Skip to main content

Gemeinsam Demokratie gestalten im Sahlkamp

Ansprechpartner
Manja Taylor
Funktion Projektkoordinatorin
Ich im Sahlkamp - Wir auf der Welt. Ein stadtteilbezogenes Projekt für Persönlichkeitsentwicklung und eine nachhaltige Zukunft
Projektbeschreibung
Die Beteiligung der Sahlkampbürger*innen wird auf individueller Ebene trainiert und darauf aufbauend im Gruppenkontext und in Stadtteilgremien umgesetzt. Der Sahlkamp ist relevant für unsere Stadtgesellschaft und verschafft sich Gehör! Unser Projekt entfaltet sich über die 3 Jahre von einem individuellen zu einem kollektiven Fokus. Politikverdrossenheit und Desillusionierung begegnen wir im 1. Jahr zunächst mit Projekten für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, denn solange ich mit mir selbst nicht im Reinen bin, ist mir der andere egal. Wir fördern also im 1. Jahr persönliche Ziele, Visionen und Handlungsfähigkeit der Anwohner*innen. Im 2. Jahr liegt unser Fokus auf Quartier, Stadtteil, Nachbarschaft, wird also nach ersten Erfolgserlebnissen der TN mit eigenen Ressourcen erweitert. Das 2. Jahr steht im Zeichen von Solidarität und Gemeinschaftsgefühl. Der und die Einzelne sollen erleben können, dass sie gemeinsam Ziele erreichen können und die Stärken des Stadtteils kennenlernen und nutzen. Hier stärken wir vor allem auch die Kooperation mit dem Bezirksrat, dessen Bewohnersprechstunde leider oft leer ist oder von einer kleinen homogenen Gruppe genutzt wird - das wollen wir ändern! Im 3. Jahr wird der Blick noch weiter - auf Stadt, Land, Welt: Wir wissen, dass unsere Anwohner auch von größeren gesellschaftlichen Fragen bewegt werden, sich von diesen jedoch oft überfordert fühlen oder sich von fake news vereinnahmen lassen. Wir setzen uns nun zur Aufgabe, diese Überforderung anzugehen und den Themen und Visionen der Menschen in unserem Stadtteil mehr Raum zu geben. Unser im Gesundheitsprojekt getesteter generationsübergreifender Ansatz erscheint uns hilfreich für diese komplexe Aufgabe: wir können so die eigenen Ressourcen im Sahlkamp weiter wecken und die verschiedenen Altersgruppen können sich gegenseitig befruchten. Gemeinsame Interessen auch gemeinsam zu vertreten und sich mit seinem Stadtteil zu identifizieren ist eine aus dem alten Projekt gewachsene Perspektive. Diese noch zaghafte Pflanze wird der SPATS e.V. in seinem Projekt „Ich im Sahlkamp-Wir auf der Welt“ pflegen. Wir haben in unsere Konzeption mit einbezogen, dass 2021 noch weiterhin von Abstandsregeln und Personenbeschränkungen in geschlossenen Räumen geprägt sein wird - unser Fokus auf Arbeit mit Kleingruppen, 2er-Gruppen und Einzelnen bezieht dies mit ein, so dass wir voraussichtlich die Maßnahmen überwiegend wie geplant durchführen können.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
Ausgangslage
Der Stadtteil Sahlkamp liegt im Nordosten Hannovers, hier leben 14.433 Menschen. Die Anwohner*Innen des Stadtteils, insbesondere im Gebiet „Sahlkamp Mitte“ haben mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Wir haben im Projekt "Gemeinsam Gesund Leben", besonders seit der Coronazeit, intensiv mit Einzelnen und Kleingruppen gearbeitet, die hauptsächlich über ihre Perspektivlosigkeit gesprochen haben. Vielen fehlt es an Teilhabemöglichkeiten, sie fühlen sich von der Politik zu wenig beachtet. Verschwörungsideologien sind ein Thema, dem wir mit bloßem Fokus auf Gesundheitsfakten nicht bekommen. Mit dem demokratiefeindlichen Potential der derzeitigen bundesweiten Demos dürfen die Kommunen vor Ort nicht allein gelassen