländlichen Raum (Einkaufen, Schulen). Daher ist Lüchow stark verkehrsbelastet. Obwohl in der Samtgemeinde der Großteil der Menschen mit Migrationserfahrung, Menschen an der Armutsgrenze und Menschen in Altenwohneinrichtungen in Lüchow lebt, gibt es kaum dritte Orte und Begegnung.
Kulturelle und soziale Angebote entstanden historisch vor allem dezentral in den umliegenden Dörfern – getragen von einer Generation, die einst wegen des Widerstands gegen das Atomendlager ins Wendland zog. Für Menschen mit Behinderung, Neuzugewanderte und Menschen an der Armutsgrenze sind diese Angebote jedoch kaum erreichbar. Gleichzeitig sind viele der Menschen, die Jahrzehnte in sozialen Bewegungen aktiv waren, mittlerweile im Rentenalter und auf der Suche nach Möglichkeiten solidarischen Alterns.
Vor diesem Hintergrund wurden drei zentrale Herausforderungen für Lüchow identifiziert: Erstens eine ausgeprägte Überalterung, die zielgruppengerechte Care-Konzepte erfordert. Zweitens eine geringe bürgerschaftliche Beteiligung und nachbarschaftliche Vernetzung weniger privilegierter sozialer Gruppen. Drittens Barrieren für Menschen mit Behinderung oder Diskriminierungserfahrung (physisch z.B. Bücherei, strukturell z.B. Verwaltungssprache).
In der Quartiersarbeit ist EinsWeiter vor Ort konsequent partizipativ aktiv. Ein Büro ist als niedrigschwellige Anlaufstelle seit 2023 etabliert. EinsWeiter baut auf dieser lokalen Verankerung, breiter ehrenamtlicher Unterstützung und gewachsenem Netzwerkvertrauen auf – mit dem Ziel, gleichberechtigte Teilhabe und gelebte Inklusion für alle Bewohner:innen in Lüchow zu ermöglichen.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Stadtgebiet Kernstadt Lüchow
Beschreibung
Innerhalb der Samtgemeinde Lüchow wird die Stadt Lüchow aus der Kernstadt und mehreren Dörfern gebildet. Das Projektgebiet der Kernstadt erstreckt sich in einem Radius von ca 1km um das historische Stadtzentrum.
Das Projektgebiet schließt Wohngebiete, innerstädtisches Gewerbe und ein Industriegebiet sowie alle vier Altenheime in der SG, Verwaltungssitze und Schulen ein.
Die Wohnbebauung ist, neben historischen Fachwerkhäusern im Zentrum, durch Einfamilienhäusern aus den 1970er und 1980er Jahren und durch 3 geschossige Wohnblocks gekennzeichnet. Während in den umliegenden Dörfern große Einfamilienhäuser und denkmalgeschützte Höfe in Privatbestitz dominieren, findet sich in Lüchow fast der gesamte Bestand an vermieteten Kleinwohnungen in der Samtgemeinde. Aus diesem Grund wohnt der Großteil der Menschen mit Migrationsgeschichte und Menschen an der Armutsgrenze in der Kernstadt Lüchow.
Fast alle Straßen im historischen Stadtzentrum sind für Autos freigegeben und stark verkehrsbelastet. Auf beiden Seiten der Hauptstraße sind zudem Parkplätze, so dass autofreie Mobilität nicht barrierearm möglich ist. Es gibt keinen Bahnanschluss, der ÖPNV ist schwach und es gibt keine größeren umliegende Orte.
Die Fläche beträgt 9.354.677m².
