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Ankommen und gemeinsam Leben in Dodesheide-Ost

Ansprechpartner
Hans-Georg Weisleder
Funktion Leitung Fachdienst Jugend
Ausbau und Weiterentwicklung begegnungsfördernder und interkultureller Angebote im Quartier unter besonderer Berücksichtigung neu zugewanderter Personengruppen
Projektbeschreibung
Das geplante soziale Projekt "Ankommen und gemeinsam Leben in Dodesheide-Ost" wendet sich an die Bewohner/-innen eines Wohnquartiers, welches seit dem Abzug der britischen Soldaten und ihrer Familien seit 2010 vollständig neu bezogen wurde. Die Wohneinheiten in einfachster Bauweise wurden durch eine überregionale Immobiliengesellschaft vermarket, was zu einem schnellen Bezug der Wohnungen und einer auffälligen Sozialstruktur des Wohngebietes führte. Der Bericht "Soziale Ungleichheit in Osnabrück" (2012) identifiziert das Wohngebiet Dodesheide-Ost als Sozialraumtyp mit starker Familienprägung, hohen Kinder- und Jugendlichenzahlen, einem ausgeprägten Armutsrisiko und geringen gesellschaftlichen Teilhabechancen für die Bewohner/-innen. Die Stadt Osnabrück reagierte 2012 auf die veränderte soziale Situation in Dodesheide-Ost mit der Einrichtung einer niedrigschwelligen Anlaufstelle (angemietete Wohnung) im Quartier. Seitdem werden methodische Ansätze von Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement im Wohngebiet durchgeführt. Das Projekt ist aktuell vom Rat der Stadt bis Ende 2020 beschlossen und mit 1,5 sozialpädagogischen Stellen besetzt. Die Beziehungsarbeit wird erschwert durch eine Fluktuation bei den Bewohnern, die u. a. durch die mangelhafte Bausubstanz zu erklären ist. Die Sozialstruktur hat sich ab 2015 durch den Zuzug von Zuwanderern nochmals verändert. Zugezogen sind insbesondere Familien u. Einzelpersonen aus Syrien und Bulgarien, Rumänien sowie aus mehreren afrikanischen Ländern. Insgesamt wohnen in Dodesheide-Ost zum Stichtag 31.12.2017 6255 Menschen. Der Anteil mit Migrationshintergrund beträgt 59,3 %, davon 35,6 % Ausländer/-innen (höchster Anteil in Osnabrück). Angesichts der dynamischen Entwicklung des Wohnquartiers mit den aufgezeigten sozialstrukturellen Auffälligkeiten sollen zukünftig begegnungsfördernde, interkulturelle und konfliktmindernde Angebote verstärkt für alle Bewohner/-innen unter besonderer Beachtung von Zuwanderern durchgeführt werden, damit deren Integration und Teilhabechancen verbessert werden können. Geplant sind u. a. Quartierssparziergänge, Kulturtage u. Familienfeste, interkulturelles Kochen, Familienfrühstück mit Programm und eine Filmgruppe. Bei diesen Gemeinwesen bezogenen Aktivitäten sollen die Bewohner/-innen bei der Vorbereitung und Durchführung beteiligt und in ihren sozialen Kompetenzen gefördert werden.
