1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Marthe Nietfeld
| Funktion | Gemeinwesen- und Quartiersmanagement, Familienservicebüro |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Gestaltung und Entfaltung - von innen heraus und gemeinsam
Projektbeschreibung
Der Flecken Liebenau befindet sich 15 km süd-westlich von der Kreisstadt Nienburg/Weser entfernt. Die nächstgelegenen Oberzentren Hannover und Bremen sind jeweils gut 60 km entfernt und nur mit Fahrtzeiten von ca. 1 Stunde zu erreichen. Abwanderung der einheimischen Bevölkerung einerseits und hohe Zuwanderung aus dem Ausland andererseits stellen den Ort vor besondere integrative Herausforderungen, der Ausländeranteil unter den rund 4000 Einwohnern beträgt knapp 20%. Unternehmen im Umland bieten Beschäftigungsmöglichkeiten im Niedriglohnsektor, gleichzeitig gibt es viele „verwahrloste Immobilien“, der Wohnraum ist entsprechend günstig. Diese Kombination macht Liebenau zu einem beliebten Ankunftsort für Zuwanderer, insbesondere aus den südosteuropäischen Ländern, hier gilt Liebenau als „Hotspot“ im Landkreis. Viele Ortsgebiete sind von Ausgrenzung und Benachteiligung betroffen, die Bewohner mangelhaft integriert. Um das Gemeinwesen von innen heraus zu stärken, fokussiert die erste Projektphase die Aufwertung der Liebenauer Waldsiedlung, die exemplarisch für ein besonders benachteiligtes Gebiet steht. Die dort gesammelten Erkenntnisse werden in der zweiten Phase auf weitere Gebiete übertragen und angepasst. Eine Anlaufstelle mit multifunktionaler Nutzung und dem Charakter eines offenen Treffs bietet Bewohnern die Möglichkeit von Austausch, Begegnung und Co-Working. Eine feste Ansprechperson mit Beratungs- und Vernetzungsfunktion begleitet und koordiniert Prozesse. Beratungsangebote zur Stärkung der Integration und Teilhabe (z.B. Migrationsberatung, Familien- und Seniorenbüro der Samtgemeinde), aber auch zur Wohngebäudesanierung sind ebenfalls vertreten. In einem (Kreativ-)Wohnraum können sich Künstler, Kulturschaffende, Handwerker, Studierende etc. für einen begrenzten Zeitraum zurückziehen und im Gegenzug ihrer Profession entsprechend zur Aufwertung der Siedlung beitragen. Die Arbeit zu Themen der Kommunikation, Konfliktlösungsstrategien und Gemeinschaftsbildung stärken das siedlungsinterne Miteinander. Möglichkeiten zur Selbstorganisation mit dem Ziel der öffentlichen Interessenvertretung werden erörtert. Im Rahmen partizipativer Projekte wird das Gebiet gemeinschaftlich aufgewertet. Die Prozesse werden im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit sichtbar gemacht, um das Image der Siedlung zu verbessern. Ziel ist die Gestaltung und Potenzialentfaltung sowie die Implementierung von GWA im gesamten Ort. Das Projekt richtet sich generell an alle Einwohner Liebenaus.
