1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Ulrike Baumheier
| Funktion | Sachgebietsleiterin Campus, Jugend und Senioren |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Verstetigung der Quartiersarbeit
Projektbeschreibung
Im Rahmen des Programms Soziale Stadt wurden im Quartier Mozart- und Drosselstraße ein Quartiersmanagement und zahlreiche interkulturelle Begegnungs- und Beratungsangebote aufgebaut, insbesondere im Haus der Kulturen in der Mozartstraße und im Stadtteilbüro in der Drosselstraße. Da die Förderung 2021 ausläuft, zielt das Projekt „Zukunft Quartier“ auf die Verstetigung der Quartiersarbeit.
Eine Verstetigung kann nur gelingen, wenn sie zum einen als gesamtstädtische und ressortübergreifende Gemeinschaftsaufgabe begriffen wird, bei der die Verwaltung eng mit Akteuren vor Ort zusammenarbeitet, und zum anderen die Bewohner/-innen noch stärker als bisher Verantwortung übernehmen für die Gestaltung des Sozialraums.
Unter Einbindung der Bewohner/-innen werden deshalb ein Handlungskonzept zur Verstetigung entwickelt sowie Beteiligung und Selbstorganisation gefördert. Da es sich um ein „junges“ Quartier handelt, werden exemplarisch neue Wege zur Stärkung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen erprobt. Die Ergebnisse sollen auch anderen Kommunen Anregungen für den Verstetigungsprozess bieten.
Eine Zukunftswerkstatt bildet den Grundstein für das zukünftige Zusammenwirken. Welche Angebote sollen weitergeführt werden, was ist zusätzlich notwendig? Wer ist bereit sich dafür zu engagieren und wie kann eine Weiterfinanzierung gesichert werden? Wie kann es gelingen, mehr Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in die Quartiersarbeit einzubinden? Welche Unterstützung benötigen Initiativen?
Bereits parallel zur Erarbeitung des Handlungskonzepts werden innovative Ansätze zur Beteiligung und Selbstorganisation erprobt. So wird zur Einbindung breiterer Bevölkerungsgruppen die aufsuchende Arbeit ausgeweitet.
Als ein zentrales Thema hat sich in Gesprächen mit Bewohner/-innen bereits die Gestaltung der eigenen Wohnumgebung herausgestellt. Die Vernachlässigung und Vermüllung von Außenanlagen insbesondere in der Drosselstraße tragen dazu bei, dass dem Quartier weiterhin ein schlechtes Image anhaftet. Als Modellvorhaben soll deshalb in Kooperation mit der Biologischen Station Osterholz ein Umweltprojekt durchgeführt werden. Die Kinder- und Jugendgruppen „Green Players“ beschäftigen sich auf vielfältige Weise mit Umweltthemen und tragen aktiv zu einer attraktiven Gestaltung ihres Lebensumfeldes bei. Eltern und andere Quartiersbewohner werden durch Veranstaltungen und Aktionen einbezogen. Die Erfahrungen mit diesem Modellvorhaben fließen in das Handlungskonzept ein.
Laufzeit
2021-03-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Das Quartier Mozart- und Drosselstraße ist gekennzeichnet durch eine hohe kulturelle Vielfalt (Menschen aus 28 Nationen) und weist für die Stadt eher untypische Geschoßwohneinheiten auf. Zudem gilt es als „Ankommensquartier“ für zahlreiche Geflüchtete. Im Rahmen des Programms Soziale Stadt wurden ein Quartiersmanagement und zahlreiche Angebote im Quartier aufgebaut, insbesondere im Haus der Kulturen in der Mozartstraße. Daneben engagieren sich die Flüchtlingsbeauftragte und das städtische Jugendhaus im Quartier.
Das Auslaufen der Soziale Stadt-Förderung 2021 stellt Osterholz-Scharmbeck als Bedarfszuweisungskommune vor die Herausforderung, wie die erreichten positiven Veränderungen und hier insbesondere die aufgebauten Einrichtungen und Kooperationsstrukturen auch über das Ende des Förderzeitraums hinaus gesichert werden können.
Eine aktuelle Studie des Forums Ziviler Friedensdienst hat dabei Hinweise auf Problemlagen ergeben, die im Rahmen des Verstetigungsprozesses bearbeitet werden müssen:
• Die Zusammenarbeit der Institutionen der Quartiersarbeit wird nicht genügend koordiniert. Zum Teil überschneiden sich Zielsetzungen und Verantwortlichkeiten. Ein zielführendes, gemeinsames Konzept der Quartiersentwicklung fehlt.
• Viele Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich nicht genügend einbezogen.