Ausgangslage
Das Projektgebiet hat sich in den letzten Jahren zu einem Integrationsquartier mit einer sehr auffälligen Sozialstruktur entwickelt. Der Anteil der einkommensarmen u. sozial benachteiligten Bewohner/-innen ist sehr hoch, ebenso die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (37,9 % unter 27 Jahren). Hoch ist der Anteil der jungen Menschen unter 27 Jahren im Bezug von SGB II (35,9 %). Die finanziellen u. sozialen Einschränkungen erschweren die gesellschaftliche und berufliche Integration der Bewohner/-innen. Mit Hilfe des Bundesprogramms "Jugend stärken im Quartier" ist eine Beratungsstelle im Quartiersbüro eingerichtet worden, wodurch die sozialpädagogische Einzelfallhilfe für junge Menschen im Quartier gut entwickelt ist und die berufsbezogene Integration intensiviert wurde. Angesichts der multikulturellen Vielfalt der Bewohnerschaft sind ergänzend zu den schon geleisteten Beratungsangeboten und Einzelhilfen zunehmend Gemeinwesen orientierte und begegnungsfördernde Veranstaltungen und Gruppenangebote notwendig, die geeignet sind, soziale Kontakte zwischen den Bewohnern herzustellen, deren soziale Integration und Fähigkeit zur Selbstorganisation fördern. In der Praxis der Quartiersarbeit wird beobachtet, dass die nach Herkunft unterschiedlichen Gruppen untereinander wenig Kontakte haben und dazu neigen, in ihrer Herkunftsgruppe zu verbleiben. Beim Zuzug kann dies bei der Orientierung hilfreich sein, kann sich aber bei einer wünschenswerten weitergehenden Integration hinderlich auswirken. Zudem werden erste Spannungen zwischen den unterschiedlichen Gruppen beobachtet. Zukünftig sollen verstärkt gemeinschaftsfördernde Maßnahmen und Angebote durchgeführt werden.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Osnabrück Dodesheide-Ost
Beschreibung
Das Projektgebiet Dodesheide-Ost ist im Kernbereich gekennzeichnet durch Mehrfamilienhäuser. Dabei handelt es sich um 434 Wohneinheiten in einfachster und verdichteter Bauweise. Durch eine private Vermarktung der ehemaligen Wohnhäuser für britische Familien kam es zu schnellen Vermietungen mit einer sozial auffälligen Bewohnerstruktur. Die Bewohnerschaft ist seitdem gekennzeichnet durch eine vielfältige und ethnisch-kulturell unterschiedliche Zusammensetzung. Die ehemaligen Wohnhäuser der britischen Familien waren im Wesentlichen infrastrukturell isoliert von weiteren Wohngebieten im Stadtteil Dodesheide, da die Briten ihre eigene Infrastruktur aufgebaut hatten (eigene Schulen und Kindergärten, Läden usw.). Diese Verinselung des räumlichen Kernbereiches von Dodesheide-Ost ist immer noch spürbar, wobei die Stadt Osnabrück dieser durch den Aufbau einer integrierten sozialen Infrastruktur im Projektgebiet begegnet (neue Kita, Spiel- und Bolzplätze usw.). Hinsichtlich der räumlichen Abgrenzung des Projektgebietes ist anzuführen, dass Dodesheide-Ost im Nordosten von Osnabrück in einer Randlage zur Nachbargemeinde Belm liegt und an die Stadtteile Haste und Widukindland sowie an Dodesheide-West grenzt. Gleichwohl ist Dodesheide-Ost räumlich und sozialstrukturell stark isoliert, da die umliegenden Stadtteile und die Nachbargemeinde sich deutlich anders zusammensetzen und zudem mit ausgeprägten und wenig bewohnten Landschaftsgebieten an Dodesheide-Ost grenzen. Das ehemalige Kasernengelände der britischen Streikräfte ist Teil des Projektgebietes und wird derzeit beplant und in den nächsten Jahren sukzessive in eine öffentliche und gewerbliche Nutzung übergeben. Auf der sog. Konversionsfläche ist derzeit eine Flüchtlingsunterkunft untergebracht.
