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Gemeinsam Vielfalt pflanzen!

Gemeinsam Vielfalt pflanzen: biologisch und sozial! Inclusive Gardening für ALLE

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Das Projekt

Aus sozialpolitischer wie zivilgesellschaftlicher Sicht betrachtet beleben gemeinschaftlich genutzte Grünflächen u. Gärten in hohem Masse den öffentlichen Raum, schaffen Orte der Begegnung u. des Austauschs. Nachbar:innen lernen sich beim gemeinsamen Buddeln und Werkeln kennen, Menschen verschiedener Generationen u. Kulturkreise tauschen gärtnerische Erfahrungen aus. Im besten Falle wachsen mit den Blumen u. Pflanzen die Gemeinschaften, neue Impulse für Kulturen der Teilhabe werden gegeben. Auch Stadtteile u. Nachbarschaften selbst gewinnen durch das zivilgesellschaftliche Engagement an Lebensqualität, indem die Bewohner:innen miteinander ihr Quartier aufwerten. Es entstehen ökologische u. nachhaltige Lernorte für Kinder/Jugendliche. Und nicht zuletzt z. T. immer noch marginalisierte Bevölkerungsschichten, wie z. B. Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Zuwanderungsgeschichte erhalten nicht nur die die Chance der Teilhabe, sondern auch der Teilgabe, also der Möglichkeit, sich mit ihren Fähigkeiten im Gemeinwesen einzubringen u. als wertvoll u. nützlich zu erfahren. Seit Kurzem leben 31 Menschen mit Behinderung in der Nachbarschaft in Weyhe, weitere 10 Wohnungen werden gerade im Ortskern bezogen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den neuen Wohnangeboten u. zum neuen Quartierszentrum 3Klang gibt es eine brachliegende Grünfläche, die zur Verfügung steht, um nach u. nach im Laufe der nächsten Monate verschönert zu werden u. vor allem gemeinschaftlich und inklusiv von von vielen verschiedenen Interessent:innen aus dem Wohnquartier als bunter, niedrigschwelliger Mitmach-Garten genutzt zu werden. Mit der Schaffung dieses inklusiven Gemeinschaftsgartens mit Pavillon, Klima-Lern-und Barfußpfad, Sitzgelegenheiten, einem barrierefreien Spielgerät u. rollstuhlunterfahrbaren Hochbetten sowie Kulturbetten und der sog. Umwelt.Werk.Stadt. Das Projekt soll einen Beitrag zu einem lebendigen sozialen Zusammenleben von Jung u. Alt, von Quartiersbewohner:innen aus unterschiedlichsten Kulturen u. mit den verschiedensten sozialen Hintergründen, von neu zugezogenen Nachbarn wie alteingesessenen Anwohnern, von Menschen mit u. ohne Behinderung geleistet werden. Vor allem auch unseren Klientinnen kann so ein positives Ankommen im neuen Sozialraum ermöglicht werden. Begleitet würde das Projekt inhaltlich durch eine Gartentherapeutin aus der Nachbarschaft, es gibt etliche interessierte Mitbürger:innen/Akteure für den Aufbau der inklusiven Gartengruppe "DER GRÜNE DAUMEN".

Ausgangslage

Im Rahmen der Dezentralisierung der Komplexeinrichtung u. der damit verbundenen Schaffung kleiner, ortsnaher Angebote entwickelt die DH seit 2020 in Weyhe für rund 40-50 Menschen mit Behinderung neue Wohn-u. Beschäftigungsformen. V. a. die Einbindung in den sozialräumlichen Kontext u. die Intensivierung der Kooperation mit Akteuren vor Ort wie Nachbarn, Kirchengemeinde, Vereinen, Initiativen stellen im Zuge einer attraktiven Gemeinwesenarbeit u. Quartiersentwicklung einen Schwerpunkt dieser Neuausrichtung dar. Weyhe- Leeste ist dafür ein interessanter Standort für die DH. Denn einerseits wurden zwar - wie oft im ländlichen Raum - innerhalb des Ortskerns bereits vor 15 Jahren große städtebauliche Missstände identifiziert wie hoher Leerstand, Vielzahl an Brachflächen, schwache grundzentrale Funktion der Nahversorgung, schlechte Aufenthaltsqualität Gestaltungsmängel im Ortskern, u. a. durch mangelnde Durchgrünung u. fehlende Freiflächen, etc. Doch andererseits gelingt es mit der Aufnahme ins Förderprogramm „Aktive Stadtteilzentren“ vor 9 Jahren mit Entwicklungsmaßnahmen den Ortskern sukzessive aufzuwerten u. der "Landflucht" Einhalt zu gebieten. In Leeste gibt es zudem einige soziale Initiativen und Träger (v. a. Seniorenarbeit, Kirche, Umwelt und Flüchtlingshilfe); eine Verzahnung/Vernetzung der einzelnen Angebote ist aber die Ausnahme. Auch ist in dieser ländlichen Region leider zu konstatieren, dass kaum oder nur sehr wenige inklusive Angebote bereitgestellt werden, an welchen Menschen mit Beeinträchtigung aufgrund der ihnen oft fehlenden finanziellen, sozialen u. mobilen Ressourcen nicht auf Barrieren stoßen, sondern niedrigschwellig u. selbstbestimmt teilhaben können.

Ansatz und Methodik

Zum Start der Begegnungsstätte 3KLANG haben wir bottom-up erste grobe Bedarfe des Sozialraums erhoben, niedrigschwellige Gelegenheiten für Begegnung geschaffen: Insb. von älteren Menschen, von Menschen mit Beeinträchtigung, Menschen mit Fluchterfahrungen u. von Alleinerziehenden bekamen wir viel Resonanz, die Muster ähnelten sich dabei: Bes. für diese Zielgruppen fehlt ein sog. Dritter Raum, der noch niedrigschwelliger konkrete Teilhabe/Teilgabe im Gemeinwesen ermöglicht u. unaufwendig die Gelegenheit bietet, Anschluss zu finden, Vereinzelung/Alleinsein zu verhindern. Denn insb. in den letzten 5 Jahren hat sich die Bevölkerungszusammensetzung in Leeste durch eine Trendumkehr bei der Landflucht, durch Zuzug von einerseits jüngeren, z. T. wohlhabenderen Familien, aber auch vielen Geflüchteten, einer verstärkten Zunahme von alten Menschen u. dem Hinzukommen von ca. 40 Neubürger:innen mit Behinderung stark verändert. Auf diese Dynamik haben wir reagiert u. erste Kontaktanbahnungen geschaffen, nutzen das aufflammende ehrenamtliche Engagement u. die Ressourcen des Sozialraumes, um das Beziehungsgefüge zu stabilisieren, mit neuen Aktionsformen, Repaircafe/Tauschbörse/etc. die Selbstorganisation der verschiedenen Menschen an einem zentralen, gut erreichbaren Ort weiter zu aktivieren, so dass sie als Expert:innen ihr Quartier selbst weiterentwickeln. Wir wollen zudem die Ressourcen/Potentiale des Sozialraums aktivieren, die einzelnen Träger stärker vernetzen u. Synergien erzeugen.