• Das Projektgebiet ist ein junges Quartier mit einem Anteil von 43% unter 27jähriger. Ein überdurchschnittlich hoher Anteil von ihnen verlässt die Schule mit dem Hauptschulabschluss bzw. ohne Abschluss. Das Jugendhaus weist zudem immer wieder auf das geringe Selbstwertgefühl vieler Kinder und Jugendlicher hin.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Osterholz-Scharmbeck Mozartstraße und Drosselstraße
Beschreibung
Das Fördergebiet ist deckungsgleich mit dem Soziale Stadt-Sanierungsgebiet Mozart- und Drosselstraße, das in stadträumlich isolierter Lage östlich der B 74 liegt. Es umfasst die Quartiere "Mozartstraße" mit den Straßen Beethovenstraße, Mozartstraße, Am Hohenberg, Händelstraße, Mendelsohnstraße und Franz Liszt-Straße sowie "Drosselstraße" mit den Straßen Amselstraße und Drosselstraße.
Einwohnerzahl
2018
Quelle / Anmerkungen
Stadt Osterholz-Scharmbeck: Projekthandbuch 2020. Fortschreibung des Integrierten Entwicklungs- bzw. Handlungskonzeptes
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
On
Begründung Programmgebiet
Die Soziale Stadt-Förderung wird Ende 2021 auslaufen. Das beantragte Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zur Verstetigung und Weiterentwicklung der Quartiersarbeit und trägt damit zur Umsetzung der langfristigen Stadtplanungsstrategie für das Soziale Stadt-Quartier bei. Eine Förderung würde die Möglichkeit eröffnen, einen längerfristigen partizipativen Verstetigungsprozess zu organisieren und dabei neue Wege der Einbindung von Kindern und Jugendlichen zu erproben. Das Projekt hat Modellcharakter für andere Klein- und Mittelstädte, vor denen viele mittelfristig ebenfalls vor der Herausforderung des Auslaufens der Soziale Stadt-Förderung stehen.
Dazu werden zwei Teilzeit-Projektstellen benötigt, die nicht aus Soziale Stadt-Mitteln finanziert werden können: eine Koordinationsstelle und eine Projektmitarbeiterstelle (beide in Teilzeit). Die beiden Personen arbeiten eng mit dem bestehenden Quartiersmanagement zusammen, haben aber klar von diesem abgegrenzte Aufgaben.
Aufgabenschwerpunkt des im Rahmen von Soziale Stadt aufgebauten Quartiersmanagements ist die Beratung und Organisation von Angeboten im Haus der Kulturen in der Mozartstraße. Die aus städtischen Mitteln finanzierte Flüchtlingsbetreuerin leistet darüber hinaus aufsuchende Arbeit.
Hauptaufgabe der neu zu schaffenden Koordinationsstelle (24 Wochenstunden) soll es dagegen sein, den Verstetigungsprozess zu gestalten. Dazu gehört die Entwicklung eines Handlungskonzepts, aber auch die gezielte Einbindung breiterer Gruppen der Bewohner/-innen in die Quartiersarbeit. Dazu ist es notwendig, die "Komm-Struktur" im Haus der Kulturen zu ergänzen durch eine aufsuchende Arbeit im gesamten Quartier. Für diese Aufgaben wird eine Person mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung (Soziale Arbeit, Sozialwissenschaften oder vergleichbare Qualifikation) benötigt, die Erfahrungen in der Quartiersarbeit und der Arbeit mit Netzwerken mitbringt – sowohl mit Netzwerken aus Einrichtungen und Trägern in der Quartiersarbeit als auch mit Netzwerken aus Bewohnerinnen und Bewohnern aus unterschiedlichen Kulturen.
Bei der Erprobung neuer Wege der Einbindung von Kindern und Jugendlichen wird der/die Koordinator/-in unterstützt werden von einem pädagogischen Mitarbeiter (13 Wochenstunden) mit Erfahrungen in der Jugend- und Sozialarbeit. Dafür ist ein bereits bei der Stadt beschäftigter Mitarbeiter aus dem Jugendhaus vorgesehen. Hauptaufgabe des pädagogischen Mitarbeiters ist die Planung und Durchführung des Umweltprojekts in Kooperation mit den Expertinnen und Experten der Biologischen Station Osterholz. Die Erfahrungen mit neuen Wegen der Einbindung bringt er in das Verstetigungskonzept ein.
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
35
Gesamtstadt in Prozent
7
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Interne Auswertung, Datenbasis Stadt Osterholz-Scharmbeck
Projektgebiet in Prozent
58
Gesamtstadt in Prozent
8
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Interne Auswertung, Datenbasis Landkreis Osterholz
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
23
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Interne Auswertung, Datenbasis Stadt Osterholz-Scharmbeck
Projektgebiet in Prozent
24
Gesamtstadt in Prozent
13
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Interne Auswertung, Datenbasis Stadt Osterholz-Scharmbeck
Die Zahl bezieht sich auf den Anteil der 15-27jährigen.
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
plan-mozartstr_verkleinert.jpg
(837.25 KB)
plan_drosselstr_verkleinert.jpg
(755.27 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Die Quartiersarbeit in Osterholz-Scharmbeck orientiert sich am Sozialraumansatz. Der
Sozialraum ist das konkrete Wohnumfeld von Menschen mit ihrem gesamten präsenten
sozialen Netzwerk (Nachbarn, Freunde, Familie usw.) Sozialräumliche Arbeit meint
Veränderung und Gestaltung sozialer Räume, nicht die Veränderung von Menschen. Es gilt,
die Menschen zu stärken und Ressourcen zur gelingenden Lebensbewältigung zu fördern (mit
den Stärken der Menschen arbeiten). Bei dieser Arbeit werden die Bewohnerinnen und Bewohner aktiv in Projekte
einbezogen. Das schafft Nachhaltigkeit und längerfristige Erfolge. Das Projekt "Zukunft Quartier" erprobt unter anderem neue Wege der Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.
