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Nachbarschaftszentrum Ahlhorn

Nachbarschaftszentrum Ahlhorn - Mitreden, Mitwirken, Mitgestalten

24 137 ap05a og grundriss neubau , 24 137 ap03a eg grundriss neubau , img 3507 , fotos kapitaen strasser strasse i klein 24.05.2021

Das Projekt

Ahlhorn: - größter Ortsteil der Gemeinde Großenkneten - Ca. 8500 Einwohner - Ausländeranteil bei 60-70% - Hohe Fluktuation - Leben in ehemaligen Kasernen / Geschosswohnungen - Seit 2023 im Förderprogramm „Gute Nachbarschaft“ Die Situation der osteuropäischen Bevölkerung mit schwieriger Integration und Teilhabe ist bekannt. Die Menschen aus Osteuropa haben wenig bis kein Vertrauen in die Arbeit behördlicher Organisationen. Somit ist die Hilfe in prekären Situationen (Familie, Wohnung, Arbeit) sehr schwierig und wird nicht angenommen. Trotzdem versucht die sehr engagierte und qualifizierte Gemeinwesen Mitarbeiterin im engen Zusammenspiel mit der QM / soziale Städtebauförderung unter dem Motto „Mitreden, Mitwirken, Mitgestalten“ weiterhin alles um Vertrauen zur Bevölkerung aufzubauen und zu festigen. Die Gemeinde unterstützt das Projekt nachhaltig durch höhere Eigeninitiative, Kauf und Sanierung eines Gebäudes für das neue Nachbarschaftszentrum, Fertigstellung 09/2026. Dies befindet sich direkt im Ortskern von Ahlhorn und fungiert nicht als Außenstelle einer Behörde, sondern als ein Begegnungsraum für alle Bürger*innen Ahlhorns. Durch die neuen Räumlichkeiten wird der wichtige positive Erstkontakt zur GWA deutlich erleichtert, die Möglichkeit zur bedarfsgerechten Beratung, Fragen und Vermittlung von Diensten und Angeboten sofort sichtbar. Es entsteht ein Nachbarschaftszentrum für Begegnungen vieler verschiedener Nationen einfach nur zum Kaffeetrinken und sich kennenlernen oder für Veranstaltungen, Seminare, Bildungsangebote etc. Im Nachbarschaftszentrum werden Beratungsangebote vom Gesundheitsamt, Kindersprechstunden, Donum vitae etc. angeboten. Durch einen gemeinsamen Eingang wird der Zugang für alle Bewohner*innen deutlich erleichtert. Auch die Zusammenarbeit mit der Erwachsenenbildung, Sportvereinen, sozialpädagogischen Fachkräften (Integration, Jugendpflege, Streetwork), Diakonie und allen interessierten Bürger*innen ist in diesem neuen Nachbarschaftszentrum gegeben. Durch das Bottom-Up-Prinzip sollen die realen Bedürfnisse und Vorstellungen der einheimischen und der zugezogenen Bevölkerung im Projektgebiet frühzeitig erkannt und möglichst umgesetzt werden. Nur so kann eine höhere Identifikation und damit einhergehend Verantwortlichkeit für den eigenen Wohnort erreicht werden. Die Verfestigung der Gemeinwesenarbeit ist von großer Bedeutung des Ortsteils und ergänzt das vorhandene Quartiersmanagement optimal

Ausgangslage

Als größter Ortsteil der Gemeinde Großenkneten weist Ahlhorn mit ca. 8500 Einwohnern mehr Strukturkomponenten einer Stadt als eines klassischen Dorfes auf u.a. soziale Segregation. Das größte Beschäftigungsfeld liegt im sekundären Sektor, in der lebensmittelverarbeitenden Industrie und in großen Logistikzentren in der Umgebung. Durch die Aufgabe des Bundeswehrstandortes Ahlhorn 2008 gab es einen Leerstand von Geschosswohnungen/Kasernen, die seitdem von Migranten genutzt werden. Enge/Überbelegung vieler Wohnungen führt dazu, dass sich soziales Leben in den öffentlichen Raum verlagert, was wiederum Ängste /Unsicherheit bei der Bevölkerung auslöst. Diese sieht die soziale Entwicklung ihres Dorfes mit großer Sorge, sie fühlen sich entfremdet, hilflos, unsicher und sind besorgt, dass der Wert ihrer Immobilie durch das schlechte Image von Ahlhorn weiter sinkt. Das bestehende Angebot, das Kultur- und Vereinsleben in der Gemeinde kann diese Entwicklung bisher nicht auffangen. Seitens der GWA ist vieles auf den Weg gebracht und auch schon eine gewisse Vertrauensbasis geschaffen worden, es bestehen weiterhin Angst/Unsicherheit auf Seiten der einheimischen / zugewanderten Bevölkerung. Der Ausländeranteil liegt im Projektgebiet bei ca. 60%, einzelne Straßen bei über 70%, es besteht eine hohe Fluktuation unter den Bewohner*innen, 22% der Bewohner*innen wohnen seit mehr als 10 Jahren am jetzigen Wohnort aber 39 – 50% der Bewohner*innen unter 2 Jahren. Und genau diese Umstände erschweren die GWA. Der Aufbau von Vertrauen und Miteinander gelebter Nachbarschaft ist schwierig da politische und kommunale Skepsis von Seiten der osteuropäischen Bevölkerung im Ort deutlich spürbar ist.

Ansatz und Methodik

Enge Zusammenarbeit mit QM, gemeinsames Büro, gegenseitige Unterstützung / Hilfe bei Projekten, Maßnahmen absprechen Das Ziel ist die Verbesserung der Lebensbedingungen unter Einbeziehung / Mitwirkung der Betroffenen, da diese am besten wissen und beurteilen können, an was es in ihrem Ort mangelt und wo die Probleme liegen. Im neuen Nachbarschaftszentrum, wo alle Angebote in verschiedenen Sprachen auf digitalen Stelen angezeigt werden, ist ein deutlich besseres Umfeld gegeben, um einen positiven Erstkontakt herzustellen. Durch ein sofort sichtbares Angebot an Tee / Kaffee wird ein leichter Zugang zu einem Gespräch geschaffen. Durch Angebote wie Sprachkurse, Hilfe beim Ausfüllen von Formularen etc. seitens der GWA ist ein viel direkterer Kontakt möglich und dadurch kann u.a. eine Vertrauensbasis langsam aufgebaut werden. Durch die politische Lage in einigen Heimatländern der Bewohner*innen ist es oftmals sehr schwierig, diese Menschen überhaupt zu erreichen und ihnen die Angst vor Behörden zu nehmen. Die GWA sucht nicht nur den Kontakt zu der zugezogenen Bevölkerung, sondern auch zu den alteingesessenen Bewohner*innen, damit auch deren Wünsche nach Ordnung und Sicherheit genügend beachtet werden. Die Vorgehensweise der GWA erfolgt in enger Absprache mit der Kommune/ direkter Draht zum Amtsleiter Der politische Ausschuss wird regelmäßig über den Stand der Maßnahmen informiert / Projektsteuerungsgruppen