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Familien im Zentrum: Teilhabe in der Altstadt von Northeim stärken

Begegnungen ermöglichen, Netzwerke ausbauen, sozialen Zusammenhalt stärken

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Das Projekt

Gemeinwesenarbeit lässt sich im Zentrum Northeims nach der bisher durchgeführten Sozialraumanalyse (den zahlreichen Bewohner*innenbefragungen, der Beteiligung am "Kinderstadtplan", der genauen Beobachtung der öffentlichen Berichterstattung über Aktivitäten in der Innenstadt, der geleisteten Kontaktaufnahme zur soziokulturellen Szene Northeims u.a.) besser etablieren, wenn die gesamte Altstadt zum Projektgebiet wird. Wir werden darum in dem Folge-Projekt sukzessive die gesamte Northeimer Altstadt miteinbeziehen. Die Bestandsaufnahmen werden für das erweiterte Gebiet fortgeführt. Die Wahl eines größeren Projektgebiets dient auch der besseren Abstimmung mit parallel laufenden Stadtentwicklungsplanungen der Stadt Northeim, weil diese die gesamte Altstadt betrachten (Integriertes Entwicklungskonzept). Das GWA-Projekt soll Teil des Stadtentwicklunsgeschehens werden und gerade bisher weniger beteiligte Bewohner*innen veranlassen, sich für die Gestaltung des öffentlichen Raums einzusetzen. Dazu werden wir den begonnenen Prozess der Selbstorganisation der Bewohner*innen weiter unterstützen. Der spezifische Fokus unserer GWA richtet sich dabei auf die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und ihren Familien. Aber auch unsere Bemühungen um eine Bewusstmachung der besonderen Stärke der Northeimer Altstadt werden wir ausbauen (u.a. mit einer Fortführung der 3 Formate Quartiersgeschichten, Quartiersspaziergänge und Kolleg*innensuppe). Unsere besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf die weitere Ansprache der Fachkräfte vor Ort. Sie könnten noch intensiver mit Blick auf die künftige Stadtentwicklung kooperieren. Wir wollen deshalb bestehende Netzwerke sozialer Einrichtungen im Quartier besser erkennen und den Prozess ihrer weiteren Vernetzung mit Blick auf die Innenstadtentwicklung durch Anregungen aus der Gemeinwesenarbeit unsererseits unterstützen. Wir werden viele Begegnungen ermöglichen: Der Bewohner*innen untereinander, aber auch der Fachkräfte, Passanten und sonstigen Nutzer*innen des Quartiers. Unser Familientreff (Einrichtung des Kinderschutzbundes) hat seit dem 2. Quartal 2020 weitere Räume und Personal erhalten und damit seine Kapazitäten deutlich erhöht. Seit dem August 2020 entsteht veranlasst durch das laufende GWA-Projekt ein Außengelände des Kinderschutzbundes in der Mitte des Quartiers Harztor. Dieses bietet durch seine zentrale Lage langfristig Entwicklungsmöglichkeiten. Für das Frühjahr 2021 ist an seine Eröffnung gedacht.

Ausgangslage

Die Altstadt Northeims ist durch viel Leerstand von Geschäftsräumen und durch eine vergleichsweise hohe Fluktuation der Bewohner*innen von preiswertem Wohnraum geprägt. Die Altstadt ist sozial durchmischt, aber gerade marginalisierte Familien wohnen bisher nur über kurze Zeiträume in der Altstadt. Das Wohnumfeld ist für Familien offenbar insgesamt nicht sehr attraktiv. Mit dem nun stark erweiterten Begegnungsort Familientreff und dem in Gründung befindlichen Außengelände des Kinderschutzbundes am Entenmarkt (ca. 250 qm Grünfläche) werden wir zukünftig noch mehr Erwachsene, Kinder und Jugendliche erreichen. Durch aktivierende Befragungen, regelmäßige Sozialraumbegehungen, die Anfertigung von Sozialraumkarten u.a. Methoden erfassen wir die Wünsche der Bewohner*innen hinsichtlich Veränderungen in ihrem Quartier. Der Verlauf des im Sommer 2019 gestarteten Projekts zeigt, dass wir seitdem mehr Bewohner*innen für die Angebote des Familientreffs haben gewinnen können (vor Corona). Wertvolle Beziehungen zu wichtigen Akteuren im Viertel (Gewährsleute, Fachkräfte) und zu politischen Entscheidungsträgern der zukünftigen Altstadtentwicklung in Northeim konnten aufgebaut werden (erster und zweiter Bürgermeister, Abteilungsleiter aus der Verwaltung, Vertreter der Parteien und der Beiräte des Stadtparlaments u.a.). Ein umfangreicher Pressespiegel über die Altstadtstadtentwicklung, über sozialkulturelle Angebote und das bürgerschaftliche Engagement für den öffentlichen Raum wurde angelegt. Das GWA-Projekt verfügt über Zugänge zu Familien, die im Zuge der Entwicklung der Altstadt an Bedeutung gewinnen. Wir wurden von Bewohner*innen ermutigt, unsere Arbeit längerfristig fortzusetzen.

Ansatz und Methodik

Das Projekt zeichnet sich durch einen Mix aus Bewohner*innen-Aktivierung und Verstetigung der Kooperationen zwischen soziokulturellen Einrichtungen vor Ort aus. Wir sehen uns in der Rolle einer initiierenden und moderierenden Kraft für familiengerechte Maßnahmen der Altstadtentwicklung. Besonders die Anliegen von Kindern wollen wir im Gemeinwesen und in der Stadtentwicklung sichtbar werden lassen. Das schließt auch Legislaturperioden überdauernde Anliegen der jungen Generation mit ein. Dazu sammeln wir Wünsche und Vorstellungen der Bewohner*innen / Kinder / sozialen Institutionen zur Quartiersentwicklung und vermitteln sie an Entscheider und in Gremien weiter (z.B. dem Sanierungsbeirat, Jugendbeirat, Runder Tisch Integration, Behindertenbeirat, Migrationsrat, Bündnis gegen rechts u.a.). Da Kinder im Fokus unserer GWA stehen, versuchen wir nachhaltig wirksame Maßnahmen mit zu initiieren, d.h. eine zukunftsgerechte Wohnumgebung anzustreben, die Klimaschutz, Kinderfreundlichkeit und Inklusion gleichermaßen umfasst. Voraussetzung dafür ist auch, dass sich mehr Bürgerinnen und Bürger für die zukunftsgerechte Entwicklung in der Altstadt einsetzen. Wir zielen auf ihre Aktivierung und auf die Erhöhung des Anteils der Ehrenamtlichen, die sich im Rahmen des Familientreffs schon jetzt engagieren.