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Alle Anwohner*innen

45b.Integratives Quartiersmanagement Hessisch Oldendorf

Ansprechpartner
Margareta Seibert
Funktion Fachbereichsleiterin
Vielfalt leben um stark zu sein
Projektbeschreibung
Kernstück des Projektantrages ist der Aufbau eines Quartiersmanagement mittels Einrichtung der Personalstelle eines Kümmerers. Das Aufgabengebiet des Kümmerers umfasst: 1. Beratung und Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung, Migrantenfamilien deren Integration noch nicht vollzogen ist, sowie finanziell prekär lebenden Familien die in den Brennpunktquartieren der Kernstadt leben. 2. Die Unterstützung und Öffnung der ehrenamtlich aufgebaut und geführten Projekte und Angebote wie z.B. Fahrradwerkstatt, Kleiderkammer, Sprachkurse, Kulturangebote, Bildungspaten, Nähkurse etc. für diesen erweiterten Personenkreis 3. Vorbereitung, Planung und Einrichtung des Stadthauses , um dort eine Begegnungskultur zu schaffen, die Vorbehalte abbaut und Kennenlernen der Einwohner mit neu Zugewanderten anbahnt und möglich macht. Dazu sollen Projekte initiiert werden die Wissen über kulturelle Hintergründe vermitteln: Erzählcafe, Filmveranstaltungen, Kulturveranstaltungen. Begründung:In Hessisch Oldendorf gab und gibt es keine sozialräumliche Gemeinwesenarbeit die durch Wohnungsbaugesellschaften oder Freie Träger ausgeübt wird. In der Hochphase der Zuwanderung durch Flüchtlinge konnten die Herausforderungen nur im Zusammenspiel mit ehrenamtlich aufgebauten Strukturen bewältigt werden. .Die enge Begleitung und Unterstützung verhinderte Problemlagen in ohnehin angespannten Brennpunktquartieren. Nach dem Rückzug vieler Ehrenamtler entsteht ein Vakuum an Unterstützungskompetenz das sich in vielfältiger Weise äußert: Nachbarschaftskonflikte, Innerfamiliäre Konflikte, Konflikte mit Vermietern, drohende Obdachlosigkeit durch fristlose Kündigungen, Ordnungswidrigkeiten, Bußgeldverfahren aufgrund unregelmäßiger Schulbesuche, Ausländerbehördliche Konflikte, Kündigungen von Energieversorgungsverträgen etc. zählen zu den Alltags-Problemlagen im Quartier. Frühe Unterstützung und Intervention verhindert präventiv das Ausbrechen von Konfliktlagen und Zuspitzung eines migrantenfeindlichen Klimas. Gleichzeitig soll die Öffnung der ehemals "Flüchtlingsangebote" für den erweiterten Personenkreis vollzogen werden um die aus "Sozialneid" entstehende fremdenfeindliche Vorurteile abzumildern. Nach wie vor fehlt es an Austausch und Kontakt zwischen den zugewanderten Menschen und den "Einheimischen" Dafür sollen im Stadthaus Raum und Angebote geschaffen werden, die bis zur Fertigstellung des Stadthauses in anderen städtischen Räumen stattfinden können.
Ausgangslage
Die Aufnahme von 380 Flüchtlingen seit 2015 und deren Integration in den ländlichen Raum und in die Bildungsangebote stellt eine große Aufgabe dar. Die vollzogene dezentrale Unterbringung auch in kleinere Ortsteile droht an fehlender Infrastruktur zu scheitern und führt zu einer Konzentration der zugewanderten Menschen in der Kernstadt Das Nahversorgungszentrum mit bereits ansässigen Migranten der ersten, zweiten und dritten Generation und deren gewachsene Community- Struktur wird von den Flüchtlingen als besseres Wohnumfeld wahrgenommen als Orte in denen Migranten nicht anzutreffen sind . Die Kitas und Grundschule in der Kernstadt weisen mittlerweile einen Migrantenanteil von 50-60 % aus. Deutsche Familien versuchen zunehmend per Ausnahmegenehmigung andere Schulstandorte zu erreichen ,präferieren Schulstandorte mit geringerem Migrantenanteil als "besseres Lernumfeld" für ihre Kinder. Neben den zugewanderten Gruppen entwickelt sich derzeit eine Ansiedlung eines großen Familienverbands von EU- Ausländern, die sich aus Hamburg wegen der günstigen Mieten und Immobilienpreisen im Weserbergland niederlassen. Die Stadt Hessisch Oldendorf konnte die starke Zuwanderung 2015 mit der Unterstützung zahlloser Ehrenamtler mit großer Kraftanstrengung ohne Not- Unterkünfte dezentral lösen und verschiedene ehrenamtliche Projekte starten. Der Stimmungsumschwang im Land und zugespitzte fremdenfeindliche Diskurse erfordern Zivilcourage, um öffentlich eine positive Haltung für Flüchtlinge und deren Integration einzunehmen. Viele Ehrenamtler reagieren mit Rückzug. Zur Unterstützung der ehrenamtlicher Arbeit wird deshalb der Aufbau einer professionellen Struktur erforderlich.
GWA/QM-Ansatz
Die Stadt Hessisch Oldendorf verfügt als Grundzentrum über keine ortsansässigen Freien Träger die GWA/Quartiersmanagement anbieten. Darum ist kommunales Engagement gefragt. Die ersten Herausforderungen der Zuwanderung sind in Form der Unterbringung gemeistert, aber die komplexen Herausforderungen der Integration liegen noch vor uns. Dafür müssen tragfähige Strukturen entwickelt werden, die den sozialen Sprengstoff in den Blick nehmen und Lösungsansätze entwickeln und umsetzen. Insbesondere die Kernstadt kämpft mit einer deutlichen Spannungslage in der Bevölkerung. Billiger Wohnraum steht kaum noch zur Verfügung und die Bildungseinrichtungen (Kita und Schule) weisen Migrantenanteile zwischen 50- 60 % auf. Verschiedene Kulturelle Identitäten leben ohne Berührungspunkte und Begenungsorten nebeneinander her. Es fehlt an gegenseitigen Einblicken in die Lebenswelten, Vorurteile werden zum Teil seit Jahrzehnten zementiert. Der Aufbau einer Anlaufstelle vor Ort soll Kümmerern eine Heimat geben um eine Vernetzungs,- Beratungs- und Vermittlungsstruktur aufzubauen. Gezielte Angebote sollen das nachbarschaftliche Zusammenleben fördern und die Integration der verschiedenen Bevölkerungsgruppen stärken. Im zukünftigen Bürgerhaus soll ein Raum für Begegnung geschaffen werden, um mittels Angebote die Kommunikation und gleichermaßen die Attraktivität des Wohnumfeldes zu steigern. Gegenseitige Wertschätzung soll durch Kennenlernen und gemeinsame Aktionen entstehen.