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perfect osternburg

Gestaltung eines Quartiers durch die jugendlichen Bewohner mit Hilfe digitaler Medien und Produktionsmittel

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Das Projekt

Mit dem Impuls:“ Was ist Dein `perfect oldenburg´ ? entwickeln junge Bewohner des Stadtteils ihre Ansichten, Prototypen und Modelle einer lebenswerten und nachhaltigen Stadtteilgestalt. Unterstützt von Medienfachleuten, Künstler*innen nutzen sie digitale Medien und Produktionsmittel, um diese Vorstellungen greifbar und umsetzbar zu machen. Mit Hilfe des „Stadtteilutopisten“ präsentieren sie ihre Visionen in der Öffentlichkeit des Stadtteils und der gesamten Stadt. Dabei werden die künstlerischen Impulse der jährlich wechselnden Stadtutopisten mit den konkreten Gestaltungsideen der jungen Menschen verbunden, in dem z.B. ein bebilderter Stadtteilführer einer Künstlerin die Visionen und Prototypen aus den Werkstätten als real erwanderbare Stadtteilumgebung präsentiert.Ein Netzwerk von Schulen und Sozialeinrichtungen, der „Rote Faden“, sowie die Kooperation mit Zusammenschlüssen und Fachverbänden aus dem Naturschutz, der Medientechnik, eine Bank und ein Sportverein unterstützt die jungen Menschen und die Initiatoren bei der Antragstellung und Realisierung der entwickelten Projekte und schafft eine organisatorische Basis durch eine temporäre/kontinuierliche Stadtteilwerkstatt. Mit dieser Projektstruktur entfalten die jungen Stadtteilbewohner eine große Gestaltungsmacht und Selbstwirksamkeit. Daraus entstehen wichtige Impulse gegen Bildungsmüdigkeit, Ohnmacht gegenüber scheinbar anonymen aber allbestimmenden Verwaltungsstrukturen und sozialer Ausgrenzung. Nach den vorgelaufenen Pilotprojekten, bei denen der Einsatz von digitalen Medien und Produktionsmittel (in einer Sandkastensituation) in der Schule erfolgreich erprobt wurde, wollen wir gemeinsam mit den Kooperanden den nächsten Schritt machen - die am Schirm und im 3D-Modell erstellten Entwürfe tatsächlich im Stadtteil realisieren.

Ausgangslage

# Osternburg ist ein Stadtteil der niedersächsischen Großstadt Oldenburg und hat etwa 12.000 Einwohner. Der Stadtteil zeigt ein Spannungsfeld zwischen einsetzender Gentrifizierung, Menschen in unterschiedlichen sozialen Notlagen, Geflüchteten und weist einen hohen hoher Migrationsanteil auf. Bildungsmüdigkeit, Perspektivlosigkeit, Erfahrungen des Scheiterns und der sozialen Ohnmacht, Respektlosigkeit zwischen den Geschlechtern und im Verhalten in Sozial- und Bildungseinrichtungen prägen das soziale Klima. # Die Werkstätten schaffen Impuls und Raum für die aktive Gestaltung des unmittelbaren Lebensumfeldes. Die Erfahrung mit solchen Projekten zeigen, dass eigenes aktives Einmischen in die ästhetische und soziale Gestaltung des eigenen Lebensraums (Klassenraum, Schule, Quartier) nicht im Erfahrungs- und Verhaltensschatz verankert ist. Gleichwohl wird die Chance, wenn sie sich jungen Menschen real bietet, sofort ergriffen. Das ist besonders wichtig, weil eine Schule ein riesiger Produktions- und Veränderungsfaktor in einem Stadtteil/einer Stadt ist/sein kann. # Trotz alltäglicher Beschäftigung mit digital gestützter Kommunikation und extensiver Nutzung von externen Speicherplattformen ist eine Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien und komplexer Software in der Regel nicht vorhanden. Mehr als 80% der Schüler*innen der Oberschule Osternburg waren nicht in der Lage sich per digitalem Fragebogen an der Berufsschule anzumelden. In den Pilotprojekten konnten sich die Schüler*innen erfolgreich einen Pfad durch das Softwaredickicht von 3D-Druckern und Lasercuttern bahnen.

Ansatz und Methodik

Das Projekt schafft für junge Osternburger eine neue Sichtweise auf den eigenen Stadtteil und auch auf die eigenen Kompetenzen zur Änderung der Stadtteilgestalt nach den eigenen Bedürfnissen und Perspektiven. Damit entsteht idealerweise eine Identifikation mit dem Stadtteil und der unmittelbaren Lebensumwelt sowie eine Erfahrung von Selbstwirksamkeit.