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Bunt zusammengesetzt

Ein interkultureller und intergenerativer Treff-Garten mit Pavillon für die Lehmwandlung

antragsbild , img 4350

Das Projekt

Schaffung eines öffentlichen Platzes der Begegnung zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Aufwertung einer vorhandenen Sitzgruppe an der Hauptstraße der Lehmwandlung als selbstgenutzter und angeleiteter Treffpunkt für Menschen aus dem Quartier. Als Gemeinschaftsprojekt soll die bisherige Fläche mit Sitzgruppe nach einer Planphase mit Ideen und unter Beteiligung der Bewohnenden ertüchtigt werden. Nach der gemeinsamen Umgestaltung als Phase des gemeinsamen Kennenlernens sollen dort neben den bisher überwiegend selbstorganisierten Treffen Angebote für Kinder- und Jugendliche, Erwachsene und Ältere aus allen Kulturen stattfinden, gemeinsame und spezifische Angebote, kreative und gärtnerische, aber auch gesundheitssportliche Treffen sollen Menschen erreichen, die bisher kaum oder schwer Zugang in das Begegnungszentrum finden und auch die große Sport-und Freizeitfläche im Gebiet nicht nutzen. Hauptamtliche Sozialarbeitende, Erziehende und Fachkräfte aus der Senioren-/Begleitungsarbeit werden "aufsuchend" vor Ort sein, anlassbezogen für Beratung zur Verfügung stehen, an den selbstorganisierten Treffen teilnehmen und diese auffordernd unterstützen, um die bereits gebildeten Nutzendengruppen aufzulockern, neue Nachbarschaftsgruppen zu ermöglichen, Konflikten abzubauen und Integration der verschiedenen Bevölkerungs- und Interessengruppen im Quartier zu verbessern und durch die stärkere, organisierte Nutzung das Wohnumfeldes verbessern und kriminalpräventiv wirken. Mit diesem Projekt setzt der Sprotte-Verein eine Anregung aus der Bewohnerschaft, vor allem aus dem zahlreichen Geschosswohnungsbau um, die im Corona-Jahr die Bedeutung öffentlicher Aufenthaltsorte an der frischen Luft als neue Möglichkeit des Zusammentreffens für sich entdeckt haben und sich aus nachvollziehbaren Gründen z. B. eine Überdachung wünschen, um diesen Platz wetterunabhängig nutzen zu können. Der Verein wiederum möchte den Ort nutzen, um offensiv neue Kontakte mit und unter den Bewohnenden zu knüpfen und das Aktions-und Beratungsangebot niedrigschwellig auszubauen. Außerdem soll durch die Nutzung und Pflege der gemeinschaftlichen Fläche ein besseres Bewusstsein für Verantwortung im Wohnumfeld entstehen. In einer ersten Phase sollen über verschiedene Beteiligungsmethoden die Bewohnenden an der Planung beteiligt werden, danach der Umbau gemeinschaftlich stattfinden und die Fläche für alle gleichberechtigt nutzbar gemacht werden

Ausgangslage

In einem BiWAQ-Projekt wurden 2017 auf einer Grünfläche (85 m²) an der Hauptstraße des Quartiers eine offene Sitzecke mit Tisch und Bänken und zwei Gemeinschaftsbeete angelegt, die über die Jahre durch ehrenamtliche Pflege des Sprotte e.V. erhalten werden konnten und von unterschiedlichen Kultur- und Altersgruppen zu verschiedenen Zeiten genutzt wird. Im Corona-Jahr 2020 kam diesem Platz vor allem für die zahlreichen Bewohnenden des Quartiers aus den Wohnungen des Geschosswohnungsbaus als Corona-gerechter Aufenthaltsplatz eine besondere Bedeutung zu. Viele Wohnungen sind stark belegt, verfügen über kleine/ keine Balkone, im Wohnumfeld wurden Sitzmöbel entfernt, Spielplätze abgesperrt. Durch den Wegfall aller Aktivitäten mangelt es an gemeinsamen Tun. Aus der verstärkten Nutzung ergaben sich schnell Nutzungskonflikte, vor allem zwischen den verschiedenen Kulturgruppen, die sich durch Zuzug neuer Bewohnender ohne Kenntnis der Gepflogenheiten und Sitten verschlimmerten. Das Areal offen und kann nur bei trockenem Wetter genutzt werden. Seitens der Kommune soll dieses Areal geräumt werden, die Bewohnenden nutzen die Sitzgruppe intensiv und möchten das Areal aufwerten, mehr Sitzgelegenheiten schaffen, überdachen und neue Beete anlegen. Sprotte e.V. möchte gemeinsam mit der MSO "Menschen helfen Menschen e.V“ über einen gemeinsamen Planungsprozess mit den Bewohnenden die aktive Aufwertung, Gesprächsanlässe und gemeinsame Aktionen anbieten, notwendige Aktivierung und Eigeninitiative forcieren und die Situation in der Nachbarschaft und unter den Bewohnenden befrieden. Das Gebiet verfügt über eine 10.000 m² große Sport-und Freizeitfläche, ruhige Treffmöglichkeiten sind jedoch rar.

Ansatz und Methodik

Sprotte e.V. arbeitet nach den 10 durch die LAG definierten Handlungsfeldern der Gemeinwesenarbeit und verfolgt mit dem Projekt die Handlungsfelder Wohnumfeld, Soziale Aktivitäten und soziale Infrastruktur, Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen, der Stadtteilkultur und Imageverbesserung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Grund der Konfliktlage im Wohnumfeld im Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen. Das Projekt soll einen neutralen Begegnungsraum schaffen und so zum besseren und eigenständigen Zusammenleben beitragen, der Zusammenhalt der Bewohnenden stärken und Offenheit für Akzeptanz und Anerkennung erhöhen. Wir sorgen mit Angeboten für Begegnung und Kommunikation, möchten Fähigkeiten des Konfliktmanagements vermitteln und verstärken und mit Spaß und Leidenschaft für gemeinsames Tun den nachbarschaftlichen Zusammenhalt beleben. Durch die neue, neutrale Fläche wollen wir den Zugang zu sozialer Infrastruktur im Gebiet erleichtern und Vertrauen in die bereits bestehenden Einrichtungen schaffen, niedrigschwellig Menschen "auf der Straße" ansprechen und die unterschiedlichen Bedürfnisse und Bedarfe der Bewohnenden zur Nutzung öffentlicher Flächen analysieren und zu einem gemeinsamen Konzept entwickeln. Die Maßnahme trägt zur Wohnumfeldverbesserung bei und soll durch den gärntnerischen Anteil (Beete und Infotafeln) eine bereits vorhandene Fläche höher qualifizieren, gleichzeitig den Blick auf die Umwelt richten.