1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Benjamin Bak
| Organisation | Gemeinde Großenkneten |
|---|---|
| Funktion | Leiter für Ordnung uns Soziales |
2. Kurzbeschreibung
Nachbarschaftszentrum Ahlhorn - Mitreden, Mitwirken, Mitgestalten
Projektbeschreibung
Ahlhorn: - größter Ortsteil der Gemeinde Großenkneten
- Ca. 8500 Einwohner
- Ausländeranteil bei 60-70%
- Hohe Fluktuation
- Leben in ehemaligen Kasernen / Geschosswohnungen
- Seit 2023 im Förderprogramm „Gute Nachbarschaft“
Die Situation der osteuropäischen Bevölkerung mit schwieriger Integration und Teilhabe ist bekannt. Die Menschen aus Osteuropa haben wenig bis kein Vertrauen in die Arbeit behördlicher Organisationen. Somit ist die Hilfe in prekären Situationen (Familie, Wohnung, Arbeit) sehr schwierig und wird nicht angenommen.
Trotzdem versucht die sehr engagierte und qualifizierte Gemeinwesen Mitarbeiterin im engen Zusammenspiel mit der QM / soziale Städtebauförderung unter dem Motto „Mitreden, Mitwirken, Mitgestalten“ weiterhin alles um Vertrauen zur Bevölkerung aufzubauen und zu festigen. Die Gemeinde unterstützt das Projekt nachhaltig durch höhere Eigeninitiative, Kauf und Sanierung eines Gebäudes für das neue Nachbarschaftszentrum, Fertigstellung 09/2026. Dies befindet sich direkt im Ortskern von Ahlhorn und fungiert nicht als Außenstelle einer Behörde, sondern als ein Begegnungsraum für alle Bürger*innen Ahlhorns. Durch die neuen Räumlichkeiten wird der wichtige positive Erstkontakt zur GWA deutlich erleichtert, die Möglichkeit zur bedarfsgerechten Beratung, Fragen und Vermittlung von Diensten und Angeboten sofort sichtbar. Es entsteht ein Nachbarschaftszentrum für Begegnungen vieler verschiedener Nationen einfach nur zum Kaffeetrinken und sich kennenlernen oder für Veranstaltungen, Seminare, Bildungsangebote etc.
Im Nachbarschaftszentrum werden Beratungsangebote vom Gesundheitsamt, Kindersprechstunden, Donum vitae etc. angeboten. Durch einen gemeinsamen Eingang wird der Zugang für alle Bewohner*innen deutlich erleichtert.
Auch die Zusammenarbeit mit der Erwachsenenbildung, Sportvereinen, sozialpädagogischen Fachkräften (Integration, Jugendpflege, Streetwork), Diakonie und allen interessierten Bürger*innen ist in diesem neuen Nachbarschaftszentrum gegeben.
Durch das Bottom-Up-Prinzip sollen die realen Bedürfnisse und Vorstellungen der einheimischen und der zugezogenen Bevölkerung im Projektgebiet frühzeitig erkannt und möglichst umgesetzt werden. Nur so kann eine höhere Identifikation und damit einhergehend Verantwortlichkeit für den eigenen Wohnort erreicht werden.
Die Verfestigung der Gemeinwesenarbeit ist von großer Bedeutung des Ortsteils und ergänzt das vorhandene Quartiersmanagement optimal
Laufzeit
2026-10-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Als größter Ortsteil der Gemeinde Großenkneten weist Ahlhorn mit ca. 8500 Einwohnern mehr Strukturkomponenten einer Stadt als eines klassischen Dorfes auf u.a. soziale Segregation. Das größte Beschäftigungsfeld liegt im sekundären Sektor, in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und in großen Logistikzentren in der Umgebung.
Durch die Aufgabe des Bundeswehrstandortes Ahlhorn 2008 gab es einen Leerstand von Geschosswohnungen/Kasernen, die seitdem von Migranten genutzt werden. Enge/Überbelegung vieler Wohnungen führt dazu, dass sich soziales Leben in den öffentlichen Raum verlagert, was wiederum Ängste /Unsicherheit bei der Bevölkerung auslöst. Diese sieht die soziale Entwicklung ihres Dorfes mit großer Sorge, sie fühlen sich entfremdet, hilflos, unsicher und sind besorgt, dass der Wert ihrer Immobilie durch das schlechte Image von Ahlhorn weiter sinkt.
