Weiterentwicklung Mütter-Kinder-Zentrum Bassum e.V. als eine Anlaufstelle vor Ort
Interkultureller Trefpunkt
Das Projekt
Das MüKiZe besteht seit mehr als 30 Jahren als überwiegend ehrenamtlich organisierte Einrichtung für Familien in Bassum. Es ist bislang Anlaufstelle für junge Familien mit kleinen Kindern in Bassum, insbesondere auch für (Neu-)Zugezogene, die nicht auf vertraute Strukturen zurückgreifen können. In der 2015/2016 einsetzenden Flüchtlingswelle gab es verschiedene Angebote von Ehrenamtlichen,die die Räumlichkeiten des Mütter-Kinder-Zentrum Bassum e.V. nutzen. Eine intensive und zahlenmäßige Anbindung gelang seinerzeit aber nicht, dies war u.a. den Sprachbarrieren, den vielfältig zu lösenden Anfangsproblemen der geflüchteten Familien aber auch der traditionellen Rolle der Frauen geschuldet.
Trotzdem gelang es, eine Gruppe von 30 der zugewanderten/geflüchteten Frauen bei den Frühstückstreffen anzusprechen. Diese haben ihren Wunsch geäußert, sich mehr im öffentlichen Leben in der Stadt zu beteiligen und auch neue Kontakte in die Aufnahme-Gesellschaft zu knüpfen. Im Rahmen einer im Hause gestarteten Umfrage konnten wir feststellen, dass Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in Bassum sich einen Ort wünschen, an dem sie sich angstfrei begegnen und austauschen können. Bisher gibt es einen solchen Kontakt- und Treffpunkt für diese Frauen in Bassum nicht.
Die Besucher*innen wünschen sich gemeinsam Freizeit zu verbringen, sich mit anderen Frauen auszutauschen. Sie wünschen sich aber auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einzubringen und sich über unterschiedliche Werte, Regeln und Normen auszutauschen.
Das Projekt möchte Begegnungen von Frauen über soziokulturelle Grenzen hinweg einführen und darüber ein Kennenlernen und gegenseitiges Wertschätzen ihrer verschiedenen Lebenswege und -welten unterstützen. Darüber hinaus können sie sich mit ihren Ideen und Fähigkeiten einbringen und so eine Vorbild- und auch Multiplikatorenrolle einnehmen.Die Stärkung und Selbstwirksamkeit der Frauen wird auch in ihre Familien hinein und auf die Kinder positiv einwirken. Die enge Kooperation mit Familienzentrum und Flüchtlingssozialarbeit sowie die gute Vernetzung zu den ortsansässigen Institutionen und Vereinen werden eine verbesserte Nutzung der zur Verfügung stehenden Potentiale ermöglichen und dauerhaft die Zugänge erleichtern. Durch Teilhabe an regionalen Festen und weiteren Aktionen können sich die Frauen aktiv an den Quartiersprozessen beteiligen und werden so immer mehr Teil des Gemeinwesens. Digitalen Kompetenzen könnten bei Coronaeinschränkungen genutzt werden.
Ausgangslage
Mit der Flüchtlingswelle 2015/2016 stand auch Bassum vor der Aufgabe, für eine große Anzahl von Geflüchteten Wohnraum zu schaffen. So wurde unter anderem ein Containeranlage genutzt und es entstand in einem großen Gebäudekomplex am Stadtrand zahlreiche kleine Appartments, welche nun Menschen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen Platz bieten. Hier sind überwiegend Frauen mit Kindern untergebracht. Viele Familien konnten aber auch dezentral im Stadtgebiet oder den umliegenden Ortschaften untergebracht werden.Dadurch leben die Familien sehr isoliert, lernen sich untereinander nur bedingt kennen, es fehlt der "zentrale Ort" für Vernetzung und Begegnung.Die Familien erhalten in der Regel Transferleistungen, daher können sie sich kostenintensiven Angebote in der Regel nicht leisten.
Geflüchtete Frauen sind bei der Integration und der Nutzung von Bildungsangeboten häufig durch die traditionelle Rollenverteilung bei der Familienarbeit und durch die Betreuung der sehr kleinen Kinder benachteiligt. Der Zugang zu den entsprechenden Institutionen stellt für sie oft eine Barriere dar. Sie erlernen die deutsche Sprache meist nicht durchgängig und vollumfänglich, was zusätzlich den Rückzug ins Private befördert. Diese Frauen möchten wir motivieren einen verlässlichenTreffpunkt in Mütter-Kinder-Zentrum zu finden.Das Mütter-Kinder-Zentrum bietet sich durch seinen niedrigschwelligen Zugang und die langjährige Tradition, für alle Familien gleichen welchen Hintergrund offen zu sein, besonders an. Durch die langjährige gelebte Kooperation mit den städtischen Institutionen, können nachhaltige und verlässliche Prozesse der Beteiligung, Stärkung und Entwicklung befördert werden
Ansatz und Methodik
Das Mütter-Kinder-Zentrum versteht Gemeinwesenarbeit als ganzheitliche Verbesserung der Lebenswirklichkeit der Menschen. Mit einfachen bewährten und innovativen Methoden möchten wir die Bewohnerinnen erreichen, empowern und aktivieren. Das entspricht der Tradition der Arbeit in Mütterzentren. Im Mittelpunkt stehen für uns die Menschen, sie sind Expertinnen für ihre Bedürfnisse und Wünsche. Das Gefühl des Nicht-Gehört-werdens weicht der aktiven Teilhabe und Selbstorganisation und dem Selbstbewusstsein von Wirksamkeit von Kommunikation und Handlung. Durch Verbesserung der immateriellen, materiellen und infrastrukturellen Bedingungen in Zusammenarbeit mit unseren starken Netzwerkpartnern kann eine aktive Beteiligung an den Quartiersprozessen ermöglicht werden. Diese Stärkung der Kompetenzen der Bewohnerinnen soll nachhaltig wirken, sie selbst als Multiplikatorinnen der Ausgangspunkt eigener, weitreichender Entwicklungen werden. Mit professioneller Unterstützung auf Augenhöhe sind wir sicher, dieses Ziel zu erreichen. Die Projektleiterin zeichnet sich durch langjährige Tätigkeit und Erfahrung in allen Bereichen des Vereins aus. Seit 3 Jahren lenkt sie als Geschäftsführerin die Weiterentwicklung des Vereins inhaltlich und ökonomisch. Zur fachlichen und methodischen Vertiefung wird sie gerne den Zertifikatskurs Gemeinwesenarbeit nutzen. Mit eigenem Migrationshintergrund kann sie aus der Selbsterfahrung schöpfen und ist gleichzeitig Vertrauensperson und Vorbild.