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Haus der Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit leben – Integration gestalten

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Das Projekt

Viele mehrsprachige Kinder haben keine Gelegenheiten, ihre Familiensprachen außerhalb des Elternhauses anzuwenden. Dadurch geht nicht nur ein wichtiger Teil ihrer Identität verloren, sondern auch die Möglichkeit, mit ihrer Familie auf Augenhöhe zu kommunizieren. Gleichzeitig stehen neuzugewanderte Kinder und Erwachsene vor großen Herausforderungen bei der sozialen und sprachlichen Integration. Diese beiden Gruppen können sich ideal gegenseitig unterstützen: während Neuzugewanderte von deutschsprachigen Gleichaltrigen profitieren, erhalten mehrsprachig aufgewachsene Kinder die Möglichkeit, ihre Familiensprache aktiv zu vertiefen. Wenn sich zudem deutschsprachige Menschen einbringen, entsteht ein offener Austausch, der zeigt, wie wertvoll und bereichernd Mehrsprachigkeit für alle ist. Unser Ziel ist es, Mehrsprachigkeit als Ressource für das gesamte Quartier nutzbar zu machen und soziale Isolation durch niedrigschwellige Begegnungsangebote zu durchbrechen. Die bisherigen Strukturen im Stadtteil bieten kaum interkulturelle Räume, in denen sich Menschen unterschiedlicher Herkunft austauschen und aktiv einbringen können. Hier setzt unser Projekt an: wir verknüpfen Bildungs- und Kulturförderung mit Gemeinwesenarbeit, um Begegnung und Teilhabe in der Nachbarschaft nachhaltig zu stärken. Neben den vielfältigen Angeboten in unserem Jugendtreff, wo Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, ihre Herkunftssprachen aktiv im Alltag zu nutzen – durch kreative, spielerische und bildungsorientierte Angebote, die von Kunst über Naturwissenschaften bis hin zu Theater reichen - möchten wir auch im Quartier verstärkt präsent sein. Durch mobile Angebote, Kooperationen mit lokalen Akteuren und die gezielte Aktivierung von Bewohner*innen schaffen wir neue Begegnungsräume. Wir setzen auf eine Kombination aus festen Anlaufstellen und flexiblen Formaten im Stadtteil, um möglichst viele Menschen zu erreichen und langfristige Netzwerke aufzubauen. Zusätzlich legen wir großen Wert auf die aktive Einbindung der Bewohnerinnen. Teilnehmerinnen werden zu Multiplikator*innen: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die bei uns aktiv sind, tragen ihre Erfahrungen weiter in ihre Nachbarschaft – sei es durch interkulturelle Projekte, ehrenamtliche Initiativen oder die Unterstützung neuer Teilnehmender. Dadurch entsteht eine dynamische Struktur, die nicht auf unseren Jugendtreff beschränkt bleibt, sondern in den Alltag der Menschen übergeht.

Ausgangslage

In unserem Projektgebiet bestehen folgende Herausforderungen: 1) Fehlende Begegnungsräume: Es gibt kaum Orte, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft zwanglos miteinander in Kontakt treten können. 2) Eingeschränkte Vernetzung: Viele Bewohnerinnen mit Migrationsgeschichte haben wenig Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft, , und es fehlen niedrigschwellige Begegnungsangebote, die einerseits die Herkunftskultur wertschätzen und andererseits Integration fördern. Es gibt Spannungen zwischen verschiedenen zugewanderten Gruppen. 3) Sozioökonomische Unsicherheiten: Viele Bewohner*innen haben prekäre Einkommensverhältnisse, was Passivität verstärkt. 4) Städtebauliche Defizite: Fehlende Aufenthaltsräume und wenig attraktive öffentliche Plätze. Aktuell betreiben wir im Stadtteil einen mehrsprachigen Kinder- und Familientreff. Unser Fokus liegt auf der Förderung von Mehrsprachigkeit, interkultureller Kompetenz und der sozialen Teilhabe. Durch den gezielten Einsatz von GWA und QM möchten wir den oben beschriebenen Herausforderungen entgegenwirken, unsere bestehende Struktur ausweiten und stärker in den Stadtteil hineinwirken. Dazu gehören unter anderem: 1) Mobile & aufsuchende Angebote, um auch Menschen zu erreichen, die bisher wenig Zugang zu unseren Programmen hatten. 2) Stärkere Kooperation mit anderen Akteuren im Quartier, um ein nachhaltiges Netzwerk zu schaffen. 3) Nutzung öffentlicher Räume für gemeinschaftliche Aktivitäten, um niedrigschwellige Begegnungen zwischen Nachbarn unterschiedlicher Herkunft zu ermöglichen. Mit diesen Maßnahmen wollen wir das Quartier langfristig stärken, soziale Isolation abbauen und das interkulturelle Miteinander verbessern.

Ansatz und Methodik

Unser Projekt verfolgt einen klaren gemeinwesenorientierten Ansatz, da es direkt auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der mehrsprachigen Bewohner*innen im Stadtteil eingeht. 1. Partizipation und Einbindung Unser Ansatz basiert darauf, Bewohner*innen aktiv in die Gestaltung der Angebote einzubeziehen. Ehrenamtliche aus der Community werden eingebunden. 2. Stärkung der Selbstorganisation und Eigeninitiative Wir fördern Empowerment, indem wir Eltern und Jugendliche ermutigen, selbst aktiv zu werden – sei es durch die Organisation von Sprach- und Kulturprojekten oder durch gegenseitige Unterstützung im Bildungsbereich. Unser Zentrum dient als Plattform für den Austausch, in der Nachbarschaften entstehen und Menschen sich vernetzen können. 3. Verbesserung der sozialen Teilhabe und Chancengleichheit Viele mehrsprachige Familien haben begrenzte Zugänge zu Angeboten, die ihre Herkunftssprachen einbeziehen. Unser Projekt schafft niedrigschwellige Zugänge zu Bildung, Kultur und sozialer Interaktion. Wir bieten Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie Mehrsprachigkeit als Ressource erleben und sich mit ihrer Identität auseinandersetzen können. 4. Nachhaltige Strukturen für das Quartier Unser Ziel ist es, Mehrsprachigkeit als festen Bestandteil der Bildungs- und Gemeinwesenarbeit im Stadtteil zu etablieren. Durch Kooperationen mit anderen lokalen Akteuren soll das „Haus der Mehrsprachigkeit“ langfristig für die Nachbarschaft bestehen bleiben.