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Einrichtung verwaltungsexterner und verwaltungsinterner thematischer Arbeitskreise und AG´s

Wir für die Göttinger Quartiere

Ansprechpartner
Christina Hammer
Funktion Sozialplanerin
Ein Förderfonds für die lokale Gemeinwesenarbeit
Projektbeschreibung
Wir stärken unsere Quartiere und die Gemeinwesenarbeit mit der Einrichtung eines neuen Förderfonds und sichern die Finanzierung unserer Nachbarschaftszentren dauerhaft und nachhaltig. Die erfolgreiche Implementierung des Fonds basiert auf zwei Säulen:einer strategischen Fundraising-Konzeption und der präzisen Klärung der rechtlichen und formalen Voraussetzungen und Förderkriterien. Wichtige Fragestellungen sind dabei: Wo bzw. durch wen wird dieser Fonds verwaltet (Trägerschaft), nach welchen Kriterien wird ein- und ausgezahlt (Förderkriterien) und welche vertraglichen Grundlagen (Rechtsrahmen) sind erforderlich? Diese werden mit Hilfe des Projektes beantwortet. Auch bedarf es der gemeinsamen Entwicklung einer guten Fundraising-Strategie, um möglichst eine breite Bevölkerung, regionale Betriebe und Unternehmen zu erreichen, für die Idee zu gewinnen und dauerhafte lokale Geberpartnerschaften abzuschließen. Zusätzlich entwickeln wir mit den zivilgesellschaftlichen Trägern der NBZ ein nachhaltigeres Finanzmodell zur Sicherung der Göttinger NBZ. Zentraler Baustein A ist der neue Förderfonds, der über einen AK-Förderfonds bearbeitet und ins Leben gerufen wird. Über die Einrichtung einer AG-Finanzen NBZ mit den beiden Teilprojekten (Leineberg und Holtenser Berg) wird die betriebswirtschaftliche Lage der NBZ bearbeitet und ein vergleichbares Non-Profit-Controlling für ehrenamtlich geführte NBZ erstellt (Baustein B). Die NBZ werden bereits über eine kommunale Sockelfinanzierung gefördert (freie Förderung), die gedeckelt ist und nicht weiter erhöht werden kann. In einer verwaltungsinternen AG-Finanzierung NBZ (Baustein C) erstellen wir ein fachamtsübergreifendes (Leistungs-)Portfolio zur Hebung zusätzlicher Finanzierungsquellen für die Sockelfinanzierung. Die Stadt Göttingen als Projektträgerin koordiniert und steuert das Projekt über die Einrichtung und Organisation verbindlicher Arbeitsgruppen und führt die Ergebnisse zusammen, unterstützt die zu entwickelnde Fundraising Strategie über die Bewerbung und Darstellung des Mehrwertes von GWA in einer breiten Öffentlichkeit und gewinnt in Zusammenarbeit mit dem AK-Förderfonds Multiplikator*innen für den Fonds sowie Kooperations- und Geberpartnerschaften. Mittels einer repräsentativen Galaveranstaltung werden strategische Partnerschaften initiiert, der Bekanntheitsgrad der GWA gesteigert und deren gesamtgesellschaftlicher Mehrwert kommuniziert.
Laufzeit
2026-10-01 00:00:00
Ausgangslage
Die Stadt Göttingen ist trotz einer starken universitären Basis und hoher Lebensqualität im historischen Stadtkern mit den typischen Problemen einer segregierten Stadtstruktur (Arbeitslosigkeit, demografische Herausforderrungen wie die Versorgung älterer Menschen, hoher Ausländeranteil, Armutsgefährdung und Wohnraummangel) behaftet. Als zentrale Bausteine einer inklusiven und stabilen Stadtentwicklung fördert die Stadt den Betrieb von NBZ und die GWA in einzelnen Stadtteilen. Dieser Ansatz zeigt Erfolg. Die mittlerweile fest verankerten und als Anlaufstelle im Quartier geschätzten sieben NBZ erreichen die Menschen vor Ort und ermöglichen durch ihre Angebote soziale Teilhabe und Begegnung. Die Finanzierung und Sicherung dieser Angebote fußt auf einem kooperativen Finanzmodell von Stadt und zivilgesellschaftlichen Trägern. Die Kommune sichert eine anteilige Finanzierung i. H. von 50.000 € zu, weitere Finanzmittel müssen die Träger eigenständig einwerben. Dieses Finanzmodell wackelt und stellt die NBZ immer wieder vor finanzielle Herausforderungen; besonders ehrenamtlich getragenen NBZ (Holtenser Berg, Leineberg) droht das aus. Die Einwerbung von Projektmitteln bindet personelle Ressourcen, erfordert (Förder-)Fachwissen und oft eine anteilige Kofinanzierung und wird von den Zentren mit wechselndem Erfolg gemeistert. Personelle Ressourcen, die für die Entwicklung der GWA gedacht sind, sind mit der Einwerbung von Drittmitteln gebunden, Angebotsreduzierung und eingeschränkte Öffnungszeiten sind die Folge. Hier besteht Handlungsbedarf, ein nachhaltigeres, projektunabhängiges Finanzmodell in Kooperation mit den Trägern zu entwickeln.
