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Bewegte Leben - Biografien von Frauen aus aller Welt und mitten unter uns: Schreibwerkstatt, Lesecafe und Ausstellung

Ansprechpartner
Christine Katz
Organisation diversu e.V.
Funktion Geschäftsführerin und 1. Vorsitzende von diversu e.V.
Interkulturelle Biografiearbeit: Schreibwerkstatt, Lesecafe und Ausstellung
Projektbeschreibung
Der Lüneburger Stadtteil Kaltenmoor kämpft seit Jahren mit einem Imageproblem und wird von Außenstehenden überwiegend als Fremdkörper und Problembezirk wahrgenommen. Seine Sozialstruktur ist interkulturell geprägt, der Anteil von wenig finanzkräftigen Menschen ist hoch. Das (Freizeit)Leben findet meist in den eigenen vier Wänden statt, was zu einer verstärkten Separierung der verschiedenen soziokulturellen Gruppen/ Familien führt. Intensiverer Kontakt über kulturelle Grenzen hinweg ist eher die Ausnahme. Frauen mit Migrationshintergrund sieht man in Kaltenmoor öffentlich vorrangig in traditionellen Geschlechterrollen: Einkaufen, Kinderbegleitung. Sie sprechen zudem meist schlecht Deutsch, was zusätzlich den Rückzug ins Private und zur vertrauten Sprachgruppe befördert. Männer sind demgegenüber deutlich präsenter im öffentlichen Raum. Trotz einiger vorhandener Strukturen zum interkulturellen Austausch, sind die Möglichkeiten für ein intensiveres Kennenlernen z.B. der verschiedenen Lebenswege und kulturellen Erfahrungen von Frauen, und für ihre sichtbare Vielfalt im öffentlichen Raum äußerst begrenzt. Es fehlen Orte und Gelegenheiten, Sprachkompetenzen informell im interkulturellen Miteinander zu entwickeln. Das Projekt möchte Begegnungen von Frauen über soziokulturelle Grenzen hinweg einführen und darüber ein Kennenlernen und gegenseitiges Wertschätzen ihrer verschiedenen Lebenswege unterstützen. Dafür werden in Tandems aus Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in begleiteten Schreibwerkstätten deren Biografien erzählt, aufgeschrieben und öffentlich bei einer Ausstellung (Texte und Bildportraits) präsentiert. Die Biografiearbeit ist nicht nur eine geeignete Form zur Selbstreflexion des bisher Erlebten, die dem Verständnis eigener und fremder Lebensverläufe dient und zur gegenseitigen Anerkennung beiträgt. Darüber hinaus werden im strukturierten und professionell begleiteten Erzählen und Aufschreiben die Sprachkompetenzen quasi nebenbei verfeinert. Die Vorstellung ausgewählter Biografiepassagen in Lesungen im Rahmen einer Ausstellung in Kaltenmoor und in der Innenstadt macht die Frauen außerdem öffentlich sichtbar, stärkt ihr Selbstwertgefühl und entfaltet eine Breitenwirkung, die sich auch positiv auf die Wahrnehmung des Quartiers auswirkt. Der Blick auf geteilte Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Träumen, Schicksalen, Erfahrungen und Entscheidungen fördert das Gemeinschaftsgefühl und löst einen Perspektivwechsel auf Frauen in Kaltenmoor aus
Ausgangslage
Kaltenmoor kämpft seit Jahren mit einem Imageproblem. Seine Sozialstruktur ist interkulturell geprägt, der Anteil von wenig finanzkräftigen Menschen ist hoch. Das (Freizeit)Leben findet meist in den eigenen vier Wänden statt, was zu einer verstärkten Separierung der verschiedenen soziokulturellen Gruppen/ Familien führt. Intensivere Kontakte über kulturelle Grenzen hinweg sind eher die Ausnahme. Frauen mit Migrationshintergrund sieht man in Kaltenmoor öffentlich vorrangig in traditionellen Geschlechterrollen. Sie sprechen meist