1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Karima Azouagh
| Funktion | Projektmanagerin |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Göttinger Quartiere - Mehr Miteinander, mehr Voneinander
Projektbeschreibung
Mit der Förderung in 2017 startete die Stadt Göttingen einen Quartiersentwicklungsprozess zur Aufwertung von 2 Wohnquartieren, indem die dort jeweils vorhandenen Einrichtungen der Jugendarbeit sich sozialräumlich öffneten & die Einbeziehung der Bewohner und weiterer Akteure initiiert wurde. Auf diese Weise begann eine päd-konzept. Weiterentwicklung der Einrichtungen, nämlich in die Richtung eines vielfält. Begegnungsortes für Gemeinwesenarbeit. Dieser Prozess braucht zur Verstetigung noch Zeit.
Es sind beides Einrichtungen der Jugendarbeit freier Träger (A: AWO mit dem "Kinder- u. Jugendhaus Lönsweg", B: Jugendhilfe e.V. mit dem „Jugendhaus Gartetalbahnhof“). Im Zuge des regelmäßigen Erfahrungsaustausches & des Informationstransfers beider Einrichtungen ist eine Kultur des "Miteinanders" & des "Von-einander-Lernens" in Gang gesetzt worden.
Vor dem Hintergrund, dass ein Gebiet als sozial belastet (B) gilt, wurden & werden diese Erfahrungen präventiv auf das Wohngebiet (A) übertragen, welches neustrukturiert werden soll. So sind z.B. Abgrenzungen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Gebiet B wahrnehmbar. Vorbehalte konnten über gemeinsame Stadtteilrundgänge & Begegnungsforen vermindert werden, nachbarschaftl. Aktionen konnten das Miteinander fördern. Dieses Wissen war für die Maßnahmenplanung im Gebiet A von Vorteil.
Weiterhin wurden Ansätze der aktivierenden & partizipativen Gemeinwesenarbeit in bestehende Strukturen der beiden Einrichtungen implementiert, sowie Kooperationen gestärkt. Im Vordergrund stand beginnendes Empowerment und die Nachbarschaftsförderung der Bewohner, die durch die Identifikation mit dem Begegnungsort gestärkt werden sollte.
Künftig soll eine stadtweite Vernetzung mit den (vier weiteren) Quartierszentren in Göttingen erfolgen. Die Chance des Wissenstransfers, die auf den Lernerfahrungen und -erfolgen beider Quartiere aufbaut, soll genutzt werden, um bspw. Ansätzen der Inklusion besser gerecht werden zu können.
Ziel ist ein langfristiger Lernprozess stadtweit, der die Nutzbarmachung von Synergien vergleichbarer Quartiere in Göttingen ermöglicht & Ressourcen schont. Als Folge wird eine gesamtstädt. Strategie zur Gemeinwesenarbeit bzw. Quartiersmanagement mit Antworten auf diverse Fragen angestrebt. Es handelt sich um ein Pilotprozess bei dem die städt. Sozialplanung als Akteur eine koord. Rolle einnimmt, Wissen zum Quartiersmanagement als Strategie schriftlich verankert und öffentlich macht, um den Nutzen zu erweitern.
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Quartier A "Ebertal" hat sich aus einer Barackensiedlung entwickelt, die in den 60ern in rd. 450 neue Sozialwhg. der Städt. Wohnungsbau gezogen sind. Der anstehende Prozess der Sanierung des Wohnungsbestandes & Neustrukturierung des Quartiers sieht eine Verdichtung um 150 weitere Wohnungen im hochpreisigeren Segment vor. Die bisherigen Mieter bewohnen in großen Teilen Wohnungen der unteren Einkommensgrenze (5,60 €/qm) & sollen im Gebiet wohnen bleiben können. Dennoch sind die Bewohner besorgt, dass der nachbarschaftliche Zusammenhalt dem neuen Zuwachs nicht standhalten kann und sie verdrängt werden. In dem 10 jährigen Planungsprozess kommt dem Kinder- u. Jugendhaus eine besondere Bedeutung zu. Die Quartiersmanagerin schaffte bisher Transparenz zu Planungen der Neustrukturierung und initiierte eine Plattform für nachbarschaftliche Begegnungen.
