1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Sebastian Häfker
| Funktion | 1. Vorsitzender |
|---|
2. Kurzbeschreibung
ein Stadtteil gemeinsam engagiert
Projektbeschreibung
Das Projekt stärkt die Michaelisschule in Georgsmarienhütte-Oesede als zentralen Begegnungs- und Beteiligungsort im Quartier und als Baustein lokaler Gemeinwesenarbeit. Schulen sind Orte, an denen Menschen unterschiedlicher sozialer Lagen, Herkunftsbiografien und Lebensrealitäten zusammenkommen, und bieten damit ein großes, bislang oft ungenutztes Potenzial als Treffpunkt auch außerhalb des Unterrichts, etwa in den Nachmittags- und Abendstunden sowie an Wochenenden. Im Rahmen unserer Schul-AG „Soziales Lernen durch Sport“ wurden wir in Gesprächen mit Eltern, Lehrkräften und der Schulsozialarbeit darauf aufmerksam, dass es im Stadtteil an einem niedrigschwelligen Ort für Austausch und gemeinsames Engagement insbesondere für Familien fehlt. Hier setzt das Projekt an. Im ersten Jahr stehen Beziehungsaufbau und Bedarfserhebung im Mittelpunkt. Mit offenen, sportlich geprägten Formaten wie „Sport x Nachbarschaft“ (gemeinsamen Bewegungs- und Spielangeboten im Umfeld der Schule) kommen wir mit Eltern, Kindern und weiteren Bewohnern ins Gespräch. Niedrigschwellige Impulsfragen regen zum Austausch über Themen und Bedarfe im Stadtteil an. Sport dient als Türöffner, um auch Menschen zu erreichen, die klassische Beteiligungsangebote bislang kaum nutzen. Ergänzend werden lokale Akteure (Schule, Kitas, Vereine, soziale Träger) einbezogen und ein Quartiersnetzwerk aufgebaut. Formate wie Nachbarschaftscafés oder offene Bewegungsangebote stärken die Schule als einladenden Ort. Im zweiten Jahr werden die gesammelten Themen in Bürgerwerkstätten aufgegriffen. Die Teilnehmenden entwickeln gemeinsam Projektideen, über die die Nachbarschaft abstimmt. Die ausgewählten Bürgerprojekte – z. B. Elternnetzwerke, Nachbarschaftshilfen oder Begegnungsformate – werden gemeinschaftlich umgesetzt und durch das Projektteam begleitet. Parallel entsteht ein Kreis besonders aktiver Teilnehmender, der für weiteres Engagement qualifiziert wird. Im dritten Jahr liegt der Fokus auf Verstetigung und strukturellem Transfer. Gemeinsam mit Schule, Stadt und lokalen Partnern werden erfolgreiche Formate dauerhaft im Schul- und Quartiersalltag verankert. Ziel ist es, die Michaelisschule langfristig als in den Stadtteil wirkenden Nachbarschaftsort zu etablieren, der auch außerhalb der Unterrichtszeiten aktiv genutzt wird. Der Engagiertenkreis übernimmt zunehmend eigenständig Moderations- und Organisationsaufgaben und wird gezielt in bestehende Gremien und Strukturen eingebunden.
