Wir Jetzt Zusammen! - Qualität stärken im Quartier für Senioren, Geflüchtete, Zuwanderer und alle Familien
Das Projekt
Wiefelstede ist eine ländlich geprägte Flächengemeinde (ca. 106 qkm ) mit zwei Kernortzentren, die 10 km voneinander entfernt sind.
In beiden Quartieren ist der demografischer Wandel deutlich wahrzunehmen, auf die die steigende Alterung der Bevölkerung ist die soziale Gemeinschaft und die Infrastruktur nicht ausreichend vorbereitet. Seniorengerechte Wohnungen und bezahlbare (Miet)-Wohnungen sind nicht in ausreichender Anzahl vorhanden. Die Abwanderung junger erwachsener Menschen in andere Kommunen und vor allem in die benachbarte Großstadt Oldenburg ist deutlich wahrnehmbar.
Beide Kernortzentren sind geprägt durch Einfamilienhäuser und Doppelhäuser im Eigentum der Bewohner. Werden diese durch Wegzug oder Sterbefälle der Bewohner frei, so werden sie hochpreisig an Höchstbietende, die zunehmend aus dem benachbarten Oldenburg kommen, verkauft oder vermietet. Insofern gibt es besonders im südlichen Gemeindequartier, welches direkt an die Großstadtgrenze grenzt, eine starke Durchmischung der bisherigen Bevölkerung durch Zuzug von Auswärtigen. Die bisherige Kultur der ländlichen Dorfgemeinschaft und des solidarischen Miteinanders werden immer weniger lebendig gelebt, für viele ist der eigentliche Wohnort nur die Schlafstadt.
Die Integration von sozial schwächeren Personen und Familien ist durch die vorhandene Wohnraumstruktur schwierig. Mietwohnungen stehen nicht ausreichend zur Verfügung. Einzelne Vermieter nutzen die Situation, heruntergekommene Wohnungen überteuert zu vermieten.
Die Integration der Flüchtlinge und zugewanderter Familien, vor allem derer seit 2015, gestaltet sich aus der aktuellen Situation ebenfalls problematisch. Somit ist die Bildung von Parallel-Gesellschaften zu befürchten und die "Ersatzwelt Drogen" wird zunehmend zum Problem.
Es gibt Ansätze und Verantwortliche, die einzelne Problembereiche separiert bearbeiten. Aber die soziale Arbeit geschieht nicht übergreifend, ganzheitlich und als Konzept der GWA.
Für effektive Ziellösungen ist es unabdingbar, dass die soziale Arbeit für die Quartiere gebündelt, strukturiert und zielgerichtet koordiniert wird und diese Gemeinwesenarbeit nachhaltig verortet wird.
Die sozialen, demografischen und integrativen Herausforderungen sollen innerhalb des Projektes in den Focus der sozialen Aufgaben in der ländlich geprägten Kommune gestellt werden.
Um Nachhaltigkeit und Veränderungen zu bewirken, werden Möglichkeiten der Sensibilisierung der Politik in den Gremien der Gemeinde genutzt.
Ausgangslage
Neben etablierter Jugendarbeit in beiden Quartieren existieren einzelne kommunale Handlungsfelder der sozialen Arbeit sowie anderer Institutionen, die zielgerichteter und effektiver wirken könnten, wenn sie eine ganzheitliche Strategie der Gemeinwesenarbeit bewusst verfolgen würden.
Grundsätzlich ist viel ehrenamtliche Hilfsbereitschaft abrufbar - Beispiele aus Vergangenheit: Maskennähen, Flüchtlingshilfe
Im Fokus des Projektes stehen folgende Problemsituationen:
-Demografische Herausforderungen:
Alterung der Bevölkerung, nicht ausreichende barrierefreie Wohnmöglichkeiten für Senioren mit/ohne Betreuung, Einsatz ambulanter Pflegedienste, zu wenig Nachbarschaftsdienste und Dienstleistungen für Senioren.
-Integration von Zugewanderten und Geflüchteten:
Parallelgesellschaften, Effektivität aber Überforderung (ehrenamtliche) Flüchtlingshelfer/-paten), Flucht in den Drogenkonsum, zu wenig Integration in das Vereins- und Gemeinwesen, zu wenig Mietwohnraum.
-soziale Integration von Menschen und Familien an der Armutsgrenze/mit Transferbezug:
zu wenig Mietwohnraum, wenig gesellschaftliche Teilhabe
Um hinsichtlich einer GWA, die die Ganzheitlichkeit der Strukturen in den Quartieren und der Problemlagen der Bewohner aufgreift und bearbeitet, eine größere Effektivität zu erlangen bzw. Probleme greifbar zu lösen, bedarf es einer besseren Koordinierung der vorhandenen Maßnahmen und der partizipativen Entwicklung neuer Lösungsansätze. In dem ländlich geprägtem Raum ist die Kooperation mit den für das soziale Leben wesentlichen Vereinen aufzunehmen und zu verstärken.
Beteiligen sind zudem:
Familienservicebüro
Flüchtlingshelfer
Mehrgenerationenhaus
Ansatz und Methodik
Alle Probleme und Besonderheiten, die die soziale Lebensqualität der Bewohner im Quartier mindern, sollen ganzheitlich in ihrer Ursache gesehen und angegangen werden. Für dieses Ziel sollen vorhandene kommunale professionelle Ressourcen wie Familienservicebüro (besetzt mit 20 WoSt.), Flüchtlingshelfer (39 WoSt.) u. Mehrgenerationenhaus (hauptamtlich 49,5 WoSt.) effektiver genutzt und als "Kümmererstationen" eingesetzt werden. Gleichzeitig soll die Werbung für das Ehrenamt im sozialen Bereich forciert werden.
Daneben wurden in der Politik weitere wesentliche Akzente gesetzt. Es gibt ein Seniorenpolitisches Konzept sowie ein Bekenntnis zum Mehrgenerationenhaus und dessen Arbeit. Alle genannten Voraussetzungen sollen für GWA effektiver genutzt werden.
In einem Projektteam von 3 in der Kommune erfahrenen Mitarbeitern, welche mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Aktionsbereichen agieren können, sollen ergebnisorientiert die Problemlagen analysiert, dargestellt und partizipativ mit Akteuren, Bewohnern und kommunalen Gremien angegangen werden.
MA 1/Projektleitung - Fachbereichsleitung Arbeit, Familie u. Soziales: Struktur und Koordination der GWA mit den vorhandenen kommunalen Ressourcen, Arbeit in politischen Gremien, Wohnraumentwicklung in den Quartieren.
MA 2/Päd. Leitung: Mitarbeiter im Mehrgenerationenhaus, Vernetzung mit Vereinen u. Akteuren, Integration, Veranstaltungen
MA 3/Projektmitarbeiter: Seniorenwohnprojekte, Freiwilligendienste, Nachbarschaftshilfe,