1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Christine Katz
| Organisation | diversu e.V. |
|---|---|
| Funktion | Geschäftsführerin und 1. Vorsitzende von diversu e.V. |
2. Kurzbeschreibung
Gemeinsame Gartengestaltung schafft interkulturelle und -generationsübergreifende Begegnungsräume, die die soziale Integration, Teilhabe und Wohnortqualität verbessert und zum Empowerment und zur Demokratieentwicklung beiträgt.
Projektbeschreibung
Das Projekt möchte einen gemeinschaftlich von Anwohner*innen organisierten und bewirtschafteten Nachbarschaftsgarten im Stadtgebiet „Weißer Turm“ (ATU) der Hansestadt Lüneburg als Möglichkeit und Ort der interkulturellen und generationsübergreifenden gesellschaftlichen Mitgestaltung und Begegnung aufbauen. Es ergänzt im Rahmen des Programms der sozialen Stadt begonnene bauliche Sanierungs- und Quartiersentwicklungsaktivitäten um interaktive Sozialangebote, um zur Bewältigung von Anonymität, Konflikten zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Migrationserfahrung, fehlender Aufenthaltsqualitäten im Außenbereich(insbesondere für Jugendliche und Kinder) – den zentralen Herausforderungen des Quartiers -, beizutragen. Gartenplanung, -verwirklichung und –verwaltung bietet vielfältige Möglichkeiten für gemeinschaftsorientiertes Handeln, bei dem tolerantes Miteinander sowie eine demokratische Mitgestaltungskultur niederschwellig praktiziert und die Folgen eigenen Engagements unmittelbar erlebt werden können. Durch die extern moderierten und mit gezielten Fortbildungsworkshops zu Themen wie Projektmanagement, Event-Konzeption, interkulturelle Kooperation, Öffentlichkeitsarbeit, Produkteherstellung und –vertrieb unterstützten selbstorganisierten Phasen der Planung, des Aufbaus und der Konkretisierung des Gartens können darüber hinaus individuelle Kompetenzen erworben und Selbstwirksamkeit im interkulturellen und generationsübergreifenden Miteinander erfahren werden (Empowerment). Dies fördert nicht nur die Lust auf Mitmachen, Integration, Teilhabe und ggs. Toleranz, sondern kann auch anderweitig (z.B. beruflich) dienlich sein. Zielgruppe sind in erster Linie die Bewohner*innen des Stadtgebiets ATU sowohl in der Rolle als für den Aufbau zu Aktiviernde als auch als potentiell den Garten Nutzende. Der Garten und die dort stattfindenden Aktionen richten sich jedoch an alle Stadtteilbewohner*innen und interessierte Bürger*innen Lüneburgs. Das Projekt bietet ein großes Potenzial an Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Akteuren mit GWA Bezug im Quartier. Dies wird von Beginn an genutzt. Das Arbeiten an dem beteiligungs-, gestaltungs- und gemeinwohlorientierten Gartenprojekt verändert sowohl das soziale Miteinander als auch die Wohnortqualität. Es hilft bei der Identifikation mit dem Quartier, das eine spürbare Aufwertung erfährt und fördert die demokratische Auseinandersetzungskultur jenseits rein sprachlichen Austauschs.
3. Ausgangslage
Ausgangslage
„Am Weißen Turm“ ist ein zentral gelegenes Lüneburger Wohnquartier des Stadtteils Mittelfeld. Die Wohngebäude aus den 1970er Jahren sind in einem schlechten Zustand, ebenso wie das Außengelände - sicherlich ein Grund für die starke Wohnfluktuation. Seit 2015 ist es als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Seit Ende 2016 gibt es eine Quartiersmanagerin (50%), die zwischen Bewohner*innen und Verwaltung bzgl. der Sanierungsmaßnahmen vermittelt und Vernetzungen anstößt. Unter den rund 1.100 Menschen gibt es vergleichsweise viele Leistungsempfänger*innen nach dem SGB II (22,06 %) und auffallend viele Kinder und Jugendliche (23%). Knapp 40% der Bewohner*innen haben Migrationserfahrung. Der Bedarf an Nachmittags- und Ferienbetreuung ist hoch und kann mit den vorhandenen Institutionen nicht abgedeckt werden. Zudem fehlen altersgemäßen Betätigungs- und Begegnungsräume. Im Quartier herrscht eine große Anonymität und Abschottungstendenz, die viel Konfliktpotenzial