Gemeinwesenzentrum "Goosmanns Tannen"
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Daniel Sielaff
| Funktion | Einrichtungsleitung / Projektleitung |
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2. Kurzbeschreibung
Verbesserung lokaler Lebensbedingungen und Förderung/Erreichung individueller und gruppendynamischer Aktivierung durch katalytisch-aktivierende Gemeinwesenarbeit im Wohnquartier "Goosmanns Tannen" der Mittelstadt Lingen (Ems)
Projektbeschreibung
Das Zielstadtgebiet des Projektes Gemeinwesenzentrum „Goosmanns Tannen" ist ein als deklassiert zu bezeichnendes Wohngebiet der Mittelstadt Lingen (Ems) mit ca. 1500 Bewohnern/innen. Das Wohnquartier ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl an Menschen mit Migrationshintergrund (etwa 75%), alleinerziehende Elternteile und Menschen/Familien, welche von Sozialleistungen abhängig sind. Die materiellen Lebensbedingungen und die soziale Interaktion sowie Mobilität sind als stark eingeschränkt zu bezeichnen; in einer Vielzahl der Haushalte sind Suchtmittelkonsum und häusliche Gewalt regelmäßige Erfahrung, das Konfliktpotenzial zwischen den milieudifferenten Bewohnergruppen ist hoch, die Interaktionsqualität niedrig.
Das Projekt greift diese Bedingungen auf und zielt auf eine Aktivierung der Bewohner/innen an. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung subjektiver Lebensqualität, das Erreichen von Autonomie und Selbstbestimmung durch Empowerment und die entsprechende Vertretung und Kommunikation der Interessen und Bedürfnisse in der Öffentlichkeit. Dabei werden gezielt drei Schwerpunktbereiche bedient, welche ganzheitlich und nachhaltig die Entwicklung im Wohnquartier positiv beeinflussen:
Cafè 107 (in Lingen leben Menschen aus 107 Nationen)
Ein Begegnungszentrum wird die infrastrukturellen Bedingungen im Wohnquartier erweitern. Die mangelhafte Angebotsstruktur des Wohnquartiers wird durch die Zubereitung und Ausgabe mul-tiethnischer Speisen ergänzt. Dieser Begegnungsraum ermöglicht soziale und interkulturelle Inter-aktion, fördert somit die interkulturellen Kompetenzen und ist zusätzlich begleiteter Erfahrungs-raum zur Kompensation von Problemlagen aufgrund sozialer und wirtschaftlicher Wohnraumsegregation.
systemische Sozialberatung
Den Anwohnern/innen wird systemisch, klientel- und lösungsorientiert Beratung, Begleitung und Vermittlung angeboten. Dies bedeutet zzgl. die Nutzbarmachung/ Generierung von Netzwerken und Anbindung anderenorts ansässiger Infrastruktur in Form von Bildung, Versorgung und Teilhabe.
Bürgerrat / Selbstaktivierung
Zentraler Inhalt des Projektes ist die Generierung einer quartiersbezogenen und -ansässigen Inte-ressenvertretung (Stadtteilgremium). Schulungsangebote vermitteln diesbezüglich Kompetenzen, welche dazu befähigen, öffentlichkeitswirksam diese Interessen und Bedürfnisse sachgerecht zu kommunizieren und durchzusetzen.
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Im Stadtteil Goosmanns Tannen leben ca. 1500 Menschen (etwa 75% Migrationshintergrund), überdurchschnittlich viele Kinder, Jugendliche, Erwachsene leben in problematischen Lebenssituationen (Abhängigkeit von Sozialleistungen, alleinerziehend, Gewalt, Suchtmittelkonsum). Es ist klar von einer Konzentration bestimmter sozialer Schichten und ethnischer Gruppen in bestimmte Wohngebiete zu sprechen (Krummbacher u.a.). Die hohen Mietpreise in der Stadt Lingen verstärken dieses Phänomen. Zwischen den Bewohnergruppen gibt es wenig Kommunikation. Es ist eine Zunahme kollektiver und individueller Problem- und Notlagen im Zusammenhang mit räumlichen Defiziten, Konkurrenzen um knappe Ressourcen festzustellen; es drohen soziale und interkulturelle Konflikte, Gewaltbereitschaft und Extremismus. Aus dem benachteiligten Quartier ist ein benachteiligendes Quartier geworden. Der Stadtteil unterscheidet sich erheblich von den angrenzenden Wohngebieten. Infrastrukturelle Anbindungen sind kaum vorhanden. Das Wohnquartier verfügt weder über Kindertagesstätten, noch über quartieransässige Vereine oder über Einkaufsmöglichkeiten.
In der konjunkturstarken Stadt Lingen soll ein angemessenes Armutsverständnis/-bewusstsein transportiert werden; längst nicht alle Stadtbewohner/innen teilen das Gefühl, dass „kaum Wünsche offen“ bleiben und Lingen sich „lohnt“ (lingen.de).
In der Reg. Emsland ist eine negative Entwicklung bzgl. Einkommen und Attraktivität zu verzeichnen. Arbeitsentgelte und Haushaltseinkommen sind einseitig verteilt, ebenso wirtschaftliche Teilhabe. Die Lebensqualität leidet unter dem Defizit der Gleichbehandlung von Frauen und Männern sowie dem Risiko der Altersarmut (noz.de).
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Der Stadtteil Goosmanns Tannen ist als sozialisationspluralistisch und multiethnisch sowie milieuheterogen zu bezeichnen. Die projektinitiierende Einrichtung ist Teil der offenen Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Lingen. Konzeptionelle Schwerpunkte sind pädagogische Arbeitsfelder der Kinder-, Jugend-, Eltern- und Erwachsenenarbeit, politische Bildung, Ehrenamtsförderung und Partizipation. Grundlage ist die Verbesserung sozialer und kultureller Lebensbedingungen im Stadtteil bzw. Abbau von Benachteiligungen und Prävention von Sucht, Gewalt und Extremismus zur Generierung sozialer Teilhabe und Mobilität.
Die Projekttreihe setzt unmittelbar an den Prinzipen der Sozialraumorientierung nach Hinte und Kreft an:
- Unterstützung von Selbsthilfekräften und Eigeninitiative, d.h. fördern aktiver Beteiligung, nicht einseitige Bedürfnisbefriedigung - Nutzen der Ressourcen des sozialen Raums / der beteiligten Akteure, d.h. aktivieren von Stärken, Fähigkeiten, Ideen, Räume etc.u. Einbeziehung von individuellen, sozialen und materiellen Ressourcen - Zielgruppen- und bereichsübrgreifende Orientierung, d.h. sozialer Raum ist komplexer Lebens-, Erlebnis- und Erfahrungsraum, bildet ganzheitliche Struktur. Ziel ist Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens und umfasst Bereiche wie Wohnen, Beschäftigung, Bildung, Gesundheit, Kultur etc.
- Kooperation und Koordination, d.h. Vielfalt einflussnehmender Dienste und Angebote wird durch die Projektreihe koordiniert, aufeinander abgestimmt.