werden. Ressourcen von Land und Bund sind notwendig. Am Thema "Gesundheit" arbeiten wir anderswo mit gestärkten Netzwerken weiter. Zurückliegende Anstrengungen, um ein Stadtteilforum zu installieren sind leider gescheitert. Wir haben mithilfe der aktuellen Förderung ein generationsübergreifendes „SPATS-Parlament“ initiiert. Dementsprechend sind wir in Bezug auf eine gelingende Partizipation in den kommenden Jahren optimistisch und möchten mit unseren Bewohner*Innen eine Teilhabe an politischen Vorgängen im Sahlkamp realisieren. Die generationsübergreifende Arbeit aus dem aktuellen Projek spricht viele Bewohner*Innen an, unabhängig von ihren individuellen Hintergründen in Bezug auf Alter, Herkunft und Geschlecht, und dient so brückenbauenden Beziehungen. Häufig fehlen im Sahlkamp die Berührungspunkte zwischen unterschiedlichen Zielgruppen. Diesem Problem wollen wir entgegenwirken, Vorurteile abbauen und weitere Desilliusionierung stoppen.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Hannover Sahlkamp
Beschreibung
Der Stadtteil Hannover-Sahlkamp liegt im Nordosten zwischen Autobahn (im Norden), Mittellandkanal (im Süden), General-Wever-Straße* (im Osten) und Holzwiesen (im Westen). Das Projektgebiet umfasst den Stadtteil Sahlkamp, der das Soziale-Stadt-Gebiet "Sahlkamp-Mitte", das im Zentrum des Stadtteils Sahlkamp mit seiner Hochhausbebauung liegt, mit einschließt. Innerhalb der Projektlaufzeit sollen die Bauarbeiten zum Neubaugebiet "Gartenstadt" beginnen. Dort werden über 1.000 neue Bewohner*innen zuziehen. *es läuft ein Bürgerbeteiligungsprozess zur Umbenennung.
Einwohnerzahl
14334
Quelle / Anmerkungen
Landeshauptstadt Hannover Wahlen und Statistik, Koordinationsstelle Sozialplanung der Stadt Hannover (Stand: 31.12.2018)
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Das Programmgebiet Soziale Stadt (s. Quartiersplan) liegt innerhalb des Projektgebiets (s. Stadtteilplan). Es gibt "unsichtbare" Grenzen zwischen Bewohner*innen des sogenannten Speckgürtels und des Soziale-Stadt-Quartiers, die wir mit unserem Projekt überbrücken wollen. Landesfördermittel sind in den nächsten Jahren für unser Gebiet so wichtig aufgrund folgender Punkte: 1. 9 Einrichtungen im Fördergebiet "Soziale Stadt" Sahlkamp sind von städtischer Seite unterfinanziert, teilweise seit Jahrzehnten. Besonders für 2021/22 befürchten wir aufgrund der 2020 gesunkenen Steuereinnahmen in den Kommunen durch die Coronakrise, dass an unseren Kunden - den Menschen, die in der Gesellschaft ohnehin die geringste Lobby und leiseste Stimme haben - weiter gespart werden soll. 2. Die Haushaltsentscheidungen der Stadt Hannover verzögern sich aufgrund von Corona, möglicherweise erfahren wir erst im April 2021, wie hoch unsere Budgets sein werden / welche Anteile unserer Anträge finanziert werden. 3. Im nächsten Förderzeitraum bis 2023 werden die Planungen für ein Neubaugebiet im Sahlkamp realisiert und die Bewohnerinnen des "soziale Stadt" Quartiers befürchten in Zukunft eine Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Infrastruktur durch Abwanderung von Ärzten, Geschäften, durch Mehrbedarf an der schon gut ausgelasteten Grundschule etc. 4. Es fehlen Räume, die Gruppen von Anwohner*innen kostenfrei /-günstig in Selbstorganisation nutzen können. 4.b .. besonders solche Räume, die von allen Akteuersgruppen als "neutral" wahrgenommen werden. Zusätzlich zu den o.g. statistischen Daten wohnen im Sahlkamp überdurchschnittlich viele Personen auf kleinem Raum (2,2 Personen pro Haushalt, ggü 1,8 Personen in der gesamten Stadt).