Laufzeit
2027-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Die Ausgangslage in Oesede ist durch eine stabile Wohnlage und zugleich „stille“ soziale Herausforderungen geprägt. Georgsmarienhütte (ca. 32.000 Einwohner) weist relevante Anteile von Familien, älteren Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte auf; Oesede ist mit rund 12.000 Einwohnern der größte Stadtteil. Daten und lokale Einschätzungen zeigen eine alternde Bevölkerung, zunehmende Einpersonenhaushalte und verdeckte Armutsrisiken. Soziale Problemlagen treten dabei eher kleinteilig im Wohngebiet auf als in klar abgegrenzten Brennpunkten. Im Rahmen unserer Schul-AG „Soziales Lernen durch Sport“ berichten Eltern, Lehrkräfte und Schulsozialarbeit von Belastungen durch finanzielle Engpässe, Vereinbarkeitsprobleme, Einsamkeit und fehlende Unterstützung im Alltag. Trotz vorhandener Infrastruktur fehlt im Umfeld der Michaelisschule ein niedrigschwelliger Treffpunkt für Austausch, Begegnung und gemeinsames Engagement. Beteiligung bleibt oft auf kurze Kontakte im Schulalltag beschränkt; strukturierte Formate zur gemeinsamen Entwicklung von Lösungen fehlen. Auf städtischer Ebene bestehen mit der Gleichstellungsbeauftragten, dem Bürgerforum und dem Präventionsrat wichtige Akteure zur Förderung von Engagement und Zusammenhalt. Eine sichtbare, quartiersnahe Andockstelle, die diese mit den Lebenswelten vor Ort verbindet, fehlt jedoch. Die Michaelisschule bietet als zentraler, vertrauter Ort großes Potenzial als Begegnungs- und Beteiligungsort, wird außerhalb der Unterrichtszeiten jedoch kaum genutzt. Es besteht daher Bedarf, eine gemeinwesenorientierte Struktur im Quartier aufzubauen, die soziale Teilhabe stärkt, Nachbarschaft aktiviert und bestehende Akteure besser vernetzt.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Zielgruppe
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Georgsmarienhütte - Oesede
Beschreibung
Das Projektgebiet des Vorhabens umfasst ein Wohnquartier im Georgsmarienhütter Stadtteil Oesede rund um die Michaelisschule. Es wird im Nordosten durch die Glückaufstraße, im Osten durch „Am Breebach“, im Süden durch die Wellendorfer Straße und im Westen durch die Osnabrücker Straße begrenzt. Dieses Gebiet bildet den unmittelbaren Sozialraum der Michaelisschule: Hier wohnen viele der Kinder, Eltern und Nachbarinnen, die täglich die Schule nutzen oder ihren Alltag in den umliegenden Straßen verbringen. Prägend ist eine Mischung aus Ein- und Zweifamilienhäusern, Reihenhausgebieten und kleineren Mehrfamilienhäusern. Damit treffen im Quartier unterschiedliche soziale Lagen, Wohnformen und Lebensrealitäten auf engem Raum aufeinander. Die Michaelisschule ist als Startchancen-Schule ein Hinweis darauf, dass hier im Vergleich zu anderen Schulen der Stadt besondere soziale Herausforderungen bestehen – unter anderem hinsichtlich Bildungs- und Teilhabechancen, familiärer Belastungen und Unterstützungsbedarfen im Alltag. Gleichzeitig gibt es in Oesede gewachsene Strukturen von Vereinen, Kirchengemeinden und Nachbarschaften, die bislang jedoch nicht systematisch rund um die Schule gebündelt werden. Die gewählte räumliche Abgrenzung bildet den alltäglichen Bewegungsraum vieler Familien ab: Schulweg, Einkaufsmöglichkeiten, Spiel- und Aufenthaltsorte liegen innerhalb dieser Grenzen. Dadurch können Bedarfe und Ressourcen im direkten Umfeld der Michaelisschule gezielt in den Blick genommen werden. Das Projektgebiet umfasst sowohl Wohngebiete als auch Bildungs- und soziale Infrastruktur und ist über die Osnabrücker Straße und die Wellendorfer Straße gut an das übrige Stadtgebiet angebunden. Durch die Konzentration auf dieses klar umrissene Quartier kann das Projekt passgenau an den Lebenswelten der Bewohnerinnen und Bewohner ansetzen, nachbarschaftliche Beziehungen stärken und die Michaelisschule Schritt für Schritt als zentralen Treffpunkt und Anker der Gemeinwesenarbeit in Oesede etablieren.
