Ort für Begegnungen schaffen - Beteiligung fördern - Gemeinwesen stärken - Lebensqualität verbessern
Das Projekt
Im Bereich der Stadt Wildeshausen, in dem ein sozialer Brennpunkt rund um einige Mehrfamilienhäuser in der Hermann-Ehlers-Straße und den umliegenden Straßen(zügen) zu finden ist, befinden sich sowohl weitere Mehrfamilienhäuser, Zweifamilien- und ansonsten Einfamilienhäusern, sowohl in Reihenbebauung als auch freistehend. Die Bevölkerung dieses Wohnquartiers erscheint heterogen.
Durch Befragung der AnwohnerInnen des Viertels durch eine (sozial)pädagogische Kraft (GemeinwesenarbeiterIn) sollen gemeinsam die Wünsche, Ideen und Anregungen der hier lebenden Menschen erfragt und sichtbar gemacht werden. Zur Befragung fremdsprachiger AnwohnerInnen werden ggf. Ehrenamtliche zur Sprachmittlung hinzugezogen. Über die Befragung wird die Aktivierung der BewohnerInnen angestrebt. Der städtische Treffpunkt Mittendrin in der Hermann-Ehlers-Straße bietet Räume zur Begegnung und zum Austausch, in denen die Bewohner zusammen- und miteinander ins Gespräch kommen. Über die Ansprache der BewohnerInnen in der aufsuchenden Arbeit sollen die Menschen von den Angeboten des Treffpunkt Mittendrin erfahren. Über einen einmal wöchentlich stattfindenden offenen Begegnungstreff sollen sie die (räumlichen) Möglichkeiten, die ihnen hier geboten werden, entdecken. Begleitet wird dieser durch das Projektpersonal und die MitarbeiterInnen des Treffpunkt Mittendrin. Neben dem allgemeinen "miteinander-ins-Gespräch-kommen" (und dabei gemeinsame Einstellungen, Ansichen und Wünsche entdecken zu können), sollen moderierte Gespräche und ggf. Themenveranstalungen den Austausch fördern. So soll ein Prozess angstoßen werden, im Laufe dessen die hier lebenden Menschen eine Identität als Nachbarschaft entdecken und entwickeln, gemeinsam ihre Ziele erarbeiten und Änderungen in ihrem Lebensumfeld angehen können. So können die Bewohner miteinander Projektvorhaben für ihr Viertel entwickeln und ausarbeiten. Sie bekommen Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung (Konzepte und Finanzpläne erstellen, Finanzmittel akquirieren, Vernetzung und Kooperationen, Realisierung der geplanten Projekte, Öffentlichkeitsarbeit) von realistischen Projektvorhaben, die sich ganz konkret auf ihr Wohnumfeld, ihre Lebens- und Wohnqualität und letzendlich ihr Standing in der Gesellschaft auswirken (können).
Ausgangslage
Wildeshausen ist die Kreisstadt des Landkreises Oldenburg. Aktuell leben in Wildeshausen rund 21.800 Einwohner und Einwohnerinnen (lt. eig. Statistik; 3/2021). Davon haben 3.764 Personen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Dies entspricht einem (gegenüber dem deutschlandweiten und niedersächsischen Anteil überdurchschnittlich hohen) Ausländeranteil in der Gesamtbevölkerung von 17,26 %. Nicht berücksichtigt sind in dieser Zahl Menschen mit Migrationshintergrund mit deutscher Staatsbürgerschaft.
Die mit Abstand größte Herkunftsgruppe der zugewanderten Menschen in Wildeshausen stellen bulgarische ZuwandererInnen dar, gefolgt von Menschen anderer EU-Länder und geflüchteten Menschen verschiedener Herkunftsländer.
Die im Landkreis Oldenburg zu findende Konzentration von fleischverarbeitender Industrie und Landwirtschaft führt zu der festzustellenden großen Zuwanderung von im Niedriglohnsektor Beschäftigten. Die Brisanz des Existenzminimums, an dem sich viele der zugewanderten Familien und Personen befinden, erhöht sich durch den Mangel an (geeignetem) Wohnraum. Diesen finden viele der Zugewanderten im "sozialen Brennpunkt" im Bereich der Hermann-Ehlers-Straße. Hier stehen in wenig ansprechender Umgebung mehrgeschossige Wohnblockbauten mit erheblichem Sanierungsbedarf. Da die hier unterkommenden Menschen oftmals nur für kürzere Zeit in Deutschland bleiben, oder aber eine andere Wohnung finden, ist die Fluktuation der AnwohnerInnen hoch. Daher ist die Identifikation mit dem Wohnviertel teilw. sehr gering. Innerhalb dieser Nachbarschaft und zu anderen Menschen im Viertel besteht kaum oder kein Kontakt. Vandalismus und Vernachlässigungstendenzen sind deutlich sichtbar.
Ansatz und Methodik
In dem Projekt soll es um die Wohn- und Lebenssituation der Menschen im Wohnviertel gehen und um die Veränderungen dieser nach ihren eigenen Vorstellungen. Die professionelle soziale Arbeit bezieht sich auf den "sozialen Raum". Das zur Seite stehende Fachpersonal sieht sich als "Unterstützer". Durch Aktivierung und Empowerment soll die Befähigung der AnwohnerInnen zur Veränderung ihrer Lebenswelt stattfinden. Hier liegt der Fokus auf den Bedürfnissen und Wünschen, sowie auf den Fähigkeiten und Ressourcen der AnwohnerInnen.
Strukturelle Ursachen von Problemlagen sollen bearbeitbar gemacht werden.
Konkrete Zwischenziele sind:
- Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders und des Gemeinwohls
- Schaffung einer gemeinsamen Identität als Nachbarschaft
- Identifikation mit dem Wohnumfeld
- Netzwerk für eine stabile Nachbarschaft und ihre Belange
- Interessenvertretung/gesellschaftliche Teilhabe
- Förderung des bürgerschaftlichen Engagements