1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Tina Hallemann
2. Kurzbeschreibung
Projektbeschreibung
Das Wohngebiet Aue/Kastanienplatz in Herzberg am Harz war in den 80er/90er Jahren ein beliebtes Wohngebiet. In den letzten 10 Jahren hat es jedoch an Attraktivität verloren und sich zunehmend zu einem problematischen Bezirk mit Konflikten in der Nachbarschaft entwickelt.
In dem genannten Wohngebiet ist der Migrationsanteil in den vergangenen Jahren gestiegen. Da die Bewohner*innen noch nicht ausreichend von sozialen Angeboten vor Ort erreicht werden können, kommt es immer wieder zu Problemen und Konfliktpotentialen – sowohl zwischen verschiedenen Migrationsgruppen, als auch zwischen Migranten und Einheimischen.
Das beantragte Projekt soll als niedrigschwelliges Angebot, verortet zentral im Einzugsgebiet, die Unterstützungslücke schließen und das Miteinander stärken, damit wieder ein "Wir-Gefühl" entstehen kann.
Im Aufbau des Projektes wird im 1. Schritt ein offenes Beratungsangebot geschaffen sowie ein Begegnungsraum für die Bewohner*innen entstehen, der den Menschen im Einzugsgebiet als zentraler Anlaufpunktdient. Das „Aue-Begegnungscafe“ ist niedrigschwellig zugängig. Neben der Funktion als "Kümmerer" im Quartier, soll das "Aue-Begnungscafe" als Begegnungsraum für Bewohner*innen mit Interesse an aktivem Austausch dienen.
Bewohner*innen, die von dieser Maßnahme noch nicht erreicht werden, werden mithilfe von Multiplikator*innen sowie durch Bürgersteiggespräche kontaktiert und zur Mitgestaltung ihres Wohngebietes motiviert.
Im Kontakt mit den Bewohner*innen werden vorhandenen Problemlagen, aber auch auf Wünsche und Potentiale sichtbar, die im Verlauf des Projektes bearbeitet werden sollen. Hierfür sind sowohl Gruppenveranstaltungen geplant, als auch Begegnungstreffen.
In der Ausgestaltung von Projektmaßnahmen bekommen die Bewohner*innen des Einzugsgebiet immer die Möglichkeit zur Beteiligung. Regelmäßige Kommunikationsanlässe wie Flohmärkte, Straßenfest, Bürgerfrühstück bieten die Möglichkeit, eine offene Nachbarschaft mitzugestalten.
Das Projekt zeichnet sich aus durch Vernetzung mit Akteuren vor Ort.
Gemeinsam mit der Stadt Herzberg am Harz werden Maßnahmen geplant und umgesetzt, die dem Kontaktaufbau und der Nachhaltigkeit dienen. Die Kreiswohnbau Göttingen-Osterode GmbH unterstützt das Projekt durch zur Verfügung Stellung der Räume des Stadtteiltreffs Kastanienplatz, direkt im Projektgebiet sowie durch Unterstützung der Mitarbeiter*innen vor Ort. Weitere Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren zur Ausgestaltung von Maßnahmen ist geplant.
Laufzeit
2024-10-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Wohngebiet an der Aue genießt in Herzberg am Harz keinen guten Ruf und ist zum Wohnen unattraktiv geworden. Dieser Entwicklung soll durch die beantragte Maßnahme ein Stück weit entgegengewirkt werden.
Insgesamt leben in Herzberg am Harz 13.073 Einwohner der Migrationsanteil liegt bei 8,91%. Im Einzugsgebiet Aue ist ein höherer Migrationsanteil ersichtlich. In der Wohnanlage Kastanienhof zeigt sich das für Kreiswohnbau Osterode am Harz/Göttingen GmbH, Vermieter größerer Wohneinheiten im Einzugsgebiet, auch in der Anzahl der Interessenten.
Sei es generell Ziel der Wohngesellschaft, die Einwohnerschaft möglichst heterogen zu gestalten, gestalte sich das in der genannten Wohneinheit immer schwerer.
Durch den höheren Migrationsanteil entstehen Konfliktpotentiale zwischen Migranten*innen und Einheimischen auf der einen Seite und Migranten*innen unterschiedlicher Herkunftsländer untereinander auf der anderen Seite.
Besonders durch Flüchtlingswellen der vergangenen Jahre, zunächst besonders aus Syrien, aktuell besonders häufig aus der Ukraine gestalten sich Kommunikation, Austausch und ein Miteinander schwierig, nicht nur aufgrund sprachlicher Barrieren. Besonders Alltagskonflikte entstehen durch das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen häufig. Unter Einheimischen entstehen Vorurteile.
Die Bewohner*innen werden von sozialen Angeboten vor Ort noch nicht ausreichend erreicht. Gründe liegen sowohl in sprachlichen Problemen, als auch in einer hohen Hemmschwelle und Unkenntnis über das Hilfesystem vor Ort.