in sich trägt: Deutsche grenzen sich gegen Geflüchtete ab, frühere Migrant*innen-Generationen gegenüber den Neuzugezogenen aus Syrien, Senior*innen kommen nicht mit Kindern in Kontakt etc. Ein Gartenprojekt könnte ein guter Mittler sein, nicht zuletzt weil das Gärtnern niederschwellige und grenzüberschreitend Interaktionen eröffnet und einen qualitativen Mehrwert im Quartier schafft. Im Freiflächenkonzept, das die Stadt als eine der ersten Maßnahmen im Sanierungsgebiet beauftragt hat, wird ein "Urban Gardening" Bereich vorgeschlagen, den auch die Besitzer*innen des Grundstücks unterstützen. Durch die prozessbegleitenden Fortbildungsangebote werden individuell Kompetenzen erworben, die u.a. auch Demokratieentwicklung befördern.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Lüneburg Mittelfeld "Am Weißen Turm"
Beschreibung
Das Stadtgebiet"Am Weißen Turm" ATU liegt zentrumsnah in der nordöstlichen Ausbuchtung des Stadtteils Mittelfeld zwischen den Stadtteilen Weststadt, Altstadt und Rotes Feld. Das Stadtzentrum ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Es ist insgresamt 8,6 ha groß und gliedert sich in zwei strukturell unterschiedliche Teile, wobei den Kern eine Wohnanlage (ca. 7 ha) aus den 1970 er 1980er Jahren mit ca. 600 Wohnungen ausmacht. Um dieses Kerngebiet geht es im vorliegenden Antrag. Die Abgrenzung verläuft entlang der Straßen Hinter der Saline im Osten, Soltauer Straße und Bögelstraße im Süden, am Weißen Turm im Westen und am Bargenturm im Norden. Der nordöstliche Teil ist im Norden durch die Grundstücksgrenze der anliegenden Parkplätze und im Osten und Süden durch die in das Gebiet eingeschlossene Sülfmeisterstraße abgegrent. Die unmittelbare Umgebung ist geprägt durch eine Seniorenwohnanlage, Parkplätze und Sportplätze im Norden, das Familienzentrum , einen Versicherungsgebäudekomplex sowie weitere Gewerbeflächen im Westen, das Klinikum, ein Wohngebiet und eine Hotelanlage im Süden, vier Zeilen mit Studentenwohnungen, das Postgelände und Parkplätze im Osten. Der angrenzende Lambertiplatz im Nordosten bildet den Übergang zur Altstadt.
Einwohnerzahl
1100
Quelle / Anmerkungen
Quartiersmanagerin
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Im Freiflächenkonzept, das die Stadt als eine der ersten Maßnahmen im Sanierungsgebiet beauftragt hat, gibt es den Vorschlag für einen "Urban Gardening" Bereich, den sowohl Stadtrat als auch die Besitzer*innen des Grundstücks unterstützen.
Das Gebiet ist seit 2015 Sanierungsgebiet, hat inzwischen eine Quartiersmanagerin (50%), die jedoch v.a. für die Vermittlung der baulichen Sanierungsmaßnahmenan die Bewohner*innen und daran anknüpfende soziale Interkationen zuständig ist, und als Ansprechpartnerin für die gesamten dort angestoßenen Veränderungen fungiert. Die Stadt hat für das Sanierungsgebiet ein Freiraumplanungskonzept in Auftrag gegeben und bereits positiv verabschiedet. Dort ist ein Bereich für Gartenentwicklung vorgesehen, was sowohl vonm Stadtrat als auch den Besitzer*innen des Grundstücks begrüßt und unterstützt wird. Die Stadt kann die im Rahmen eines Gartenaufbaus erforderlichen und anfallenden baulichen Kosten übernehmen und über die Quartiersmanagerin langfristige Unterstützung einbringen als (Ansprechpartnerin, Werbung, Vernetzung, Initiierung von Aktivitäten über den Verfügungsfonds). Aufgrund der geringen Budgetierung der Stelle besteht jedoch seitens der Stadt keinerlei Möglichkeit, Kapazitäten für die Initiierung und Begleitung des sozialen Prozesses eines Nachbarschaftsgarten aufzubringen. Einesolche Prozessbegleitiung ist jedoch erforderlich für das Gelingen - insbesondere in der Aufbau- und Umsetzungsphase. Die im Projekt angelegten Fortbildungsangebote im und mit dem Prozess der Gartenentstehung sind ein innovativer Ansatz zur Verstetigung und selbständigen Weiterführung des Nachbarschaftsgartens, die ohne gezielte Förderung nicht durchgeführt werden können.
