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Das Heersumer Ammonshaus

Ein neuer Gemischtwarenladen für Ungezogene und Zugezogene

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Das Projekt

Heersum ist ein kleines Dorf im Landkreis Hildesheim. Die florierenden Neubaugebiete haben in den vergangenen Jahren für regen Bevölkerungszuwachs gesorgt. Die EinwohnerInnenzahl hat sich in kurzer Zeit fast verdoppelt. Das „alte Dorf“ hingegen wirkt wie ein verlassenes Zentrum, umsäumt von Schlafburgen auf den Hügeln am Ortsrand. Hier haben alle Läden zugemacht. Fast alle. Denn seit Kurzem gibt es einen Marktplatz mit großer Konzerthalle. Die "Innerstephilharmonie" war Bühnenbild unseres großen Landschaftstheaterprojekts „Das Ammonshorn“ (vgl. Anlage Medien). Obwohl das Projekt beendet ist, wird das leerstehende Ladenlokal mit der markanten Fassade weiterhin als Treffpunkt genutzt. Aber die Dorfgemeinschaft ist sich nicht einig, wie ein zukünftiges Dorfgemeinschaftshaus beschaffen sein muss. Mit qualifizierter Gemeinwesenarbeit wollen wir den Zusammenhalt im Dorf verbessern und aus der eigenwilligen Sehenswürdigkeit ein neues Wahrzeichen für eine intakte demokratische Dorfgemeinschaft machen. Obwohl unsere jährlichen Theaterspektakel mittlerweile auf wechselnden Landschaftsbühnen im Kreisgebiet stattfinden, will das Forum Heersum in seinem Heimatdorf nicht nur eine Briefkastenfirma sein. Mit unserem Marktplatz-Projekt wollen wir den HeersumerInnen etwas zurückgeben, das auch ohne große Theaterspektakel funktioniert. Einen Ort, der von den EinwohnerInnen des Dorfs selbst bespielt wird, auch wenn das Heersumer Landschaftstheater gerade im Südkreis zu Gast ist. Unsere Stärke ist es, ganz unterschiedliche Leute unterzuhaken und mit auf Entdeckungsreise zu nehmen. Auf diese Weise gelingt es uns, über den Kirchturmradius hinaus Interesse für das Dorf und seine Geschichte(n) zu wecken. Mit unseren Theaterspektakeln schaffen wir gemeinsame Erlebnisse und setzen damit ein Thema, über das wir die Leute ins Gespräch bringen. Nach innen bewirkt das einen angenehmen Lokalpatriotismus, der länger anhält als eine Theatersaison. Diesem Lokalpatriotismus wollen wir in Heersum zu einem Ladenlokal verhelfen. Es soll ein öffentliches Wohnzimmer für Neubürger*innen und Alteingesessene sein, für Leute aus dem Dorf und für Leute von auswärts. Die Musik spielt nicht nur in den Metropolen der Welt, sie spielt auch im kleinen Dorf Heersum. Dafür soll es nach unserem Theaterspektakel als „dritten Ort“ die Innerstephilharmonie geben, wo man selbst den Ton angeben kann. Dabei wollen wir unsere soziokulturelle Expertise einsetzen und mit qualifizierter Gemeinwesenarbeit erweitern.

Ausgangslage

Heersum ist ein kleines Dorf im Landkreis Hildesheim. Die Neubaugebiete „Innersteblick“ und „In den Gänseköpfen“ haben in den vergangenen Jahren für regen Bevölkerungszuwachs gesorgt. Die Einwohner*innenzahl hat sich in kurzer Zeit fast verdoppelt (derzeit 750). Das „alte Dorf“ mit seinen leerstehenden Ladenlokalen wirkt wie ein entkoppeltes Zentrum, umsäumt von Schlafburgen am Ortsrand. Die Neubaugebiete florieren, während der Ortskern schrumpft. Weil es keine Kommunikationsorte gibt, vereinzeln die Interessen. Projekte wie der Aufbau eines Dorfgemeinschaftshauses scheitern, weil niemand im Dorf die Einzelinteressen bündelt und sich um eine übergreifende Gemeinwesenarbeit kümmert. Eine Bereicherung des Dorflebens kam 1990 mit dem „Forum Heersum“ in den Ort. Viele Jahre beteiligen sich fast alle Vereine an den jährlichen „Heersumer Sommerspielen“, bei denen das Leben des Dorfes Heersum unter geschichtlichen und alltäglichen Aspekten inszeniert wurde. Mittlerweile hat sich das Konzept des Landschaftstheaters gewandelt. Der Verein agiert kreisweit und inszeniert seine Theaterspektakel an jährlich wechselnden Spielorten im Landkreis. Im Dorf Heersum befindet sich nur noch das Büro und die Fundus-Werkstattscheune. Anlässlich des 1000jährigen Jubiläums des Dorfes hat der Verein nach vielen Jahren wieder ein Gastspiel in Heersum gegeben. Dabei wurde im Ortskern ein verwahrloster Platz mit zwei leerstehenden Ladenlokalen bespielt. Den entstandenen „Marktplatz samt Ammonshaus“ möchte der Verein nach dem Dorfjubiläum als neuen „dritten Ort“ erhalten und von dort mit qualifizierter Gemeinwesenarbeit den Zusammenhalt und die Qualität sozialer Beziehungen verbessern.

Ansatz und Methodik

Die Kernkompetenz des Vereins ist die Durchführung niederschwelliger soziokultureller Theaterprojekte. Um damit im Dorf nachhaltige "Entwicklungshilfe" und Impulse zur Selbsthilfe geben zu können, will der Verein sein KnowHow mit qualifizierter Gemeinwesenarbeit anreichern, bzw. zusätzliche personelle Kapazitäten dafür schaffen. In der Verbindung hoffen wir auf eine win-win-Situation. Durch die Gemeinwesenarbeit findet unser Theater einen guten Draht zur Bevölkerung. Mit unserem kulturellen Ansatz wiederum geben wir der Gemeinwesenarbeit besondere Impulse. Alljährlich können wir über hundert Menschen motivieren, Teil unseres humorvollen Landschaftstheaters zu werden, das in einer Mischung aus regionalem Stoff mit bekannten popkulturellen Motiven auf wechselnde Spielorte maßgeschneidert wird und damit jedes Jahr Tausende Zuschauer aufs Land hinaus lockt. Mit den Inszenierungen eignen wir uns profane Orte des Landlebens an und schaffen das Kunststück, die „LaiendarstellerInnen“ zum Bestandteil der Bühnenkunst zu machen anstatt die Kunst auf „Laienniveau“ herunterzubrechen. “Eine Region spielt sich selbst und ihre eigenen Geschichten! Besser kann Theater seine Funktion als Ort der kollektiven Selbstvergewisserung und als Ort der lebendigen Auseinandersetzung mit der lokalen Lebensrealität nicht erfüllen.“ (B. Ellenberger, ehem. Chefdramaturgin des Stadttheaters Hildesheim). Unsere soziokulturelle Expertise wollen wir einsetzen und mit qualifizierter Gemeinwesenarbeit erweitern.