Einwohnerzahl
11889
Quelle / Anmerkungen
https://www.georgsmarienhuette.de/portal/seiten/daten-fakten-914000016-22600.html
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
6
Gesamtstadt in Prozent
5
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.nls.niedersachsen.de/gemeinden/G459019.html für Gesamtstadt + Schätzung für Projektgebiet
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
15
Gesamtstadt in Prozent
10
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
https://www.georgsmarienhuette.de/stadt/daten-fakten-mobilitaet/ für Gesamtstadt + Schätzung für Projektgebiet
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
20260322_gute_nachbarschaft_projektgebiet.png
(298.25 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Unser Projekt folgt dem Ansatz der Gemeinwesenarbeit. Ausgangspunkt ist nicht ein festes Angebotsprogramm, sondern die Lebenslage der Menschen rund um die Michaelisschule in Oesede. GWA verstehen wir als dauerhafte Anlaufstelle im Quartier, die zuhört, Beteiligung organisiert, Vernetzung fördert und Nachbarschaftsprozesse begleitet. Kern ist ein sozialräumlicher Blick: Wir knüpfen an den Alltag von Familien und Anwohnern an. Über die Zusammenarbeit mit der Schule erreichen wir insbesondere Familien und Care-Arbeitende verschiedener Herkunft und öffnen ihnen einen niedrigschwelligen, an ihre Lebensrealität angepassten Zugang zu Engagement. Mit aufsuchenden Formaten wie „Sport x Nachbarschaft", Gesprächen im Schulumfeld und Nachbarschaftscafés holen wir Menschen ab und machen Bedarfe sichtbar. Auf dieser Basis werden in Bürgerwerkstätten gemeinsam Ideen entwickelt, priorisiert und als Bürgerprojekte im Stadtteil umgesetzt. Die GWA moderiert diese Prozesse, stärkt Selbstorganisation und unterstützt Bewohnende dabei, Verantwortung zu übernehmen. Parallel baut die GWA-Struktur systematisch Vernetzung auf: Schule, Kitas, Vereine, Gemeinden, Präventionsrat, Bürgerforum, Gleichstellungsbeauftragte, Stadtverwaltung werden an einen Tisch gebracht, um Informationen zu teilen, Ressourcen zu bündeln und gemeinsame Schritte zu vereinbaren. Mit dem Engagiertenkreis entsteht eine dauerhafte Nachbarschaftsgruppe, die als Bindeglied zwischen Bewohnerschaft, Einrichtungen und Kommune wirkt.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Nachbarschaftscafés, Bürgerwerkstätten und gemeinsame Projekte fördern Begegnung und Austausch. Die Michaelisschule wird als Nachbarschaftsort wahrgenommen und genutzt. Menschen erleben, dass ihr Engagement das Zusammenleben in Oesede positiv verändert.
Beschreibung
Die Michaelisschule wird als bestehende Ressource für Begegnung und Beteiligung erschlossen. Bestehende Akteure (Präventionsrat, Bürgerforum, Gleichstellungsbeauftragte, Vereine) werden vernetzt. Der SV Kompass bringt seine Erfahrung und Expertise ein.
Kriterium
Beschreibung
Ein funktionsfähiges Netzwerk mit regelmäßigen Treffen ist etabliert. Kooperationen zwischen Schule, SV Kompass, lokalen Einrichtungen und der Stadt sind verbindlich vereinbart. Der Engagiertenkreis wirkt als Bindeglied zwischen Bewohnerschaft & Akteuren.
Kriterium
Beschreibung
Eltern und Care-Arbeitende mit und ohne Migrationsgeschichte einen Ort haben, an dem sie sich ihrer Lebensrealität entsprechend gemeinsam mit anderen für den Stadtteil einsetzen und ihn durch eigene Projekte und Vernetzung mitgestalten können.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Georgsmarienhütte (Susanne Häring)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Abteilung für Soziales und Jugend (Alexander von der Heide)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Präventionsrat der Stadt Georgsmarienhütte
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kreissportbund Osnabrück e.V. - Büro des Sports Georgsmarienhütte
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Verschönerungsverein von 1870 Heimatverein Georgsmarienhütte
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Im Zuge der Netzwerkarbeit im Projekt erarbeiten wir mit Kommune, Schule und weiteren Partnern einen Plan für die langfristige Ansiedlung an der Michaelisschule mitsamt Finanzierungsstrategie. Möglichkeiten der Finanzierung sind u.a. Akquise von weiteren Fördergeldern von (lokalen) Stiftungen und Soziallotterien, Einwerben von Spenden und ehrenamtliches Engagement. Zudem sollen Partnerschaften mit lokalen Akteuren wie der Sparkasse und Volksbank sowie Unternehmen aufgebaut werden.
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On