schlecht Deutsch, was zusätzlich den Rückzug ins Private und zur vertrauten Sprachgruppe befördert. Trotz einiger vorhandener Strukturen zum interkulturellen Austausch, sind die Möglichkeiten zum Kennenlernen für Frauen und für ihre sichtbare Vielfalt im öffentlichen Raum äußerst begrenzt. Es fehlen Orte und Gelegenheiten, Sprachkompetenzen informell im interkulturellen Miteinander zu entwickeln. Das Projekt möchte solche interkulturellen Begegnungen zwischen Frauen in Kaltenmoor ermöglichen. Dafür werden in Tandems aus Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in professionell begleiteten Schreibwerkstätten die Biografien erzählt, aufgeschrieben und öffentlich präsentiert (Ausstellung). Die Biografiearbeit trägt nicht nur zur gegenseitigen Wertschätzung bei, sondern verfeinert quasi nebenbei die Sprachkompetenzen. Die Vorstellung ausgewählter Biografiepassagen in sog. Lesecafes rund um die Ausstellung in Kaltenmoor und in der Innenstadt macht die Frauen außerdem öffentlich sichtbar, stärkt ihr Selbstwertgefühl und entfaltet eine Breitenwirkung, die sich auch positiv auf die Wahrnehmung des Quartiers auswirkt.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Lüneburg Kaltenmoor
Beschreibung
Kaltenmoor grenzt im Norden an den Stadtteil Hagen, im Süden an das sog. Schäferfeld. Im Osten wird es durch die Bundesstraße B4/ B209 begrenzt und zur Stadtmitte hin im Westen durch die Bahnlinie (Straße Blümchensaal).
Einwohnerzahl
9600
Quelle / Anmerkungen
Aussage des Quartiersmanager
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Initiativen von und für Frauen, zur Förderung von interkulturellen Begegnungen und eigenen selbstbestimmten Räumen werden in diesem Gebiet nicht gefördert. So erhält bspw. weder das seit 2007 aktive Netzwerk Kaltenmoor e.V. noch das Projekt Internationaler Frauentreff darüber eine Förderung. Die meisten dort verankerten Aktivitäten werden ehrenamtlich durchgeführt oder mit anderweitig eingeworbenen Mitteln unterstützt. Von den Frauen, die den Frauentreff regelmäßig aufsuchen (z.B. zum Nähcafe, zu Sprachkursen) (ca. 40 aus ca. 10 verschiedenen Ländern) wünschen sich viele mehr Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten in ihrem Wohnumfeld. Die in den kleinen Organisationen ehrenamtlich Engagierten sind dringend auf finanzielle Förderung angewiesen, um Projekte durchführen zu können.
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
16
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Angaben von Quartiersmanager Herr Nehring
Projektgebiet in Prozent
30
Gesamtstadt in Prozent
26
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Angabe: Herr Nehring Quartiersmanager
Projektgebiet in Prozent
27
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Angaben: Herr Nehring, Quartiersmanager
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
5
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Zahl für Projektgebiet: Schätzwert (Nehring) Gesamtstadt (und Landkreis): Bundesagentur für Arbeit, April 2018
Projektgebiet in Prozent
7
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Projektgebiet: Schätzwert (Nehring) Gesamtstadt und (Landkreis): Bundesagentur für Arbeit, April 2018
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
plus 13.6% Bewohner*innen mit Doppelstaatsbürgerschaft
Projektgebiet in Prozent
59
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
herausgegeben vom Einwohnermeldeamt der Hansestadt Lüneburg, Stand 2014.
