1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Sabine Ulrich
| Funktion | Geschäftsführung |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Von einer ehemaligen Sonderwelt zum inklusiven Innenstadtquartier
Projektbeschreibung
Mit dem Projekt Innovationsquartier wird die soziale und städtebauliche Anbindung eines ehem. Anstaltsgeländes an das umgebende Stadtgebiet umgesetzt. Entwickelt wird ein kooperatives, inklusives Quartier, das Wohnformen, Arbeits- & Freizeitmöglichkeiten zukunftsfähig interpretiert - für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderung und allen kulturellen Hintergründen. Dabei ist der Anspruch leitend, alle zukünftigen Angebote möglichst inklusiv zu gestalten. Handelt es sich bei dem Gelände auch heute noch weitgehend um eine Sonderwelt ("Stadt in der Stadt"), so sollen dort zukünftig keine neuen „Sonderwelten“ entstehen. Gleichzeitig müssen geschützte Räume für Menschen mit hohem Assistenzbedarf mitgedacht werden. Die sozial durchmischte Belebung des zukünftigen Quartiers und seine funktionale Anbindung an die Innenstadt sind komplexe Anforderungen. Geeignete Nachnutzungen für den historischen Gebäudebestand sind genauso zu entwickeln wie moderne Eigentums- und Mietwohnungen, die sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit gerecht werden. Unter diesen Voraussetzungen bietet sich mit dem Innovationsquartier die Chance, mit einem zukunftsweisenden Modellprojekt einzigartiges Vorbild für gelebte Inklusion in einer vielfältigen Nachbarschaft zu sein. In den letzten Jahren wurden im Quartier Anlässe geschaffen, durch die viele Menschen zum ersten Mal überhaupt das Gelände besucht und seine Potenziale kennengelernt haben. Ziel ist nun darauf aufbauend, offene Angebote zu fördern (z.B. Medienformat "Sag bloß!?!", Seniorencafé) und nach Bedarf neue zu entwickeln bzw. im Aufbau zu unterstützen. Bis die Alte Kapelle (Leuchtturmprojekt im Quartier) nach einer vielfältigen Interims-Nutzung für ihr zukünftiges Nutzungskonzept "Geschichte erleben - Nachbarschaft gestalten" bezugsfertig ist, finden Angebote unter freiem Himmel und in anderen leer werdenden Gebäuden auf dem Quartiersgelände statt. Stadt und Rotenburger Werke haben gemeinsam ein Gutachterverfahren eingeleitet, das die Anforderungen aus beider Sicht für das zukünftige Quartier vereint. Großes Entwicklungspotenzial ergibt sich gleichermaßen für die Werke als auch für die Stadt (inklusives Modellprojekt, neuer Wohnraum, Belebung der Innenstadt usw.). Die Entwürfe dreier innovativer Stadtplanungsbüros dienen ab Herbst 2025 zur Kommunikation mit der Öffentlichkeit und Investoren. Anhand dieser Entwürfe wird dann der Masterplan für das zukünftige Innenstadtquartier verhandelt und ein Bebauungsplan erstellt.
Laufzeit
2025-08-15 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Gebietsimage ist auch heute noch durch die ehemalige Sonderwelt geprägt, die sich seit 1880 als „Stadt in der Stadt“ entwickelte. Baulich wurde die Wahrnehmung durch die umringende Backsteinmauer gestärkt, die in ein „hier und dort“ teilte. In einen Ort, an dem Menschen mit Behinderung leben und in die "restliche Stadt". Berührungspunkte gibt es längst, sollen jetzt aber durch die soziale und städtebaulichen Integration des Gebiets in die Innenstadt zur Selbstverständlichkeit werden. Indem alle zukünftigen Angebote im Quartier möglichst inklusiv gestaltet sein sollen, stellt das Projekt eine konkrete Maßnahme zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention dar. Mit der Entwicklung des Innovationsquartiers werden aber auch Chancen geschaffen, um Herausforderungen und Bedürfnissen zu begegnen, die „hier wie dort“ genau dieselben sind: Ein grünes, autoarmes Innenstadtviertel, von dem alles Notwendige fußläufig erreichbar ist. Räumliche Strukturen, die die eigene Privatsphäre schützen, gleichzeitig aber auch Begegnungsorte anbieten, die ohne Konsumzwang besucht werden und dank sozialer Angebote Einsamkeit entgegenwirken können. Soziale und ökologische Nachhaltigkeit sind im Leitbild verankert und sollen in der Landschaftsbeschaffenheit wie auch in den Neubauten gestalterisch bedacht werden.
