1. Ansprechpartner
Ansprechpartner
Anja Kollenda
2. Kurzbeschreibung
Herzensmenschen - von Herz zu Herz im Quartier
Projektbeschreibung
Es ist uns ein Herzensanliegen, in Arnum, einem Ort ohne GWA und ohne niedrigschwellige Begegnungsräume, tragfähige Strukturen der Gemeinwesenarbeit aufzubauen und damit Teilhabe und Teilgabe auf vielfältigen Ebenen zu ermöglichen. Eine besondere Herausforderung ist es, Menschen, die alleine und oft einsam sind, im Quartier zu erreichen. Dazu ist aufsuchende Quartiersarbeit vor Ort notwendig. Unser Ziel ist es, auch diesen Menschen bedarfsorientiert in ihrer Häuslichkeit und in ihrer Lebenswelt zu begegnen.
Die zentrale Koordinierungsstelle bildet die organisatorische Basis des Projekts. Sie fungiert als verlässliche Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger sowie für den gesamten Sozialraum in Arnum. Sie arbeitet zugehend und aufsuchend, stimmt Vernetzungsprozesse ab, bündelt Bedarfe und koordiniert und begleitet Ehrenamtliche.
Das „Herzstück“ ist dabei eine zentrale und einladende Begegnungsstätte in Arnum, in der Austausch, Aktivitäten und Begegnungen für alle Menschen im Quartier stattfinden. Angebote werden vom Quartier fürs Quartier gemeinsam nach Bedarf entwickelt. Ehrenamtliche werden hier mit eingebunden.
„Herzensmenschen“ ist auch ein niedrigschwelliges Besuchsdienstprojekt, das isolierte Menschen über Alltagsakteure identifiziert und in Kontakt bringt. Besondere Multiplikatoren zum Erreichen von Menschen, sind hier Hausarztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Friseurbetriebe und Kirchengemeinden. Ehrenamtliche schenken Zeit, hören zu und stärken insbes. ältere alleinlebende Menschen. Ziel des Besuchsdienstes ist Empowerment, Motivation und Hilfe zur Selbsthilfe, damit erneute Teilhabe und Integration möglich werden.
Ein zentrales Fundament des Projekts ist der Aufbau und die Pflege eines starken quartiersbezogenen Netzwerks. Durch die Arbeit der Caritas vor Ort sind bereits erste Kontakte und eine große Offenheit vorhanden. Durch gezielte Vernetzung u. Zusammenarbeit mit der Stadt, lokalen Vereinen, Bildungseinrichtungen, Kirchengemeinden, sozialen und kulturellen Institutionen entsteht ein starkes Netzwerk, das Defizite erkennt, Ressourcen bündelt, Synergien schafft und neue Projekte auf den Weg bringt.
Das Projekt „Herzensmenschen – von Herz zu Herz im Quartier“ stellt den Menschen u. das Gemeinwohl des Quartiers in den Mittelpunkt u. schafft eine lebendige Grundlage für nachhaltige Quartiersarbeit. Es basiert auf zentralen Prinzipien der Gemeinwesenarbeit, wie Teilhabe, Aktivierung, Vernetzung, Empowerment und sozialem Zusammenhalt.
Laufzeit
2027-01-01 00:00:00
3. Ausgangslage
Ausgangslage
Der Ortsteil Arnum ist mit rund 7.100 Einwohnern der größte Stadtteil der Stadt Hemmingen und liegt südlich von Hannover an der Bundesstraße 3. Arnum zeichnet sich durch eine ruhige Wohnlage und die Nähe zur Natur aus. Drei besondere Herausforderungen sind hier zu nennen:
Eine systematische Quartiersarbeit existiert nicht, wodurch es an einer Bündelung und Abstimmung der Akteure und der Angebote fehlt. Netzwerkpartner arbeiten bislang nebeneinander, häufig ohne Kenntnis voneinander. Bestehende Angebote sind nur vereinzelt vorhanden und weder sichtbar noch koordiniert.
Eine zentrale Herausforderung besteht im Fehlen einer Begegnungsstätte sowie niedrigschwelliger Begegnungsorte. Es gibt bislang kaum Möglichkeiten für Austausch, gemeinschaftliche Aktivitäten und soziale Teilhabe im Quartier.
Hinzu kommt eine sich verändernde Bevölkerungsstruktur: Der Anteil der über 70-Jährigen liegt aufgrund des Baus mehrerer Wohnanlagen mit über 10 % deutlich über dem Durchschnitt der Region Hannover und der Stadt Hemmingen. Auch der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ist in den letzten 3 Jahren gestiegen. Damit wächst auch der Bedarf an sozialer Einbindung, Teilhabe und Unterstützung, insbesondere zur Vermeidung von Einsamkeit.