Auch Kinder und Jugendliche sollen lernen ihre Bedürfnisse zu formulieren. Dazu müssen sie
zunächst dahin geführt werden, sie müssen zu Akteuren ihrer Lebenssituation „gemacht“
werden. Das heißt, die Förderung muss zur Aktivierung der Jugendlichen führen bzw. dahin,
ihr Leben selbst zu gestalten.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn es gelingt, Bewohner/-innen unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlichen Alters in den Verstetigungsprozess einzubeziehen und wenn sich die Weiterentwicklung der Quartiersarbeit an deren Interessen orientiert.
Kriterium
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn es im Haus der Kulturen und im Stadtteilbüro mehr selbstorganisierte Aktivitäten gibt.
Kriterium
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn Kompetenzen und Ressourcen von Einrichtungen (incl. Kitas und Schulen) und Bewohner/-innen in die Quartiersarbeit einfließen und die Beteiligten positiv über ihre Aktivitäten berichten.
Kriterium
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn das Handlungskonzept zur Verstetigung von allen relevanten Ämtern mitgetragen wird und eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe die Arbeit zur Umsetzung des Konzepts aufgenommen hat.
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn sich zur Weiterführung der Quartiersarbeit ein aktives Netzwerk aus Stadtteilbüro/Haus der Kulturen, Jugendhaus, Kindertagesstätten, Schulen, Vereinen und weiteren engagierten Partnern aus der Stadt gebildet hat.
Kriterium
Beschreibung
Der Standard ist erreicht, wenn das Handlungskonzept zur Verstetigung verzahnt ist mit dem Stadtentwicklungskonzept und die Funktion des Projektgebietes für die Gesamtstadt und seine Beziehungen zu anderen Orten der Integration berücksichtigt.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Die Quartiersarbeit beruht bei der Stadt Osterholz-Scharmbeck auf verschiedenen Säulen. Verantwortlich für den Bereich Soziale Stadt ist die Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte. Sie hat in Kooperation mit der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben im Haus der Kulturen in der Mozartstraße ein Quartiersmanagement aufgebaut. Die vier in Teilzeit bei der Bildungsvereinigung beschäftigten Quartiersmanager/-innen organisieren das Angebot im Haus der Kulturen, beraten die Besucherinnen und Besucher und koordinieren ein Netzwerk von im Quartier engagierten Einrichtungen.
Der Fachbereich Bildung und Erziehung ergänzt die Quartiersarbeit im Teilgebiet Drosselstraße durch Aktivitäten der Flüchtlings- und Quartiersbetreuerin und des städtischen Jugendhauses. Die Flüchtlings- und Quartiersbetreuerin leistet aufsuchende Arbeit. Um nach dem starken Zuzug durch die Flüchtlingskrise mehr Menschen auch in der Drosselstraße zu erreichen, hat sie 2018 begonnen, das Stadtteilbüro in der Drosselstraße als niedrigschwelligen Anlaufpunkt wieder zu beleben. Die Arbeit des am Rande der Drosselstraße gelegenen städtischen Jugendhauses ist ebenfalls sozialräumlich ausgerichtet und bezieht auch die Eltern und das gesamte Umfeld der Jugendlichen ein.
Das Projekt "Zukunft Quartier" ergänzt das vorhandene Quartiersmanagement durch die Organisation des Verstetigungsprozesses. Zugleich trägt das geplante Handlungskonzept zu einer besseren Koordination der vorhandenen Einrichtungen bei.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Bildungsvereinigung Arbeit und Leben
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Biologische Station Osterholz
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck/Hambergen/Schwanewede
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadt Osterholz-Scharmbeck, Integrationsbeauftragte, Fachbereiche Bildung, Soziales, Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus sowie Stadtplanung und Bau
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Landkreis Osterholz, Jugendamt und Sozialamt
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kindertagesstätten Ritterhuder Straße, Berliner Straße und Buschhauen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Oberschule Lernhaus im Campus, Integrierte Gesamtschule, Gymnasium, Berufsbildende Schulen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Hausverwaltungsgesellschaften (z.B. Kaemena + Köpke, Haus und Grund)
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Der Ratsausschuss für Jugend, Senioren und Soziales hat sich dafür ausgesprochen, die Quartiersarbeit auch nach Auslaufen der Soziale Stadt-Förderung fortzuführen. Mittel dafür sind bereits im Haushalt verankert. Die Erarbeitung eines Konzepts zur Verstetigung und Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt des Projekts „Zukunft Quartier“. Nach Projektende werden die entwickelten Vorhaben angebunden an die städtischen Quartierseinrichtungen (Haus der Kulturen, Stadtteilbüro, Jugendhaus).
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On