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Miteinander im Land – Begegnungscafé für Zugewanderte und Einheimische

Miteinander im Land

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Das Projekt

Das Projekt zielt darauf ab, die Integration von Zugewanderten in der ländlichen Gemeinde Sande im Landkreis Friesland zu fördern und Barrieren zwischen Zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung abzubauen. Die Zielgruppe besteht aus Zugewanderten, die bereits Migrationsberatung und Deutschkurse der Akademie gGmbH in Anspruch nehmen, sowie der ansässigen Bevölkerung, die oft wenig Kontakt zu Zugewanderten hat und Vorurteile oder Ängste gegenüber kulturellen Unterschieden hegt. Das Herzstück des Projekts ist die Einrichtung eines Begegnungscafés, das als niedrigschwelliger Raum für den interkulturellen Austausch dient. In diesem Café können Zugewanderte und Einheimische in einer entspannten Atmosphäre ins Gespräch kommen, Vorurteile abgebaut und das gegenseitige Verständnis gefördert werden. Es bietet auch Unterstützung beim Deutschlernen und bei der Orientierung in der neuen Umgebung. Der Verein IBIS e.V. übernimmt die Leitung des Projekts und bringt seine langjährige Erfahrung in der Migrationsberatung und Sprachförderung ein. Durch die enge Zusammenarbeit mit der IBIS-Akademie gGmbH werden sprachliche und soziale Integrationsbedürfnisse der Zugewanderten abgedeckt. IBIS e.V. erreicht jährlich über 1500 Zugewanderte durch Beratung und Sprachkurse. Das Projekt wird durch Kooperationen mit lokalen Akteuren wie Schulen und sozialen Einrichtungen unterstützt, die als Brücke zwischen Zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung fungieren. Das Projekt stellt sich der politischen Diskussion um die Remigrationsagenda und zeigt durch den direkten Austausch im Café, wie gelungene Integration aussieht und welche Vorteile sie für alle Beteiligten bringt. Es bietet einen Raum, in dem Vorurteile in einem vertrauensvollen Dialog hinterfragt werden können. Ehrenamtliche Helfer, die als Paten fungieren, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Langfristig soll das Projekt die soziale Teilhabe von Zugewanderten fördern, den interkulturellen Dialog stärken und das Zusammenleben in Sande verbessern. Es trägt zu einem inklusiven Miteinander bei, in dem Zugewanderte sowohl sprachlich als auch sozial in die Gemeinschaft integriert werden. Dabei wird das Projekt auch das Gemeinschaftsgefühl der ansässigen Bevölkerung stärken und das gegenseitige Verständnis zwischen verschiedenen Kulturen fördern, was zu einer nachhaltigeren, harmonischeren Gemeinschaft führt. Das Begegnungscafé wird somit zu einem festen Bestandteil der sozialen Struktur vor Ort und zu einem Modell.

Ausgangslage

Die Ergebnisse der Bundestagswahlen 2025 und die damit verbundene Remigrationsagenda sind auch im LK Friesland spürbar – die Antidiskriminierungsstelle von IBIS e.V. wird oft angefragt. In ländlichen Regionen wie Sande sind Zugewanderte häufig isoliert und haben begrenzten Zugang zu Integration und sozialen Netzwerken. Die geringere Diversität in solchen Gegenden führt zu Missverständnissen zwischen Zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung. Politische Diskussionen über Remigration und bestehende Vorurteile verstärken diese Herausforderungen zusätzlich. In Sande gibt es leider keine gezielten Angebote oder ehrenamtlichen Initiativen, die sich mit den alltäglichen Bedürfnissen von Zugewanderten auseinandersetzen und eine Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung fördern. Besonders bedauerlich ist das Fehlen des Integrationslotsen e.V. In der Migrationsberatung und den Deutschkursen der IBIS-Akademie wird immer wieder nach Möglichkeiten gefragt, die deutsche Sprache kontinuierlich zu üben und weitere Integrationsmöglichkeiten zu schaffen. Sande mangelt es zudem an offenen Treffpunkten, die verschiedenen Altersgruppen und Interessen gerecht werden. Das einzige Jugendzentrum und das Gemeindehaus der Kirche bieten nur begrenzte Möglichkeiten und sprechen nicht alle Bedürfnisse an. Besonders ältere Menschen oder jene, die keine Verbindung zu religiösen Institutionen haben, finden hier kaum Anlässe, um sich zu vernetzen. Auch Cafés, die in anderen Städten als wichtige soziale Treffpunkte fungieren, gibt es in Sande nicht, was die soziale Isolation verstärkt und den Kontakt zwischen Zugewanderten und der ansässigen Bevölkerung erschwert.

Ansatz und Methodik

Im "Handbuch zur Gemeinwesenarbeit" wird die GWA als ein Prozess beschrieben, der sich auf die Lebenszusammenhänge von Menschen konzentriert und immaterielle Bedingungen wie soziale Beziehungen, Partizipation und Kultur verbessert – immer mit der aktiven Einbeziehung der Betroffenen. Ziel ist es, Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation zu fördern sowie Netzwerke aufzubauen (vgl. Stövesand et al., 2013, S. 21). Ein Begegnungscafé für zugewanderte und ansässige Bevölkerung kann diesen Ansatz auf vielfältige Weise umsetzen. Die aktive Beteiligung beider Gruppen an der Cafégestaltung stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert den interkulturellen Austausch, der Vorurteile abbaut und den sozialen Zusammenhalt im Quartier verbessert. Darüber hinaus bietet das Café Zuwanderern die Möglichkeit, durch Bildungsangebote, Sprachkurse und ehrenamtliches Engagement ihre Fähigkeiten zu erweitern und Verantwortung zu übernehmen, was ihre Integration und ihr Selbstbewusstsein stärkt. Das Café wird somit zu einem wichtigen Ort für persönliche Entwicklung und sozialen Austausch. Als Treffpunkt für lokale Akteure wie Migrantenvereine und Sozialdienste unterstützt es die Vernetzung und den Zugang zu sozialen Dienstleistungen, wodurch es die Eigeninitiative und den Zusammenhalt der gesamten Gemeinschaft fördert. Es trägt auch dazu bei, das Bewusstsein für lokale Herausforderungen zu schärfen und Lösungen in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten zu finden.