GWA/QM-Ansatz
Die Stadt Göttingen verfolgt mit der Förderung der Göttinger Nachbarschaftszentren den Ansatz der GWA. Das Förderprogramm Gute Nachbarschaft bildet seit 2017 eine wichtiges Förderprogramm für die Weiterentwicklung und Verstetigung der GWA in der Stadt Göttingen. Mit Hilfe der Landesförderung konnte die Einrichtung weiterer Zentren umgesetzt, eine gesamtstädtische Strategie und ein Leitbild GWA verabschiedet werden. Seit 2019 besteht ein Netzwerk GWA, das NBZ Holtenser Berg und das Stadtteilbüro Leineberg sind Teil dieses Netzwerkes, verpflichten sich dem Leitbild und setzten den Ansatz der GWA über die Säulen: a) Koordination GWA, b) Förderung von Kooperation und Vernetzung, c) Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, d) Bindeglied zur Stadtverwaltung um. Auf operativer Teilprojektebene beinhaltet die GWA vielfältige Aktivierungsmethoden und einen hohen Grad an Beteiligung. Die Bevölkerung in den Quartieren wird aktiv in die Planung, Entscheidung und Umsetzung von Projekten einbezogen, ihre Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben darüber gestärkt. Strukturell untertstützt das zu entwickelnde Finanzmodell die Unabhängigkeit und Selbstorganisation der Nachbarschaftszentren und der handelnden Akteure der GWA.
Vorhandene Strukturen
In beiden Gebieten bestehen bereits Stadtteileinrichtungen, die in der Trägerschaft der für diesen Zweck eigens gegründeten Nachbarschaftsvereine liegen. Das NBZ Holtenser Berg wird vom Nachbarschaftsverein Holtenser Berg - Hagenberg e.V. getragen. Es gibt eine in TZ beschäftigte hauptamtliche Leitungskraft, die mit Hilfe des ehrenamtlichen Vorstandes die Verwaltung und Koordination eigener Veranstaltungen und Beratungen sowie regelmäßig angebotene Netzwerktreffen und Stadtteilrunden verantwortet. Ihr obliegt auch die Beratung und Begleitung der ehrenamtlich vor Ort Tätigen. Das Stadtteilbüro Leineberg wird vom Nachbarschaftsverein Leineberg e.V. betrieben. Die Mitgliedschaft besteht überwiegend aus auf dem Leineberg lebenden Privatpersonen und einigen wenigen Institutionen, wie u. a. der Städtischen Wohnungsbau GmbH als größte Vermieterin in dem Quartier. Als Anlauf- und Begegnungsort stehen die Angebote der Stadtteileinrichtungen allen Bewohner*innen der Quartiere zur Verfügung. Die ebenfalls in TZ beschäftigte hauptamliche Leitungskraft ist mit der Verwaltung und Koordination der GWA und der Koordination ehrenamtlich durchgeführter Angebote sowie der Umsetzung eigener Angebote vor Ort betraut. Diese umfassen: ehrenamtliche Beratungsangebote, informelle Nachbarschaftshilfe und Beratung, Begegnungsfeste, Vernetzung mit Beratungsstellen und anderen Institutionen im Quartier sowie stadtweit über regelmäßig angebotene Netzwerktreffen und Stadtteilrunden.
Nachhaltigkeit
Beide NBZ sind bereits Bestandteile des Netzwerks Göttinger Quartiere und werden anteilig von der Stadt Göttingen gefördert. Mittels des zu entwickelnden Finanzierungsmodells und des eingerichteten Förderfonds wird die Sockelfinanzierung untermauert. Die ehrenamtlich geführten NBZ arbeiten betriebswirtschaftlich. Das entwickelte Finanzierungsmodell kann von allen bestehenden Nachbarschaftszentren genutzt und stetig weiterentwickelt werden.