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Interkulturelle Begegnungstelle Zwischenahn

Die interkulturelle Begegnungsstelle soll geschaffen werden, um das strukturelle Missverhältnis der Zahl der ehrenamtlichen Betreuer zu den Betreuung Erwartenden in einer weitläufigen ländlichen Gemeinde zu überwinden.

Das Projekt

Die Interkulturelle Begegnungsstelle ist als Anlaufstelle für die zurzeit 549 Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Libanon, Somalia und anderen Herkunftsländern dezentral in der Landgemeinde Bad Zwischenahn untergebrachten Flüchtlingen vorgesehen. Bisher besuchen die Betreuer die Flüchtlinge in bis zu 91 Unterkünften, in Zukunft sollen die Betreuten Hilfe in der interkulturellen Begegnungsstelle erhalten können. Die Hilfsfunktionen der ehrenamtlichen Helfer der Zwischenahner "Integrationshilfe", in der sich Zwischenahner Bürger locker zusammengetan haben, überschneiden sich nicht mit den Aktivitäten der Gemeindeverwaltung und des Landkreises Ammerland, sie ergänzen sie vielmehr.

Ausgangslage

Die Gemeinde Bad Zwischenahn umfasst ein sehr weitläufiges Gebiet mit 18 Bauernschaften in dem dezentral 549 Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Afghanistan, Libanon, Somalia und zukünftig sicher auch weiteren Afrikanischen Herkunftsländern dezentral in 91 Unterkünften z. T. mit mehreren Wohnungen untergebracht sind. Die Bildung einer Parallelgesellschaft ist dadurch weitgehend vermieden worden. Aber es zeigt sich, dass der 2015 sich locker formierte Kreis von ehemals 70 engagierten ehrenamtlichen Bürgern als "Integrationshelfer" auf rd. 30 Personen sich verringert hat. Dadurch ist ein strukturelles zahlenmäßiges Mißverhältnis zwischen den Flüchtlingen mit ihren Problemen und der Zahl der Integrationshelfer, die Probleme behandeln können, entstanden. Es verdichtet sich der Eindruck, dass der Betreuungsbedarf nicht mehr sinnvoll abgedeckt werden kann und teilweise unterbleibt. Die Betreuungs- bzw. Begleitungsaufgaben sind überdies seit 2015 in einem Wandel begriffen. Die Zwischenahner Integrationshilfe der Ehrenamtlichen umfasst heute: - Hilfe bei der Wahrnehmung der angebotenen Sprachkurse - Begleitung zu Arztbesuchen - Vermittlung von Informationen zur Ausbildung in Deutschland - Organisation von Betriebsbesichtigungen, Berufsschulbesuch, Praktika - Vermittlung von Nachhilfe in Deutsch und bei Defiziten in der Berufsschule - Vermittlung der Erwartungen unserer Gesellschaft, über soft skills, z. B. Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, die Gleichberechtigung der Frau, Toleranz gegenüber anderen Religionen - Vermittlung demokratischer Werte, politische Bildung - Erklärung deutschen Verwaltungshandels und unseres Sozialsystems, dafür Verständnis zu wecken

Ansatz und Methodik

Durch die interkulturelle Begegnungsstelle als zentrale Anlaufstelle und Ort für gesellschaftliche Kontakte mit der Bevölkerung der Gemeinde Zwischenahn sollen vorhandene Vorbehalte gegenüber Neubürgern mit Migrationshintergrund abgebaut werden. Durch das Aktivitätsprogramm der interkulturellen Begegnungsstelle werden Gelegenheiten geboten, dass man sich gegenseitig kennenlernt. Durch die Vermittlung von Bürgerschaftsregeln und "soft skills" ist steigende Akzeptanz bei der Bevölkerung für die Neuburger aus Ländern mit völlig abweichenden Lebensgewohnheiten zu erwarten. Etwaige auftretende Meinungsverschiedenheiten können durch den Einsatz der Integrationshelfer geschlichtet werden. Dabei helfen Initiativen der Flüchtlinge durch Beteiligung an den Gemeindefesten, musikalische Darbietungen, Einladungen zu Verkostungen von typischen Speisen ihrer Herkunftsländer und bei zunehmender Kompetenz in deutscher Sprache, die von Integrationshelfern gefördert wird, ist auch der Übergang zu Vortragsveranstaltungen möglich.