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Angaben beziehen sich auf Kinder bis 15 Jahre. Quelle: LHH, Wahlen und Statistik, Strukturdaten 2018
Projektgebiet in Prozent
48
Gesamtstadt in Prozent
32
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Quelle: LHH, Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke, Stand Juni 2020.
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
19
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Der Anteil Ausländer*innen im Sahlkamp ist seit 2014 um 1.212 Menschen gestiegen, das entspricht einem Zuwachs von 44,3%. Quelle: LHH, Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke, Stand Juni 2020.
Projektgebiet in Prozent
27
Gesamtstadt in Prozent
25
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Quelle: LHH, Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke, Stand Juni 2020.
Projektgebiet in Prozent
29
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Quelle: LHH, Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke, Stand Juni 2020.
Projektgebiet in Prozent
45
Gesamtstadt in Prozent
24
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Daten: prozentualer Anteil von Haushalten mit Kind(ern) an Bedarfsgemeinschaften, die Transferleistungen beziehen. Quelle: LHH, Strukturdaten der Stadtteile und Stadtbezirke, Stand Juni 2020.
GWA/QM-Ansatz
Wir möchten die persönlichen Ressourcen der Anwohner*innen stärken, und bislang passive oder gar desillusionierte Menschen dadurch aktivieren, dass der Fokus im ersten Projektjahr auf individuellen Wünschen und Zielen liegt. Die Teilnehmer*innen (TN) sollen ihre Ressourcen positiv erfahren und einsetzen und so ermutigt werden, dies öfter zu tun - im 2.+3. Jahr auch in Zusammenarbeit mit Nachbar*innen und Anderen. Die Netzwerke im Quartier und die Bewohner*innen stehen im Zentrum unserer Arbeit. Bereits vorhandene Beteiligungsformate sollen nutzerfreundlicher werden und mehr genutzt und damit gestärkt werden. Hierzu wollen wir neue Akteur*innen einbeziehen. Aus bestehenden Netzwerken wurde der Bedarf nach mehr Verlinkung des Gebietes sozialer Stadt und des Rest-Stadtteils an uns herangetragen. Beteiligungsformate und andere Angebote werden häufig von denselben, homogenen Gruppen genutzt, so dass es über den Einsatz zusätzlicher finanzieller Ressourcen und über neue Kooperationen möglich ist, andere Anwohner*innen zu aktivieren und zu integrieren. Wir begrüßen weiterhin die Gemeinwesenorientiertheit dieser Landesministeriums-Ressource, da unsere positiven Erfahrungen generationsübergreifender Arbeit der letzten Förderperiode so in dieses Beteiligungsprojekt einfließen können. Außerdem sind bei der Aktivierung von Gruppen, die sonst für Beteiligungsformate unerreichbar sind, ein niedrigschwelliger Ansatz sowie eine gute Beziehungsbasis unumgänglich.
Qualitätskriterien
Beschreibung
Wenn die Teilnehmer*innen des 2.- und 3. Projektjahres sich - über kulturelle, soziale oder Einkommensgrenzen hinweg - in Paten- oder Kleingruppenprojekten gemeinsame Erfolge erleben. Wenn Teilnehmer*innen erfahren, dass sie gemeinsam stärker sind.
Beschreibung
Wenn wir durch unsere Beziehungsarbeit in unseren sonstigen Einrichtungstätigkeiten neue Akteursgruppen aktivieren, die in bisherigen Beteiligungsgremien nicht vertreten sind, und wenn die Themenwahl aller Maßnahmen von den Teilnehmer*innen geleitet wird.
