Stärkung des sozialen Zusammenhaltes durch Begegnung & Elternarbeit für geflüchtete Familien
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Das Projekt
Das Projekt "NaDi – NachbarschaftsDialog“ zielt darauf ab, den sozialen Zusammenhalt im Projektgebiet zu stärken und Möglichkeiten für das Zusammenwachsen als soziale Gemeinschaft zu bieten. NaDi ist dabei nicht nur Akronym, sondern auch das arabische Wort für "Club" und wird im Alltag als Begriff für Orte der Begegnung verwendet. Auf diesen Orten liegt der Fokus des Projektes. Das Projektgebiet ist von einer wirtschaftlich schwachen und aus verschiedenen Gruppen bestehenden Bevölkerung geprägt, die sich nicht als soziale Gemeinschaft verstehen. Die vor Ort bereits vorhandenen Räume verschiedener sozialer Akteur*innen wie der Ökumenischen Jugendhilfen, der ev. Gemeinde und auch der offenen Jugendsozialarbeit werden im Rahmen des Projektes für neue, teils schwer zu erreichende Zielgruppen geöffnet. Hier finden partizipative und v.a. gruppenübergreifende Angebote statt – von Kochabenden über Kreativangebote bis hin zu Vorträgen - die Berührungsängste und Vorurteile abbauen und einen Kontakt überhaupt ermöglichen. Zugang zu den verschiedenen Bevölkerungsgruppen wird über bereits aktive soziale Akteur*innen in dem Gebiet geschaffen. Dazu zählen die Diakonie-Anlaufstelle „miteinander“, die ev. Nachbarschaftshilfe „Tatkraft“ und die Flüchtlingssozialarbeit. Gerade im Projektgebiet fand ein starker Zuzug Geflüchteter statt, der neue Herausforderungen mit sich bringt – sowohl in Bezug auf Vorurteile gegenüber den Neuzugezogenen als auch im Bereich Integration. Eine besondere Rolle spielen daher die Kindergärten und Grundschulen im Projektgebiet. Hier können zum einen auch Menschen erreicht werden, die noch an keine anderen Angebote angebunden sind, und zum anderen sind Kindergärten und Schulen selbst Begegnungsorte, in denen Aktivitäten stattfinden können. Geflüchtete haben in den Bereichen Bildung und Erziehung, speziell im Bereich frühkindlicher Bildung, großen Beratungsbedarf. Auch die Mitarbeiter*innen der Einrichtungen brauchen Unterstützung im Umgang mit dieser speziellen Zielgruppe. Um in diesem wichtigen Bereich Sicherheit zu schaffen, bietet das Projekt umfassende Begleitung bei Terminen sowie Sprechstunden und Workshops an. Dies schafft Vertrauen seitens der Familien und motiviert zur Teilnahme an den Begegnungsangeboten, die diese Familien sonst aus Unsicherheit nicht nutzen würden. NaDi schafft Zusammenhalt, indem es vorhandene Ressourcen – räumlich und personell – nutzt, vernetzt, öffnet und um eigene Angebote bereichert.
Ausgangslage
Bei dem Fördergebiet handelt es sich um das ehemalige Sanierungsgebiet der "Sozialen Stadt" und ist daher mit diesem kongruent. Es umfasst die Straßen: Breslauer Ring, Stettiner Straße, Frankfurter Straße 2-10 und Heideweg 37-45. Damals wurden Quartiersmanagementstrukturen aufgebaut. Ziel war es, diese auch nach Beendigung des Projektes "Soziale Stadt" aufrecht zu erhalten. Ohne hauptamtliche Unterstützung war dies jedoch nur schwer möglich. Hinzu kam der Zuzug vieler Geflüchteter in dieses Gebiet, was zu neuen Herausforderungen führte. Der Anteil von Ausländer*innen im Gebiet ist deutlich höher als in der Gesamtgemeinde, gleiches gilt für den Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund. Gerade die Gruppe der Spätaussiedler*innen steht den Geflüchteten oft kritisch gegenüber. Dies liegt vor allem auch daran, dass sie Bund, Land und Kommune vorwerfen, sich damals nicht um sie gekümmert zu haben, jetzt aber alles für Geflüchtete zu tun. Auch rassistische Zuschreibungen sind nicht selten. So lange die Gruppen für sich bleiben, wird sich an diesen Vorurteilen nichts ändern. Daher ist es zwingend notwendig, hier durch Information und Begegnung neue Impulse zu setzen. Hinzu kommt der im Vergleich zur gesamten Gemeinde hohe Anteil von Menschen, die Transferleistungen beziehen, was zusätzlich zu sozialen Spannungen beiträgt. Hier ist also erneut hauptamtliches Engagement nötig, um Strukturen wieder zu beleben und neue Angebote zu schaffen. Wichtig ist dabei vor allem der Bereich Bildung, der für Geflüchtete besonders wichtig, aber gleichzeitig besonders schwer durchschaubar ist. Eine gute Begleitung stärkt Kindern und Eltern und bildet die Grundlage für Integration.
Ansatz und Methodik
Gemeinwesenarbeit zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität in Gebieten unter Mitarbeit der dortigen Anwohner*innen. Fokus des Projektes liegt auf den Gebieten der Gemeinde Belm, in der eine hohe Anzahl geflüchteter Personen lebt. Diese Gebiete sind geprägt durch eine sozial und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerung, hinzu kommen Konflikte zwischen Geflüchteten und Spätaussiedler*innen. Das Projekt nutzt die vorhandenen Ressourcen im Sozialraum (existente Angebote, die teilweise zu wenig genutzt werden) sowie der Menschen vor Ort. Auch wenn der Fokus auf der Stärkung geflüchteter Familien liegt indem eine Anlaufstelle für Fragen im Bereich Bildung geschaffen wird, ist der Ansatz zielgruppenübergreifend, schließlich geht es final darum, den Zusammenhalt im Quartier zu stärken und Gemeinschaft zu leben. Durch das Engagement diverser sozialer Akteur*innen gibt es bereits verschiedene Angebote, die durch den bereichsübergreifenden Gedanken des Projektes geöffnet werden sollen, so dass mehr Personen an den Angeboten teilnehmen und sich einbringen. Grundsätzlich ist Gemeinwesenarbeit ein langfristiger Prozess, das beantragte Projekt ist daher vor allem als "Türöffner" zu sehen, der die Anwohner*innen bestimmter benachteiligter Gebiete darin bestärkt, sich zu engagieren, vorhandene Projekte zu nutzen und eigene Ideen zu entwickeln.