1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Yvonne Mascioni
| Funktion | Fachbereichsleiterin Migration |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Vielfältig miteinander leben und gestalten - Südstadt im Wandel
Projektbeschreibung
Die Südstadt Northeims (ehemals Soziale Stadt) liegt am Stadtrand & besteht im Kern aus Wohnblocks und 3 Hochhäusern, begrenzt wird sie von großflächigen Schulgeländen und dem Gewerbegebiet. Das Asyl- und Migrationszentrum Café Dialog, Herzstück des Fachbereichs Migration des Trägervereins Werk-statt-Schule e.V., liegt am Rande des Projektgebiets 1 (siehe Karte). Hier ist das Gemeinwesenprojekt seit August 2019 angesiedelt. Das Projekt baut eine verlässliche Struktur und Anlaufstelle auf, die den Anliegen der Südstadtbewohner*innen(SB*) der Northeimer Südstadt Gehör schenkt und sie dabei unterstützt, ihre Interessen zu vertreten und Aktivitäten selbstorganisiert umzusetzen. Die Mitarbeiterinnen des GWA-Projekts stellten im ersten Jahr durch verschiedene Aktivitäten den Kontakt zu den SB* her. Etwa durch diverse Postwurfsendungen, die Etablierung des Südstadt-Treffs (offene Begegnungsangebote, Workshops) und den Aufbau einer Infotafel im Viertel. Mit einem mobilen Infostand nahmen sie Kontakt zu den SB* in ihrem direkten Wohnumfeld auf. Ergänzend wurde das Projekt in den Kursen des Café Dialogs, der Migrationsberatung und bei Netzwerktreffen vorgestellt. Die Teilnehmer*innen der Kurse wurden mit unterschiedlichen Methoden wie Wunschbox, Fragebögen, persönliches Gespräch, Diskussionsrunden zu ihren Bedarfen im Stadtteil befragt. Begleitet wurden die Aktivitäten durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In der kommenden Förderperiode bilden neben dem Ausbau der Anlaufstelle und ihrer Angebote, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Viertel, die Aktivierung der SB* sowie die Netzwerkarbeit Schwerpunkte. Die Aktivitäten sollen die SB* zum Selbermachen anregen. Z.B. ermutigen wir sie bereits jetzt bei Veranstaltungen selbst als Anleiter*in aktiv zu sein. Auch sollen die Räumlichkeiten des Café Dialog verstärkt für Angebote von SB* für SB* geöffnet werden. Auf den bisher anonymen Grünflächen werden gemeinsam mit den SB* Orte geschaffen, die das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern (Sitzgruppen oder Naschgarten, je nach Interesse der aktiven SB*). Die Integration der Südstadtbewohner*innen in die Stadtgesellschaft soll gefördert werden, indem 1.) Träger und Vereine unterstützt werden, ihre Angebote im Viertel vorzustellen u. durchzuführen und 2.) die SB* unterstützt werden, ihre Interessen in die Stadtgesellschaft (Vereinswesen, städtische Gremien) einzubringen.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
In den letzten Jahren unterlag das Viertel mehreren fremdbestimmten Veränderungen. Viele Wohnungen standen jahrelang leer, es herrschte eine geisterhafte Stimmung. Die Renovierungsarbeiten schreiten mittlerweile voran und die Bewohnerzahlen steigen. Das Quartier wird vorzugsweise von Migrant*innen und Familien, die von Transferleistungen leben, bewohnt. Zahlreiche Geflüchtete sind in den letzten Jahren zugezogen. Außerdem pendeln Austausch-Studenten*innen nach Göttingen. Gleichzeitig haben einige (Groß-)Familien während der ganzen Zeit in der Südstadt gelebt und gefühltes "altes Hausrecht". Es gibt nur anonyme Grünflächen und keine Orte mit Treffpunktcharakter. Die bereits vor zwei Jahren begonnenen Arbeiten an den Spielplätzen stagnieren, obwohl zahlreiche Kinder inzwischen das Viertel bewohnen und sich keine Spielmöglichkeiten in direkter Nähe befinden. Die Projektmitarbeiterinnen stellen fest, dass sich viele SB* nach Begegnungen und Austausch sehnen. Oftmals sind Migrant*innen sozial und familiär entwurzelt. Gleichzeitig haben viele Familien in ihrem Alltag große Hürden zu meistern (Arbeitslosigkeit, Sprachschwierigkeiten, Sorge um Familienangehörige etc.) und wenig Energie, selbstständig soziale Netzwerke aufzubauen. Eine Erschwernis bilden sprachliche und kulturelle Hürden, der Stellenwert von Nachbarschaft und außerfamiliärer Gemeinschaft ist herkunfts- und milieubedingtbedingt unterschiedlich ausgeprägt. Einen weiteren erschwerenden Faktor bildet die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Wohnungsgesellschaft. Dadurch ist die Arbeit des Projekts im Viertel erschwert und arbeitsintensiver. Auch unter den SB* herrscht Unzufriedenheit mit den Mietbedingungen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Northeim Südstadt
Beschreibung
Das Gebiet 1. Grades mit Wohnblocks und drei Hochhäusern wird optisch als Einheit wahrgenommen. Im Osten grenzen Parkflächen und ausgedehnte Schulgelände an. Im Westen grenzt ein Gewerbegebiet an. Die Randgebiete heben sich klar vom Projektgebiet (1-3) ab. Das Gebiet 3.Grades hat mit Mehrfamilienhäusern und Vorgärten eine andere Wohnstruktur. Einen direkten Zugang zu benachbarten Wohngebieten gibt es nicht, es ist verkehrstechnisch gut erschlossen, liegt aber vom Rest der Kernstadt isoliert.