Das im Quartier B bestehende Jugendhaus Gartetalbahnhof befindet sich demgegenüber in einem mehr von sozialen Problemen, Anonymität u. Fluktuation gekennzeichnetem Quartier, was insbes. durch einen Hochhauskomplex mit 432 Appartements (750 Pers.) geprägt wird. Eine randständige Bevölkerung, u. a. aus Südosteuropa, stellt Bewohner u. Akteure hier vor besondere Herausforderungen. Auch der öffentliche Raum hat Defizite, die verkehrliche Lage (inkl. Lärm) am Bahnhof ist unattraktiv. Die Quartiersmanagerin konnte aufgrund ihres geograf. Hintergrundes mit den Bewohnern über Gefahrenpunkte im öffentl. Raum sprechen & so einen Zugang zu den versch. Bewohnergruppen aufbauen.
Überdies ergibt sich stadtweit eine neue Herausforderung durch die Integration der Flüchtlinge, die in allen Quartieren aktiv einzubinden sind.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
(A) Göttingen Ebertal
Beschreibung
Das durch 3-5 geschossige Zeilenbebauung gekennzeichnete Wohnquartier Ebertal befindet sich in der südlichen Oststadt von Göttingen und umfasst eine Fläche von rd. 10 ha. Das Gebiet wird im Westen begrenzt durch die Wörthstr., im Norden durch die Straße Am Steinsgraben, im Osten durch einen Teilabschnitt der Merkelstr. und der Görlitzer Straße, im Süden durch eine Fußgängerverbindung nördlich des Einfamilienhausgebietes Liegnitzer Weg.
Einwohnerzahl
1100
Quelle / Anmerkungen
https://ebertal.goettingen.de/index.php
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
11
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
12
Gesamtstadt in Prozent
17
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
22
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
6
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Zahl der Alleinerziehenden wurde aus den Haushaltszahlen abgeleitet, nicht aus den Bevölkerungsdaten, und auf 35 für Ebertal geschätzt, stadtweit auf 2.443.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
16
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
33
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
33
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
6
Gesamtstadt in Prozent
2
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
11
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Daten zur Arbeitslosigkeit beruhen auf Schätzungen, da die Einzugsbereiche der Datenquellen nicht deckungsgleich sind. Die Bevölkerungsdaten können demgegenüber baublockweise ermittelt werden.
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
1
Gesamtstadt in Prozent
1
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
siehe Anmerkungen zu arbeitslosen Menschen (gesamt). Die Prozentsätze wurden auf jeweils 1% geschätzt. Die Definition von Arbeitslosigkeit erfolgt nach den Rechtsgrundlagen des Sozialgesetzbuches (SGB III und II).
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
kartenausschnitt_ebertal.docx
(456.29 KB)
Gebiet-Name
(B) Göttingen Gartetal
Beschreibung
Das rd. 25 ha umfassende Gebiet Gartetalbahnhof bildet einen größeres Einzugsbereich des gleichlautenden Jugendzentrums. Das Gebiet grenzt westlich an die Bahnlinie mit der viel befahrenen Groner Landstr., eröffnet nordöstlich mit der Groner-Tor-Str. den Zugang zur Innenstadt, grenzt östlich an die Bürgerstr. (Ringstraße um die Innenstadt) und durchquert südlich mit der Wiesenstraße ein Wohngebiet, was in jüngster Zeit um attraktive Stadthäuser mit Eigentumswohnungen sowie Reihenhäuser baulich erweitert wurde. Anm.: Alle Daten wurden nach Baublöcken ermittelt und aus dem Einwohnermelderegister der Stadt Göttingen generiert, Stichtag 31.12.2016
Einwohnerzahl
2951
Quelle / Anmerkungen
www.goesis.goettingen.de
Stadttyp
Großstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
11
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
21
Gesamtstadt in Prozent
17
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
10
Gesamtstadt in Prozent
22
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
6
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
1
Gesamtstadt in Prozent
1
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
2
Gesamtstadt in Prozent
3
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Zahl der Alleinerziehenden erfolgte als Schätzwert und beträgt absolut 41, abgeleitet aus den Haushaltszahlen. Der Status wird im Einwohnermelderegister nicht erfasst.
