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Vätertreff Ronnenberg

Ansprechpartner
Julia-Carmen Teupe
Funktion Koordinatorin
Vernetzung, Information und Beratung aktiver Väter mit dem Ziel einer Aktivierung von Eigenressourcen und einer Verbesserung des sozialen Miteinanders
Projektbeschreibung
Aufgrund der in vielerlei Hinsicht schwierigen Sozialstruktur des Stadtteils Empelde (hohe Arbeitslosigkeit, viel Transferleistungsbezug -überdurchschnittlich viele Kinder betroffen, hoher Flüchtlingsanteil, Auffälligkeiten bei den Schuleingangsuntersuchungen) und des Fehlens entsprechender Anlaufstellen für Männer im Stadtgebiet hält die Stadt Ronnenberg die Einrichtung eines Vätertreffs für dringend erforderlich. Dies ist zunächst kostengünstig im Quartierstreff des Kooperationspartners "Nachbarschaftsverein Win e.V." möglich, welcher bei potentiellen Teilnehmern immernoch weniger Angst vor Stigmatisierung auslöst als das seit 3 Jahren daneben betriebene Sozialberatungszentrum. Zudem bietet der Quartiestreff aufgrund seiner Größe und Gestaltung ein hohes Maß an Flexibilität. Die Anbindung an das Sozialberatungszentrum erfolgt nicht nur durch die räumliche Nähe im selben Gebäude, sondern auch durch die sozialarbeiterische Begleitung der Gruppe(n) durch einen über das Sozialberatungszentrum beschäftigten Sozialarbeiter. Durch die sozialarbeiterische Begleitung werden Anregungen, Informationen und Hilfestellungen rund um diverse soziale und gesellschaftliche Themen, Erziehung und die Vaterrolle vermittelt. Die Themen bestimmen die Teilnehmer überwiegend selbst. Bei Bedarf werden Fachreferenten eingeladen. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden außerdem Veranstaltungen zur Quartierserkundung, Entlastung und Ressourcenstärkung mit und ohne Einbeziehung der Kinder geplant und durchgeführt. Darüber hinaus stellt der Treff eine Plattform für den Austausch und die Vernetzung von Vätern und somit Familien aus unterschiedlichen sozioökonomischen Verhältnissen und von verschiedener ethnischer Herkunft dar, um Hemmschwellen abzubauen und räumliche Grenzen zwischen Vierteln mit unterschiedlicher Sozialstruktur aufzuweichen. Die enge Anbindung an das Sozialberatungszentrum ermöglicht außerdem eine inkludierte soziale Beratung und erleichterte Vermittlung der schwer zugänglichen Zielgruppe Väter" bzw. "Männer" in das vorhandene Hilfenetzwerk. Diese hat, wie die Bedarfsermittlung zum Ronnenberger Sozialberatungszentrum bestätigt hat, häufig Hemmungen, ihren Hilfebedarf außerhalb eines geschützten Rahmens einzugestehen, welcher hier entsteht. Gleichzeitig wird zur Stärkung einer aktiveren Vaterrolle beigetragen. Die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Berufsarbeit fordert Väter ebenso heraus wie Mütter. Bisher gibt es jedoch kaum väterspezifische Angebote.
Laufzeit
2021-08-03 00:00:00
Ausgangslage
Der Sozialbericht des Region Hannover weist die Stadt Ronnenberg als urbanen Verflechtungsraum mit benachteiligter sozialer Lage aus. Die bestimmenden Merkmale sind hierbei der überdurchschnittlich Hohe Anteil an Personen und insbesondere Kindern in prekären finanziellen Situationen (im Mindestsicherungsleistungsbezug [13 %; 21 % der Kinder] oder mit einem Haushaltseinkommen unterhalb des Existenzminimums [12,4 %]), überdurchschnittlich viele bei Einschulungsuntersuchungen festgestellte Auffälligkeiten (13,4 %), eine hohe Bevölkerungsfluktuation (12,0 %), ein hoher Seniorenanteil (21 %) sowie eine deutliche Zunahme psychosozialen Beratungsbedarfs. Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung durch die Gesellschaft für Organisation und Entscheidung aus Bielefeld aus dem Jahr 2017 hat außerdem ergeben, dass Ronnenberg zwar ein über ein breites Unterstützungsangebot durch eine große Zahl an Akteuren verfügt, diese jedoch relativ unkoordiniert nebeneinander agieren. Deshalb wurde 2018 das städtische Sozialberatungszentrum geschaffen. Im Rahmen einer diesbezüglichen Bedarfsermittlung der Medical School Berlin, Prof. Dr. Nieberg stellte sich heraus, dass unter anderem die Bedarfsgruppen der Alleinerziehenden und der Männer einen erhöhten Unterstützungsbedarf aufweisen, wobei Männer diesen selten offen äußern. Ronnenberg verfügt über ein breit aufgestelltes Frauenzentrum mit Bildungsveranstaltungen, Gewaltschutzberatung und anderen Angeboten für Frauen, eine speziell auf die Bedarfe von Männern ausgelegte Anlaufstelle fehlt jedoch. Da Kinder in Ronnenberg laut Sozialbericht besonders von sozialer Benachteiligung betroffen sind, soll eine solche hier zunächst für Väter entstehen.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Ronnenberg (insbesondere Stadtteil Empelde)
Beschreibung
Ronnenberg verfügt über 7 Stadtteile: Empelde (12.200 Einwohner), Ronnenberg (7.200 Ew.), Weetzen (2.300 Ew.), Benthe (2.000 Ew.), Linderte (1.120 Ew.), Ihme-Roloven (1.000 Ew.) und Vörie (300 Ew.). Der größte Stadtteil Empelde liegt durch ländliche Flächen räumlich von den benachbarten Stadtteilen Ronnenberg und Benthe abgegrenzt im Norden der Stadt Ronnenberg und grenzt direkt an die Stadtteile Badenstedt, Mühlenberg und Wettbergen an. Dieser stellt aufgrund seiner ungünstigen Sozialstruktur das primäre Projektgebiet dar. Aufgrund der dünnen Angebotslage in den anderen Stadtteilen werden jedoch Teilnehmer aus ganz Ronnenberg zugelassen.
