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Das grüne Klassenzimmer in Südniedersachsen - unser Schulgarten für alle

Miteinander lernen - Gemeinsam wachsen

Das Projekt

Mit dem Projekt „Grünes Klassenzimmer – ein Schulgarten für alle“ öffnet sich die Schule bewusst in die Dorfgemeinschaft und schafft einen neuen Raum für gemeinsames Lernen über Generationen hinweg. Auf einer ungenutzten, teils bewachsenen Fläche von 5.000 m² in unmittelbarer Nähe entsteht ein naturnaher Lern- und Erlebnisort, der durch das Engagement vieler Menschen aus dem Dorf lebendig wird. Kern des Projektes ist die Anlage eines Schulgartens mit Obstbäumen, Hochbeeten und Aufenthaltsbereichen sowie die Anschaffung eines Zirkuswagens als geschützter Raum für Unterricht und Begegnung. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Tun: Kinder pflanzen mit Vereinsmitgliedern Obstbäume, bauen mit Eltern Hochbeete und lernen von erfahrenen Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern den achtsamen Umgang mit Natur und Handwerk. So entsteht ein lebendiger Lernprozess, in dem Wissen weitergegeben wird und gleichzeitig Neues wachsen darf. Das Projekt knüpft an bestehende Verbindungen im Dorf an: Schule, Kita, Jugendbüro, Familienzentrum und Gemeinde arbeiten bereits zusammen und werden durch das Vorhaben noch enger miteinander vernetzt. Mit Partnern wie der Forstgenossenschaft kommen weitere Perspektiven hinzu. Vereine, Eltern und engagierte Bürgerinnen und Bürger bringen ihre Erfahrungen, ihre Zeit und ihre Ideen ein. Geplant sind offene Aktionstage, kreative Angebote und gemeinschaftliche Formate wie Baumpatenschaften oder saisonale Veranstaltungen. Der Schulgarten wird so zu einem Ort, an dem Lernen, Engagement und Begegnung ganz selbstverständlich ineinandergreifen – ein offener Treffpunkt für alle Generationen. Das „grüne Klassenzimmer“ ist kein abgeschlossener Raum, sondern ein gemeinschaftlich gestalteter Lernort, der die Gemeinwesenarbeit im Dorf stärkt und neue Impulse für ein nachhaltiges, soziales Miteinander setzt. Das Projekt leistet damit einen konkreten Beitrag zur sozialen Dorfentwicklung, fördert die Teilhabe unterschiedlicher Generationen und schafft langfristig einen identitätsstiftenden Ort für die gesamte Gemeinschaft.

Ausgangslage

Das Projektgebiet umfasst die Ortsteile Landwehrhagen, Lutterberg, Speele und Spiekershausen der Gemeinde Staufenberg und ist ländlich geprägt. Die Ausgangslage ist weniger durch klassische soziale Problemlagen gekennzeichnet, sondern durch strukturelle Herausforderungen des ländlichen Raums. Zwar bestehen aktive Vereine, engagierte Einrichtungen und gewachsene Strukturen, jedoch fehlt es an einem zentralen, niedrigschwelligen Ort, an dem Begegnung, gemeinsames Lernen und Austausch zwischen den Generationen regelmäßig stattfinden können. Bestehende Angebote sind häufig voneinander getrennt organisiert und erreichen nicht immer alle Bevölkerungsgruppen. Zudem steht eine große, bislang ungenutzte Grünfläche in unmittelbarer Nähe der Grundschule zur Verfügung, die derzeit keine Aufenthaltsqualität oder gemeinschaftliche Nutzung bietet. Dieses Potenzial bleibt bislang ungenutzt. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, bestehendes Engagement langfristig zu sichern, jüngere Generationen einzubinden und neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Ohne entsprechende Angebote droht eine zunehmende Trennung von Lebenswelten und ein Rückgang gemeinschaftlicher Aktivitäten. Vor diesem Hintergrund setzt das Projekt an, indem es einen gemeinsamen Ort schafft, der vorhandene Strukturen verbindet, Beteiligung ermöglicht und das soziale Miteinander im Dorf nachhaltig stärkt.

Ansatz und Methodik

Das Projekt folgt dem Ansatz der Gemeinwesenarbeit, indem es die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stellt und bestehende Strukturen im Dorf gezielt miteinander vernetzt. Ausgangspunkt ist nicht nur die Schaffung eines neuen Ortes, sondern die gemeinsame Gestaltung dieses Ortes durch die Dorfgemeinschaft. Schülerinnen und Schüler, Eltern, Vereine, die Forstgenossenschaft sowie Einrichtungen wie Kita, Jugendbüro und Familienzentrum wirken aktiv an Aufbau und Nutzung des Schulgartens mit. Durch gemeinschaftliche Aktionen wie Pflanz- und Bautage, Pflegeeinsätze oder saisonale Veranstaltungen entstehen niedrigschwellige Beteiligungsmöglichkeiten für unterschiedliche Generationen. Der Schulgarten wird so zu einem Ort, an dem Gemeinwesenarbeit praktisch gelebt wird: Menschen kommen zusammen, übernehmen Verantwortung und gestalten ihr Umfeld aktiv mit. Bestehende Netzwerke werden gestärkt und neue Verbindungen geschaffen. Ziel ist es, langfristig tragfähige Strukturen aufzubauen, die über das Projekt hinaus wirken. Der Ansatz fördert damit nicht nur Begegnung, sondern stärkt nachhaltig den sozialen Zusammenhalt und die Identifikation mit dem eigenen Lebensumfeld.