Die Schaffung eines kooperativen Quartiers, in dem die Teilhabe aller gewährleistet wird, benötigt Zeit. Aufgabe ist es, Vorbehalte gegenüber inklusiven Projekten abzubauen und Vielfalt als Mehrwert erlebbar zu machen. Es ist ein beidseitiger Lernprozess: Die Werke und die Stadt öffnen sich und ihre Angebote weiter zueinander hin und etablieren dazu gemeinsame neue im Quartier.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Rotenburg (Wümme) Historisches Kerngelände der Rotenburger Werke
Beschreibung
Aktuell leben 127 Menschen mit Behinderung auf dem Quartiersgelände, in der Stadt Rotenburg leben 21.466 Einwohner*innen (Stand vom 25.03.2025). Das Gebiet befindet sich zwischen Lindenstraße und Soltauer Straße in der Rotenburger Innenstadt. Es wird durch die historische Bausubstanz im Norden (Stammhaus & Alte Kapelle) und das denkmalgeschützte Gebäudeensemble im Süden als Einheit betrachtet. An den seitlichen Rändern befindet sich Grünland mit Gärten, der städtische Friedhof und kleinere Wohn- und Gewerbebebauung. Das Agaplesion-Krankenhaus sowie die Stadtkirche sind fußläufig jeweils 3 Gehminuten entfernt.
Quelle / Anmerkungen
Geschäftsfeld "Wohnen" der Rotenburger Werke (z.Z. leben ausschließlich Menschen mit Behinderung im Quartier). Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten im Quartier (Küche + Cafeteria, Zentrale Dienste, Wohnen, TFS, WfbM, Verwaltung).
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Altersstatistik der Rotenburger Werke, GF Wohnen, Stand vom 20.03.2025
Gesamtstadt: Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg (Wümme), Stand vom 25.03.2025
Projektgebiet in Prozent
13
Gesamtstadt in Prozent
15
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Altersstatistik der Rotenburger Werke, GF Wohnen, Stand vom 20.03.2025
Gesamtstadt: Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg (Wümme), Stand vom 25.03.2025
Projektgebiet in Prozent
39
Gesamtstadt in Prozent
33
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Altersstatistik der Rotenburger Werke, GF Wohnen, Stand vom 20.03.2025
Gesamtstadt: Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg (Wümme), Stand vom 25.03.2025
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Menschen, die in den Rotenburger Werken leben, erhalten tagesstrukturierende Angebote:
Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätte (TFS) oder heiminterne Tagesstruktur (TS). Welches Angebot die Person erhält, richtet sich nach den jeweiligen Kompetenzen und dem Hilfebedarf. Sie sind daher nicht arbeitslos im Sinne von SGB II oder III.
Arbeitslosenquote der Stadt Rotenburg: 4,1% (SGB III 1,8%, SGB II 2,3%), Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Stand vom 25.03.2025
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Menschen, die in den Rotenburger Werken leben, erhalten tagesstrukturierende Angebote: Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM), Tagesförderstätte (TFS) oder heiminterne Tagesstruktur (TS). Welches Angebot die Person erhält, richtet sich nach den jeweiligen Kompetenzen und dem Hilfebedarf. Sie sind daher nicht arbeitslos im Sinne von SGB II oder III.