Beschreibung
wenn TN eigene Stärken und nachbarliche Vorbilder entdecken, wenn bestehende Beteiligungsformate gestärkt werden durch Anpassung auf neue TN, wenn positives aus dem Stadtteil berichtet wird, wenn TN kleine Erfolge auf eigene Ressourcen zurückführen
Vorhandene Strukturen
Professionelle Gemeinwesenarbeit (GWA) ist im Sahlkamp seit 1991 tätig, Quartiersmanagement (QM) seit Beginn des Städtebauförderprogramms "Soziale Stadt" im Jahr 2010. Konkrete Ziele und Wirkungen von GWA und QM im Verbund sind die Orientierung an den geäußerten Bedürfnissen und Interessen der Bewohner*innen, Organisation von Interessen im Stadtteil, die Entwicklung bewohnergetragener Aktivitäten/Strukturen und die Erhöhung der Beteiligung. QM und GWA arbeiten mit Ressourcenorientierung, sie stabilisieren vorhandene Beziehungsgefüge, nutzen und erweitern die Ressourcen im Stadtteil, sodass neue Ideen umgesetzt werden können und das Stadtteilleben bereichern. GWA und QM arbeiten mit zielgruppenübergreifendem Ansatz und erarbeiten gemeinsam mit den Einrichtungen, Initiativen und Projekten Lösungen für spezifische Probleme im Stadtteil. Derzeit unterstützt das Gremium "Koordinationsrunde" 9 Einrichtungen, die unterfinanziert sind und für die kommenden Jahre um Erhöhung der kommunalen Mittel kämpfen. 4 der SPATS-Einrichtungen gehören dazu. Aufgrund der durch die Coronakrise eingebrochenen Steuereinnahmen kann voraussichtlich 2021/2022 weniger finanziert werden, so dass Dienstleistungen für unsere Zielgruppen evtl. wegbrechen werden. Sowohl der langjährige Quartiersmanager als auch der Gemeinwesenarbeiter gehen während der Projektlaufzeit in Rente, so dass dem Stadtteil Wissen und Erfahrung verloren gehen werden.
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Quartiersmanagement, Gemeinwesenarbeit, Fachbereich Jugend und Familie, Fachbereich Soziales, Fachbereich Senioren, Fachbereich Planen und Stadtentwicklung
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Unterstützerkreis Flüchtlingsunterkünfte e.V., Epiphanias Sportgemeinschaft, Internationale Stadtteilgärten e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Deutsche Wohnen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V., Stadtteilstiftung Sahlkamp-Vahrenheide
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Bezirksrat, Integrationsbeirat, Sanierungskommission, Bezirksbürgermeister
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Hannoversche Allgemeine, Neue Presse, Stadtteilanzeiger, Sanierungszeitung
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ehrenamtliche aus verschiedenen Beteiligungsformaten, Multiplikator*innen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Seniorenbüro Sahlkamp, Seniorenbeirat, AG Image, AG Beratung, AG Sicherheit, AG Flüchtlinge, AG Frauen, AG Kinder und Jugend
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Koop-Lab "Teilhabe durch kooperative Freiraumentwicklung in Ankunftsquartieren"
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Beratungsbüro Petra Kühne, Rechtsanwältin Jaanika Welsch
Typ
Stadtteil
Nachhaltigkeit
1. 2,2 Std Projektkoordination für generationsübergreifende Arbeit sind beantragt (ob dies bewilligt wird, erfahren wir evtl. im April 2021) 2. Ab 2022 planen wir einen Antrag bei Demokratie leben! 3. Die beiden Kinder-/Jugendeinrichtungen planen eine Bewerbung für Beteiligungsprojekte beim Kultusministerium 4. Planung weiterer Fördermittel ab 2024 kann konkretisiert werden, wenn die Fördermittelgeber, die wir kontaktiert haben, Auskunft über zukünftige Ausschreibungen geben können.
Zustimmung Veröffentlichung
On