Skip to main content

Lebendiges Leineberg-Zentrum

Wer, wenn nicht wir? Aktiv in unserem Quartier!

dji 0092 3 4 5 6 web

Das Projekt

Im Göttinger Quartier „Leineberg“ (2.800 BewohnerInnen) eröffnete 2009 das Stadtteilbüro Leineberg. Seit 2013 wird das Stadtteilbüro getragen vom Nachbarschaftsverein Leineberg (ca. 80 Mitglieder). Derzeit arbeitet eine hauptamtliche Mitarbeiterin im Stadtteilbüro, die unterstützt wird von einer Minijobberin und vielen Ehrenamtlichen. Schwerpunkte der Arbeit sind die Inszenierung von Kommunikationsanlässen, die Förderung von Nachbarschaftshilfe und die Vernetzung der Akteure im Quartier. Dabei haben wir uns aufgrund des hohen Altersdurchschnitts im Quartier besonders mit dem Thema Vermeidung von (Alters-)einsamkeit befasst. Das Stadtteilbüro wirkt zudem mit am stadtweiten Netzwerk der Quartierszentren. Die BewohnerInnen des Leinebergs beklagen einvernehmlich den Zustand der Ladenzeile im Quartier. Das Stadtteilbüro befindet sich gegenüber der Ladenzeile, unweit der Kirchengemeinde und der Hausarztpraxis. Dieses räumliche Zentrum soll aufgewertet und belebt werden. Dabei wird mit den anliegenden Geschäften und Institutionen zusammen gearbeitet und gemeinsam eine Verbesserung der Nahversorgung in den Blick genommen. Vor dem Stadtteilbüro stehen bereits ein öffentlicher Bücherschrank und eine Bank, die gut genutzt und von AnwohnerInnen gepflegt werden. Allerdings stoßen wir mit einer Weiterentwicklung dieses Ansatzes personell und finanziell an unsere Grenzen. Um das Thema Nahversorgung und Begegnungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum gezielt in den Blick zu nehmen, benötigen wir Arbeitsgruppen, die sich gezielt mit dem Thema befassen und eine Unterstützung der Gruppen bei der Umsetzung ihrer Ideen. Hierzu braucht es zusätzliche Zeit und Sachmittell. Daher möchten wir das Projekt nutzen, um die Selbstorganisation der AnwohnerInnen für die Nahversorgung zu aktivieren, und die Vernetzung im Quartier zu verbessern. Wir denken die Nahversorgung und die Begegnung im öffentlichen Raum zusammen. Damit lehnen wir uns an am Konzept der „Dorfbegegnungsläden“. Die Aktivitäten werden mit BewohnerInnen geplant und umgesetzt., die Selbstorganisation wird gestärkt. Die bereits bestehende Stadtteilrunde (Netzwerk der Akteure im Quartier) wird gestärkt und durch die Ladenbetreiber ergänzt. Die Aktivitäten werden in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung durchgeführt. Die Ergebnisse des Projekts fließen in das Netzwerk der Nachbarschaftszentren ein und werden für andere Zentren und für die gesamtstädtische Strategie zur Arbeit der Nachbarschaftszentren nutzbar.

Ausgangslage

Der Göttinger "Leineberg" liegt ca. 1,5 km südwestlich der Kernstadt und ist baulich klar vom Rest der Stadt getrennt. Hier leben derzeit 2.800 Menschen, überwiegend im Geschosswohnungsbau. Nachdem der Leineberg viele Jahre als "sozialer Brennpunkt" galt, hat sich das Image in den letzten Jahren gewandelt: Die Städtische Wohnungsbau GmbH als größter Vermieter im Quartier hat ihre Häuser und Wohnungen saniert, die stadtnahe und gleichzeitig ruhige Lage und die im Vergleich zu anderen Quartieren niedrigen Mieten machen die Wohnungen attraktiv und begehrt. Allerdings: Eine Studie zur Nahversorgung in Göttingen bescheinigt, was alle LeinebergerInnen schon lange wissen: Das Ladenzentrum ist nicht mehr zeitgemäß und die Nahversorgung ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Geschlossen haben in den letzten Jahren die Drogerie, die Apotheke und die Bankfiliale. Gleichzeitig ist der Altersdurchschnitt im Quartier hoch. Es leben also viele Menschen hier, die auf Einkaufsmöglichkeiten vor Ort angewiesen sind. Die kleine Ladenzeile und der davor liegende Grünstreifen haben momentan eine niedrige Aufenthaltsqualität. Das führt dazu, dass viele Menschen zum Einkaufen mit dem Bus oder dem Auto in die Stadt fahren. Dadurch fehlen Begegnungen im öffentlichen Raum und die Wirtschaft vor Ort wird weiter geschwächt. Gleichzeitig fehlt beim Einkauf in der Stadt der persönliche Charakter: Auf dem Leineberg kennen die LadenbetreiberInnen ihre Kundschaft, der Einkauf ist neben der schlichten Versorgung ein Kommunikationsanlass. Nicht zuletzt angesichtst zunehmender Alterseinsamkeit nehmen wir daher mit unserem Projekt die Nahvergung in Kombination mit Begegnung im Quartier in den Blick.

Ansatz und Methodik

Auf dem Leineberg wird seit 2009 mit dem Stadtteilbüro und dem Nachbarschaftsverein Leineberg als Trägerverein der Ansatz der Gemeinwesenarbeit durchgeführt. Mit dem Projekt werden das Selbsthilfepotential und die Nachbarschaftshilfe im Quartier weiter gestärkt. Die Aktivierung der BewohnerInnen und die Stärkung der Netzwerke vor Ort sind die Grundlagen des Projekts. Dabei gehen wir ein Thema an, das von den BewohnerInnen in den letzten Jahren immer wieder angesprochen wurde. Die Arbeit am Thema "Aufwertung des Umfelds des Ladenzentrums und Verbesserung der Nahversorgung" ist der Aufhänger, unter dem die Netzwerke gestärkt werden. Die konkreten Maßnahmen werden mit LeinebergerInnen gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. Ziel ist die Schaffung von Strukturen, die in Zukunft neue Themenbereiche im Quartier in den Blick nehmen. Dabei verstehen wir den Leineberg trotz seiner von der Stadt abgetrennten Lage als Teil der Gesamtstadt und möchten die Zusammenarbeit mit der Kommune und anderen Quartierszentren für unser Projekt nutzen. Die Ergebnisse fließen durch einen Austausch mit der Stadt Göttingen und im Netzwerk in die gesamtstädtische Strategie der Quartiersentwicklung ein. Zusätzlich wird neben der Sozialplanung Kontakt zur Stadtplanung aufgenommen. Besondere Nähe besteht zum benachbarten "Leineviertel", daher werden die Aktivitäten mit dem dortigen Quartiersmanagement gut abgestimmt, so werden Doppelstrukturen vermieden und Synergieeffekte genutzt.