1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Alexander Hoppe
| Funktion | Bürgermeister |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Stadt von unten
Projektbeschreibung
“Ratsch.Bude” (Arbeitstitel) ist eine Idee von Bürger/innen. Sie formulierten im Februar 2021in einer Befragung den Wunsch, einen Ort zu haben, an dem sich alle Bürger/innen treffen und in einem neutralen Rahmen über die Stadt reden können. Der sichtbare Handlungsbedarf in der Innenstadt böte Anlässe für Begegnung und Austausch, wenn Bürger/innen eigene Ideen in ihr und für sie formulieren (“ratschen”), gemeinsam ausarbeiten und schließlich realisieren könnten. Ab dem Sommer 2021 soll in einer leerstehenden Gärtnerei eine Coronakonforme, temporäre Sommerunterkunft als eine niederschwellige “Ideenwerkstatt im Freien" eingerichtet werden, um den neuen Ansatz einer „Stadt von unten“ vor Ort sichtbar zu machen. Die Organisation, der Aufbau und der Betrieb eines von der Bürgerschaft für die Bürgerschaft konzipierten Begegnungsortes werden pilotiert und getestet und weitere Mitstreiter gefunden. Dieser Ansatz soll ab dem Herbst 2021 in einem Leerstand der Westernstrasse verstetigt und professionell begleitet werden. Beides ist Voraussetzung für eine organisatorische Festigung einer kontinuierlichen und lebhaften Beteiligungskultur in Königslutter, die für eine Stadt im Strukturwandel von höchster Bedeutung ist.
“Selbst tätig werden” ist dabei das Motto, aus dem ein neuer Gemeinschaftssinn entsteht und auch eine Identifikation mit dem Ort. Begegnungsorte wie eine Fußgängerzone oder ein Bürgersteig oder der Marktplatz könnten in der "Stadt von unten" neu erfunden werden, auch Liegenschaften, die in Folge des Strukturwandels und der Corona-Pandemie leer stehen, sollten aufgeweckt und bespielt werden. Die Innenstadt bietet viele Möglichkeiten und Anlässe, um voneinander und miteinander zu lernen. In Austausch und Umsetzung entstehen, von der Bürgerschaft getragen, neue soziale, kulturelle oder auch wirtschaftliche Impulse. “Selbst tätig werden” wird eine Chance sein, “selbstständig” zu werden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen. Die „Ratsch.Bude“ als gemeinsamer Raum und selbst entwickelte Werkzeuge werden helfen, die Ansätze von unten gemeinsam mit der Stadt zu sozialen, ökonomisch und ökologisch tragfähigen Projekten weiterzudenken und in Partnerschaft mit Verwaltung, Politik und Wirtschaft professionell umzusetzen. Wenn sich Bürger/innen mit dem „Lebensraum Kleinstadt“ als Gestalter/innen identifizieren und sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und Interessen einsetzen, wachsen sozialer Zusammenhalt und auch das Engagement für die Stadt.
Laufzeit
2021-08-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Der Strukturwandel macht auch vor Königslutter nicht Halt: Die Innenstadt verliert für die Bewohnerschaft als Ort der Identifikation und Begegnung an Bedeutung, wenn Versorgungsfunktionen verschwinden. Wir sehen mittlerweile einen Leerstand von ca. 50%, Tendenz steigend nach der Pandemie. Die Obergeschosse sind ungenutzt. Gebäude werden baufällig und neue Impulse sind nicht in Sicht. Es verfestigt sich der Eindruck der Perspektivlosigkeit. Es besteht die konkrete Gefahr, dass die Stadt zu einer Schlafstadt wird für die angrenzenden Ballungsräume, wenn es nicht gelingt, Gründe für ein gesellschaftliches Engagement in und für Königslutter zu zeigen, Ansätze für Erfolge zu organisieren und einen strukturellen Rahmen für eine dauerhafte Beteiligung der Bürgerschaft an der Innenstadtentwicklung herzustellen. Der Stadt als gemeinsames Projekt und als gemeinsamer Lebensraum fehlen soziale, ökologische und ökonomische Zukunftsperspektiven, die mit der Bürgerschaft entwickelt werden. Projekte werden in Königslutter am Elm nämlich meist von Außen an die Stadt herangetragen (z.B. Entwicklung von neuen Wohngebieten am Stadtrand, Fachmarktzentrum an der Wolfsburger Straße, Jugendbauhütte, Wohnen an der Traube usw.). Ein Pendant auf Seiten der Bewohnenden fehlt. Lokale Bedürfnisse und Wünsche, die häufig gerade die Innenstadt betreffen, werden nicht artikuliert und haben damit auch keine Chance, sich zu verwirklichen. Die Enttäuschung über nicht realisierte oder auch gescheiterte Projekte der Stadtentwicklung führt so zu einer innerlichen Abwendung der Bewohnenden von ihrer Stadt. Wir sehen eine Politik- und Gestaltungsverdrossenheit, die positive Entwicklungen konterkarieren.