Einwohnerzahl
6255
Quelle / Anmerkungen
Einwohnermeldedatei der Stadt Osnabrück
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Stadt Osnabrück
Projektgebiet in Prozent
21
Gesamtstadt in Prozent
18
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldedatei Stadt Osnabrück
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Agentur für Arbeit Osnabrück, Arbeitsmarktdaten; Strategische Stadtentwicklung Stadt Osnabrück, Stand 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
13
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Agentur für Arbeit Osnabrück, Arbeitsmarktdaten; Strategische Stadtentwicklung Stadt Osnabrück, Stand 31.12.2017
Projektgebiet in Prozent
36
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldedatei Stadt Osnabrück
Projektgebiet in Prozent
59
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldedatei Stadt Osnabrück, Schätzung
Projektgebiet in Prozent
56
Gesamtstadt in Prozent
24
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Agentur für Arbeit Osnabrück
Projektgebiet in Prozent
2
Gesamtstadt in Prozent
2
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Strategische Stadtentwicklung Stadt Osnabrück, Statistik, Stand 30.04.2018
Projektgebiet in Prozent
7
Gesamtstadt in Prozent
24
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Strategische Stadtentwicklung Stadt Osnabrück, Statistik, Stand 30.04.2018
Unterlagen zum Gebiet
GWA/QM-Ansatz
Seit einigen Jahren existiert im Projektgebiet Dodesheide-Ost ein Quartierstreff mit dem Schwerpunkt Quartiersarbeit /Quartiersmanagement und einzelnen Ansätzen der Gemeinwesenarbeit. Dabei ist insbesondere die professionelle Unterstützungsstruktur durch sozialpädagogische Fachkräfte und mittels eines Netzwerkes mit Partnern aufgebaut worden. Gut entwickelt ist eine einzelfallbezogene Beratungs- und Hilfsstruktur, die durch das Bundesprogramm "Jugend stärken im Quartier" nochmals intensiviert werden konnte. Die bislang nur ansatzweise entwickelte Methode der Gemeinwesenarbeit soll in den nächsten Jahren durch entsprechende Angebote und mit Hilfe des beantragten Landesprogramms "Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement" ausgebaut und weiterentwickelt werden. Durch die geplanten gemeinschaftsfördernden interkulturellen Gruppenangebote und Veranstaltungen sollen die Bewohner/-innen bei der sozialen Integration unterstützt und zudem in ihren Kompetenzen gestärkt und bei der Fähigkeit zur Selbstorganisation gefördert werden. Parallel dazu soll durch den Aufbau eines Systems von Ehrenamtlichen durch die Kooperation mit der städtischen Freiwilligenagentur die notwendige praktische Unterstützung und Anleitung zur Selbstorganisation im Projektgebiet gewährt werden. Wesentliche Ziele sind die Verknüpfung der bestehenden Quartiersarbeit in Dodesheide-Ost mit dem weiterentwickelten / ausgebauten Schwerpunkt der Gemeinwesenarbeit und die Verstetigung des Projektes in Dodesheide-Ost.
Qualitätskriterien
Beschreibung
Bewohner/-innen organisieren gemeinsam mit Unterstützung von Ehrenamtlichen / Freiwilligen gemeinwesenorientierte Angebote / Veranstaltungen
Beschreibung
Bewohner/-innen unterschiedler Herkunft tauschen sich über ihre Interessen aus und realisieren gemeinsame Planungen
Beschreibung
Die Bewohner/-innen gestalten gemeinsam ein Nachbarschaftsfest / Quartiersfest
Beschreibung
Durch intensiven Kontakt, Befragungen usw. sind den professionellen Mitarbeitern im Quartier die wesentlichen Problemlagen und Interessen der Bewohner/-innen bekannt
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Forum Osnabrück für Kultur und Soziales e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Ev. Thomasgemeinde, Kath. St. Franziskusgemeinde
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadtsportbund
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Vonovia
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Schulzentrum Sonnenhügel, Grundschule Dodesheide
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Dodesheide
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Ortsvereine der im Rat vertretenen Parteien
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Outlaw e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Sozialer Dienst Nord, Freiwilligenagentur des Fachbereiches Integration und Soziales
Typ
Stadtteil
Galerie
anwohnerfest
ferien feuerkorb
Zustimmung Veröffentlichung
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