Laufzeit
2021-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Liebenau ist geprägt von Gebieten, die mangelhaft integriert und von Ausgrenzung betroffen sind. Die Wohngebäude weisen bauliche Mängel auf, der Wohnraum ist günstig, teils überbelegt, und zieht Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen an. Der landkreisweit höchste Ausländeranteil, besonders unter den EU-Zugewanderten, für die die betroffenen Gebiete in der Hoffnung auf eine Beschäftigung im Niedriglohnsektor beliebte Ankunftsorte sind, führt zu immensen soziokulturellen Differenzen. Die Fluktuation ist sehr hoch, die Motivation zur Aufwertung des Wohnumfeldes und die Etablierung von nachbarschaftlichem Miteinander entsprechend gering. In der Öffentlichkeit haben diese Gebiete ein sehr negatives Image, sie werden von Anwohnern benachbarter Gebiete gemieden, tlws. kommt es zu Leerständen in diesen Grenzbereichen, Abgrenzungstendenzen drohen sich zu verschärfen. Exemplarisch für ein besonders benachteiligtes Gebiet steht die Waldsiedlung. Sie befindet sich in Ortsrandlage ohne Anbindung an den ÖPNV, die Gebäudestruktur stellt ein geschlossenes homogenes Ensemble dar. Erbaut in den 30er Jahren als Wohnsiedlung für Arbeiter der einst ansässigen Munitionsfabrik stehen die Gebäude mit mangelnder Substanz heute unter Denkmalschutz. Der Wohnraum ist günstig, die Bewohnerschaft stark heterogen. Eine gemeinsame Identität als Nachbarschaft und Identifizierung mit dem Wohnumfeld fehlt, das Konfliktpotenzial ist erhöht. Es gibt interne Spaltungstendenzen, sowohl innerhalb der Bewohnerschaft, als auch zwischen Mietern und Eigentümern. Das negative Image als sozialer Brennpunkt belastet die Siedlung bis heute, die Bewohnerschaft bleibt vom liebenauer Ortsgeschehen ausgeschlossen.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Samtgemeine Liebenau - Flecken Liebenau
Beschreibung
Der Flecken Liebenau wird nicht räumlich abgegrenzt; das Projekt bezieht sich auf den gesamten bebauten Ortskern.
Einwohnerzahl
4400
Quelle / Anmerkungen
Einwohnermeldeamt
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
20
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
14
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Projektgebiet in Prozent
12
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Projektgebiet in Prozent
27
Gesamtstadt in Prozent
27
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
flecken_liebenau_a3.pdf
(2.11 MB)
Gebiet-Name
Samtgemeinde Liebenau - Waldsiedlung Liebenau
Beschreibung
Die Waldsiedlung ist eine abgeschlossene Siedlung am Rande des Kernorts Liebenau. Die Siedlung umfasst die Straßenzüge „Waldsiedlung“ und „Königsberger Straße“ (teilweise).
Einwohnerzahl
217
Quelle / Anmerkungen
EInwohnermeldeamt
Stadttyp
ländlicher Raum
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmale
Merkmalswerte
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Merkmal
Projektgebiet in Prozent
30
Gesamtstadt in Prozent
14
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Projektgebiet in Prozent
37
Gesamtstadt in Prozent
12
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Projektgebiet in Prozent
45
Gesamtstadt in Prozent
27
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Einwohnermeldeamt
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
waldsiedlung_a3.pdf
(1.14 MB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt entsteht von Beginn an in enger Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die von innen heraus empowered werden, um sich langfristig eigenständig zu organisieren und ihre Interessen nach außen zu vertreten. Sie werden dabei begleitet, Ideen für ein verbessertes nachbarschaftliches Miteinander und die Aufwertung ihres Wohnumfeldes zu entwickeln und umzusetzen. So wird sichergestellt, dass die Maßnahmen passgenau auf die konkrete, individuelle Situation in dem jeweiligen Gebiet abgestimmt sind, die Bewohner sich mit den Resultaten identifizieren und ihr Lebensumfeld wertschätzen