5. Schwerpunkte
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Königslutter am Elm (mit allen Ortschaften) Innenstadt
Einwohnerzahl
16000
Quelle / Anmerkungen
Einwohnermeldeamt
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
31
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.wegweiser-kommune.de/statistik/koenigslutter-am-elm+integration+2014-2016+tabelle
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Arbeitslosenanteil an den SvB (%); https://www.wegweiser-kommune.de/statistik/koenigslutter-am-elm+soziale-lage+2014-2016+tabelle
Projektgebiet in Prozent
45
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
SGB-II Quote, SGB-XII Quote: https://www.wegweiser-kommune.de/statistik/koenigslutter-am-elm+nachhaltigkeit-sdgs+2014-2016+tabelle; Innenstadtbereich als Schätzung
Projektgebiet in Prozent
40
Gesamtstadt in Prozent
40
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Altersquotient ab 65 Jahren: https://www.wegweiser-kommune.de/statistik/koenigslutter-am-elm+demographischer-wandel+2014-2016+tabelle
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt Königslutter am Elm, 19.5.2021
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
181114-koen-a1-intensivierung-bericht.jpg
(717.61 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Kleine Städte sollten für ihre Bewohnenden sowohl räumliche als auch soziale Identifikations- und Begegnungsräume vorhalten. GWA und Quartiersmanagement im Sinne einer sozialen Stadtentwicklung in Königslutter am Elm setzt deswegen (a) dann an, wenn die Stadtgemeinschaft zusammenkommt und (b) dort, wo sie gemeinsam gestaltet. In der Innenstadt ist beides möglich. Die Anpassung an den Strukturwandel, die im Zuge einer Pandemie noch dringender geworden ist, bietet viele Anlässe und das Bedürfnis, aktiv zu werden, zu sprechen und sich auszutauschen wird durch das gemeinsame Interesse aller Bewohnenden an der eigenen "Innenstadt" gebündelt. Ziel ist es, Defizite am konkreten Ort und zu vielfältigen Themen in verschiedenen kleinen und großen Partizipationssettings und unter Einbeziehung der Kommune zu gemeinsam getragenen, übergreifenden Lösungsansätzen im kommunalen Kontext zu verdichten. Dieser Ansatz kann alle Bevölkerungsgruppen motivieren, alle Altersgruppen ansprechen aber auch die vielfältigen sozialen Umfelder berücksichtigen. Durch die professionelle externe Begleitung wird ein strukturiertes Vorgehen angestrebt, das gemeinsam mit den Bürger*innen entwickelt wird. Dabei will Ratsch.Bude insbesondere als Partner für Innovationsprojekte in der Innenstadt wahrgenommen zu werden, indem sie Wissen und Können vor Ort für Alle erschließt und zugänglich macht und die Innenstadt als Ort von Allen für Alle ausstattet.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Bewohner*innen kommen mit eigenen Ideen auf Ratsch.Bude zu. Die Bereitschaft sich aktiv in die Gestaltung der Ratsch.Bude oder von Projekten einzubringen wird durch wiederkehrende Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen sichtbar.
Kriterium
Beschreibung
Die Interessen an einem gemeinsamen Erfolg werden in einem interdisziplinären Entwicklungsprozess verfolgt. Die Bereitschaft eine gemeinsame Lösung zu finden überwiegt die Partikularinteressen. Die Konzentration auf Schwerpunkte gelingt.
Beschreibung
Verwaltung, Politik, Bürger*innenschaft, Handel und Immobilieneigentümer*innen kooperieren. Verlässliche Teilnahme von Vertretern an der Arbeit der Ratsch.Bude führt zu schnellem Informationsfluss und erleichtert Abstimmung und Planung für Alle.
Beschreibung
Es gelingt weitere Altersgruppen in die Arbeit einzubinden und die Interessen von Unternehmen, Einzelhandel oder Immobilienbesitzer*innen durch Kooperationsverträge zu manifestieren.
Kriterium
Beschreibung
Die Innenstadt wird als Ort der gemeinsamen Gestaltung sichtbar und es gelingt, ihr durch die Einbindung aller Bewohnenden eine neue Bedeutung zu geben.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
LaVie gGmbH, Freiwillige Feuerwehr
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Ortsrat, Stadtrat, Vertreter der politischen Parteien
Typ
Stadtteil
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On