Einwohnerzahl
6193
Quelle / Anmerkungen
Samtgemeinde Lüchow
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
33
Gesamtstadt in Prozent
28
Sonstige in Prozent
29
Anmerkung
* Projektgebiet: eigene Schätzung, keine Daten vorhanden
* Samtgemeinde Lüchow Merkmal: Landesamt für Statistik Niedersachsen Stand: 12/23
* Landkreis Lüchow-Dannenberg: Landesamt für Statistik Niedersachsen Stand: 12/23
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
7
Anmerkung
* Projektgebiet: Einwohnermeldeamts Samtgemeinde Lüchow, Stand: 03/2026
* Samtgemeinde Lüchow: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Stand: 12/2023
* Landkreis Lüchow-Dannenberg: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Stand: 12/2023
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
9
Anmerkung
* Projektgebiet: Eigene Schätzung, keine Daten vorhanden
* Samtgemeinde Lüchow Bezug: 10% Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen Stand: 12/2023
* Landkreis Lüchow-Dannenberg: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Stand: 12/2023
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Der Ursprung der Arbeit von EinsWeiter liegt in einem Vorhaben, das sich nicht umsetzen ließ, aber gerade dadurch lehrreich ist: Der Bau eines sozial-ökologischen Zentrums ließ sich nicht realisieren. Verantwortlich dafür war neben den Baukosten das Ausbleiben einer kritischen Masse an verbindlich engagierten anderen Akteuren. Die Konsequenz war keine Niederlage, sondern eine programmatische Weichenstellung – weg vom festen Ort, hin zur Arbeit in den lebendigen Netzwerken des Quartiers selbst.
GWA wird hier bewusst von klassischer Sozialarbeit unterschieden: Nicht Problembearbeitung am Rand der Gesellschaft, sondern Verankerung von Teilhabe in ihrer Mitte. Das setzt voraus, dass Bedarfe nicht vorab definiert, sondern im Dialog mit den Menschen entwickelt werden – prozessoffen, widerspruchsfähig, anpassungsbereit. Partizipation ist dabei kein Instrument, sondern Grundbedingung.
Die drei Handlungsfelder – solidarisches Altern, Engagement-Aktivierung und Barriereabbau – sind praktisch verschränkt: Sie adressieren verschiedene Ebenen des Gemeinwesens (individuell, kollektiv, strukturell) und verstärken sich gegenseitig. Das Kümmerer-Büro wirkt als Ort der Verbindung, der Zugänge schafft, ohne zu vereinnahmen.
Der Anspruch: Strukturen, die über das Projekt hinaus tragen – weil sie nicht für, sondern mit den Menschen entstanden sind.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
offener Prozess wird durch Bedarfe und Interessen von Betroffenen maßgeblich gelenkt und gestaltet. Methode: Rückmeldungen zur Selbstwirksamkeit in moderierten Kleingruppen einholen.
Kriterium
Beschreibung
Engagierte organisieren sich im Netzwerk weitestgehend selbst und übernehmen dauerhafte Verantwortung. "Aktivierung zum Aktiv sein" ist auf Gruppen und Nachbarschaft übergegangen. Methode teilnehmende Beobachtung.
Kriterium
Beschreibung
Inklusion und Teilhabe wird als Querschnittsthema von allen Beteiligten mitgedacht. Gruppen im Projekt sind vielfältig zusammengesetzt (generationenübergreifend, Privilegierte und von Diskriminierung betroffenene, (soziale) Herkunft)
Beschreibung
Kommunale Akteure kennen eigene Stärken und Schwächen und binden aktiv andere Akteure ein, um sich zu ergänzen. Ungewöhnliche Allianzen entstehen rund um konkrete gemeinsame Ziele.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
In den vergangenen Jahren wurden mit Förderung von Stiftungen (2x 50% Stelle für QE) tragfähige Strukturen, Erfahrungswissen und lokale Netzwerke aufgebaut. Der ursprünglich angestrebte Bau eines sozial-ökologischen Zentrums wurde angesichts der herausfordernden Umsetzung bewusst zugunsten einer Quartiers- und Gemeinwesenarbeit in bestehenden Netzwerken und Räumen zurückgestellt.
Mit dem Büro besteht eine offene Anlaufstelle mit einem wachsenden Angebot: Spieletreffs mit Frauen und Kindern aus der Geflüchtetenunterkunft, ein Lernraum für Deutsche Gebärdensprache, inklusive BNE-Veranstaltungen, inklusive Disko sowie ein Projekt zur gemeinschaftsbasierten Stromversorgung. Ergänzt wird dies durch eine gemeinsam genutzte Infrastruktur (Eventbus, E-Riksha). EinsWeiter ist darüber hinaus in kommunalen Gremien verankert, etwa in der Steuerungsgruppe „Resiliente Innenstadt" zum Lüchower Verkehrskonzept.
