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Digitale Kompetenznetzwerke - Soziales Miteinander im digitalen Raum

Wir werfen das Netz aus (1. Jahr) / Wir stärken das Netzwerk (2. + 3. Jahr)

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Das Projekt

Das Mütter-Kinder-Zentrum bietet seit 30 Jahren einen festen Anlaufpunkt für Neubürger*innen und Alteingesessene. Es liegt im Zentrum des Projektgebietes, ist gut erreichbar und nutzt seine Vernetzungen mit anderen Institutionen, z.B. dem Seniorenbüro, dem Familienzentrum, der LEB und dem Jugendhaus für gemeinsame Aktionen. In den letzten Jahren ist die Kluft zwischen "digitalisierten" und "analogen" Bewohner*innen größer geworden. Die Auswirkungen der Pandemie zeigen deutlich das Auseinanderreißen von sozialen Strukturen. Es fehlen für Angehörige bestimmter Altersstufen und sozialer Schichten Möglichkeiten der Befähigung und Teilhabe an sozial-digitalen Vernetzungen. Wir möchten mit den Menschen im Quartier ins Gespräch und in Aktion kommen. Mit Hilfe von Netzwerkarbeit mit den verbundenen Institutionen vor Ort und der direkten Kontaktaufnahme mit den Bewohner*innen wollen wir eine möglichst große Zahl an Menschen ansprechen, die mit den bisherigen Bemühungen und besonders durch die Beschränkung durch die Pandemie nicht erreicht werden konnten. Nach der Auswertung von Wünschen und Bedürfnissen verschiedener Altersgruppen, ist es unser Ziel die Bewohner*innen zu befähigen, im Bereich der digitalen und analogen Vernetzung lösungsorientierte Wege zu beschreiten und selbstbestimmte Angebote und Kommunikationsformen zu entwickeln. Viele Bewohner*innen des Quartiers haben uns signalisiert, dass sie sich dem Mütter-Kinder-Zentrum bei der digitalen Vernetzung anvertrauen möchten und dieses Empowerment gewünscht ist. Die Beschränkungen durch die Pandemie haben diese Notwendigkeit noch dringender in den Fokus gerückt. Das Mütter-Kinder-Zentrum startete bereits mit einigen digitalen Angeboten, leider konnte nur ein kleiner Kreis an Menschen teilnehmen, da nur dieser über das notwendige Equipment und Know-how verfügte. Ältere Einwohner*innen, Menschen mit Migrationshintergrund und andere Bewohnergruppen waren meistens ausgeschlossen. Das digitale Engagement ersetzt die traditionellen Formen nicht, aber es kann sie wirksam ergänzen. Es ist wichtig, analoges und digitales Engagement besser miteinander zu verknüpfen. Dazu möchten wir zusammen mit den Quartiersbewohner*innen analoge und digitale Räume gestalten, um sie in ihren Kompetenzen, besonders den Medienkompetenzen, zu stärken, sie zu empowern und zu aktivieren um eine bessere Lebensqualität zu erreichen.

Ausgangslage

Bassum ist durch die verzweigten Stadtteile und eingemeindeten Klein- und Großdörfer als ländliche Gegend mit Kleinstadtcharakter zu betrachten. Durch den Zusammenschluss von drei eigenständigen Flecken existiert kein gewachsener zentraler Stadtmittelpunkt. Im Stadtkern gibt es viele Leerstände von Geschäften. Das digitale Zeitalter steht bereit, wird aber verzögert genutzt. Im Innenstadtbereich ist es still geworden. Ein aktives Gemeindeleben findet verzögert statt. Der Kontakt von Senioren, über Alltagsgeplauder bis hin zu Seniorentreffs, ist erschwert und von Angst vor Ansteckung geprägt. Das gewohnte soziale Miteinander wird nicht einfach wieder aufzunehmen sein. Kinder und Jugendliche sind zwar an allen medialen Fronten unterwegs, nutzen die kreativen und sozialgesellschaftlichen Möglichkeiten der Technik kaum. Digitalen Medien werden von den Mitbürger*innen ab 50+ oft mit Skepsis betrachtet. Angst vor Internetbetrug oder falscher Handhabung, mangelndes Equipment und fehlende Erfahrung verhindert die Entwicklung und Teilhabe. Was aktuell an Interaktion möglich ist, findet oftmals im digitalen Raum statt, von dem diese Bewohner*innen ausgeschlossen sind. Viele digitale Veränderungen werden Bestand haben und Menschen deshalb ausgeschlossen bleiben. Die Kinder und Jugendlichen wagen sich dagegen ohne Scheu in die digitale Welt, sie vernetzen sich und halten ihre persönlichen Kontakte damit aufrecht. Sie laufen aber auch Gefahr, sich in den Möglichkeiten des Netzes zu verirren und übersehen dabei gesamtgesellschaftliche Auswirkungen von unreflektierter Mediennutzung. Über das Konsumieren geht die aktive Gestaltung ihrer Umwelt mittels der Medien verloren.

Ansatz und Methodik

Das Mütter-Kinder-Zentrum versteht Gemeinwesenarbeit als ganzheitliche Verbesserung der Lebenswirklichkeiten der Menschen im Quartier. Mit einfachen, bewährten und innovativen Methoden möchten wir die Bewohner*innen erreichen und digital und analog empowern und aktivieren. Im Mittelpunkt stehen die Menschen im Quartier, sie sind Expert*innen für ihre Bedürfnisse und Wünsche. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen und darüber hinaus ist die Erlangung der selbstorganisierenden Teilhabe an weiteren Entwicklungen von Gemeinde, Kultur und sozialen Beziehungen schwieriger geworden. Wir möchten die Bewohner*innen auf ihrem Weg zur Teilhabe und Selbstorganisation befähigen und unterstützen. Das Gefühl des Nicht-Gehört-werdens weicht der aktiven Teilhabe und dem Selbstbewusstsein von Wirksamkeit von Kommunikation und Handlung. Durch Verbesserung der immateriellen, materiellen und infrastrukturellen Bedingungen in Zusammenarbeit mit unseren starken Netzwerkpartnern kann eine aktive Beteiligung an den Quartiersprozessen ermöglicht werden. Diese Stärkung der fachlichen und digital-sozialen Kompetenzen der Bewohner*innen soll nachhaltig wirken, sie selbst als Multiplikator*innen der Ausgangspunkt eigener, weitreichender Entwicklungen werden. Mit professioneller Unterstützung auf Augenhöhe sind wir sicher, dieses Ziel zu erreichen.