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Nachbarschaftszentrum Ahlhorn

Nachbarschaftszentrum Ahlhorn- nicht nur nebenan, sondern auch mittendrin

fotos haendelstrasse klein 24.05.2021 , fotos kapitaen strasser strasse i 24.05.2021 , fotos schubertstrasse 24.05.2021 , fotos siedlungsstruktur klein 24.05.2021 , fotos haendelstrasse 24.05.2021

Das Projekt

Ahlhorn stellt mit etwa 8.200 Einwohner*innen den größten Ortsteil der Gemeinde Großenkneten dar. 2023 wurde Ahlhorn in die Förderung "Gute Nachbarschaft" aufgenommen. Seitdem konnte bereits ein gutes Netzwerk aufgebaut und die Angebote an die Bevölkerung zielgerichtet eingesetzt werden. Diese Arbeit soll mit dem neuen Nachbarschaftszentrum verstetigt und gefestigt werden. 2023 hat die Gemeinde ein renovierungsbedürftiges Gebäude erworben, welches ab Sommer 2025 Instand gesetzt und der GWA und QM ab Sommer 2026 zur Verfügung gestellt wird. Hier können Begegnungen der unterschiedlichen Nationen stattfinden sowie Veranstaltungen größer und einfacher gestaltet werden, ein Begegnungs - und Bildungsgebäude mit niedrigschwelliger Hilfestellung und Ideenaustausch. Die Bürger*innen können sich mit einbringen und werden so animiert, ihr Quartier selber durch das Bottom-Up-Prinzip mitzugestalten. Die Interessen und Bedarfe werden gezielter und schneller umsetzbar. Die Zusammenarbeit mit der ländlichen Erwachenenbildung, Sportvereinen, Ehrenamtlichen und den unterschiedlichen sozialpädagogischen Fachkräften (Integration, Jugendpflege, Streetwork), Diakonie sowie den Bürger*innen wird im neuen Nachbarschaftszentrum möglich gemacht.

Ausgangslage

Der Ortsteil Ahlhorn als dörflicher Raum weist viele städtische Strukturen und damit für eine ländliche Region eine sehr untypische Entwicklung auf. Hintergrund sind u. a. die Aufgabe des Militärstandortes mit damit verbundenem damaligen Leerstand von Wohnraum, lebensmittelverarbeitende Industrie, große Logistikzentren im näheren Umfeld, sowie die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit. Der Ausländeranteil im Projektgebiet liegt bei ca. 60%, einzelne Straßen bei über 70%. Es besteht eine hohe Fluktation, 22% der Bewohner*innen wohnen seit mehr als 10 Jahren am jetzigen Wohnstandort, im Gegensatz dazu aber 39% (einzelne Straßen 50%) weniger als 2 Jahre. Diese Umstände, verbunden mit dem negativen Image, erschweren den Aufbau von eigentlicher typischer Nachbarschaft und verstärken die Tendenz von Wegzügen. Enge und Überbelegung vieler Wohnungen führt dazu, dass sich soziales Leben auch in den öffentlichen Raum verlagert, was wiederum Ängste und Angsträume bei der einheimischen Bevölkerung bewirkt. Die alteingesessenen Bürger*innen sehen die sozialen Entwicklungen mit Sorge und fühlen sich entfremdet. Bestehende kommunale Angebote und das reiche Kultur- und Vereinsleben in der Gemeinde können diese Entwicklung bisher mit den aktuell vorhandenen Strukturen nicht aufhalten. Politische und kommunale Skepsis der osteuropäischen Bevölkerung im Ort ist deutlich spürbar. Ängste sind auf beiden Seiten durch Unwissenheit gegeben. Seitens der GWA wurde bisher vieles versucht, um diesen Umstand zu ändern. Mit Spaziergängen im Quartier, Plaudern auf dem Mehrgenerationenplatz und vielen unterschiedlichen Projekten im Zeppelin. Leider ist der Anteil der rumänischen Bevölkerung daran sehr gering.

Ansatz und Methodik

Durch viele Projekte, die schon gestartet sind: Kunstprojekte, Gartenprojekte, Fahrrad fahren lernen, Fahrradregeln, Handy hacken-Vortrag, Lesezirkel. Einige dieser Ideen stammen von den Bewohner*innen. Ukrainische Frauen, Ahlhorner*innen. Die Projekte wurden teilweise mit der Bildungseinrichtung der LEB und der Diakonie sowie der Ingetrationsbeauftragten durchgeführt. Ich suche die Menschen in ihren Wohnungen und im Quartier auf und komme mit ihnen ins Gespräch. Durch die politische Lage in einigen Heimatländern der Bewohner*innen ist es oftmals sehr schwierig, diese Menschen zu erreichen und ihnen die Angst vor Behörden zu nehmen. Als GWA versuche ich den Kontakt zu diesen Bewohner*innen herzustellen und die Hemmschwellen abzubauen. Es sind kleine Schritte nötig, um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen. Da im neuen Nachbarschaftsgebäude ein besseres äußeres Umfeld gegeben ist, wird sich die Situation durch Angebote wie Kaffee/Tee und einen leichten Zugang zum Gespräch verbessern. Durch Angebote wie Sprachkurse und Hilfe beim Ausfüllen von Formularen seitens der QM ist ein viel direkter Kontakt möglich.