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Bibu - Belm ist bunt

Empowerment durch Stärkung von Ressourcen und Gestaltungsmöglichkeiten

maskottchen bibu , bibu herkunft

Das Projekt

Das Projekt "Belm ist bunt - Bibu" fördert die Partizipation der Einwohner*innen im sozialen und politischen Bereich. Ziel ist es, im Projektgebiet und darüber hinaus zu einer Aktivierung der Menschen beizutragen und so deren Teilhabe in der Gemeinde zu fördern. "Bibu" knüpft dabei an bestehende Strukturen und Vorarbeiten, die u.a. im Rahmen der "Sozialen Stadt" sowie des Projektes "NaDi - Nachbarschaftsdialog" erfolgten, an. Hier wurden Strukturen, z.B. das Netzwerk Sozialer Akteure, und Zugänge, z.B. über Beratungsangebote und gemeinsame Freizeitaktivitäten, geschaffen. Nun soll auf dieser Basis die Partizipation der Anwohner*innen im Fokus stehen. In dem Projektgebiet finden regelmäßige Aktionen statt, bei denen Probleme und Wünsche der Anwohner*innen diskutiert werden können (z.B. ein Neujahrswunschbaum, gemeinsames Frühlingsfest). Dafür werden die Räumlichkeiten ansässiger Netzwerkpartner*innen ebenso genutzt wie der öffentliche Raum. Mit Unterstützung der Mitarbeitenden können die Anwohner*innen dann überlegen, wie sie eine Verbesserung für ihr Viertel oder die gesamte Gemeinde erreichen können. Diese werden dann gemeinsam mit den Mitarbeitenden an das Netzwerk und vor allem an Politik und Verwaltung kommuniziert. Hier können z.B. die im letzten Jahr etablierten Bürgerforen eine Möglichkeit darstellen, zu denen die Anwohner*innen begleitet werden können, so dass auch sprachliche Unterstützung (das Team verfügt über englische, arabische und russische Sprachkenntnisse, Türkisch sowie Gebärdensprache können durch den Träger ebenfalls gestellt werden) möglich ist. Dabei nutzt das Projekt zudem die 2021 anstehenden Kommunal- und Bürgermeister*innenwahlen in Belm, um soziale Fragen mit politischer Partizipation zu verknüpfen. In Veranstaltungen werden die Möglichkeiten und Grenzen sowie die Bedeutung von Kommunalpolitik verdeutlicht, gemeinsame Gespräche mit Politiker*innen dienen nicht nur dem Austausch, sondern auch dem Abbau von Berührungsängsten. Zudem können die Anwohner*innen hier direkt ihre Ideen an Verwaltung und Politik weitergeben um gemeinsam Strategien für einen lebenswerten Stadtteil zu entwickeln. Besonderer Fokus liegt hier auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. "Bibu" ist dabei in der Arbeit nicht nur Name, sondern auch Maskottchen des Projektes - ein klassischer "bunter Vogel", der die zahlreichen Facetten des Projektgebietes in sich vereint und von den Anwohner*innen je nach Bedarf gestaltet werden kann (siehe Punkt 11).

Ausgangslage

Bei dem Fördergebiet handelt es sich um das ehemalige Sanierungsgebiet der "Sozialen Stadt" und ist daher mit diesem kongruent. Es umfasst die Straßen: Breslauer Ring, Stettiner Straße, Frankfurter Straße 2-10 und Heideweg 37-45. Damals wurden Quartiersmanagementstrukturen aufgebaut. Ziel war es, diese auch nach Beendigung des Projektes "Soziale Stadt" aufrecht zu erhalten. Ohne hauptamtliche Unterstützung war dies jedoch nur schwer möglich. Es gibt Angebote verschiedener Akteur*innen sowie ein Freiwilligenbüro, das versucht Ehrenamtliche anzubinden. Den Zugang zu Anwohner*innen zu finden gestaltet sich jedoch als äußerst schwierig. Geprägt ist das Gebiet durch einen hohen Anteil von Menschen, die Transferleistungen beziehen. Zudem ist der Anteil von Ausländer*innen in dem Gebiet deutlich höher als in der Gesamtgemeinde, gleiches gilt für Menschen mit Migrationshintergrund. Hier handelt es sich vor allem um Spätaussiedler*innen. Verschärft hat sich diese Entwicklung durch den hohen Zuzug von Geflüchteten ab 2015 und den seit 2017 zu beobachtenden Zuzug von Menschen aus Osteuropa. Diese Gruppen leben nebeneinander her, was zu Vorurteilen und negativen Zuschreiben gegenüber „der Anderen“ führt. Über das Projekt „NaDi“ wird daran gearbeitet, hier ein Gemeinschaftsgefühl aufzubauen, dies gestaltet sich durch die Corona-Einschränkungen als schwierig. Es ist aber deutliches Interesse an einem Engagement für Gebiet und Gemeinde erkennbar. Wichtig ist jedoch diesem noch diffusen Interesse Raum zu verleihen und den Menschen zu zeigen, wie sie sich Gehör verschaffen können und welche Möglichkeiten sich zur Gestaltung des Gebietes ergeben. Hier soll „Bibu“ ansetzen.

Ansatz und Methodik

GWA arbeitet anhand der Bedürfnisse und Interessen der Anwohner*innen und fördert die Partizipation im sozialen und politischen Bereich durch Vernetzung und Stärkung vorhandener Ressourcen. GWA versteht sich dabei als Unterstützung, nicht als Leitung. Mit Blick auf die soziale Teilhabe zielt das Projekt daher darauf ab, niedrigschwellige Diskussionsräume zu schaffen (z.B. durch Beratungs- und Freizeitangebote wie gemeinsame Feiern). Hier sollen die Anwohner*innen ihre Meinung zur Situation vor Ort kommunizieren und Bedarfe sowie Ideen zur Verbesserung formulieren. Darauf aufbauend werden dann gemeinsam Lösungsstrategien entwickelt. Dabei lebt das Projekt von der Rückkopplung mit und dem Engagement der Anwohner*innen, die Mitarbeitenden haben vor allem die Funktion den Austausch anzustoßen und daraus entstehende Ideen zu unterstützen bzw. andere Akteur*innen für die Unterstützung zu gewinnen. Verschränkt wird dieser Bereich mit politischer Partizipation. Da 2021 neben den niedersächsischen Kommunalwahlen auch Wahlen zum*zur Bürgermeister*in in Belm anstehen bietet sich dies an, um den Anwohner*innen die Bedeutung von Kommunalpolitik sowie ihre Einflussmöglichkeiten näher zu bringen und den Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Anwohner*innen zu fördern. Hier können z.B. Workshops zur Entwicklung von Ideen für die Gemeinde oder Diskussionsrunden mit Politiker*innen stattfinden, bei denen die Anwohner*innen die zuvor entwickelten Ideen vorstellen können.