Gleichzeitig bestehen wichtige Ressourcen: Mit Monika Reimann als Projektkoordinatorin steht eine fachlich erfahrene und im Stadtteil gut vernetzte Akteurin zur Verfügung. Zudem besteht seitens der Stadt Hemmingen sowie der Kirchengemeinden eine große Offenheit und ausdrückliche Unterstützung für den Aufbau von Quartiersarbeit. Diese Ausgangslage bietet eine tragfähige Grundlage, um nachhaltige Strukturen im Quartier zu entwickeln.
5. Schwerpunkte
Handlungsfelder
Schwerpunkte
6. Projektgebiet
Projektgebiet
Gebiet-Name
Hemmingen - Arnum
Beschreibung
Das Fördergebiet umfasst den gut abgegrenzten Stadtteil Arnum, den größten Ortsteil der Stadt Hemmingen (19.000 Einw.), mit rund 7.130 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Im Ortsteil Arnum leben die meisten Menschen in Hemmingen. Einige Geschäfte und kleine Dienstleistungsbetriebe finden sich um die Wehrkapelle herum, im Norden liegt ein größeres Gewerbe- und Industriegebiet. An der Ostseite befindet sich der Arnumer See, an der Westseite die Bundesstraße 3. Die Gesamtfläche beträgt 4,62 km².
Arnum liegt südlich der Landeshauptstadt Hannover, unterhalb der Stadt Hemmingen und gehört zur Region Hannover in Niedersachsen. Durch die Nähe zu Hannover ist Hemmingen und auch Arnum vor allem ein beliebter Wohnstandort mit relativ guter Verkehrsanbindung. Insgesamt bietet Arnum eine ruhige Wohnlage mit guter Infrastruktur und Nähe zur Natur. Arnum ist eine eigenständige, gut definierte Siedlungseinheit innerhalb der Kommune.
Durch die unmittelbare Nähe zur Großstadt Hannover konzentrieren sich viele soziale, kulturelle und freizeitbezogene Angebote auf das urbane Zentrum, wodurch in Arnum eine Angebotslücke entsteht, bestehende Angebote oft unkoordiniert, kaum beworben und wenig aufeinander abgestimmt werden. Insbesondere für Menschen, die auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen sind, wie ältere Personen, Kinder oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität, stellen die Angebote in Hannover häufig keine realistische Option dar. Gleiches gilt für Menschen mit Migrationshintergrund ohne Führerschein oder für Personen, die aus finanziellen, familiären oder strukturellen Gründen an ihren Wohnort gebunden sind und daher von den zentralisierten Angeboten faktisch ausgeschlossen bleiben. Aus den genannten Gründen fehlt in der Einwohnerschaft der Sinn für Verbundenheit, Selbstwirksamkeit, Kooperationen und Motivation sich für die eigene Kommune einzusetzen.
Das Quartier Arnum ist strategisch, demografisch und sozial besonders relevant für die aufsuchende Arbeit, den geplanten Besuchsdienst und die Begegnungsstätte, da hier der Bedarf an wohnortnaher Unterstützung und sozialer Teilhabe besonders hoch ist.
Das Projekt "Herzensmenschen" will die bestehenden Strukturen in Arnum einbinden, koordinieren und weiterentwickeln und setzt mit seinem Angebot auf die gezielte wohnortnahe Teilgabe und Teilhabe im Quartier. Während in Hemmingen bereits zentrale Beratungs- und Unterstützungsangebote vorhanden sind, richtet sich das Projekt in Hemmingen-Arnum auch gezielt an Personen, die diese aufgrund eingeschränkter Mobilität oder fehlender wohnortnaher Angebote nicht erreichen können (Gehstruktur). Durch die lokale Verankerung im Stadtteil wird ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen, der Arnum zu einem lebendigen Quartier von sichtbarer und erlebbarer Nachbarschaft werden lässt.
Einwohnerzahl
7130
Quelle / Anmerkungen
https://www.citypopulation.de/de/germany/settlements/niedersachsen/region_hannover/03241007x0LR7__arnum/
Stadttyp
Kleinstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
25
Gesamtstadt in Prozent
25
Sonstige in Prozent
23
Anmerkung
In den letzten Jahren sind mehrere Wohnanlagen für betreutes Wohnen sowie Seniorenresidenzen entstanden. Der Anteil der über 70-Jährigen liegt mit über 10 % deutlich über dem Durchschnitt der Region Hannover und der Stadt Hemmingen. Arnum zeigt - wie Hemmingen - mit 25 % der Bevölkerung ab 60 Jahren einen vergleichsweisen hohen Anteil älterer Menschen, im Vergleich zu 23,2 % in Niedersachsen. Besonders die Gruppe 70+ ist in Arnum mit 10,1 % präsent, die bei eingeschränkter Mobilität besonders auf einen Besuchsdienst angewiesen ist. Arnum zeigt mit 24,6 % der Bevölkerung ab 60 Jahren einen vergleichsweisen hohen Anteil älterer Menschen, vergleichbar mit Hemmingen 25%. Besonders die Gruppe 70+ ist in Arnum mit 10,1 % präsent (Im Vergleich: Region Hannover: 8 %), die bei eingeschränkter Mobilität besonders auf einen Besuchsdienst angewiesen ist.