Gesamtstadt: Arbeitslosenquote 15 bis unter 25 liegt bei 3,8% (Bundesagentur für Arbeit, Statistik Rechtskreis Rotenburg (Wümme), Stand März 2025)
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
20
Anmerkung
Projektgebiet: GF Wohnen der Rotenburger Werke
Gesamtstadt: Landesamt für Statistik. Die Zahl bezieht sich auf den Landkreis Rotenburg und stammt aus einer Hochrechnung einer 1%igen Stichprobe (25.000 Familien, davon 5.000 Alleinerziehende); eine Angabe für das Stadtgebiet Rotenburg wurde nicht gemacht.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Altersstatistik der Rotenburger Werke, GF Wohnen, Stand vom 20.03.2025
Gesamtstadt: Einwohnermeldeamt der Stadt Rotenburg (Wümme), Stand vom 25.03.2025
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Zahlen werden nach Auskunft des Landkreises Rotenburg nicht mehr erhoben. Bekannt ist allein die Anzahl der ausländischen Bewohner*innen.
Projektgebiet in Prozent
100
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
4
Anmerkung
Menschen mit Behinderungen, die im Projektgebiet leben, erhalten Grundsicherung bei Erwerbsminderung bzw. im Alter.
Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB II-Bezug im Verhältnis zur Einwohnerzahl (15-65-Jährige) beträgt laut Auskunft des Landkreises Rotenburg 4,1% im Landkreis und 8,3% in der Stadt Rotenburg. (März 2025)
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
2019_uebersichtskarte.pdf
(1.59 MB)
row_iq_lageplan_55h.pdf
(56.21 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Eine lebendige Nachbarschaft im zukünftigen Innovationsquartier bedingt soziale und bauliche Prozesse gleichermaßen. Das ist komplex, bietet mit dem Ziel eines inklusiven Quartiers mitten in der Stadt aber auch eine einzigartige Chance.
Menschen mit ihren Interessen stehen dabei im Zentrum. Sie werden unterstützt und motiviert, um sich mit diesen im Quartier zu verwirklichen. Mit niedrigschwelligen Aktionen werden Anlässe zur Begegnung geschaffen, um ins Gespräch zu kommen. Dabei wird zielgruppenübergreifend gehandelt. Eine besondere Aufgabe ergibt sich damit, "leise Gruppen" gleichermaßen dazu zu befähigen, ihre Bedürfnisse zu formulieren. Dafür wird das stadtweite Netzwerk kooperativ mit eingebunden. Auch Menschen mit Behinderung, die schon lange in Einrichtungen leben, sollen Selbstwirksamkeit erleben. Die ständige Aufgabe im Projekt ist es, Vorbehalte durch Begegnungen und gemeinsame Erfahrungen abzubauen. Es gilt, die einstigen Grenzen von "hier & dort, drinnen & draußen" nicht nur baulich, sondern auch als "Mauer in den Köpfen" abzubauen.
Das Quartiersmanagement dient als leicht erreichbarer Ansprechpartner vor Ort, der vermittelnd, unterstützend und koordinierend helfen kann.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Das Quartiersmanagement ist als Anlaufstelle für die Anliegen aller im Quartier bekannt und dafür genutzt. Mindestens 3 Gruppen/Akteure haben sich gefunden und werden darin unterstützt, sich mit ihren Interessen regelmäßig im Quartier einzubringen.
Kriterium
Beschreibung
Mit dem Umbau der Alten Kapelle ist ein fester Ort geschaffen, der wetterunabhängig von Akteuren und Gruppen für ihre Vorhaben genutzt werden kann. Nach Bedarf können sie dafür Unterstützung finden.
Kriterium
Beschreibung
Das Quartier wird als Ort vieler verschiedener Menschen und Akteure verstanden. Angebote werden niedrigschwellig und offen gestaltet.
Beschreibung
Die bisherigen Kooperationen werden weitergeführt und neue sind hinzugekommen.
