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Arrival City - Ein Ankunftsquartier in Hannover

Ankunftsorte in der Innenstadt: Ausschlaggebender Faktor für die erfolgreiche Inklusion von Menschen internationaler Biographien in die Ankunftsgesellschaft

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Das Projekt

Der Quartiersbereich zwischen Steintor und Goetheplatz dient als Ankunftsquartier und Vernetzungsstelle für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, die als sogenannte Newcomer:innen nach Hannover kommen. Hier wird durch Netzwerke auf informeller Ebene ein Zugang zur Stadtgesellschaft geschaffen. Der Fokus für die besagte Personengruppe liegt auf: Arbeit finden, soziale Netzwerke aufbauen, ihren Kindern Schulbildung und eine Zukunft ermöglichen. Doch ist die Stadt auf diese Bedürfnisse ausreichend vorbereitet? Scheitert ein solches Quartier an Informalität und fehlenden Strukturen, wird sie zum sozialen Brennpunkt, zum Ort von Kriminalität, des Drogenmissbrauchs und des Konflikts. Blüht das Konzept auf, wird ein solches "Arrival Quartier" zur Geburtsstätte der neuen transkulturellen Mittelschicht, der stabilen Wirtschaft und des sozialen Friedens und Austauschs der diversen Bevölkerung einer Stadt. Um diesen positiven Aspekt voranzutreiben und die öffentliche Wahrnehmung des Quartiers und somit die Lebensbedingungen der Anwohner:innen zu verbessern, wird ein neues Quartierszentrum im Franz-Mock-Weg auf dem ehemaligen Gelände der Abfallwirtschaftsbetriebe gegründet. Das “StadtWerk” ist ein innovatives Pilotprojekt, in dem neue Formen des Zusammenlebens und -arbeitens erprobt werden. Im Rahmen einer Zwischenraumnutzung ziehen 7 Akteur:innen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Holz- und Textilhandwerk sowie soziale Arbeit für 1,5 Jahre in den Franz-Mock-Weg. Mitten in Hannover entsteht damit eine Werkstatt für Stadtkultur. Im Stadtwerk kommen urbane Gestaltung, nachhaltige Produktion, inklusive Bürger* innen-Beteiligung, Kunst und Kultur zusammen und machen den Bereich zum neuen Inklusions-Quartier. Es öffnet im Sommer 2021 für die Öffentlichkeit mit dem Potential die durch den Stadtrat beschlossene Innenstadtentwicklung Hannovers maßgeblich mitzugestalten. Der Fokus liegt explizit auf einer durchgängigen Beteiligung der Anwohner:innen und lokaler Akteur:innen (lokale Gastronomie, Einzelhandel, Vereine...). Den Bedürfnissen des Stadtteils entsprechend wird hier ein Ort der Ankunft und der Unterstützung vor Allem für Menschen mit Flucht- und/oder Migrationsgeschichte geschaffen. Zudem gilt es schrittweise einen Neustart von Wirtschaft und Kultur im von der Pandemie besonders betroffenen Innenstadtbereich voranzutreiben. Beteiligte Initiativen: https://unter-einem-dach.org/pages/home https://snntg.de

Ausgangslage

Der Stadtbezirk Mitte mit ihrer Funktion als Einkaufsziel, Kultur und Vergnügungsort ist bereits heute ein lebendiger Wohn- und Lebensort für mehr als 36.000 Einwohner:innen, den es deutlich zu stärken gilt. Vor allem der Bereich zwischen dem Steintor und Goetheplatz zieht hierbei unterschiedliche Menschen an – solche, die hier in ihrer Freizeit „etwas erleben wollen“, Menschen ohne Obdach, Sexarbeiter:innen und weitere Gruppen. Der urbane Raum ist von einer extrem hohen Fluktuation geprägt, wobei nur wenige der Passant:innen auch Anwohner:innen sind. Es fehlt an Aufenthalts-Orten, die sich speziell an den Bedürfnissen der Besucher:innen und Bewohner:innen unterschiedlicher Herkunft orientieren. Die zentrale Lage und Zugänglichkeit der Freiflächen und Abgeschiedenheit der Seitenstraßen bietet sich an als optimaler Ort für Veranstaltungen, für den Einzelhandel, aber auch für unerwünschte Nutzungen wie z. B. Drogenhandel und -missbrauch. Diese sehr unterschiedlichen Nutzungen und Funktionen führen zum Teil zu Konflikten zwischen den verschiedenen Gruppen und ihren Ansprüchen und Bedürfnissen. Die soziale Funktion des Quartiers insbesondere für Menschen diverser Herkünfte bedarf einer intensiven Betrachtung und kluger Lösungsansätze um Konflikte und eine Abwärtsspirale zu vermeiden. Bisherige Ansätze haben sich insbesondere auf die Umgestaltung öffentlicher Plätze bezogen (siehe Wettbewerb Steintorplatz). Wir sehen jedoch einen akuten Bedarf an Beratungs-, Kultur und Bildungsangeboten sowie gemeinsamer Workshops zur Stärkung einer gemeinsamen Quartiers-Identität.

Ansatz und Methodik

Als ein emanzipatorisches und gesellschaftskritisches Projekt zeigen wir die diversen und oftmals marginalisierten Perspektiven eines Arrival-Quartiers auf. Wir fördern die Selbstwirksamkeit, Kooperation und Eigeninitiative von Menschen mit unterschiedlichen persönlichen Problemlagen im Kontext eines gemeinsamen Sozialraums. Unser Ausgangspunkt ist die Unzufriedenheit mit herkömmlichen Methoden der Sozialarbeit, die sich auf die Herstellung und Erhaltung der Arbeitskraft, sowie die Erhaltung einer minimalen Lebensfähigkeit von Arbeitsunfähigen bezieht. Wir zeigen die Vereinbarkeit von Lohnarbeit, gesellschaftlicher Teilhabe und zivilem Engagement auf. Darüber hinaus streben wir eine unabhängige Ermächtigung der Klient:innen an. Hierfür nutzen wir gezielt Methoden außerhalb der klassischen Sozialarbeit bsp. "Urban Gardening".