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Aufbau eines Familienzentrums in der Kita Altländer Viertel

Ansprechpartner
Lona Hollander
Funktion Abteilung Soziale Hilfen und Integration
Die Kita im Brennpunktquartier Altländer Viertel soll zu einem Familienzentrum weiterentwickelt werden.
Projektbeschreibung
Der Ausbau einer Kita zu einem Familienzentrum soll speziell innerhalb des Quartiers Bewohnende erreichen. Präventiv soll es in der Folge die Bildungswege der Kleinen sowie deren Familien und damit gesamtgesellschaftlich positiv beeinflussen und aufklärende Elternarbeit leisten. Der konzeptionelle Gedanke dieses Förderantrags zielt darauf, alles unter einem Dach für die Arbeit an den Kindern und gemeinsam mit den Eltern zu ermöglichen. Ein Familienzentrum wird als Mehrwert für alle Institutionen betrachtet, weil es neben dem regulären QM noch fehlt. Dies hat die Evaluation der aktuellen Bedarfe nach dem 2021 eingeführten QM gezeigt. Diesen Bedarfen soll durch qualifiziertes Fachpersonal in der Kita dahingehend begegnet werden, dass unter demselben Dach interkulturelle bedarfsgerechte Angebote unterbreitet werden. Durch die Kooperation mit Kinderärzten, Logopäden, Hebammen, dem örtlichen Sportverein für Mutter-Kind-Turnen und anderen Akteuren sollen Angebote geschaffen werden wie Sprachkurse, internationale Kochkurse, Spiel- und Leseaktionen für Kinder und Eltern auf Deutsch und in unterschiedlichen Muttersprachen, Elterncafés, Beratung durch Kita-Sozialarbeiterinnen. Sprachfördermaßnahmen sollen die mitgebrachte Heimatsprache sowie die neu zu erlernende Fremdsprache beinhalten, um sich im Familienzentrum fachlich pädagogisch unterstützt heimisch zu fühlen und mit dem Quartier als zuhauseähnlichem Sozialraum zu identifizieren. Das Familienzentrum wird dabei als Begegnungsort aller Quartiersbewohnenden verstanden mit dem Schwerpunkt Familienarbeit. Insb. durch EU-Binnenmigrationen hat der Zuzug bildungsferner Familien aus Südosteuropa stattgefunden. Diese Familien sind eher darauf bedacht, unter sich zu bleiben. Gegenüber Geflüchteten, welche bei der Einreise verpflichtet waren, in städtischen Unterkünften zu leben und dadurch positive Erfahrungen mit Behörden haben, hegen gerade südosteuropäische Eltern eher eine Behördenskepsis welche sich auch auf staatliche Bildungseinrichtungen bezieht, weil ihnen diese aus dem Herkunftsland üblich zu sein scheint. Mitgebrachte Diskriminierungserfahrungen scheinen diese Zurückhaltung ebenfalls zu beeinflussen. Daher soll über die Kinder ein gemeinsames Familienverständnis im Quartier erreicht werden. Gerade der Begriff der Familie ist ein hohes Gut aller Nationalitäten und der "gemeinsame Nenner" des Zusammenlebens. Pädagogisches Fachpersonal gewinnt damit eine Öffnung des Kitaalltags durch ganzheitliche Begleitung.
Laufzeit
2026-01-01 00:00:00
Ausgangslage
Seit dem Jahr 2021 wird das QM sowie eine Kooperation mit einem Bildungsträger aus Mitteln des niedersächsischen Integrationsfonds gefördert. QM ist etabliert und die Beteiligung der Bewohnerschaft soll in selbst tragende Strukturen überführt werden. Aus dem städtischen Haushalt werden beträchtliche Eigenanteile beigesteuert, indem sozialer Brennpunktbildung bestmöglich entgegengewirkt wird. Aktuell hat die Stadt ein Grundstück veräußert mit der Maßgabe, dort 84 neue Wohneinheiten für sozialen Wohnungsbau zu errichten. Das Ziel ist ein ausgewogenes Belegungsmanagement, um Bestandsbewohnende des Quartiers mit dem Wunsch, den Geschosswohnungsbau aus den 1970ern zu verlassen und neu angekommenen Geflüchteten sowie Sekundärzugewanderten zielgerichtet integrativ zu begegnen. Das Quartier ist aufgrund der Vielzahl diverser Nationalitäten, auch bildungsferner Familien aus Südosteuropa und ausgeprägtem Transferleistungsbezug über alle Nationalitäten im innerstädtischen Vergleich ein Brennpunkt. Diskriminierungserfahrungen und ein Fremdheitsgefühl unter allen Bewohnenden soll durch konzentrierte generationenübergreifende Familienarbeit entgegengewirkt werden. Aktiv soll ein Familienzentrum als zusätzlich tragendes Element entwickelt werden mit Personal aus endender Hortbetreuung. Der Unterstützungs- und Beratungsbedarf zum Teil bildungsferner und regional noch nicht verwurzelter Eltern ist erheblich. Über Kinder funktioniert die Beziehungsarbeit sowie Kontakt zu und mit Eltern. Beschäftigte arbeiten aus Überzeugung im Altländer Viertel. Unterstellt, dass ausländische Bewohnende dort auch freiwillig und gern leben, soll gemeinsamen Vorurteilen geschlossen entgegen getreten werden.