Projektgebiet in Prozent
19
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
3
Gesamtstadt in Prozent
2
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
28
Gesamtstadt in Prozent
23
Sonstige in Prozent
0
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
kartenausschnitt_gartetalbahnhof_1.docx
(629.45 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die beiden bestehenden Jugendeinrichtungen haben bereits erste Schritte zur konzeptionellen Weiterentwicklung (hin zu einer Einrichtung der Gemeinwesenarbeit) vollzogen. Die Öffnung für alle Bewohner im Sozialraum wurde eingeleitet und erste Beteiligungsprozesse angestoßen. Wesensmerkmal ist dabei eine Bottom up-Strategie. Das „Umdenken“ hinsichtlich der konzeptionellen Veränderung der Einrichtung braucht noch Zeit, um von allen Bewohnern internalisiert zu werden.
Über aktivierende Angebote/Maßnahmen soll Empowerment und Selbstorganisation gefördert werden und eine Mitarbeit an Netzwerken für Bürger entstehen (Aufbau selbsttragender Strukturen in den Quartieren). Damit können die Bewohner als Experten Wertschätzung erfahren und zu Akteuren der Quartiersentwicklung werden. Über die Mitgestaltung im Sozialraum kann die Identifikation mit dem Quartier erhöht und der Zusammenhalt der Nachbarschaft gestärkt werden. Insoweit erfolgt in der Folge eine Weiterentwicklung von der Gemeinwesenarbeit zum Quartiersmanagement.
Der eingeleitete Quartiersentwicklungsprozess im Ebertal & Gartetal mit dem gemeinsamen Wissenstransfer bietet konkrete Chancen & Möglichkeiten für weitere Quartiere in Göttingen. Die Maßgabe, dass hier Ergebnisse von Bewohnermitwirkung und Beteiligungen in konkrete Planungen, Maßnahmen und Umsetzungen münden, ist auf Verstetigung ausgerichtet und erhöht die Motivation von Bürgerengagement in der Stadt Göttingen insgesamt.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
die Bewohner identifizieren sich in Gesprächen mit dem Quartierszentrum, 75 % der Bewohner/innen sind informiert & aktiv beteiligt (quantitative Messung u. qualitative Beurteilung), Bewohner fungieren als Multiplikatoren und bewerben das Zentrum
Kriterium
Beschreibung
Bewohner bringen sich als Unterstützer in Angeboten oder als Experten für eigene Angebote ein, ein Pool an Ehrenamtlichen ist aufgebaut, Ehrenamtliche sind untereinander vernetzt, Ehrenamtliche werden begleitet und qualifiziert
Kriterium
Beschreibung
Ressourcen werden einbezogen u. weiterentwickelt; Stärken-Schwächen-Analyse (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität), Reflektion und Auswertung im Rahmen der Stadtteilkonferenz
Kriterium
Beschreibung
Stadtteikonferenzen sind eingerichtet und befördert Kooperationen im Sozialraum, Quartiersmanager sind über Arbeitskreis (durch Stadt begleitet) vernetzt und kooperieren zusammen, Ehrenamtliche werden miteinander vernetzt
Kriterium
Beschreibung
niedrigschwelliige offene Angebote erreichen ein alters- und kulturübergreifendes Publikum, Austausch ohne Barrieren untereinander und Beziehungsaufbau, gemeinsame Vorhaben der Bewohner werden im Quartierszentrum unterstützt (u.a. durch Raumangebot)
Beschreibung
Ein Arbeitskreis der Göttinger Quartiersmanager und in Begleitung der Stadt Göttingen (Quartierskoordination) entwickelt eine gesamtkommunale Stragie für Gemeinwesenarbeit und Quartiersmanagement, Konzept wird in polit. Ausschüssen vorgestell und veröff.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Für Ebertal wurde ein Stadtteil-Workshop im Herbst 2017 durchgeführt, um Bestand & Bedarf im Quartier zu analysieren. Teilnehmer des Workshops waren u.a. Vertreter der Wohnungswirtschaft, Kitas, Grundschule & des Seniorenzentrums. Der nächste Workshop steht im Herbst 2018 an, um eine nachhaltige Struktur (z.B. Stadtteilkonferenz) einzurichten. Gleichzeitig soll in diesem Workshop der Konzeptentwurf für das künftige Nachbarschaftszentrum thematisiert werden.