Das bestehende Angebot, das Kultur- und Vereinsleben in der Gemeinde kann diese Entwicklung bisher nicht auffangen. Seitens der GWA ist vieles auf den Weg gebracht und auch schon eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen worden, es bestehen weiterhin Angst/Unsicherheit auf Seiten der einheimischen / zugewanderten Bevölkerung.
Der Ausländeranteil liegt im Projektgebiet bei ca. 60%, einzelne Straßen bei über 70%, es besteht eine hohe Fluktuation unter den Bewohner*innen, 22% der Bewohner*innen wohnen seit mehr als 10 Jahren am jetzigen Wohnort aber 39 – 50% der Bewohner*innen unter 2 Jahren. Und genau diese Umstände erschweren die GWA. Der Aufbau von Vertrauen und Miteinander gelebter Nachbarschaft ist schwierig da politische und kommunale Skepsis von Seiten der osteuropäischen Bevölkerung im Ort deutlich spürbar ist.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Gemeinde Großenkneten Ahlhorn
Beschreibung
Die Gemeinde Großenkneten besteht aus 19 Ortsteilen, Ahlhorn ist der größte.Das Projektgebiet liegt in der Mitte des Ortsteil Ahlhorn und umfasst die Schulen (Grundschule / Graf von Zeppelin- Oberschule/ Dietrich- Bonhöfer -Gymnasium), den allgemeinen Ortskern, die Sportplätze, den Bahnhof und die sozialen Brennpunkte Kapitän-Strasser-Straße, Schuberstraße, Mozartstraße und Im Winkel (sanierungsbedürftige Geschosswohnungen).Auch die Siedlungen , die an die Brennpunkte anschließen sind oftmals aus den 50ern/ 60ern Jahren und somit mehr oder weniger stark sanierungsbedürftig.Das Projektgebiet zieht sich entlang der Wildeshauser Straße.
Einwohnerzahl
1825
Quelle / Anmerkungen
Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Großenkneten - Ahlhorn 2017
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Nach dem ISEK und den vorbereitenden Untersuchungen sind im Ort Ahlhorn erhebliche Missstände festgestellt worden. Hier sind funktionale, städtebauliche und gestalterische Missstände im öffentlichen Raum, funktionale und gestalterische Missstände bei Grün- und Freiräumen, wohnungswirtschaftliche Missstände aber insbesondere funktionale hinsichtlich sozialer Infrastrukturen und sozialräumlichen Problemlagen und Auffälligkeiten benannt. Auch die starke Konzentration von Armut sowie der hohe Ausländeranteil wurden aufgezeigt, wobei die Altersstruktur in Teilräumen auffallend jung ist. Eine hohe Fluktuation der Bevölkerung und gesundheitliche Defizite wurden festgestellt. Mit dem Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ wurde ein Quartiersmanagement eingerichtet. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass gerade der Gemeinwesenarbeit im Quartier eine hohe Bedeutung zukommt. Richten sich Beratungen hauptsächlich an die Eigentümer der Wohnobjekte sowie an bauliche Schwerpunkte, können über die Gemeinwesenarbeit die im Quartier lebenden Bewohner*innen angesprochen, unterstützt und beraten werden.
Merkmale
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
70
Gesamtstadt in Prozent
39
Sonstige in Prozent
20
Anmerkung
ISEK 2017: Gesamtstadt = Ortsteil Ahlhorn, Sonstige = Gemeine Großenkneten
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Enge Zusammenarbeit mit QM, gemeinsames Büro, gegenseitige Unterstützung / Hilfe bei Projekten, Maßnahmen absprechen
Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen unter Einbeziehung / Mitwirkung der Betroffenen, da diese am besten wissen und beurteilen können, an was es in ihrem Ort mangelt und wo die Probleme liegen.
Im neuen Nachbarschaftszentrum, wo alle Angebote in verschiedenen Sprachen auf digitalen Stelen angezeigt werden, ist ein deutlich besseres Umfeld gegeben, um einen positiven Erstkontakt herzustellen.
Durch ein sofort sichtbares Angebot an Tee / Kaffee wird ein leichter Zugang zu einem Gespräch geschaffen. Durch Angebote wie Sprachkurse, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen etc. seitens der GWA ist ein viel direkterer Kontakt möglich und dadurch kann u.a. eine Vertrauensbasis langsam aufgebaut werden. Durch die politische Lage in einigen Heimatländern der Bewohner*innen ist es oftmals sehr schwierig, diese Menschen überhaupt zu erreichen und ihnen die Angst vor Behörden zu nehmen. Die GWA sucht nicht nur den Kontakt zu der zugezogenen Bevölkerung, sondern auch zu den alteingesessenen Bewohner*innen, damit auch deren Wünsche nach Ordnung und Sicherheit genügend beachtet werden.