Einwohnerzahl
2000
Quelle / Anmerkungen
Projektgebiet 1-3 , Quelle MESO/Stadt Northeim, Stand 18.09.2019
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
50
Gesamtstadt in Prozent
19
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: MESO / Stadt Northeim
Gesamtstadt: Schätzung
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
20
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projetgebiet:
MESO / Stadt Northeim
Auffällig ist insbesondere der hohe Anteil an Kleinkindern (0-5 Jahre) und der hohe Anteil an Erwachsenen (20-40 Jahre) --> viele junge Familien
Gesamtstadt: 5.3% bis 6 Jahre, 10,18% 6-18 Jahre (Landesamt für Statistik Niedersachsen LSN)
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
33
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: MESO / Stadt Northeim
Gesamtstadt: LSN
Projektgebiet in Prozent
60
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzung
Gesamtstadt: LSN
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
projektgebiet_strassen.jpg
(59.1 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die Anlaufstelle bietet sowohl die Möglichkeit, die Hauptamtlichen zu kontaktieren, als auch aufsuchende Arbeit zu leisten. Die verlässliche Anlaufstelle bietet Raum für Treffen und Austausch unter den Bewohner*innen. Die Bewohner*innen werden als Expert*innen des Quartiers wertgeschätzt. Ihre Interessen werden gehört und entsprechend Aktivitäten geplant. Die vor Ort vorhandenen Ressourcen werden genutzt und die Bewohner*innen in ihrer Selbstorganisation gefördert. Ergänzende Ressourcen und Programme werden, so möglich durch die Hauptamtlichen erschlossen. Neben der Unterstützung der Bewohner*innen beim Durchführen von Aktivitäten, werden durch Kooperationen Ressourcen der Innenstadt auch in der Südstadt zugänglich gemacht. Das Projekt bildet eine Brücke zu Angeboten anderer Stadtteile und Sozialräume. Übertragungsmöglichkeiten werden ausgelotet und gefördert. Es laufen Kooperationen, insbesondere mit dem GWA-Projekt Harztor des Kinderschutzbundes, welcher Expertise hinsichtlich familienorientierter Angebote mitbringt. Das Projekt ist in die kommunale Strategie eingebettet und wird von der Stadt Northeim unterstützt. Für die kommende Förderperiode soll die Kooperation mit der dem Kinder- und Jugendkulturzentrum der Stadt (Alte Brauerei) ausgebaut werden, geplant ist eine strategische Partnerschaft, die die Angebotsstruktur für Kinder und Jugendliche aus der Südstadt verbessert, durch Angebote der Alten Brauerei in der Südstadt und durch Öffnung der Angebote für die Zielgruppe
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Wenn sich Planungen und Aktivitäten an von Anwohner*innen formulierten Bedarfen und Wünschenausrichten
Kriterium
Beschreibung
In den zur Verfügung gestellten Räumen finden selbstorganisierte Treffen oder Aktivitäten statt
Kriterium
Beschreibung
Begegnungsangebote durchgeführt und wahrgenommen werden
Beschreibung
Die Interessen der vielfältigen Anwohnerschaft berücksicht werden und sich in den Angeboten widerspiegeln. Die Angebote von der vielfältigen Bewohnerschaft wahrgenommen werden.
Beschreibung
Angebote von Kooperationspartner*innen verstärkt von den Anwohner*innen genutzt werden, oder wenn Kooperationspartner*innen Angebote vor Ort durchführen.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Jugend- und Kulturzentrum Alte Brauerei
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kinderschutzbund - GWA Projekt Harztor
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Quartierstreff Q4 der Johanniter
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Ein Ziel des Projektes beschäftigt sich mit der Aktivierung und Qualifizierung von Bewohner*innen, diese werden auch nach Projektablauf multiplikatorisch tätig sein (personenbezogene Nachhaltigkeit) . Ebenso ist ein Teilziel die strukturelle und nachhaltige Einbindung von (kommunalen) Angeboten für Bewohner*innen der Südstadt und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität, beide Ziele wirken langfristig in Form von veränderter Angebotslandschaft und in sächlicher Ausstattung bzw. Installationen.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On