Als Knotenpunkt vernetzt das Projekt lokale Beratungsstellen (u. a. migra, Frauenberatung), Institutionen (Gleichstellungsbeauftragte, Runder Tisch inklusive Arbeitsplätze), engagierte Bürger*innen sowie öffentliche Räume wie den QBus und das MGH Allerlüd. Als anerkannte Anlaufstelle für Menschen mit Be_hinderung und/oder Pflegebedarf trägt EinsWeiter – unter anderem über das Netzwerk „Perspektive" – Betroffenenbelange in politische Gremien. Bildungsarbeit und kreative Auseinandersetzung zu Themen wie Teilhabe, Diskriminierung und Altern im ländlichen Raum runden die Arbeit ab.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Behindertenbeirat, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Inklusionsnetzwerk, Lüneburg – Neue Wege ins Berufsleben
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Migra Beratungsstelle, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gleichstellungsbeauftragte, Samtgemeinde Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Anti-Diskriminierungsnetzwerk Wendland, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Elternforum (Mobile Familienbildung Lüchow-Dannenberg)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wendland im Wandel, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kinderschutzbund, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Der Paritätische Selbsthilfekontaktstelle, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
FASD-Beratung/Netzwerk, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
EUTB-Teilhabeberatung, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Agentur Wendland leben, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kurve e.V., Wustrow
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stabsstelle Regionalentwicklung Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stabsstelle Klimaschutz und Mobilität Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wendlandschule (Förderschule Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung), Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kreisjugendring, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Terra est vita (Ambulanter Dienst), Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kinder- und Jugend-Zirkus Pepinillo, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Frauenberatungsstelle, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kreisjugendpfleger, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wirtschaftsförderung, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Sozialberatung für Hörgeschädigte, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kreisvolkshochschule Uelzen/ Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Senioren- und Pflegestützpunkt, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Behindertenbeauftragte, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Grips Reha + Arbeit, Lüchow
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Netzwerk Perspektive, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kollektive Care Netzwerk, Landkreis Lüchow-Dannenberg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Zukunft X, Lüchow
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Unsere GWA baut auf gewachsener QE auf und verfolgt eine Verstetigung über die Projektlaufzeit hinaus. Daher wird im Rahmen des Projekts ausgelotet, welche Finanzierungen, z.B. Städtebauförderung, über Pflegekassen, Eingliederungshilfe der Kommune (SGB IX) nutzbar sind. Die schrittweise Übergabe an ehrenamtliche Strukturen reduziert die Personalkosten. Bereits jetzt wird Eins Weiter durch die Kommune unterstützt (Überlassung Baugrundstück). Ziel ist Ausbau. Austausch mit bestpractice Beispielen.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On
Von der kleinen Idee zum Modell des Miteinanders - das inklusive Quartier St. Leonhard
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Martin von Hoyningen Huene
| Funktion | Geschäftsführer |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Ein baulich integratives Quartier mit altersübergreifenden Wohn-, Lern- und Kulturprojekten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung will gemeinsam Mitbestimmungsstrukturen zur Gestaltung von Infrastruktur, Veranstaltungen und Zusammenleben schaffen.
Projektbeschreibung
Das Quartier St. Leonhard gehört weder zum kultigen "Östlichen Ringgebiet" noch zur in naher Zukunft geförderten "Bahnstadt Braunschweig", es liegt als kleine Insel genau dazwischen. Mit der Idee, ein integratives Quartier zu sein, umfasste es von Beginn an generationssübergreifende Wohn-, Lern-, Gesundheits- und Kulturprojekte für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen.
Betreibende Institutionen waren einBildungs- und Sozialunternehmen mit Schule, KiTa und Internat sowie eine Stiftung für Sozialdienstleistungen mit Behindertenbetreuung, Altenhilfe und Gesundheitsberatung. Im Jahr 2022 vervollständigt sich nun die Betreiber*innengruppe um eine freie Theaterspielstätte mit theaterpädagogischen Zentrum. In diesem Zusammenhang sollen die Grundideen nun nachhaltig zum Leben erweckt werden.