Im Gartetal wurde ebenfalls Kontakt zu div. Kooperationspartnern (Seniorenresidenz, Kindergarten, Einzelhandel, Mach-mit-Wiese etc.) hergestellt und Überlegungen entwickelt, ein Vernetzungsformat zu generieren. Das Format soll in einer gemeinsamen Veranstaltung im Herbst/Winter 2018 konkretisiert und auch hier ein Konzeptentwurf zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe-Einrichtung vorgestellt werden.
Zudem haben beide Einrichtungen damit begonnen sich durch div. Angebote (Stadtrundgang, Frühstück, Filmabend, Stadtteil-Frühjahrsputzetc.) für andere Zielgruppen (wie Erwachsene, Senioren) zu öffnen, die bisher weniger adressiert wurden und die Bewohner miteinander ins Gespräch zu bringen. Aufrufe zur Partizipation sind erfolgt.
Eine AG ist eingerichtet, unter Teilnahme beider Quartiersmanager und der städt. Projektbegleitung zwecks Erfahrungsaustausch (z.B. Methoden) und Entwicklung gemeinsamer Strategien. Über Statusberichte und Vorstellungen in den Ausschüssen wird die Politik über den aktuellen Stand informiert.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Lohbergschule (A), Leinebergschule (B), Förderverein Leinebergschule (B), Kita Kreuz&Quer (A), Kita Lönsweg (A), Kita Gartenstr. (B)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
AWO (B), Kinderhaus e.V. Arillus gGmbH (B); möglichst weitere Träger wie DRK, Diakonie, Caritas (A&B)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Familientreff Iduna-Zentrum (B), Einrichtungen der Stadt Göttingen (z.B.Sozialamt, FB Jugend); versch. Dezernate und Fachbereiche der Stadtverwaltung, Polizei (A&B)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Mieterbüro SWB (A), Städtische Wohnungsbau GmbH (B), Betreuung und Wohnen (B), Volksheimstätte (A), Ifas Wohnen Struktur (B)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Seniorenzentrum Phönix (A), Seniorenzentrum CarpeDiem (B), Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen; Projekt Frühe Hilfen und Familienhebammen des Jugendamtes (A&B)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Mitglieder/innen des Sozial- und Jugendhilfeausschusses, Projektstatusbericht wird quartalsweise verfasst und allen Fraktionsvorsitzenden zugesandt
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Wiesenstraße Initiative (B), Elterngruppe ADHS (A), Elternvertretung Lohbergschule (A), Bürgerveranstaltungen (A), Stadtteilfest (A&B)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Göttinger Tageblatt; StadtRadio Göttingen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
SC Hainberg, Freie Altenarbeit Göttingen e. V. ; Kinderhaus e.V. (A&B), Göttinger Verein für Jugendfragen (A)
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Baptistenkirche (Gartetal)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
BUND (B), Göttinger Tafel (A), Förderverein (A), Bonveno (A)
Typ
Stadtteil
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On