Einwohnerzahl
26000
Quelle / Anmerkungen
vgl. https://www.ronnenberg.de/portal/seiten/ueber-die-stadt-ronnenberg-914000451-21650.html?vs=1
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
17
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Aktuelle Daten liegen jeweils nur für das Gesamt-Projektgebiet also die Gesamtkommune vor. Diese stammen aus dem laufenden Sozial-Datenbestand des Bereichs Sozialplanung der Region Hannover. Die Daten für das Projektgebiet (OT Empelde) wurden auf Grundlage der Klientendaten des Sozialberatungszentrums und des Wissens der Erstellerin über die örtlichen Strukturen geschätzt. Die Begründung für die geschätzten Werte entnehmen Sie bitte dem jeweiligen Merkmal. Hier: In diesem Stadtteil befindet sich mit dem Seegrasweg die größte Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Ronnenberg für Asylbewerber und Wohnungslose mit 128 Wohneinheiten für Familen und Wohngemeinschaften. Außerdem stehen hier zahlreiche Mehrfamilienhäuser der KSG Hannover, welche günstigen teilweise öffentlich geförderten Wohnraum mit guter Verkehrsanbindung nach Hannover bieten.
Projektgebiet in Prozent
22
Gesamtstadt in Prozent
21
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Empelde verfügt im innerstädtischen Vergleich sowohl über die meisten Betreuungseinrichtungen für Ältere als auch über den höchsten Bestand an Belegwohnraum sowie kleinem und günstigem Wohnraum (überwiegend im Eigentum der KSG Hannover). Viele gerade einkommensärme Ältere leben deshalb - zum Teil schon einen Großteil ihres Lebens im Stadtteil Empelde.
Projektgebiet in Prozent
7
Gesamtstadt in Prozent
5
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Wie bereits zum Ausländer- und Älterenanteil ausgeführt, steht in Empelde der meiste günstige Wohnraum für häufig einkommensschwache Alleinerziehende zur Verfügung. Hinzu kommt ein breiteres Angebot an Kintertagesstätten und Krippen, welche die Betreuungssituation und somit die Arbeitsmarktchancen Alleinerziehender erhöhen, als in den anderen Stadtteilen.
Projektgebiet in Prozent
16
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Vergleiche vorherige Ausführungen zur Wohnraumsituation in Empelde
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
21
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Da ausländische Familien oft kinderreicher als deutsche sind, liegt der erhöhte Anteil an Kindern im Transferleistungsbezug einerseits in den in Empelde untergebrachten Familien mit Fluchthintergrund und zumindest während des Asylverfahrens und in den ersten Folgejahren schlechteren Chancen auf Arbeitsmarktintegration begründet. Zum anderen spielt aber auch hier das Angebot von auch für größere Familien bezahlbarem Wohnraum eine Rolle.
Unterlagen zum Gebiet
GWA/QM-Ansatz
Auch wenn das Projekt vornehmlich auf die Gruppe der Väter zielt, sollen dadurch auch die Gesamt-Lebenssituation von Familien und das gesellschaftliche Miteinander, verbessert werden. Gleichzeitig sollen durch das Zusammenbringen von Vätern aus unterschiedlichsten sozioökonomischen Lebensverhältnissen sowie von unterschiedlichster ethnischer Herkunft nicht nur deren Teilhabechancen erhöht, sondern auch innergesellschaftliche Barrieren abgebaut werden. In Ronnenberg, insbesondere OT Empelde existieren Sozialräume mit unterschiedlichster Sozialstruktur, deren Bewohner Vorurteile gegeneinander und kaum Kontakt untereinander haben. Diese Barrieren sollen durch das Kennenlernen von örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten über die Grenzen des eigenen Viertels hinaus im Rahmen von gemeinschaftlichen Quartierserkundungen sowie der Erfahrung von Gemeinsamkeiten (Vaterschaft) aufgeweicht und Kontakte zwischen den hier lebenden Familien geknüpft weden. So sollen sowohl Eigen- als auch Gemeinschaftsressourcen nutzbar gemacht werden. Durch Aufklärung über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Väterolle in der modernen Gesellschaft und Vermittlung der notwendigen Kenntnisse, um diese zu übernehmen, sollen zudem Mütter entlastet und die Lebenssituation von alleinerziehenden Vätern und deren Kindern verbessert werden. Die ressourcenstärkende Gruppenarbeit soll die Teilnehmer zudem dazu ermutigen, neben Aufgaben der Familienarbeit auch gemeinnützige Aufgaben zu übernehmen.