Kriterium
Beschreibung
Raumstrukturen bieten Ort für gemeinschaftliche, inklusive Gestaltung des Quartiers an. Die Alte Kapelle ist unter dem Motto "Geschichte erleben - Nachbarschaft gestalten" fester Ort dieses Geschehens.
Beschreibung
Rahmen- und Bebauungsplan sind abgeschlossen. Eine städtebauliche Anbindung an die Innenstadt (Wegebeziehungen etc.) ist geplant. Mobilitäts-, Bildungs- und Kulturangebote sind entwickelt und verortet.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Bürgermeister Torsten Oestmann, Bauamt (Leitung: Roman Lauchart), insbesondere Bereich für Stadtplanung und Grün (O. Klein, B. Hufeland), Sanierungsträger der Kommune (BIG Städtebau GmbH, vertreten durch Brigitte Vorwerk)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Fraktionsvertreter*innen (seit 2022 findet ein gemeinsamer Arbeitskreis "Politik & Quartiersentwicklung statt), Rat der Stadt unterstützt das Vorhaben
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kirchengemeinde Zum Guten Hirten, Kirchenkreis Rotenburg, Stadtkirchengemeinde Rotenburg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Runder Tisch Kunst und Kultur (initiiert durch die Kommune für alle Kulturschaffende der Stadt); Kulturinitiative Rotenburg, Uwe Goldschmidt; Volkshochschule Rotenburg, Michael Burgwald; Theater Metronom, Karin Schröder
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Hochschule für Künste im Sozialen, Hans-Joachim Reich; Bildnerische Werkstatt der Rotenburger Werke, Martin Voßwinkel; Touristenführungen, Dorothee Klüver; diverse Künster*innen, z.B. Marie-Lena Rapprich, Thorsten Finner; QuintasticBrass, Marion Bode
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Ratsgymnasium Rotenburg, OStD Iris Rehder, IGS Rotenburg, Sabine Neugebauer, Berufsbildende Schulen Rotenburg, OStD Wolf Hertz-Kleptow; Berufsbildende Schulen der Rotenburger Werke, Ruth Scharringhausen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
IG-City Marketing Rotenburg, Cornelia Gewiehs; Rotenburger Wirtschaftsforum, Heiko Kehrstephan; Stück vom Glück (Unverpackt Laden Rotenburg), Sparkasse Rotenburg Osterholz, Stephan Kalt
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
WBG Rotenburg, Michael Otten; Sparkassen Immobilien GmbH, Stefan Ratajczak; Bauwesen der Rotenburger Wesen, Tatjana Ladda; Energiemanagement der Rotenburger Werke, Uwe Hollmann; Immobilienmanagement der Rotenburger Werke, Birgit Schöner Funck
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Presse Stadt Rotenburg, Ann-Christin-Beims; Touristen-Information, Benjamin Roolfs; Rotenburger Kreiszeitung, Michael Krüger//Tom Gath; Rotenburger Rundschau, Dennis Bartz
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wohn:Sinn e.V., Lars Gerhardt, Tobias Polsfuß; Forum gemeinschaftliches Wohnen e.V., Andrea Beerli, Just-Jazz e.V. Rotenburg, Spaß-BuS Rotenburg e.V., Peter Schlake
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gesundheitsamt Rotenburg (Wümme), Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen im Landkreis Rotenburg (Wümme)- „RoSe“, Ursula Seidler-Braun; Hospizverein Fidelius, Johannes Scherfling
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Aufgrund der Finanzlage kann die Kommune derzeit keine Mitfinanzierung zusagen. Langfristig ist das Quartiersmanagement durch ein mehrteiliges Konzept von Einnahmen und Einsparungen geplant: Anteilige Einnahmen (Vermietungen von Räumen im Quartier / Bauinvestoren / Pacht / Grundstücksveräußerung), Getränkeverkauf bei Veranstaltungen, geeignete Fördermittel und Spenden. Auf politischer Ebene wird mithilfe eines großen Netzwerks auf Handlungsbedarf aufmerksam gemacht und für Anpassungen geworben.
11. Medien
Galerie
Videos
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
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