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Miteinander für Bredenbeck

Nach dem erfolgreichen Aufbau des DGH soll das Miteinander in Bredenbeck und die Dorfgemeinschaft wieder gestärkt und erweitert werden.

dgh 1 , dgh 2 , dgh 3 , foto stahltraegerneu

Das Projekt

Der 3053 Einwohner starke Ort Bredenbeck ist Teil der Gemeinde Wennigsen. In den letzten 7 Jahren hat im Ort ein downgrading-Prozess eingesetzt, unter dem die Infrastruktur und die Nahversorgung des Ortes sehr gelitten hat. Es gab keinen Platz mehr, an dem man sich treffen konnte. Das gesamte Dorfleben, die Gemeinschaft und Identifikation mit Bredenbeck fiel auseinander. Zwölf Einwohner trafen sich 2013 und begannen ein Projekt, das zunächst viele für unmöglich hielten. Sie gründeten einen Verein und hatten die Vision, für Bredenbeck wieder einen Ortsmittelpunkt zu schaffen. Eine alte Scheune, die mitten im Ort liegt, konnte gekauft werden. Es folgten viele Verhandlungen, doch das Team aus Ehrenamtlichen hat es geschafft. In den letzten 2 Jahren ist etwas sehr Besonderes entstanden. Ein Dorfgemeinschaftshaus wurde gebaut! In jeder freien Minute wurde eingerissen, gemauert, gesägt und gestrichen. 9500 Std ehrenamtliche Arbeit! Um die Dorfgemeinschaft mit ins Boot zu holen, wurden bei allen Versammlungen der Vereine, in Kindergarten und Schule Bedarfe ermittelt. So ist es gelungen, den Bau des DGH zu einem Gemein-schaftsprojekt von ganz Bredenbeck zu machen. Alle 12 Vereine sind dem Dorfgemeinschaftsverein beigetreten und in einem Vereinsbeirat organisiert. Nun stehen wir vor der Aufgabe, weiteren Bevölkerungsgruppen aus Bredenbeck die Möglichkeiten unseres Hauses aufzuzeigen und sie ihre eigenen Wünsche und Interessen umsetzen zu lassen. Wie schaffen wir es, dass das ganze Haus nicht als leere Hülle steht, sondern sich mit verschiedensten Initiativen füllt? Wir haben die Vision, dass wir durch die persönliche Einladung jedes Einzelnen viele Menschen zu einer Auftaktveranstaltung motivieren können, durch Spaziergänge im Ort, Aushänge und Flyer viele Bredenbecker neugierig machen. Durch persönliches Vorstellen in den VHS Kursen werden diese Teilnehmer gewonnen. Der demografische Wandel u. die Coronamaßnahmen machen es nötig, dass wir ein besonderes Augenmerk auf die ältere Generation haben. Diese Gruppe möchten wir durch aufsuchende Arbeit persönlich ansprechen. Die VHS als Träger einer zukünftigen Stelle, die Gemeinde Wennigsen, die Ortsbürgermeisterin und natürlich die Mitglieder des DGV arbeiten hierfür eng zusammen. All das soll auch in den Ort ausstrahlen und eine größere Solidarität im Ort aufbauen. An diesem Ziel arbeiten wir seit nun 7 Jahren. Das soll nicht umsonst gewesen sein, dafür brauchen wir die Unterstützung durch Quartiersmanagement.

Ausgangslage

In den letzten 7 Jahren hat in Bredenbeck ein downgrading-Prozess eingesetzt, unter dem die Infrastruktur und die Nahversorgung des Ortes sehr gelitten hat. So schlossen neben den 3 Gaststätten auch das Reisebüro und einer von zwei Supermärkten. Es waren keine Treff- und Versammlungsräume in entsprechender Größe u. Ausstattung mehr vorhanden. Auch die Angebote des geselligen Zusammenseins wie der Frauen- und der Männerchor, die Treffen des DRK und die Kurse der VHS sind nicht mehr vorhanden. Theaterbühne und Kegelbahn wurden abgerissen. Auch für alle Menschen, die neu nach Bredenbeck kommen, gibt es somit kaum Möglichkeiten Kontakte zu knüpfen. Besonders den Menschen mit Migrationshintergrund (153 in Bredenbeck) kann keine Willkommenskultur entgegengebracht werden. Im Alltag ist zu beobachten, dass durch diese Entwicklungen das Gemeinschaftsgefühl im Ort sehr nachgelassen hat. So musste ein Bücherschrank wegen Vandalismus abgebaut werden u. die Vemüllung des Ortes ist an vielen Stellen zu beobachten. Das zweite große Problem in Bredenbeck ist die Überalterung. 32,6 % der Einwohner sind über 60 Jahre alt. Die zweitgrößte Gruppe ist zwischen 50 und 60 Jahre alt, so dass die Überalterung in der Ortschaft auch zukünftig weiter stark ansteigt. Hier müssen dringend Netzwerke aufgebaut werden, um die Versorgung der älteren Einwohner zu sichern. Alle sollen solange wie möglich Zuhause leben. Es fehlt: Einkaufsservice, Hilfe bei Formularen u. Reparaturen, Sport, Geselligkeit. Ein weiteres Problem, das durch Corona entstanden ist, ist die Finanzierung des DGH. Für diese Probleme brauchen wir professionelle Hilfe, um das "Miteinander für Bredenbeck" umzusetzen.

Ansatz und Methodik

Mit dem DGH bieten wir einen Raum, in dem sich Menschen begegnen können. Durch Beratungsangebote der Gemeinde, VHS Kurse und ein Restaurant gibt es die Möglichkeit, niederschwellig diesen Raum kennenzulernen. Durch persönliche Anschreiben in jedem Briefkasten wird zur Auftaktveranstaltung eingeladen. Dort werden die Wünsche und Ideen der Einwohner gesammelt und vernetzt, Selbstorganisation wird aufgebaut. Alle Generationen können sich wiederfinden in speziellen VHS Kursen, Sport- und Kulturangeboten, was zu einem kollektiven Empowerment führt. Idealerweise entwickelt sich ein Modell, bei dem das Angebot der VHS von den Teilnehmern selbst bestimmt und eigenständig weiter geführt wird. Die VHS kann dabei wesentlich zur Vernetzung und Kooperation beitragen. Durch die persönliche Ansprache bei Gartenspaziergängen im Ort wird eine neue Gruppe von Menschen gewonnen. In Kooperation mit Fachleuten kann diese Gruppe ein Gemeinschaftsprojekt, den Dorfgemeinschaftsgarten, entwickeln. Durch Gespräche, Newsletter, Aushänge und Flyer werden Bewohner zu einem Stammtisch eingeladen. Durch dieses Begegnungs- und Austauschangebot wird das nachbarschaftliche Miteinander gestärkt. Die Ressourcen jedes/jeder einzelnen werden genutzt, vom Gurken einwecken zum Handy einrichten. Die Qualität der sozialen Beziehungen wird intensiviert. Besonders ältere Mitbewohner, in Bredenbeck 32,6 %, werden dadurch unterstützt, ihre eigenen Bedürfnisse zu äußern und ihre besonderen Fähigkeiten einzubringen.