Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat
1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Tjorven Maack
| Funktion | Geschäftsführerin |
|---|
2. Kurzbeschreibung
Zueinander finden und gemeinsam neue Wege gehen
Projektbeschreibung
Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" richtet sich an Neu- und Altbürger_innen des Landkreises Goslar und im Speziellen an die Bürger_innen in der Stadt Goslar. Es soll eine Begegnungsstätte für Neu- und Altbürger_innen geschaffen werden, in der man sich trifft, austauscht, im Alltag unterstützt und neue gemeinsame Wege geht, indem man sein Gegenüber und dessen kulturellen und sozialen Hintergrund kennenlernt, versteht und respektiert. Nur dann können gemeinsam neue Erinnerungen geschaffen werden. Darüber hinaus soll ein langfristiges Netzwerk der Bürger_innen in der Stadt Goslar entstehen, welches seinen Kern - in Form einer festen Anlaufstelle - bei uns hat. Somit wird die Begegnungsstätte fester Anlaufpunkt für ein generations- geschlechts-, Kultur- und Ethnien- übergreifendes Zusammenleben.
Das Projekt soll im AWO-Kreisverband Region Harz e.V. verankert werden. Dort besteht bereits Kontakt zu allen in dem Projekt anzusprechenden Personenkreisen. Altbürger_innen werden durch die räumliche Nähe des Wohnortes und über die vorhandenen Mitglieder der AWO in der Region (etwa 90 im Projektgebiet und 800 im Gesamtgebiet) sowie die Nähe und den engen Kontakt zu den Neubürger_innen durch die bei uns etablierte Migrationsberatung (in unserem Hause sowie an Standorten innerhalb des Gesamtgebiets) angesprochen werden. Neben dem bereits vorhandenen potentiellen Personenkreis von 0 - 100 Jahren besteht weiterhin ein großes Potential durch den zentral gelegenen Standort.
Die (bereits) vorhandenen Kanäle sollen genutzt werden, um die Personen zielgerichtet zusammenzuführen und gemeinsam Vorurteile abzubauen und neue gemeinsame Erinnerungen zu schaffen und somit die Skepsis und Vorurteile gegenseitig abzubauen. Begleitet wird das Projekt von einer hauptamtlichen konstanten Ansprechpartnerin, welche Projekte mit den interessierten Bürger_innen ausarbeitet, bei der Realisierung unterstützt und grundsätzlich als Vermittlerin/Ansprechpartnerin agiert. Mögliche Projekte sind dabei gemeinsame Koch/-Backnachmittage (Strukturen sind bereits vorhanden), Schaffung eines gemeinsamen Raumes zum Austauschen, Lernen (wie beispielsweise niederschwellige Sprachkurse für weibliche Migrant_innen, bei gleichzeitiger Kinderbetreuung vor Ort), entdecken der Vielfalt der verschiedenen Kulturen, gemeinsame (Kultur-) Ausflüge, Spielnachmittage oder geselliges Beisammensein und "quatschen".
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Goslar ist eine ländliche Stadt mit einem hohen Altersdurchschnitt. Neben dem demographischen Wandel, dem rasant gestiegenen Zugang von Neubürger_innen sowie der Ausgangslage einer wirtschaftlich schwachen Region und der damit einhergehenden Arbeitslosenquote von 14,3% (Anmerkung:bezieht sich auf den kompletten Landkreis Goslar; Stand: 2009) liegt die Stadt weit über dem niedersächsischen Durchschnitt. Dies birgt für den Integrationsprozess der Neubürger_innen erhebliche Risiken. Es besteht die Gefahr, dass Altbürger_innen sich von der enormen Steigerung der Neubürger_innen – welche in kürzester Zeit stattgefunden hat – eingeschüchtert und verängstigt fühlen. Das führt zu einer steigenden Skepsis gegenüber den Neubürger_innen. Ebenso hat die negative Berichterstattung der Presse bereits dazu beigetragen, dass Altbürger_innen, speziell die Bürger_innen im hohen Alter, sich vermehrt zurückziehen und Vorurteile und Abneigungen gegen die Neubürger_innen aufbauen. Durch diese ablehnende und/oder skeptische Haltung besteht die Gefahr, dass sich die Neubürger_innen in der neuen Heimat nicht willkommen fühlen und als Reaktion vermehrt in den bekannten kulturellen und sozialen Kreisen verkehren. Grund für beide Reaktionen ist meist ein Mangel der Kenntnis des anderen kulturellen und sozialen Hintergrunds. Dies führt zu einer Bildung von vorurteilsbehafteten Parallelgesellschaften. Dies gilt es zu verhindern, indem man mit hauptamtlicher Tätigkeit eine Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen schlägt und gemeinsam neue Erfahrungen schafft. Dadurch wird den Altbürger_innen die Angst genommen und die Neubürger_innen werden in der vorhandenen Gesellschaft aufgenommen und integriert.
5. Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Stadt Goslar - Kernstadt
Beschreibung
Die Stadt Goslar umfasst eine Fläche von 163,71 km² und insgesamt 52.987 Einwohner_innen. Die Stadt untergliedert sich in insgesamt 18 Ortsteile. Das Gebiet des Stadtkerns umfasst 31.169 Einwohner_innen und umfasst die Gebiete Altstadt, Baßgeige, Georgenberg, Jürgenohl, Ohlhof, Rammelsberg, Steinberg und Sudmerberg. (Stand 23.05.2018; Auskunft der zuständigen Mitarbeiterin bei der Stadt Goslar (Frau Gindhaut). Eine genaue Einwohner_innenzahl für den Bereich der Kernstadt/Altstadt kann nicht separat gegeben werden).
Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" soll in den Räumlichkeiten des AWO-Sozialzentrums in der Altstadt (Bäringerstr. 24/25; 38640 Goslar) angesiedelt werden und ist damit zentral gelegen (Nähe zur Innenstadt, aber auch direkte Busanbindungen vor der Haustür). Daher kann die Begegnungsstätte von allen Bürger_innen, besonders von den Altbürger_innen aus dem Gebiet der Altstadt und den Neubürger_innen, welche teilweise nicht frei wählen können, wo sie in der Stadt untergebracht sind, erreicht werden.
Der Kontakt zu den Neubürger_innen kann durch die AWO-Migrationsberatung hergestellt werden, welche sich im gleichen Haus befindet. Der Kontakt zu den Altbürger_innen wird durch das Einzugsgebiet des Wohnortes und die Mitglieder, die bereits in der AWO sind, hergestellt.
Generell ist anzumerken, dass es schwierig ist, das Projektgebiet klar einzugrenzen. Fest steht, dass das Projektgebiet (Altstadt) primär von Altbürger_innen bewohnt wird. Die Neubürger_innen wohnen meist im "breiteren Gürtel" der Stadt, da dort die Mieten günstiger und daher die Zuweisung durch das Amt in diese Gebiete verstärkt vorgenommen wird. Obwohl das eigentliche Projektgebiet breiter aufgestellt ist als das Gebiet der Stadt Goslar ist es sinnvoll, dieses als Standort und Gebiet zu wählen, da beide Gruppen durch die räumliche Nähe und die bereits vorhandene Implementierung der Anlaufstelle des Sozialzentrums (durch die dort angesiedelte Migrationsberatung) bei den Neubürger_innen verankert ist.
Einwohnerzahl
31169
Quelle / Anmerkungen
Stand: 23.05.2018; erfragt bei der Stadt Goslar
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
34
Gesamtstadt in Prozent
33
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Anmerkung: Bei der Berechnung handelt es sich um eine prozentualen Vergleich innerhalb des Projektgebiets und der Gesamtstadt. (Das Projektgebiet umfasst 31.169 Einwohner_innen, wovon 10.607 Einwohner_innen über 60 Jahre sind. Die Gesamtstadt (inklusive aller 18 Ortsteile) umfasst 52.987 Einwohner_innen, wovon 17.804 Einwohner_innen über 60 Jahre sind. Eine detailliertere Angabe zur Einwohnerzahl des Projektgebiets ist nicht möglich, da die Stadt keine detailliertere Auswertung vorlegen kann.
Projektgebiet in Prozent
0
Gesamtstadt in Prozent
0
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
Die Stadt Goslar kann keine Auskünfte über die Anzahl der Menschen in den geforderten Gebieten machen. Es wäre lediglich möglich gewesen, die Anzahl der Einwohner nach einzelnen Herkunftsländern zu erfahren. Diese Daten hätten sich dann jedoch nicht auf die Stadt und das Projektgebiet bezogen, sondern auf den kompletten Landkreis. Somit können keine verlässlichen Angaben gemacht werden, was die Stadt selbst bedauert.
Anmerkung: Auskunft von der zuständigen Mitarbeiterin der Stadt (Frau Gindhaut).
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" versteht sich als eine Mischung beider Konzepte. Sieht die Quartiersmanagementarbeit die TOP-DOWN-Strategie vor, in der eine feste Strategie die Handlungsfelder und Vorgehensweise vorgibt, so verfolgt die Gemeinwesenarbeit den Ansatz der BOTTOM-UP-Strategie und demnach eine Strategie, in der Bürger_inneninitiativen gefördert und unterstützt werden.
