Das Projekt stärkt Begegnung, Beteiligung und Vielfalt im Gemeinwesen im Sozialraum Kernstadt Wolfenbüttel. Ziel ist es, Menschen unterschiedlicher Generationen, Lebenslagen und Hintergründe zusammenzubringen und ihnen Räume zu eröffnen, in denen sie sich austauschen, einbringen und ihr Lebensumfeld aktiv mitgestalten können.
Ausgehend von einem offenen Begegnungsort in der Innenstadt werden vielfältige, niedrigschwellige Angebote im Sozialraum initiiert. Diese reichen von kreativen und kulturellen Aktivitäten über Bewegungsangebote bis hin zu offenen Treffpunkten im Quartier. Die Formate sind bewusst flexibel gestaltet, um auf die Interessen und Bedarfe der Menschen vor Ort reagieren zu können.
Im Mittelpunkt steht die aktive Beteiligung: Bürger*innen sind nicht nur Teilnehmende, sondern gestalten die Angebote selbst mit. Sie bringen eigene Ideen ein, entwickeln Projekte und übernehmen Verantwortung bei der Umsetzung. Ein ehrenamtliches Koordinationsteam und Projektmitarbeiter*innen begleitet diese Prozesse, unterstützen bei der Organisation und fördern die Vernetzung im Sozialraum.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Einbindung von Menschen, die bisher wenig Zugang zu Beteiligungsmöglichkeiten hatten. Durch gezielte Ansprache und unterstützende Rahmenbedingungen werden Zugänge erleichtert und Barrieren abgebaut. Vielfalt wird dabei als Ressource verstanden, die das Gemeinwesen bereichert und neue Perspektiven eröffnet.
Das Projekt schafft Gelegenheiten für Begegnung im Alltag, stärkt das gegenseitige Verständnis und fördert ein respektvolles Miteinander. Gleichzeitig trägt es dazu bei, lokale Netzwerke auszubauen und die Zusammenarbeit zwischen Bürger*innen, Initiativen und Einrichtungen zu intensivieren.
So entsteht ein lebendiges Quartier, in dem sich Menschen zugehörig fühlen, ihre Fähigkeiten einbringen und gemeinsam Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen. Das Projekt leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und einer offenen, vielfältigen Stadtgesellschaft.
Ausgangslage
Die Wolfenbütteler Kernstadt steht als historisch gewachsener urbaner Raum vor vielfältigen sozialen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die eine gezielte Quartiers- und Gemeinwesenarbeit erforderlich machen. Einerseits prägen demografische Veränderungen das Stadtbild: Eine alternde Bevölkerung trifft auf zuziehende jüngere Haushalte, darunter Studierende und Familien, was unterschiedliche Bedarfe an Wohnraum, Infrastruktur und sozialer Teilhabe erzeugt. Gleichzeitig ist eine zunehmende soziale Differenzierung zu beobachten, etwa durch Einkommensunterschiede, unterschiedliche Bildungszugänge und variierende Lebenslagen.
Hinzu kommen Integrationsanforderungen durch Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrungen, die Unterstützung beim Spracherwerb, Zugang zu Bildung, Arbeit und sozialer Vernetzung benötigen. Gerade im innerstädtischen Bereich können dabei sowohl Potenziale kultureller Vielfalt als auch Risiken sozialer Segregation entstehen. Parallel dazu zeigen sich Herausforderungen in der Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements: Während es eine grundsätzlich vorhandene Vereins- und Ehrenamtsstruktur gibt, fällt es zunehmend schwer, insbesondere jüngere Menschen langfristig einzubinden.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Nutzung und Gestaltung öffentlicher Räume. Nutzungskonflikte zwischen verschiedenen Gruppen – etwa Jugendlichen, älteren Menschen und Gewerbetreibenden – erfordern moderierende und partizipative Ansätze. Zudem spielen Fragen der sozialen Infrastruktur, wie niedrigschwellige Beratungsangebote, Treffpunkte und Begegnungsräume, eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt.
Ansatz und Methodik
Das Projekt orientiert sich konsequent am Ansatz der Gemeinwesenarbeit, indem es die Lebenswelt der Bewohner*innen in der Wolfenbütteler Kernstadt in den Mittelpunkt stellt und auf Aktivierung, Beteiligung und Selbstorganisation abzielt. Ausgangspunkt ist eine sozialräumliche Perspektive: Bedarfe, Ressourcen und Problemlagen werden gemeinsam mit den Menschen vor Ort erhoben und kontinuierlich reflektiert.
Zentral ist die Förderung von Partizipation. Bewohner*innen werden nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Mitgestaltende eingebunden, etwa durch Quartiersforen, Beteiligungsformate und projektbezogene Arbeitsgruppen. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit zu stärken und langfristig eigenständiges Engagement zu ermöglichen.
Ein weiterer Kernaspekt ist die Vernetzung lokaler Akteur*innen. Einrichtungen, Initiativen, Verwaltung und Zivilgesellschaft werden zusammengebracht, um Synergien zu schaffen und nachhaltige Kooperationsstrukturen aufzubauen. Dabei übernimmt das Projekt eine moderierende und koordinierende Rolle.
Darüber hinaus setzt das Projekt auf Empowerment, insbesondere von benachteiligten Gruppen. Durch niedrigschwellige Angebote, Beratung und Begegnungsräume werden Zugänge erleichtert und Teilhabe gefördert.
Insgesamt verfolgt das Projekt einen integrierten, präventiven Ansatz, der darauf abzielt, soziale Ungleichheiten abzubauen, den Zusammenhalt im Quartier zu stärken und langfristig tragfähige Strukturen im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe zu etablieren