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Räume und Chancen des Emsviertels

Aus der Vielfalt schöpfen - neue Räume entwickeln - Nachhaltigkeit erreichen

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Das Projekt

"Im Emsviertel ist durch unsere Projektarbeit viel in Bewegung gekommen!" freut sich Jasmin Kruškić. "Mit diesem Schwung wollen wir jetzt gemeinsam die Räume im Quartier aufwerten." Violetta Lenz erläutert: "Stadt und Wohnungsunternehmen (WU) wollen ein Freiraumkonzept für das Emsviertel erstellen. Außerdem will ein Wohnungsunternehmen eine EG-Wohnung für Gemeinwesenarbeit (GWA) bereitstellen. Bewohner/innen sollen Beides mit planen." Das sind direkte Ergebnisse des Projektes 'Quartiersforum Emsviertel'. Für die Umsetzung der dort erarbeiteten Quartiersziele ist ein mehrjähriger gemeinsamer Arbeitsprozess von Bewohner/innen und Akteuren erforderlich, der mit diesem GWA-Projekt ausgestaltet wird. Inhaltlich wird es dabei v.a. um die Einrichtung und Nutzung der GWA-Wohnung, das Freiraumkonzept, die Gestaltung von Quartierseingängen/Quartiersanbindungen sowie Überlegungen zur Ergänzung eines Gebäudes im Bereich der Sportanlage Swinestraße gehen. Frau Lenz und Herr Kruškić organisieren den GWA-Prozess schrittweise: Im 1. Schritt werden sie für Bewohner/innen und professionelle Planer/innen niedrigschwellige Gelegenheiten zum Kennenlernen und zur Entwicklung erster Planungsideen schaffen (z.B. durch gemeinsames Kochen oder Aktivitäten im Freien). Einige der so aktivierten Bewohner/innen werden im 2. Schritt als Multiplikator/innen die Maßnahmen gemeinsam mit Mitarbeiter/innen der städt. Grünplanung und der WU planen. Die Projektmitarbeiter/innen werden sie dabei bedarfsgerecht unterstützen. Für die Zusammenarbeit werden neue Arbeitsgruppen eingerichtet, die bestehende AG Freiraumkonzept wird fortgeführt. Über die AG-Arbeit tauschen sich Multiplikator/innen und Bewohnerschaft laufend aus, so dass vielfältige Ideen in den Prozess einfließen. Die GWA-Wohnung wird hierbei gemeinsam zum zentralen Ort für Information, Austausch und Planung entwickelt. Im 3. Schritt wird auf Strukturen hingewirkt, die die Fortsetzung der GWA nach Projektende ermöglichen: "Wir werden zusammen mit Bewohner/innen und Akteuren des Emsviertels zeigen, dass wir feste Unterstützungsstrukturen für GWA im Stadtgebiet brauchen", sind Lenz und Kruškić überzeugt. "Durch gemeinsame Quartiersentwicklung wollen wir das WU davon überzeugen, die GWA-Wohnung nach Projektende weiter für diesen Zweck bereitzustellen. Durch aktive Mitarbeit am 'Bedarfsplan Nachbarschaftszentren' etablieren wir die GWA des Emsviertels stadtweit als Modell, für das auch die jeweils notwendigen Ressourcen festzulegen sind."

Ausgangslage

Das Emsviertel ist Teil des Stadtbezirks Weststadt, einer Trabantenstadt der 1960/1970er Jahre mit rund 24.000 Einwohner/innen. Das Emsviertel ist geprägt von Migrationsbevölkerung (2/3 der Bewohnerschaft) und dem stadtweit höchsten Transferleistungsempfängeranteil. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt es deshalb als Problemviertel. Dies wird verstärkt durch sein äußeres Erscheinungsbild: Die Grün- und Freiräume wirken vernachlässigt und teilweise trostlos, es gibt häufig 'wilde' Müllablagerungen. Die zahlreichen Spielbereiche sind überwiegend abgenutzt, monoton gestaltet und tragen nicht den Bedürfnissen unterschiedlicher Altersgruppen Rechnung. Trotz dieser Problemlagen konnte das Emsviertel bisher nicht von Städtebauförderungsprogrammen profitieren. Obwohl im Emsviertel Spielplätze auf öffentlichen und privaten Grundstücken zum Teil direkt aneinander grenzen, gibt es kein übergeordnetes Gestaltungskonzept. Der Spiel- und Bolzplatz Swinestraße, der außerhalb der Wohnbebauung liegt und viel Nutzungspotenzial hat, ist besonders marode. Hier könnten bei einer Neugestaltung durch zusätzliche Schaffung einer einfachen überdachten Räumlichkeit neue Qualitäten entstehen. Der Treffpunkt Pregelstraße ist aufgrund der Vielzahl neuer Nutzungen als Ergebnis der bisherigen Projektarbeit inzwischen weitgehend ausgelastet. Deshalb werden weitere Räume für GWA benötigt. Wenn die dafür angebotene Wohnung von den Bewohner/innen durch Mitgestaltung zu 'ihrer Sache' gemacht wird, dann werden sie sie auch nach Projektende weiter für diesen Zweck nutzen wollen. Dafür wird eine verstetigte professionelle GWA-Unterstützung benötigt, die durch die Projektarbeit ebenfalls erreicht werden soll.

Ansatz und Methodik

GWA knüpft hier insbes. an den Themenfeldern 'Wohnen/Wohnumfeld', 'Sport/Freizeit' und 'Umwelt/Verkehr' an. Die Kernfragen an die Bewohner/innen lauten: "Wie wollt ihr eure Räume nutzen? Wie müssen sie dazu gestaltet werden? Was könnt ihr dafür tun, dass das passiert? Was könnt ihr darüber hinaus für euer Emsviertel tun?" Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen bewirkt automatisch eine Betrachtung des Sozialraums Emsviertel in seiner Gesamtheit. Die Bewohner/innen werden zunächst durch niedrigschwellige, auffällige Aktionen wie die Streifzüge des Info-Mobils oder des 'Umwelt-Fuchses' für das Projekt interessiert und informiert. Es folgt eine aktivierende Befragung. Als Grundlage für einen gemeinsamen Planungsprozess auf Augenhöhe zwischen Bewohner/innen und Profis werden Gelegenheiten geschaffen, bei denen sich beide Seiten informell und zunächst außerhalb des Themas kennenlernen können. Dazu werden niedrigschwellige Methoden wie ein gemeinsames Kochen, Basketball spielen oder eine Rallye durch das Emsviertel eingesetzt. Erste dabei bereits gesammelte Ideen werden in Ideenwerkstätten weiter ausgearbeitet. Dazu werden dann themenbezogene Arbeitsgruppen gebildet, die die Planungen vorantreiben. Die in den AGs aktiven Bewohner/innen wirken als Multiplikator/innen zwischen Bewohnerschaft und Profis. Dadurch können sie zu Schlüsselpersonen auch für die Zeit nach dem Projekt werden. Die Vernetzung mit anderen Stadtteilprojekten stärkt die GWA in der Gesamtkommune.