Da unser einen Rahmen und eine grobe Strategie sowie hauptamtliche Tätigkeit für die Erreichung der Ziele vorgibt, ist es unter der Rubrik Quartiersarbeit anzusiedeln. Es gibt feste Vorhaben und einen festen Rahmen (Örtlichkeit; hauptamtliche Mitarbeiter_innen; feste Vorstellungen, welche Gruppen angesprochen werden sollen; erste Veranstaltungsideen...).
Allerdings setzt das Projekt ebenfalls auf die Initiativen und Ideen der Neu- und Altbürger_innen. Ziel ist es, dass gemeinsam neue Projekte/Angebote geschaffen werden. Dies soll durch die Unterstützung/Leitung von hauptamtlicher Tätigkeit in Zusammenarbeit und mit dem Engagement der ehrenamtlichen Neu- und Altbürger_innen erfolgen. Diese sind maßgeblich für die inhaltliche Ausrichtung und Entwicklung des Projekts verantwortlich. Somit wird hier eine Brücke zur Gemeinwesenarbeit geschlagen und man kann festhalten, dass es den (schwachen) Ansatz des Quartiersmanagement verfolgt, indem es ebenfalls den Ansatz der Gemeinwesenarbeit als Kernaspekt in seinem Konzept integriert hat.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Neu- und Altbürger_innen den regelmäßigen und langfristigen Kontakt zueinander gefunden haben.
Beschreibung
Defizite im Angebot erkannt wurden und Lücken durch unsere Angebote geschlossen werden konnten.
Kriterium
Beschreibung
Zielgruppenübergreifendes Handeln ist erreicht, wenn die einstigen Neubürger_innen sich nicht mehr als solche verstehen, sondern als Teil der Altbürger_innen und neuen Neubürger_innen bei der Integration helfen.
Beschreibung
Bedürfnisse/Anfragen von Bürger_innen zeitnah und zielgerichtet an Kooperations- und/oder Netzwerkpartner vermittelt werden können.
Kriterium
Beschreibung
Altbürger_innen die Kultur und den sozialen Hintergrund der Neubürger_innen nachvollziehen können und umgekehrt. Ebenso, wenn die Bedürfnisse/Gewohnheiten aus anderen kulturellen Kreisen beim Zusammenleben akzeptiert, toleriert und integriert werden.
Beschreibung
Das Projekt "Gemeinsam leben und lernen in der (neuen) Heimat" in der Stadt Goslar bekannt und angenommen wurde (sowohl von den Bürger_innen als auch möglichen Partnern wie Vereinen, Initiativen ...)
Kriterium
Beschreibung
Senior_innen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie junger Familien unterstützen können.
Kriterium
Vorhandene Strukturen
Der AWO-Kreisverband Region Harz e.V. ist ein gemeinnütziger Wohlfahrtsverein, welcher im Landkreis Goslar und ehemals Osterode (jetzt Göttingen) vertreten ist. Insgesamt weist der Verein ca. 900 Mitglieder auf. Im Stadtgebiet Goslar gibt es etwa 150 Mitglieder. Im Landkreis Goslar gibt es insgesamt ca. 800 Mitglieder der AWO. (Die restlichen 100 Mitglieder sind im ehemaligen Landkreis Osterode).
Neben den Mitgliedern verfügt der Kreisverband am Standort Goslar über zahlreiche soziale Dienstleistungen, wie etwa das Lernzentrum (Lernförderung für Kinder, bei denen ein Förderbedarf festgestellt wurde. Voraussetzung ist, dass die Familien BuT berechtigt sein müssen.); eine Migrationsberatung (dadurch besteht ein enger und reger Kontakt zu vielen Neubürger_innen in unserer Stadt und dem Landkreis); das Patenschaftsprojekt (Neu- und Altbürger_innen werden vermittelt. Eine hinreichende und nachhaltige Betreuung ist jedoch nicht möglich); die externe Koordinierungs- und Fachstelle Demokratie leben (setzt sich für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Rassismus ein); verschiedene Sozialberatungen sowie die Betreuung und Angebote für unsere Mitglieder (dadurch kann Kontakt zu den Altbürger_innen hergestellt werden).
Des Weiteren ist der AWO-Kreisverband Region Harz e.V. im engen Austausch mit dem Landkreis Goslar sowie der Stadt Goslar und den anderen sozialen Wohlfahrtverbänden und Vereinen. Somit kann schnell ein breites Netzwerk aufgebaut und implementiert werden.
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
AWO-Kreisverband Region Harz e.V. sowie die anderen Wohlfahrtsverbände vor Ort.
Typ
Stadtteil
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
On