In gemeinsamen Entscheidungen entstehen Mitbestimmungsstrukturen zur Gestaltung von Infrastruktur, Veranstaltungen und Zusammenleben. Über eine ausführliche Vorbereitung wird über Recherchemaßnahmen ein Bedarfsplan erstellt. Zugleich soll ein „Quartiersparlament“ entstehen, welches aus den Bedarfen priorisiert und die Umsetzungen beschließt. Diese betreffen sowohl die zukünftigen Kommunikationsformen (intern wie extern, analog wie digital), die Veranstaltungen (Theater, Konzerte, Stadtteilfeste, Tage der offenen Tür, Vorträge) sowie kulturelle Teilhabeangebote und Freizeitangebote bis hin zu Beschilderungen, äußerlichen Gestaltungsmaßnahmen und Einkaufsmöglichkeiten.
Diese Dinge sollen nicht isoliert entstehen, sondern in zunehmendem Kontakt und Austausch mit den umliegenden Quartieren. Mit Organisationen dieser Nachbarquartiere sollen Kooperationen entstehen, um sowohl die gemeinsame Nachbarschaftskultur durch Veranstaltungen etc. zu vergrößern und zu festigen als auch die alle Menschen umfassenden demokratischen Teilhabestrukturen auszuweiten.
Für diese Umsetzung werden Einstellungen und Aufstockungen durchgeführt im Bereich von Sozial-, Theater- und Heilpädagogik, von Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufleuten sowie von Künstler*innen, Kunsttherapeut*innen oder anderen Fachleuten zur ästhetischen Umsetzung von Vorschlägen.
Desweiteren wird entsprechend den Anforderungen Material angeschafft zur äußerlichen Gestaltung und für Außenveranstaltungen.
Laufzeit
2021-09-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Quartier St. Leonhard wurde gebaut als "erstes integratives Quartier in der Stadt Braunschweig". Die Architektur trägt dem Rechnung, die betreibenden Institutionen passen auch (über die Evangelische Stiftung Neuerkerode und das CJD kommen Kinder, Jugendliche mit besonderen Unterstützungsbedarfen mit und ohne Migrationshintergrund, Menschen mit Beeinträchtigungen, Senioren, Menschen mit Suchtproblemen etc. zusammen). Damit ein Zusammenleben nicht zum Clash wird, sondern in gemeinsamer Verantwortung gestaltet wird, braucht es allerdings mehr als eine Diversität bei Bewohner*innen und Nutzer*innen: Ein funktionierendes Quartiersmanagement muss, wenn es denn inklusiv sein soll, konzeptionell entwickelt und begleitet werden. Da die Nutzer*innen hauptsächlich auf das eigene Tagesgeschehen gucken, würde ein solcher Aufbau hin zu einer demokratischen Selbstverwaltung vermutlich auf der Strecke bleiben. Der Bauherr und Betreiber ist zwar bereit, gemeinschaftsbildende Massnahmen auch über Jahre finanziell zu unterstützen, aber für Konzepterstellung, Workshops, Aufbau eines Kommunikationsnetzwerks, Schaffung einer hybriden Infrastruktur sowie einer beratenden Anlaufstelle wird das nicht reichen. Daher könnte dieses potentiell modellhafte Projekt zum Scheitern verurteilt sein, wenn dort nicht in den ersten Jahren mit weiterer finanzieller Unterstützung eine nachhaltige Struktur aufgebaut würde. Gerade die sonst in der Gesellschaft benachteiligten Gruppen brauchen dabei ein besonderes Augenmerk.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Braunschweig Quartier St- Leonhard (Bezirk Viewegs Garten / Bebelhof)
Beschreibung
Innerhalb des Bezirks Viewegsgarten/Bebelhof wurde ein neues Wohnquartier errichtet. Baulich als integratives Quartier geplant wird es Kern des Projektes sein, um den umliegenden Teil mit einzubeziehen. Das gesamte Quartier liegt zwischen Hauptbahnhof und östlichem Ringgebiet
Einwohnerzahl
2000
Quelle / Anmerkungen
https://de.wikipedia.org/wiki/Viewegsgarten-Bebelhof