Quellen: Niedersachsen-Monitor-2025 und https://www.citypopulation.de/de/germany/settlements/niedersachsen/region_hannover/03241007x0LR7__arnum/
Prägung
Unterlagen zum Gebiet
projektgebiet_arnum.pdf
(195.4 KB)
begegnungsstaette_im_projektgebiet.pdf
(290.22 KB)
7. Ansatz GWA/QM
GWA/QM-Ansatz
Das Projekt „Herzensmenschen“ in Arnum orientiert sich am Ansatz der Gemeinwesenarbeit: die zentrale Leitidee ist die Aktivierung und Beteiligung der im Sozialraum lebenden Menschen sowie die nachhaltige Verbesserung ihrer Lebensbedingungen.
Die Einrichtung einer Begegnungsstätte schafft einen offenen Ort für Austausch, Selbstorganisation und nachbarschaftliches Engagement. Hier wird das Prinzip der Partizipation konkret umgesetzt: Die Interessen der Menschen in Arnum stehen im Mittelpunkt, sie sollen nicht nur Angebote nutzen, sondern diese aktiv mitgestalten. Dadurch werden Selbsthilfepotenziale gestärkt und demokratische Prozesse im Kleinen gefördert.
Der geplante Besuchsdienst greift den Anspruch der Niedrigschwelligkeit und Lebensweltorientierung auf. Durch aufsuchende Kontakte werden insbesondere ältere oder isolierte vulnerable Menschen erreicht, wodurch Teilhabe ermöglicht und soziale Isolation reduziert wird. Gleichzeitig werden Bedarfe direkt im Quartier sichtbar.
Der Aufbau eines Netzwerks aus lokalen Akteuren – der Kommune, Vereinen, sozialen Einrichtungen und engagierten Einzelpersonen – entspricht einem kooperativen und ressortübergreifenden Arbeiten. Ziel ist es, Ressourcen im Stadtteil zu bündeln, Synergien zu nutzen, gemeinsame Ideen zu entwickeln und langfristige Strukturen zu schaffen.
Insgesamt verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen, sozialraumorientierten Ansatz, der auf Empowerment, Teilhabe und nachhaltige Entwicklung in Arnum abzielt.
Methoden
Qualitätskriterien
Beschreibung
Begegnungsstätte für alle im Zentrum, bedarfsorientierte Hausbesuche (aufsuchend), Stärkung von Ressourcen auch durch Vertrauensaufbau, Teilhabe vulnerabler Gruppen, Angebote entstehen aus dem Quartier heraus, Motivation für Einsatz im Gemeinwohl
Kriterium
Beschreibung
Akteure vor Ort agieren abgestimmt gemeinsam, regelmäßige Netzwerktreffen, offenes Netzwerk, AGs arbeiten, Vermittlung der Klientel für den Besuchsdienst funktioniert, gemeinsame Projekte finden statt, klare Zuständigkeiten/Kooperationen im Netzwerk
Kriterium
Beschreibung
Freiwilliges Engagement, neue Angebote entsprechend Nachfrage vor Ort, Begegnungsstätte als zentraler Ort der Begegnung (formell und informell) mit verbindlichen Öffnungszeiten, Synergien nutzen statt Konkurrenzdenken, Gremienarbeit
8. Vernetzung
Vernetzung im Gebiet
Akteur
Akteur (Freitext)
Stadt Hemmingen, Region Hannover, Senioren- und Pflegestützpunkt Calenberger Land, Seniorenbüro der Stadt Hemmingen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
ev. Friedenskirche, kath. Kirche St. Johannes Bosco
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
2 Hausarztpraxen, 3 Zahnarztpraxen, 4 ambulante Pflegedienste, 1 Tagespflege, 1 ambulanter Betreuungsdienst, 3 Ergotherapeuten, 5 Physiotherapeuten, 4 Podologen, Seniorenresidenz
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
7 Friseurbetriebe, 3 Apotheken, 1 Optiker
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Seniorenbeirat der Stadt Hemmingen, Geburtstagsbesuchsdienst der Kirchengemeinden
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Laatzener Tafel zuständig für Arnum
Typ
Stadtteil
9. Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit
„Herzensmenschen“ ist von Anfang an als ein langfristiges Projekt gedacht und gewünscht. Von den erforderlichen 60.000 € Eigenanteil sind derzeit 28.800 € durch die Stadt Hemmingen zugesagt. Eine bereits jetzige enge Anbindung an die Stadt gewährleistet eine kommunale Verankerung. Auch Kirchengemeinden befürworten das Projekt ausdrücklich. Zudem wird eine kontinuierliche Vernetzung mit der Region Hannover, v.a. an den hier bereits vorhandenen ehrenamtlichen Krisenbesuchsdienst angestrebt.
13. Unterschrift / Veröffentlichung
Zustimmung Veröffentlichung
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