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
16
Sonstige in Prozent
16
Anmerkung
Quelle: Stadt Lüneburg, Bericht zur Sozialen Stadt;
Die Zahlen beziehen sich auf Kinder und Jugendliche; Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren liegen bei auffallend hohen 12%
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Laut Aussage der Quartiersmanagerin gibt es eine stattliche Anzahl an schon lange hier lebenden älteren Bewohner*innen ohne Zahlenangaben.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
11
Anmerkung
Quelle: Dokument der Stadt Lüneburg zur Sozialen Stadt;
die Zahlen beziehen sich auf Leistungsempf#änger*innen nach SGB II
Projektgebiet in Prozent
39
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
17
Anmerkung
Quelle, wie oben;
Prägung
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt zielt auf das Gestaltungspotenzial von Gemeinschaftsaktivitäten, auf die Wirksamkeit von kooperativem Handeln und selbstorganisiertem Arbeiten an einem gemeinsamen Ziel. Es geht stark darum, diese Selbstorganisation und -bestimmung bewohner*innen-zentriert zu stärken bzw. an die vorhandenen Ressourcen anzuknüpfen, d.h. existierende Kooperationsstrukturen und Akteure, die sich bereits engagieren, nutzen bzw. von hnen profitieren und sie weeter auszubauen.
Der Aufbau eines Nachbarschaftsgartens ermöglicht viele der Qualitäten von GWA durch den Prozess an sich, der allerdings eine moderierende und strukturierende, z.T. auch intervenierende Begleitung braucht. Durch das aktive Miteinander auf ein konkretes Ziel hin, die Teilhabe von auch rhetorisch oder allgemein sprachlich vergleichsweise schlecht ausgestatteten Mitürger*innen, durch die Sichtbarkeit des eigenen Engagements bietet ein Gartenprojekt eine Vielfalt an Lernfeldern und Auseinandersetzungsräumen, die wichtig sind für die gemeinwohlorientierte Entwicklung von Quartieren. Insbesondere auch Kinder und Jugendliche, die in dem Gebiet ATU hier bzgl. der Attraktivität von Außenflächen weitgehend benachteiligt sind, können darüber gut erreicht und für Aktionen motiviert werden. Die begleitenden Fortbildungsangebote ergänzen darüber hinaus das praktische Einüben von Toleranz, und fördern generations- und kulturübergreifendes Handeln und Denken.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Bewohner*innen unterschiedlicher Zielgruppen (Frauen, Menschen mit Migrationserfahrung, Jugendliche, Kinder, Senior*innen) aktiv das Projekt vorantreiben, sichtbar im Team dabei sind.
Kriterium
Beschreibung
aus den Ideenwerkstätten konkrete Arbeitsschritte und Aufgabenverteilungen werden, die selbständig abgearbeitet und deren Einhaltung von den Bewohner*innen kontrolliert und eingefordert wird.
Kriterium
Beschreibung
Kontakte zu existierenden Netzwerkpartner*innen bestehen und einzelne Kooperationsprojekte angestoßen sind
Kriterium
Beschreibung
die Planungsphase abgeschlossen, mit der Umsetzung in Gruppen begonnen wurde und der Garten wachst und gedeiht, und sich Bewohner*innen (15 plus) dort aktiv engagieren, zusammen Aktionen initiieren und gemeinschaftlich arbeiten
Beschreibung
der Nachbarhscaft als intergultureller und generationsübergreifender Begegnungsraum steht, genutzt und bewirtschaftet wird.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Im Stadtgebiet ATU gibt es eine Grundschule (Heiligengeistschule), die auch ein Ferienprogramm anbietet. Die ÜMI Am Weißen Turm betreut Kinder der Heiligengeistschule, von denen viele hier im Quartier leben.
Die ÜMI war bereits aktiv in die Antragstellung für Hochbeete involviert. Diese sollen als Treffpunkt und Begegnungsmöglichkeit für die Bewohner*innen dienen.
Die Gemeinwesenarbeit wird im Quartier außerdem geleistet vom Eins A Treff, einer Einrichtung der Matthäus Gemeinde. Sie bieten Nachmittags Programm für Kinder und Jugendliche, aber auch ein monatliches Frauenfrühstück, am Wochenende Familiengottesdienste. Seit Neuestem findet hier auch ein Seniorennachmittag statt. Auch das SalinO Stadtteilhaus macht Angebote für die Menschen im Quartier und ist als Anlaufstelle für die Bewohner*innen ein fester Bestandteil.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Grundschule Heiligengeistschule, VHS Region Lüneburg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Gartenbaubetriebe: Wrede, Hagebaumarkt, WIR Garten, Interkultureller Garten Lüneburg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Landeszeitung Lüneburg, Lünepost, Radio ZuSa,
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Stadtteilhaus SalinO, Eins A Treff (Einrichtung der Matthäus Gemeinde)
Typ
Stadtteil
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On