Die Vorgehensweise der GWA erfolgt in enger Absprache mit der Kommune/ direkter Draht zum Amtsleiter
Der politische Ausschuss wird regelmäßig über den Stand der Maßnahmen informiert / Projektsteuerungsgruppen
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Bewohner*innen kennen ihren Ort am besten, sie bringen ihre Ideen ein und verwirklichen diese. Bei der Umsetzung werden weitere Bewohner*innen mit ihren Stärken und Ressourcen dazu gezogen, es werden anlassbezogene Hilfestellungen angeboten
Kriterium
Beschreibung
Neue Angebote, gemeinsames Arbeiten erreichen in- und ausländische Bewohner*innen, durch Kennenlernprozesse werden vorhandene Konflikte – unter Beachtung kultureller Besonderheiten- selbst gelöst und eine gute, freundschaftliche Nachbarschaft entwickelt
Beschreibung
Hilfe zur Selbsthilfe ist das Thema. Die GWA erkennt die Kompetenzstärken der Mitwirkenden, sie unterstreicht die positiven Erfahrungen der Selbstwirksamkeit und zeigt auf, was gemeinsam erreicht werden kann. Das neue Nachbarschaftszentrum wird angenommen
Kriterium
Beschreibung
Regelmäßiger enger Austausch insbesondere mit dem Quartiersmanagement ist umgesetzt, es entstehen zielgerichtete Prozessabläufe und weitere handlungsfähige Netzwerke. Weitere Kooperationen werden in Zukunft umgesetzt
Kriterium
Beschreibung
Die GWA verbindet Generationen, durch gemeinsames Arbeiten an Projekten z.B. Gartenarbeit werden Menschen jedes Alters und jeder Nationalität zur Mitarbeit motiviert
Beschreibung
Bewohner*innen sind die Experten*innen in ihrem Ort, sie haben Interessen und Ideen, um ihr Dorf voran zu bringen. Unter Beachtung des Grundgesetzes und den Menschrechten unterstützt die GWA bei der Umsetzung der Ideen
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Eine GWA und eine QM sind im Quartier tätig. Die Finanzierung der Tätigkeit (30h /Woche, voraussichtlich bis 2030) der QM wird von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. zurzeit übernommen. Gemeinsam sollen Ideen entwickelt, Projekte umgesetzt und das soziale Miteinander gefördert werden. Die GWA baut neue Kontakte auf oder vertieft vorhandene Kontakte durch professionelle Arbeit um eine Identifikation mit dem eigenen Ort zu erreichen.
Des Weiteren gibt es einen Integrationsbeauftragten im Projektgebiet, die Bewohner*innen werden mit Informationen zu städtebaulichen Projekten/ Zusammenspiel mit Städtebauförderung regelmäßig versorgt. Ein Sanierungsbeirat, der regelmäßig tagt, ist eingerichtet. Es gibt derzeit zu wenig sozialen Wohnungsbau, die Gemeinde selbst hat Gebäude mit Geschosswohnungen selbst erworben, saniert diese zurzeit um nachhaltig eine Verbesserung der Wohnsituation im Projektgebiet zu erreichen. Ehrenamtliche Unterstützung ist gegeben, ein Netzwerk mit Bildungseinrichtungen (LEB), Diakonie, Streetworkern und soziale Institutionen gibt es.
Anknüpfen an vorhandene Angebote, Weiterentwickeln, z.B. Musikprojekte, Zusammenarbeit mit Seniorenheim, Ideen aus schon vorhandenen Gruppen aufnehmen und umsetzen
Nachbarschaftszentrum und Bildungszentrum als Begegnungsstätte und Treffpunkt
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
-durch Rückkopplung GWA-Kommune/jährlicher Sachbericht im Jugendausschuss/Fraktionsgespräche sieht Politik die Notwendigkeit
-GWA =unbefristeten Vertrag, eingestellt für andere Aufgaben Jugendarbeit. Ohne Förderung behält sich die Politik vor, die GWA wieder in ihrem ursprünglichen Tätigkeitsfeld einzusetzen
-GWA mit Zertifikationskurs nach 3 Jahren weiterbeschäftigt
- Bevölkerungsstruktur fordert eine dauerhafte GWA
-Mit sozialen Akteuren die geschaffene Grundlage ausgebauen/festigen
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On