Qualitätskriterien
Beschreibung
Die Teilnehmer organisieren (mit Unterstützung) selbst Veranstaltungen und Ausflüge. Es entstehen belastbare Sozialkontakte und finden auch unbegleitete Treffen statt.
Beschreibung
Die Teilnehmer bestimmen die Themen und Inhalte selbst. Veranstaltungen und Ausflüge richten sich nach ihrem Bedarf.
Beschreibung
Väter aus verschiedenen sozioökonimischen Verhältnissen und von unterschiedlicher ethnischer Herkunft nehmen - soweit möglich auch mit ihren Kindern - an den Treffen, Veranstaltungen und Ausflügen Teil und vernetzen sich untereinander.
Beschreibung
Themen und Inhalte aus den Bereichen Finanzen, Arbeit, Gesundheit, Familie, Gleichstellung, Erziehung und Bildung finden in dem Format ihren Platz und werden vermittelt.
Beschreibung
Ronnenberg verfügt über eine hohe Anzahl sozial benachteiligter Familien, die ein großes Entwicklungs- und Vernetzungspotential mitbringen. Zugleich besteht ein breites Unterstützungsangebot durch zahlreiche Akteure, die die Teilnehmer kennenlernen werden
Beschreibung
Für das Projekt kooperiert das Sozialberatungszentrum mit der Gleichstellungsbeauftragten, dem Nachbarschaftsverein Win e.V. und weiteren Akteuren, um den Teilnehmern vielseitige Informationen und eine gute Anbindung an bestehende Hilfsangebote zu bieten.
Beschreibung
Die verbesserte Vernetzung fördert die soziale Teilhabe, Ausflüge und Veranstaltungen die kulturelle Teilhabe und die Stärkung von Eigenressourcen sowie die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen in der Gruppe die politische Partizipation.
Vorhandene Strukturen
Eine sozialwissenschaftliche Untersuchung durch die Gesellschaft für Organisation und Entscheidung Bielefeld hat 2017 ergeben, dass Ronnenberg über ein breites Unterstützungsangebot durch eine große Zahl an Akteuren verfügt, diese jedoch relativ unkoordiniert nebeneinander agieren. Deshalb wurde 2018 im Stadtteil Empelde das städtische Sozialberatungszentrum geschaffen. Dieses stellt eine Erstanlaufstelle für soziale Fragen aller Art dar und setzt sich für eine verbesserte Koordination und Vernetzung der zahlreichen Hilfsangebote und Akteure sozialer Arbeit im Stadtgebiet ein. Darüber hinaus wirkt das Sozialberatungszentrum gemeinsam mit Bewohnern und Kooperationspartnern darauf hin, die Eigenressourcen und das Gemeinschaftsbewusstsein der Bewohner zu stärken. Im Hinblick auf die Angebotsentwicklung des Sozialberatungszentrums wird der Unterstützungsbedarf verschiedener Bedarfsgruppen regelmäßig evaluiert und mit den anderen Akteuren sozialer Arbeit in Ronnenberg abgestimmt. Eine besonders enge Kooperation wird dabei mit dem Quartiersmanagement des Nachbarschaftsvereins "Win e.V." der KSG Hannover praktiziert, welches sich im selben Haus befindet und in dessen Gruppenrum zunächst auch der Vätertreff stattfinden soll. Beteiligt am Projekt sind außerdem die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg sowie das städtische Team Soziale Dienste Netzwerkpartner. Als weitere externe Kooperationspartner sind unter anderem der Diakonieverband und das Jobcenter vorgesehen.
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Win e.V. - Nachbarschaftsverein der KSG Hannover
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Team Soziale Dienste der Stadt Ronnenberg (mit 30 Jahren Erfahrung im Betrieb eines inzischen überkommunal tätigen Frauenzentrums)
Typ
Stadtteil
Nachhaltigkeit
Nach Ablauf des Förderzeitraums von drei Jahren soll das Projekt bei Erfolg als Teil des Sozialberatungszentrums der Stadt Ronnenberg eigenfinanziert verstetigt werden. Ein Ausbau mit mehreren Gruppen in Abhängigkeit vom Alter der Kinder und - bei hinreichendem Bedarf - einer weiteren offenen Gruppe für Männer ohne und mit bereits erwachsenen Kindern ist beabsichtigt, um in Zukunft auch diesen einen eigenen Raum bieten zu können. Nachfrage nach einer solchen Gruppe besteht bereits.
Zustimmung Veröffentlichung
On