Für einen besseren Zugang zur Zielgruppe sowie den Abbau des Konfliktpotentials sind Niedrigschwelligkeit sowie der Einsatz von Multiplikatoren*innen nötig.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Herzberg am Harz
Beschreibung
Das Einzugsgebiet besteht aus den Wohngebieten "Kastanienplatz" und "Aue" nahe Kernstadt und Bahnhof Herzberg am Harz. Die Hauptstraßen, des Projektgebietes sind Northeimer Straße, Kornstraße, Siemensstraße (Aue) und Kastanienplatz (Kastanienplatz). Das Gebiet gehört offiziell zur Kernstadt von Herzberg am Harz, Aue und Kastanienplatz werden allerdings auch als nichtamtliche Stadtteile geführt. Das Gebiet ist nahe des Bahnhofs, auch die Innenstadt ist noch fußläufig oder mit dem Bus erreichbar. Bewohner*innen werden dennoch nicht ausreichend von den Angeboten im Stadtgebiet sowie Umland erreicht, daher wird das Projekt direkt im Quartier, im Stadtteiltreff verortet.
Einwohnerzahl
1000
Quelle / Anmerkungen
Beruht auf Schätzungen. Das Projektgebiet ist ein Teil der Kernstadt Herzberg am Harz. Hier waren Januar 2023 8.807 Einwohner gemeldet.
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
9
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
aue_herzberg.jpg
(55.75 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die aktive Mitgestaltung der Bewohner*innen ist ein zentraler Punkt in der Projektarbeit. In der Ausgestaltung von Maßnahmen orientieren sich die Projektmitarbeiter*innen immer an den Ideen und Wünschen dieser und gestalten Aktionen mit Orientierung an ihrer Lebenswelt. Das Wohngebiet soll in seinen Ressourcen wahrgenommen werden - die Frage "Wie können wir die einstige Begeisterung in das Gebiet zurückholen?" steht im Fokus und wird sowohl mit Netzwerkpartnern vor Ort (Kreiswohnbau, Lebenshilfe, Vertreter*innen der Stadt) als auch langjährigen Bewohner*innen angegangen. Ideen für neue Stärkung der Außenwirkung werden gemeinsam entwickelt.
Durch Einrichtung des Aue-Begegnungscafes wird ein zentraler Treffpunkt geschaffen, der als Anlaufpunkt für Probleme und zur Kenntnis über Hilfesysteme vor Ort dient, aber auch als Treffpunkt und Begegnungsstätte genutzt wird für Bewohner*innen, die bisher noch nicht miteinander in Kontakt kamen. Durch gemeinsame Aktionen werden diese Kontakte gestärkt. Besonders engagierte und/oder gut integrierte Bewohner*innen bringen sich als Multiplikator*innen ein und erreichen dadurch einen größeren Personenkreis für die Teilnahme an Projektmaßnahmen.
Im Verlauf des Projektes werden die Bewohner*innen immer selbstständiger aktiv und eine neue Dynamik im Wohngebiet entwickelt sich. In diesen Eigenbemühungen, die möglichst nachhaltigen Charakter haben sollen, werden sie durch die Projektmitarbeiter*innen und Kooperationspartner unterstützt.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Durch Befragung und direkten Kontakt sind die Bedarfe, Wünsche und Potentitale der Bewohner*innen bekannt.
Kriterium
Beschreibung
Bewohner*innen bringen sich selber in die Planung und Umsetzung von Aktivitäten ein und setzen ihre eigenen Vorstellungen bei der Gesaltung kleinerer Veranstaltungen (z.B. Straßenfeste) um
Kriterium
Beschreibung
Die Bewohner*innen bringen sich aktiv in die Projektgestaltung mit ein und nutzen persönliche und räumliche Ressourcen
Kriterium
Beschreibung
Die Begegnungsstätte sowie gemeinsame Veranstaltungen dienen dem Austausch und fördern die Nachbarschaft. Durch selbst gestaltete Aktivitäten verbessert sich das Miteinander
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Kreiswohnbau Osterode am Harz/Göttingen GmbH
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Werk-statt-Schule Osterode e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Diakonisches Werk Ev. luth. Kirchenkreis Harzer Land
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Lebenshilfe in Herzberg
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Der Stadtteiltreff im Kastanienplatz wird bisher von Ehrenamtlichen und einzelnen Mieter*innen gestaltet. Die weiteren Bewohner*innen zeigen bisher jedoch wenig Bereitschaft zur Mitgestaltung. Durch das Projekt entstehen Strukturen, die sich etablieren.
Im Anschluss ist eine Übernahme in Maßnahmen der Stadtverwaltung möglich. Im Projektverlauf sind regelmäßig Veranstaltungen in Kooperation geplant, um den Austausch untereinander anzustoßen und gemeinsam Projektziele zu erarbeiten.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On