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Wandel gestalten: Bad Gandersheim gemeinsam neu denken

Akteure vernetzen - Beteiligung stärken - Begegnungsorte schaffen

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Das Projekt

Das Projekt knüpft an ein Gemeinwesenarbeitsprojekt an, das jedoch aufgrund eines Trägerwechsels zeitlich in der Entwicklung zurückliegt. Zu Projektbeginn wurden Strukturen errichtet, darunter ein Nachbarschaftszentrum, doch diese wurden durch den Trägerwechsel wieder aufgelöst. Die ehrenamtlich Engagierten sahen sich gezwungen, neue Wirkungsorte zu finden. Als die Gemeinwesenarbeit dann unter einem neuen Träger fortgeführt wurde, mussten die Strukturen mit neuen Räumlichkeiten und ohne ehrenamtliche Unterstützung allmählich wieder aufgebaut werden. Dieser Trägerwechsel und der Verlust der etablierten Strukturen stellen eine bedeutende Herausforderung für das Projekt dar. Daher steht eine zuverlässige Strukturierung der GWA im Mittelpunkt der geplanten Maßnahmen. Es werden verbindliche Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zwischen der GWA, der Stadtverwaltung und anderen relevanten Partnern getroffen, um ein gemeinsames Verständnis und eine effektive Kooperation sicherzustellen. Durch den Aufbau eines stabilen Netzwerks wird ein schneller Informationsfluss zwischen den Akteuren und den Bewohnern geschaffen, um Transparenz und Vertrauen zu fördern. Die Aktivierung neuer Bewohner ist ein weiterer Schwerpunkt des Projekts. Durch gezielte Befragungen und Veranstaltungen wie Dorfabende sollen bisher nicht erreichte Zielgruppen wie Senioren und Migranten aktiv angesprochen und zur Teilnahme an der Gemeinwesenarbeit motiviert werden. Ein regelmäßig tagendes Bürgernetzwerk wird etabliert, um gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und die Bewohner aktiv in die Gestaltung ihrer Gemeinschaft einzubinden. Die Stärkung der Verbindung zwischen Kernstadt und Dörfern ist ein weiteres zentrales Anliegen. Durch die Organisation von Veranstaltungen und Aktivitäten in den Dörfern unter dem Thema "Stadt-Land-Verbindung" sollen offene Dialoge gefördert und gemeinsame Ziele identifiziert werden. Die Bewohner sollen sich gehört fühlen und ihre Anliegen ernst genommen sehen, um das Gefühl der Entfremdung zu verringern und eine stärkere Gemeinschaft zu schaffen.

Ausgangslage

Bad Gandersheim, mit Kernstadt und 15 Ortsteilen, zählt 11.000 Einwohner. Einst lebendige Kurstadt, leidet es heute unter demografischem Wandel und Strukturwandel. Signifikanter Leerstand prägt das Bild, von Einzelhandelsflächen bis Klinikkomplexen. Bevölkerungsrückgang übertrifft Niedersachsen-Durchschnitt. Finanzielle Lage äußerst angespannt, was zur Abstoßung freiwilliger Leistungen führte. Ein Großteil dieser Lücken wurde durch ehrenamtliches Engagement geschlossen. Eines der herausragenden Probleme der Stadt ist das Fehlen eines starken Wir-Gefühls innerhalb der Gemeinschaft. Diese fehlende Verbundenheit führt zu einer Vielzahl von Kommunikationsproblemen und mangelnder Wertschätzung zwischen verschiedenen Gruppen. Die Kommunikation zwischen Bürgern und der Verwaltung, zwischen Vereinen, zwischen Parteien und sogar zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Ansichten ist unzureichend. Ein weiteres Problem besteht darin, dass es keine stabilen und sicheren Strukturen für die GWA gibt. Wiederholt wurden solche Strukturen aufgebaut, nur um dann wieder abzubrechen. Der jüngste Trägerwechsel in der Mitte des laufenden Projekts hat die Situation weiter verschärft. Obwohl bereits viel Vorarbeit geleistet wurde, fehlen nun die stabilen Strukturen, um diese Arbeit fortzusetzen und die zarten Fortschritte in verbindliche Formen zu bringen. Eine weitere Herausforderung, betrifft die Dörfer, die sich von der Stadt abgehängt fühlen. Die Konzentration von Ressourcen und Aufmerksamkeit auf die Stadt hat dazu geführt, dass die Bedürfnisse und Anliegen der Dörfer oft vernachlässigt werden. Dies verstärkt das Gefühl der Entfremdung und des Ungleichgewichts innerhalb der gesamten Stadt.

Ansatz und Methodik

Unser Projekt verfolgt den Ansatz der Gemeinwesenarbeit, der darauf abzielt, die Lebensqualität in einem bestimmten Gemeinwesen durch aktive Einbeziehung der Bewohner zu verbessern. Dies geschieht durch die Stärkung lokaler Strukturen, Förderung von Selbsthilfe und Eigenverantwortung sowie Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren vor Ort. Wir setzen auf eine partizipative Herangehensweise, die es den Bewohnern ermöglicht, ihre Bedürfnisse, Anliegen und Ideen einzubringen und aktiv an Entscheidungen teilzuhaben. Dabei spielen lokale Ressourcen und Potenziale eine wichtige Rolle, die durch die Gemeinschaft selbst identifiziert und genutzt werden. Unser Projekt fördert den Aufbau und die Pflege von Netzwerken innerhalb des Gemeinwesens, um den Informationsaustausch zu erleichtern, gemeinsame Interessen zu identifizieren und Lösungen zu erarbeiten. Durch die Schaffung von Plattformen für Austausch und Zusammenarbeit streben wir eine nachhaltige Stärkung der Gemeinschaft an. Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Arbeit ist die Unterstützung von benachteiligten oder marginalisierten Gruppen, um ihre Teilhabe am Gemeinwesen zu fördern und soziale Ungleichheiten abzubauen. Wir setzen uns für eine inklusive Gemeinwesenarbeit ein, die die Vielfalt und unterschiedlichen Bedürfnisse aller Bewohner berücksichtigt.