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Gemeinsam in Grone

Unser Grone - Gemeinsam gestalten

Das Projekt

Der Antrag wird als Unterprojekt des Vereins InGrone e.V. gestellt. Ziel ist der Aufbau nachhaltiger Strukturen zur Stärkung der Gemeinschaft und Selbstorganisation in Grone Süd. Ein gemeinschaftlich organisierter Stadtteiltreff soll als sozialer Knotenpunkt dienen. Im ersten Jahr steht die Schaffung eines zentralen Treffpunkts im Fokus. Geplant ist die Anmietung oder Aufstellung eines Bürocontainers mit Teeküche, Toilette und Gemeinschaftsraum. Hier sollen Beratungen, Gruppen- und Nachbarschaftstreffen sowie Veranstaltungen stattfinden. Ein regelmäßiges Beratungsangebot für Frauen könnte Themen wie häusliche Gewalt, Eigenständigkeit und Trennungen adressieren. Interkulturelle Verständigung soll durch Feste, Filmabende und gemeinsame Kochveranstaltungen gefördert werden, um Vorurteile abzubauen und die Vernetzung im Stadtteil zu stärken. Im zweiten Jahr liegt der Schwerpunkt auf Mitgestaltung und Selbstorganisation. Jugendliche werden durch kreative und niedrigschwellige Angebote wie Graffiti-Workshops, Kinoabende und politische Bildungsformate einbezogen. Ein Gartenkomitee könnte klimafreundliche Grünflächen gestalten. Beteiligungsformate wie eine „Küche für alle“ oder Aktiventreffen sollen die Motivation zur Mitgestaltung des Viertels fördern, die Lebensqualität verbessern und den sozialen Zusammenhalt stärken. Das dritte Jahr konzentriert sich auf die Vertiefung der Vernetzung und nachhaltige Strukturen. Eine nachbarschaftlich getragene Beratungsstruktur könnte langfristige Unterstützungsangebote schaffen. Parallel dazu wird eine Finanzierungsstrategie entwickelt, um den Stadtteiltreff dauerhaft abzusichern. Thematische Treffen mit Anwohner:innen und lokalen Akteur:innen sollen eine gemeinsame Vision für die Zukunft des Stadtteils erarbeiten. Durch die schrittweise Umsetzung entsteht ein langfristig tragfähiger Stadtteiltreff, der Partizipation, interkulturellen Austausch und nachhaltige Entwicklung fördert. Eine Anlaufstelle mit Beratungs-, Vermittlungs- und Vernetzungsangeboten schafft ein aktives Gemeinwesen. Begegnungsräume erleichtern den Austausch und die Integration. Ziel ist ein dauerhaft tragfähiges Netzwerk aus Bewohner:innen, Vereinen und sozialen Trägern, das langfristig zu einer stabilen Nachbarschaft beiträgt.

Ausgangslage

Grone ist einer der ärmsten Stadtteile in Göttingen. Das Projektgebiet Grone Süd ist eine Wohnsiedlung von der 1100 Wohnungen der Immobilienfirma LEG gehören. Die hohe Bevölkerungsdichte von 60 EW/ha spiegelt enge Ansiedlung wieder. Probleme: 1.Armut: 28% der Bewohnerinnen beziehen Sozialleistungen, was die Lebensqualität einschränkt. 2.Arbeitslosigkeit: Mit 11% liegt die Arbeitslosenquote über dem Durchschnitt und verstärkt die Perspektivlosigkeit. 3.Migration und Rassismus: 56% haben einen Migrationshintergrund. Rassismus erschwert die soziale Integration und verstärkt Spaltung. 4.Wohnsituation: existenzbedrohende Nebenkosten und Schäden durch schlechte Renovierungen. Die LEG bietet kaum Unterstützung. 5.Wohnumfeld: Das Umfeld ist unattraktiv, mit Blockbauten und vernachlässigten Spielplätzen. Der Bedarf an Gärten ist groß, doch viele Mieterinnen dürfen diese nicht nutzen. 6.Mangelnde Freizeitangebote: Es fehlen Treffpunkte und kulturelle Angebote. Öffentliche Orte zum Verweilen sind kaum vorhanden, hohe Anonymität. 7.Häusliche Gewalt: wiederholt Fälle von häuslicher Gewalt, darunter drei Morde an Frauen (2019, 2024), was die Problematik von männlicher Gewalt in Familien verdeutlicht. 8.Mangelnde Angebote: Das Mehrgenerationen Haus ist unser Startpunkt, Angebote sind überlastet und wenig interkulturell, keine langfristige Einbindung/Selbstorganisierung. 9.Perspektivlosigkeit: Besonders Jugendliche aus armen Familien haben geringe Zukunftsperspektiven, fördert Kriminalität. Treffpunkte insbesondere für Mädchen, fehlen. 10.Fehlende Mitbestimmung: Bewohner*innen können nicht aktiv an Gestaltung des Viertels teilnehmen, was Anonymität und Einsamkeit verstärkt.

Ansatz und Methodik

Das Projekt "Gemeinsam in Grone" will Quartiersmanagement mit Gemeinwesenarbeit verbinden: Unter Einbezug der Wünsche und Ressourcen der Bewohner:innen sollen Verbesserungen des Lebens- und Wohnraumes Grone erwirkt werden. Verstärkt setzt das Projekt auf die Gemeinwesenarbeit: Durch Etablierung einer Gemeinwesenstelle und eines Begegnungs- und Beratungsortes soll einerseits die infrastrukturelle Ausstattung Grones gefördert und andererseits die Bewohner:innen aktiviert und unterstützt werden. Das Projekt "Gemeinsam in Grone" nimmt eine "aktivierende" Beratung sowie Begegnungen und kulturelle Aktivitäten zum Ausgangspunkt. Die Beratungen sollen zum einen die Situation der Bewohner:innen verbessern und somit die Möglichkeiten der Partizipation vergrößern. Zum anderen wirken die Beratungen insofern aktivierend, als dass die behandelten Themen an anderer Stelle wieder aufgegriffen und die Bewohner:innen darin zur Selbstorganisation ermutigt werden. Darüber hinaus findet die Gemeinwesenarbeit ihren Ausdruck in der Organisierung verschiedener Aktivitäten. Unter Berücksichtigung der diversen Kulturen und Sprachen, die in Grone aufeinander treffen, sind das Feste zu weltweiten Feiertagen und Anlässen wie Newroz und Eid al-Fitr oder auch niedrigschwellige, verbindende Aktivitäten wie offene Cafés, Gärtnern oder Ausflüge in die Umgebung. Diese Angebote haben zum Ziel, das Stadtteilleben zu beleben, den Zusammenhalt zu stärken und die Bewohner:innen zur Selbstorganisation anzuregen.