Projektgebiet
Gebiet-Name
Hansestadt Stade
Beschreibung
Das Altländer Viertel liegt am Stadtrand Stades in Bahnhofsnähe und liegt an einer Haupteinfallstraße. Auf der anderen Seite des Viertels haben Jobcenter, Jugendamt und Finanzamt neu gebaut. Ansonsten grenzt es an ein Naherholungsgebiet und eine Einfamilienhaussiedlung. Die Straßen tragen die Namen des Alten Landes. Im Altländer Viertel gibt es keinen Hausarzt, in der Nähe keinen Kinderarzt und daher ist das Thema Gesundheitsfürsorge für Quartiersbewohnende neben anderen Themen überaus wichtig.
Einwohnerzahl
3000
Stadttyp
Mittelstadt
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
Merkmalswerte
Projektgebiet in Prozent
60
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Anmerkung
interne Demographie-Software
Projektgebiet in Prozent
80
Gesamtstadt in Prozent
30
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
70
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Projektgebiet in Prozent
40
Gesamtstadt in Prozent
20
Sonstige in Prozent
0
Unterlagen zum Gebiet
Programmgebiet Sozialer Zusammenhalt
Off
GWA/QM-Ansatz
Aktuell umfasst das Quartiersmanagement neben der Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Cadenberge auch die Vernetzung aller Akteure von der Stadtjugendpflege, Grundschule, Kitas, Bildungsträgern und Ehrenamtlichen. Es gibt einen Chor für Erwachsene mit dem Namen "frisch gemischt", vogelkundliche Spaziergänge, Wildmüllsammelaktionen, Beteiligungsmanagement für Jugendliche und ein angesehenes und genutztes Jugendhaus. Aufgrund der neu errichteten Wohnanlage ist der Bedarf an familiengestützten Angeboten noch weiter gestiegen, obwohl er bereits davor nicht gereicht hat. Ein Familienzentrum als städtisches flankierendes Angebot zum sozialen Wohnungsbau ist daher erforderlich. Diese Erkenntnis hat der Quartiersmanager erlangt und sich laufend dafür eingesetzt, für Familien zugeschnittene Angebote zu schaffen.
Qualitätskriterien
Beschreibung
Kinder werden über Eltern erreicht. Eltern erreicht man, indem ihnen unter dem demselben Dach wie den Kindern, also im selben Sozialraum, Angebot unterbreitet werden können.
Beschreibung
Bestmöglich vermittelte Bildung und Erziehung im Kita-Alter unter Einbeziehung der Eltern ist das wertvollste Kapital für die nachfolgende Grundschule Montessori.
Beschreibung
Bewohnende des Quartiers und deren Kinder selbstbewusst einen Beitrag für ein gelingendes Miteinander dauerhaft leisten lassen.
Vorhandene Strukturen
Es gibt im Quartier bereits engagierte Eltern, hauptsächlich Mütter, die bei Ferienspaßaktionen oder auch den Stadtteilfesten mitwirken. Zu Kinderaktionen gehören Freies Tanzen sowie Basteln und Backen wie in anderen Stadtteilen auch, nur eben nationenübergreifend. Durch das Zusammenbringen von Fachpersonal und ehrenamtlichen Eltern entstehen erweiterte Strukturen der vernetzten Elternarbeit. Bisher gibt es kein Familienzentrum, sodass es schwierig ist, Familien die unter sich bleiben wollen, pädagogisch zu erreichen. Das Quartiersmanagement wirkt personell, weil der Mitarbeiter Islamwissenschaften studiert hat. Der wissenschaftliche Ansatz ist vorhanden und abgedeckt. An ehrenamtlichem Engagement im Mehrzweckraum und dem Stadtteilbüro fehlt es unter Erwachsenen nicht unbedingt. Nach Auffassung der quartiersansässigen Akteure fehlt es an einem Familienzentrum, um den Eltern mit Migrationshintergrund mit pädagogischem Fachpersonal und vor allem pädagogischem Konzept zu helfen.
Vernetzung im Gebiet
Akteur (Freitext)
Stadtjugendpflege
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Grundschule Montessori und Kita St. Georg
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Evangelische Familienbildungsstätte
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Hebammen, LogopädInnen und KinderärztInnen
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Verein für Leibesübungen zum Mutter-Kind-Turnen
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Kurse der Evangelischen Familienbildungsstätte "Familien erleben zusammen Sprache"
Typ
Stadtteil
Akteur (Freitext)
Als Brennpunktquartier ist das Altländer Viertel ohnehin gelegentlich in der Presse. Das Quartiersmanagement und das Familienzentrum sind ein positives Kontergewicht in der öffentlichen Wahrnehmung.
Typ
Stadtteil
Akteur
Akteur (Freitext)
Die Politik ist offen, zugewandt und aufgeschlossen für Ideen, die das Altländer Viertel positiv beeinflussen. Dies soll erhalten bleiben.
Typ
Stadtteil
Nachhaltigkeit
Langfristig soll frei werdendes Hortpersonal an den Arbeitgeber gebunden werden, um den gesetzlichen Anspruch der Ganztagsbetreuung sicherstellen zu können. Zum Erhalt der Motivation soll ein Familienzentraum auch ein modernes Arbeitsumfeld ermöglichen, neben den gemeinbedarfsorientierten Themen zugunsten der Quartiersentwicklung. Bisher war es so, dass Mitarbeitende gern und aus persönlicher Überzeugung im Quartier gearbeitet haben. Dieser Standard soll auch in der Außenwirkung so sein.
Zustimmung Veröffentlichung
On