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
- es geht um einen definierten Raum innerhalb einer Großstadt, der sich im Wandel befindet
- in diesem Bereich treffen in überdurchschnittlicher Konzentration Kinder, Jugendliche, Alte Menschen, Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und Menschen mit Migrationshintergründen aufeinander
- Wir bieten Unterstützung bei Vernetzung, Gestaltung und Mitbestimmung und leisten Hilfe zur Selbsthilfe: in demokratischen Mitbestimmungsprozessen übernehmen die Anwohner*innen und Nutzer*innen die Verantwortung für Entscheidungen, die ihren Alltag und ihre Infrastruktur betreffen
- Dabei leben wir Werte vor, die auf einer humanistischen Weltanschauung und unserem Grundgesetz beruhen: Die Gleichheit und Gleichwertigkeit der Menschen und die Unantastbarkeit der Menschenwürde, aber auch die Toleranz und das produktive Miteinander
- Gemeinsam soll Einfluss genommen werden auf Faktoren, die die Lebensqualität bestimmen: Versorgung, Bildung, Kultur, Unterhaltung...
- Im Laufe des Entwicklungsprozesses entstehen Strukturen, die es den ehrenamtlichen Aktiven ermöglichen, diese Verantwortung für Entscheidungen langfristig und nachhaltig zu tragen
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
alle entschiedenen Maßnahmen durch diese angeregt, beschlossen und zu ihrem Vorteil ausgerichtet sind
Kriterium
Beschreibung
Erreicht, wenn die Beteiligten durch den Entwicklungsprozess ausreichend qualifiziert und bestärkt wurden, dass sie die eingeführten Entscheidungsmöglichkeiten über Gestaltung, Angebote und Infrastruktur mit geringster Unterstützung weiterführen können.
Kriterium
Beschreibung
Erreicht, wenn auch vermeintlich "schwächere" Beteiligte (Menschen mit Beeinträchtigungen oder sonstigem Unterstützungsbedarf) ihre Besonderheiten produktiv in Entscheidungsprozesse einbringen können.
Kriterium
Beschreibung
Die Zielgruppen im Quartier sind divers und spezifisch. Nur wenn diese konsequent zum Subjekt allen QM-Handelns gemacht werden, sind die Aktivitäten gelungen.
Beschreibung
Erreicht, wenn durch den errichteten Netzwerkknotenpunkt Bedarfe zielgenau an die ansässigen fachlichen Stellen weitergeleitet werden.
Beschreibung
Erreicht, wenn über die eingeführten Kommunikations- und Mitbestimmungstools ein regelmäßiger Austausch mit nach außen sichtbaren Resultaten stattfindet.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
LOT-Theater, Theaterpädagogisches Zentrum, Staatstheater
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
DRK Kaufbar e.V., Zentrum Würde
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wohnen und Betreuen gGmBH, Lukas-Werk Gesundheitsdienste GmbH, Diakoniestation Braunschweig gGmbH, SAPV Harz-Heide gGmbH, Senioren- und Pflegezentrum Bethanien gGmbH
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
CJD mit KiTa, Grundschule, Gymnasium und Internat sowie Wohnbereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Die Christengemeinschaft - Gemeinde Braunschweig, St. Johannis-Gemeinde
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Die im Kern beteiligten Institutionen, namentlich Evangelische Stiftung Neuerkerode, CJD e.V., Freie Spielstätten Braunschweig gGmbH (in Trägerschaft von LOT-Theater e.V. und Spielraum TPZ. Theaterpädagogisches Zentrum für Braunschweig und die Region e.V.) und Richard Borek Stiftung haben sich dazu bekannt, das Quartiersmanagment langfristig finanziell und inhaltlich-methodisch zu unterstützen. Die genauen Einsätze werden gemeinsam und regelmäßig abgestimmt.
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On