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
4
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die SGB II-Quote (November 2014) in Kaltenmoor bei 23,5 %. Die Arbeitslos-Meldungen betrugen im gesamten Stadt-gebiet 5,8%, im Programmgebiet Kaltenmoors 46,5%. Einwohnermeldeamt Lüneburg 2014
Unterlagen zum Gebiet
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt zielt auf eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls als INtegrationsbeitrag durch ein spezifisches interkulturelles Begegnungsformat: dem Arbeiten an der eigenen Biografie im Tandem aus Frauen mit und ohne Migrationshintergrund. Die Schreibwerkstätten, im Rahmen dessen die Auseinandersetzung mit den Biografien angeleitet moderiert werden, fördern das Verständnis füreinander und den Respekt vor der jeweiligen "Lebensleistung", was zur gegenseitigen Wertschätzung beiträgt. Durch das soziale Miteinander in den Werkstätten wächst Vertrauen und auch der Eindruck, ernst genommen zu werden, was wiederum förderlich für die Integration, das Gefühl von "Zuhause sein" ist. Letztlich könen darüber Nachbarschaftsbeziehungen aufgebaut bzw. intensiviert, unterschwellige Konflikte deeskaliert oder produktiv bearbeitet werden. Gemeinsame Aktivitäten und die sichtbare Präsentation von Ergebnissen fördern die Verbundenheit und führen zu einem empowerment der Einzelnen mit Wirkung nach innen (Selbstbewusstsein, in die Familien) und nach außen (in den Stadtteil). Das intensive Kennenlernen durch die Projektzusammenarbeit erleichtert die Bewältigung evtl. auftretender Konflikte/ Probleme und die Lust auf weitere gemeinsame Aktivitäten und solidarisches Handeln (z.B. Kinderbetreuung).
Qualitätskriterien
Beschreibung
die Teilnehmerinnen am Projekt ihre Kontakte verstetigen, wenn die Ausstellung viele Kaltenmoorer besuchen, wenn weitere interkulturelle Aktivitäten entstehen
Vorhandene Strukturen
In Kaltenmoor ist die professionelle Gemeinwesenarbeit geprägt von Aktivitäten der AWO (hat im Rahmen des BIWAQ-Förderprogrammes z.B. ein arabisches Buffet aufgebaut, in dem auch gastronomische Weiterqualifikationen laufen und betreibt das Cafehaus; außerdem läuft darüber der AWOCADO Service gGmbH, ein Unternehmen für Dienstleistungen, Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit zur (Wieder-)eingliederung von Arbeitslosen in das Berufsleben), der VHS Region Lüneburg (führt über BIWAQ-Projekte Weiterqualifizierungs- und Schulabschlusskurse für Frauen durch) und dem ökumenischen Gemeindezentrum St. Stephanus mit zahlreichen kirchlichen und überkonfessionellen Angeboten. Es gibt einen Quartiersmanager, mit dem auch das Netzwerk Kaltenmoor stark vernetzt zusammenarbeitet. Dieses Netzwerk hat als gemeinnütziger Verein seit 2007 zahlreiche Aktivitäten und Projekte v.a. für und mit Frauen durchgeführt und eben den Internationalen Frauentreff aufgebaut, eine interkulturelle Begegnungsstätte für Frauen. Dort finden Nähcafes und Deutschkurse statt, es gibt Angebote zur Beratung bei Behördengängen, in allen sozialen Fragen und Familienkonflikten, aber es finden auch Veranstaltungen zu einer breiten Themenpalette wie bspw. zu Klimaschutz, Yoga, Schwimmen und Tanz statt.
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Netzwerk Kaltenmoor, Internationaler Frauentreff
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
AWO
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
VHS Region Lüneburg, Anne Franck Schule, IGS Gesamtschule Kaltenmoor
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Frauen aus dem Internationalen Frauentreff und andere Frauen aus dem Stadtteil
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Quartiersmanager von Kaltenmoor, Herr Nehring
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Fotograph, Tobias G. Sommer
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Lüneburger Landeszeitung, Radio ZUSA
Typ
Stadtteil
Galerie
bild1 frauentreff
bild2 frauentreff
bild3 frauentreff
bild4 frauentreff
Zustimmung Veröffentlichung
On