können. Die Stärkung des Gemeinwesens erfolgt über die Stärkung der Bewohner im Einzelnen und im Bezug zu ihrem Gebiet sowie die Stärkung der Gebiete im Einzelnen und im Bezug zum Gesamtort. Es gilt, Räume zu öffnen, Verbindungen zu schaffen, den Blick zu öffnen für das Gemeinsame sowie für die unterschiedlichen Bedarfe, aber auch die Potenziale und diese sinnvoll zu aktivieren, den gemeinsame Kern, das im wahrsten Sinne des Wortes „gemeinsame Wesen“ zu identifizieren, gemeinsam zu gestalten und zu entfalten. Die Maßnahmen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren/Institutionen, um für alle Beteiligten eine Bereicherung und positive Synergieeffekte zu erreichen. Die Samtgemeinde Liebenau unterstützt das Vorhaben und strebt eine Verstetigung des Bereichs GWQ/QM an. Für die Umsetzung der Aufgabe ist bereits eine Mitarbeiterin, die an dem Qualifizierungskurs „GWA/QM“ teilnimmt, vorgesehen.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Wenn allen Bewohnern eine Partizipation an der Planung und Umsetzung der Maßnahmen ermöglicht wird und die unterschiedlichen Bedarfe und Interessen der Bewohner dabei berückcihtigt werden, bestenfalls in Einklang gebracht werden
Kriterium
Beschreibung
Wenn die Bewohner Gremien bilden, die ihnen eine Partizipation/ Vertretung ihrer Interessen ermöglichen (z.B. Gründung eines Vereins in der Waldsiedlung, eines Gemeinwesenrates o.ä)
Kriterium
Beschreibung
Wenn die Besonderheiten des Gebietes/ die Potenziale der Bewohner identifiziert sind und sich daraus Pläne und Ideen entwickeln, diese Potenziale und Besonderheiten in konkreten Maßnahmen zu entfalten
Kriterium
Beschreibung
Wenn die Bewohner Bereitschaft zeigen an der gemeinsamen Lösung bestehender Konflikte zu arbeiten, in die Kommunikation/in den Austausch miteinader gehen, gemeinsame Aktivitäten/Events/Feste geplant werden, Formen von Nachbarschaftshilfe möglich sind
Beschreibung
Eigentümer und Mieter beteiligen sich zu gleichen Anteilen an Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserung.
Beschreibung
Die lokale Kinder- und Jugendarbeit entwickelt gemeinsam mit der Baubehörde neue Konzepte für die Gestaltung der öffentlichen Anlagen.
Beschreibung
Am Beispiel der Waldsiedlung wäre ein starkes Netzwerk aus Eigentümern, Mietern und Kommune gegeben, wenn es zu einer Vereinsgründung kommen würde (Verein zur Förderung und Entwicklung dieses städtebaulichen Sonderquartiers).
Kriterium
Beschreibung
Maßnahmen der Wohnumfeldverbesserung sind erreicht (zusätzliche Sitzgelegenheiten, Siedlungstreffpunkt, hochwertige Grünflächen, verkehrsberuhigter Bereich).
Kriterium
Beschreibung
Sowohl die Waldsiedlung als auch die anderen bislang nicht integrierten Gebiete sind regelmäßig Gegenstand von Beratungen in den kommunalen Gremien, Maßnahmen zur Verbesserung der Integration einschl GWA/QM werden verabschiedet.
Kriterium
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Tageszeitungen (Die Harke, Blickpunkt, Aue-Bote)
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Grundschule Liebenau, Kindertagesstätte Liebenau, Großtagespflegestelle Liebenau
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kirch GmbH (nur Waldsiedlung), weitere institutionelle Wohnungsanbieter in Liebenau
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Kommunale Jugendpflege der Samtgemeinde Liebenau (Hauptamtlicher Jugendpfleger)
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
Die Samtgemeinde strebt grundsätzlich eine Verstetigung des Arbeitsbereichs GWA/QM an. Folgende flankierende Maßnahmen ermöglichen Synergien: Integriertes Energetisches Quartierskonzept (sowohl für die Waldsiedlung, als auch für den Flecken Liebenau), die derzeit vom Rat des Fleckens Liebenau entwickelte Strategie für den Umgang mit verwahrlosten Immobilien mit dem Ziel der Beseitigung städtebaulicher Missstände. Die Beratungsstelle der Samtgemeinde für EU-Zugewanderte.
11. Medien
Galerie
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On